Frühstück: Darum ist es für den Erfolg so wichtig

Das Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit des Tages… Diese Weisheit haben Sie sicherlich schon das ein oder andere Mal in Ihrem Leben gehört, vorzugsweise von den Eltern, von Mitbewohnern, dem Partner oder Kollegen im Büro, die jedes Mal eine Frühstücks-Predigt halten, wenn Sie gestehen, dass Ihr Coffee-to-Go das einzige war, das Sie am Morgen zu sich genommen haben. Ein möglichst ausgewogenes Frühstück gilt als bester Start in den Tag. Über keine Mahlzeit wird so oft gesprochen und keiner anderen werden so viele Vorteile zugeschrieben. Trotzdem ist es das Frühstück, das am häufigsten ausgelassen wird. Dabei braucht es für das perfekte Frühstück weit weniger, als oft geglaubt wird – und zusätzlich kann ein regelmäßiges Frühstück sogar einen Beitrag zu Ihrem Erfolg leisten…

Frühstück: Darum ist es für den Erfolg so wichtig

Was ist ein Frühstück und was gehört dazu?

Frühstück gesund Definition englischDer Begriff Frühstück lässt sich im Deutschen bis ins 15. Jahrhundert zurückverfolgen und leitet sich vom mittelhochdeutschen vruostücke ab. Es bedeutet so viel wie „das frühe Stück“ und bezieht sich auf das frühe beziehungsweise erste Stück Brot, das morgens gegessen wurde.

Im Schweizerischen wird die erste Mahlzeit am Morgen als Morgenessen bezeichnet – analog zu Mittagessen und Abendessen. Im deutschen Sprachraum sowie in Schweden (frukost) und Dänemark (morgenmad) liegt der inhaltliche Schwerpunkt auf der Tageszeit dieser Mahlzeit.

Auf Englisch heißt Frühstück breakfast. Das wiederum leitet sich von to break the fast ab, also wörtlich das Fastenbrechen, wenn man nach etwa 10 bis 12 Stunden ohne Nahrungsaufnahme wieder etwas isst. Diese Bedeutung haben auch Bezeichnungen für das Frühstück im romanischen Sprachraum, etwa petit-déjeuner (kleines Fastenbrechen) im Französischen.

So unterschiedlich wie die Bezeichnungen ist auch das, was als Frühstück betrachtet und zu sich genommen wird. Ein klassisches Frühstück hierzulande besteht oft aus folgenden Komponenten:

  • Heißgetränk wie Kaffee, Tee oder Kakao
  • Backwaren wie Brot oder Brötchen
  • Butter oder Margarine
  • Süßem Brotbelag wie Marmelade, Honig, Nuss-Nougat-Creme
  • Herzhaftem Brotbelag wie Wurst oder Käse

Abhängig von individuellen Vorlieben, regionalen (oder familiären) Traditionen kann ein Frühstück völlig anders aussehen. Die ärmere Bevölkerung in früheren Jahrhunderten hatte ohnehin nur wenig Fleisch in der Nahrung, Getreidebreis (heutzutage gerne mit dem Anglizismus Porridge angepriesen) waren als Frühstück ebenso üblich wie Müslis.

Vermehrtes Reisen und die Globalisierung in den letzten Jahrzehnten haben dazu beigetragen, Essgewohnheiten anderer Länder zu entdecken und zu übernehmen – so gehören Croissants aus Frankreich oder das berüchtigte englische Frühstück (oft mit Rührei, Speck und Baked Beans) vielleicht nicht zum täglichen Frühstück, sind aber durchaus geläufig.

Frühstück erfüllt viele Funktionen

Der frühe Morgen sieht in vielen Haushalten sehr ähnlich aus: Der Wecker klingelt, schlaftrunken unter die Dusche springen, Kaffeemaschine starten, anziehen, Kaffee trinken, während alles fürs Büro gepackt wird und dann raus aus der Haustür, um noch pünktlich zu sein.

Kommt Ihnen der Ablauf irgendwie bekannt und seltsam vertraut vor? Dann gehören Sie vermutlich zu der Gruppe von Menschen, die keinen allzu großen Wert auf das (eigene) Frühstück legen. Trotz der steten und allgegenwärtigen Erinnerung daran, wie wichtig die erste Mahlzeit des Tages am Morgen ist, wird von vielen darauf verzichtet.

Es gibt ebenso viele Ausreden, das Essen am Morgen sausen zu lassen, wie immer wieder beschworene Vorteile des Frühstücks. Die beliebtesten Klassiker dabei sind:

Ich habe morgens einfach keine Zeit für ein Frühstück…

Die liebste Frühstücks-Ausrede der Dauergestressten und chronischen Langschläfer. Nicht einmal ein paar Minuten können morgens erübrigt werden, um ein Müsli oder ein Brot zu essen. Viel zu knapp ist die Zeit bemessen und es gibt ja so viel zu erledigen, das schon morgens um 7 Uhr nicht mehr warten kann.

Ich habe so früh noch keinen Hunger…

Nicht jeder kann sich beim Frühstück bereits den Magen vollschlagen, doch das muss ja auch gar nicht sein. Es geht nicht um ein Festmahl, sondern um Energie für den Tag. Und wer morgens aufs Frühstück verzichtet, holt dies meist später nach – nur deutlich ungesünder und teurer durch Fast Food unterwegs.

Ich brauche gar kein Frühstück…

Ich bin auch ohne Frühstück fit, das Essen am Morgen macht mich nur müde und liegt schwer im Magen… Das ist zwar möglich, liegt dann aber wohl eher daran, was zum Frühstück auf den Tisch kommt. Englisches Frühstück dürfte kalorientechnisch einem Mittagessen plus Abendessen gleichkommen – kein Wunder, wer sich danach lieber hinlegen will.




Selbst mit Kindern sieht der morgendliche Alltag oft nicht anders aus. Kleine Kinder werden noch gefüttert und versorgt. Aber spätestens wenn die Kleinen in die Pubertät kommen, nimmt die Bereitschaft ab, vor der Schule noch zu frühstücken. Die Begründungen sind dieselben wie bei Berufstätigen.

Dabei erfüllt das Frühstück mehrere Funktionen:

  • Versorgung mit Energiereserven

    Diversen Studien zufolge ist das Frühstück gerade für Kinder besonders wichtig. Sie sind schließlich noch im Wachstum. Im Gegensatz zu Erwachsenen kann ihr Körper noch nicht so schnell auf Energiereserven zurückgreifen – genau die werden aber benötigt, wenn neue Inhalte gelernt werden sollen. Immerhin 20 Prozent der Gesamtenergie verbraucht das Gehirn. Wenn bei täglichem Input Prüfungen bestanden werden sollen, muss eine gute Versorgung gewährleistet sein.

  • Erleben von Gemeinschaft

    Das gemeinsame Frühstück mit der ganzen Familie hat eine starke psychosoziale Komponente, das gilt für Kinder gleichermaßen wie für Erwachsene. Mit einem gemeinsamen Start in den Tag ist man ganz anders gerüstet als wenn man als Einzelkämpfer in den Alltag startet.

  • Unterstützen der Gesundheit

    Studien weisen darauf hin, dass wer regelmäßig frühstückt, seltener an Übergewicht leidet. Das ist offenbar auch bei Kindern der Fall. Forscher erklären sich das damit, dass diejenigen, die regelmäßig frühstücken, insgesamt einen gesünderen Lebensstil pflegen.

Wie wichtig ist das Frühstück wirklich?

Frühstück Erfolg Gesund ZutatenDie vielen Mythen, die sich um das Frühstück ranken, hat Forscher und Wissenschaftler dazu animiert, sich das Essen am Morgen und die damit verbundenen Auswirkungen einmal genauer anzusehen. Die Kernfrage lautet: Ist das Frühstück wirklich so wichtig, wie immer behauptet, oder ist der Hype eigentlich übertrieben? Dabei zeigt sich, dass das Frühstück vielleicht doch nicht so perfekt ist, wie es immer präsentiert wird.

Beispielsweise ist das Frühstück bei Diäten nicht so ausschlaggebend, wie lange Zeit gedacht. Forscher der Universität Alabama untersuchten rund 300 Freiwillige, die jeweils unterschiedliche Frühstücksgewohnheiten praktizieren sollten.

Einige ließen das Frühstück weg, andere aßen immer gesund und abwechslungsreich und wieder andere wechselten zwischen den Gewohnheiten hin und her. Das Ergebnis: Es gab keinen großen Unterschied zwischen den verschiedenen Gruppen, das Frühstück hatte offenbar keine nennenswerten Auswirkungen auf die Gewichtsabnahme.

Ebenfalls wurden die Auswirkungen des Frühstücks auf den Stoffwechsel von Ernährungswissenschaftlern untersucht. Dabei zeigte sich, dass der Stoffwechsel zwar angeregt wird, allerdings nur in einem sehr geringen Ausmaß.

Experten sind sich daher einig, dass es kein Weltuntergang ist, wenn das Frühstück ab und an ausfällt. Die meisten empfehlen es trotzdem. Die positiven Effekte sind vorhanden, wenngleich nicht ganz so stark, wie bisher angenommen.

Gesundes Frühstück selber machen: Einfacher als gedacht

Für ein gesundes und ausgewogenes Frühstück müssen Sie weder viel Zeit einplanen noch ein Vermögen ausgeben. Es ist schlichtweg ein Irrglaube, dass das perfekte Frühstück aufwendig wäre. Sie müssen weder kochen noch ein großes Buffet auffahren, um am morgen alle wichtigen Nährstoffe aufzunehmen und das Frühstück bestmöglich zu nutzen.

Mehr als ein Kaffee und ein Brot mit Nutella darf es dann aber schon sein. Diese vier Dinge sollten in Ihrem Frühstück enthalten sein:

  • Eiweiß

    Ein Glas Milch ist nicht jedermanns Sache. Sie können beim Frühstück stattdessen zu Quark oder Joghurt greifen. Die enthaltenen Proteine regen den Stoffwechsel für den ganzen Tag an, fördern die Verdauung und unterstützen die Erneuerung der Körperzellen. Wer auf Milchprodukte lieber verzichten will, kann ebenso gut pflanzliche Eiweiße über Hülsenfrüchte oder Vollkornprodukte zu sich nehmen.

  • Kohlenhydrate

    Am Abend haben Kohlenhydrate einen denkbar schlechten Ruf, das Frühstück ist jedoch genau der richtige Zeitpunkt, um diese aufzunehmen. Gerade Vollkornprodukte sind ein perfekter Energielieferant über einen langen Zeitraum. Ein weiterer Vorteil von Kohlenhydraten beim Frühstück: Sie machen länger satt.

  • Vitamine

    Orange, Apfel, Grapefruit, Banane, Kiwi, Erdbeeren… Die Auswahl bleibt Ihnen (und Ihrem Geschmack) überlassen. Obst sollte zu einem gesunden Frühstück gehören, denn der Körper ist auf die Zufuhr von Vitaminen angewiesen. Rohes und frisches Obst (und Gemüse) enthält die meisten Vitamine und stärkt die körpereigenen Abwehrkräfte.

  • Flüssigkeit

    Nach der Nacht sollte auf den Flüssigkeitshaushalts des Körpers geachtet werden. Damit ist nicht gemeint, dass Sie einfach noch zwei weitere Tassen Kaffee trinken. Kaffee oder Tee sind zum Frühstück vollkommen ok – solange es in Maßen bleibt und vor allem bei Zucker und Milch sehr sparsam zugegriffen wird. Ergänzt werden sollte dies aber durch ein großes Glas Wasser.

Erste Mahlzeit trägt zu mehr Erfolg bei

Frühstück macht erfolgreich. Ganz so leicht ist es dann leider doch nicht, aber wer frühstückt, tut damit auf jeden Fall einen Schritt in die richtige Richtung. Die positiven Nebenwirkungen des Frühstücks machen sich im Arbeitsalltag bemerkbar.

Vier gute Gründe, nicht auf das Frühstück zu verzichten – und dabei noch etwas für den beruflichen Erfolg zu tun.

  • Sie sorgen für die nötige Energie.

    Ein langer Arbeitstag voller Stress und Herausforderungen kostet viel Kraft und Energie. Ohne Frühstück sind Ihre Energiereserven schnell aufgebraucht, sind fühlen sich ausgelaugt und sind bereits nach kurzer Zeit zu nichts mehr zu gebrauchen. Ihre Leistung lässt nach, Fehler schleichen sich ein und statt an Ihrem Erfolg arbeiten Sie eher an einer Standpauke vom Chef.

    Selbst wenn Sie sich zuhause noch fit und leistungsfähig fühlen, wird sich ein fehlendes Frühstück rächen, sobald Sie am Arbeitsplatz angekommen sind. Deshalb gilt: Nehmen Sie sich unbedingt die Zeit, um zu frühstücken. Selbst wenn es kein ausgiebiges Frühstück ist, wird Ihr Körper es Ihnen danken.

  • Sie tun etwas für Ihre Gesundheit.

    Regelmäßiges Frühstück sorgt für einen stabileren Blutzuckerspiegel, das Herz-Kreislauf-System ist weniger anfällig für Krankheiten und Übergewicht soll das Frühstück (wenngleich in geringem Maße) ebenfalls vorbeugen. Die Gesundheit allein sollte bereits Grund genug sein, jeden Morgen zu frühstücken.

    Sie sind insgesamt fit und leistungsfähig, fühlen sich nicht mehr so schlapp und starten mit wichtigen Mineralien und Ballaststoffen in den Tag. Dazu kommt, dass Sie mit einem Frühstück Heißhungerattacken um die Mittagszeit verhindern. Das kann gerade für Menschen mit empfindlichen Magen sinnvoll sein.

  • Sie können sich besser konzentrieren

    Eine bessere Gesundheit wirkt sich positiv auf Ihre berufliche Tätigkeit aus. Sie können sich auf Ihre Ziele konzentrieren, haben weniger Fehltage im Job. Es wird Ihnen nach einem guten Frühstück am Morgen leichter fallen, sich in ein Thema zu vertiefen und Ihre volle Aufmerksamkeit aufzubringen.

    Um diesen Effekt noch zu verstärken, können Sie beim Frühstück zu sogenanntem Brainfood greifen. Dazu zählen beispielsweise Nüsse und Goji-Beeren, die die kognitiven Fähigkeiten weiter steigern können.

  • Sie können Ihre Gedanken ordnen.

    Was möchte ich heute erreichen? Was sind meine Ziele? Wie komme ich meinem Erfolg näher? Grundsätzlich wichtige Fragen, mit denen sich jedoch kaum jemand ernsthaft auseinandersetzt. Es fehlt schlichtweg die Zeit, alles muss immer schnell gehen und jeder ist im Stress.

    Nutzen Sie Ihr Frühstück als Zeit der Selbstreflexion. Machen Sie sich Ihre Ziele bewusst und hinterfragen Sie Ihren bisherigen Weg kritisch. So nutzen Sie die Zeit, um Ihrem Erfolg jeden Tag einen Schritt näher zu kommen.

[Bildnachweis: comicstocks by Shutterstock.com]
6. Mai 2020 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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