Jetzt mal ehrlich: Muss der Job immer glücklich machen? Oder anders gefragt: Welches Gewicht spielt die Arbeit im Leben und beim Glücklichsein?

Gewiss, bei allen, die überhaupt Arbeit haben, nimmt der Beruf eine zentrale Rolle ein. Nicht nur, dass wir unter der Woche den Großteil unserer Wachzeit im Job verbringen – er beeinflusst in der Regel auch massiv unsere finanziellen Möglichkeiten, unseren Sozialstatus, unseren Bekannten- und Freundeskreis. Und entsprechend auch unsere Zufriedenheit mit dem Erreichten oder unserem Leben.

Genau an der Stelle aber kann sich das Glück auch schnell ins Gegenteil verkehren. Der Job erfüllt nicht (mehr) unsere Ansprüche, langweilt und frustriert, macht aggressiv oder gar depressiv. Oder wie eine Studie es anschaulich formuliert: Es gibt auch eine dunkle Seite des Glücklichseinwollens.

Die Ursachen dafür sind Legion – nicht selten lauern dahinter aber auch unrealistische Erwartungen. Manch einer steckt sich dabei unerreichbare Ziele oder hat eine selektive (und negative) Wahrnehmung dessen, was er schon erreicht hat, fühlt sich desillusioniert und ohnmächtig. Andere fühlen sich überarbeitet, überqualifiziert, unterfordert oder unterschätzt. Womöglich aber verwechseln sie auch bloß Ursache mit Wirkung.

Ob wir glücklich sind oder nicht, ist letztlich eine Frage der Gewichtung – und der Ziele, die wir verfolgen. Wer die schon nicht klar für sich formuliert, wird in seinen Emotionen stets stark schwanken. Glück und Zufriedenheit bleiben Momentaufnahmen, große und kleine Wogen im Meer der Ereignisse.

Dabei stellt sich zugleich die Frage der Perspektive: Wie wichtig nehmen wir unsere Arbeit überhaupt? Vor allem mit Blick auf die Lebenszeit: Was wir heute als Problemmonster vom Ausmaß Godzillas empfinden, schrumpft in zehn Jahren rückblickend zum harmlosen Gecko. Oder anders formuliert: Arbeit kann glücklich oder unglücklich machen – sie muss es aber nicht. Entscheidend ist, welches Gewicht wir ihr selbst geben und aus welchem Blickwinkel wir sie betrachten.

Das sind jedoch nur meine Gedanken dazu. Mich würde brennend interessieren, wie Sie das sehen?