Rolltreppe2Ob Verhaltensforscher, Psychologen, Soziologen – auch sie machen sich so ihre Gedanken, was den beruflichen Erfolg beeinflusst und welche Faktoren eine Karriere enorm beschleunigen oder aber auch beenden können. In der aktuellen WirtschaftsWoche haben diverse dieser Studien zusammengetragen und illustrieren lassen, wie der ultimative Erfolgstyp oder die perfekte Karrierefrau aussähe. Das Ganze ist natürlich nicht frei von einem Augenzwinkern. So zusammengestellt offenbaren die diversen Forschungsergebnisse aber auch, wie teilweise doch sehr unterschiedlich die Karrierebeschleuniger sind, die entweder auf Männer oder auf Frauen wirken.

    Der ultimative Erfolgstyp

  1. Haare Laut psychologischen Studien der Universität des Saarlandes gilt Braun als attraktivste männliche Haarfarbe; die unattraktivste ist Rot. Noch wichtiger ist allerdings, dass Männer überhaupt Haare haben. Glatzenträgern wird im Job weniger zugetraut, fanden die Saarbrücker Wissenschaftler heraus. Bewerber mit Halbglatze oder Glatze wurden deutlich seltener zu Vorstellungsgesprächen eingeladen. Zudem stuften die Testpersonen sie als weniger karriereorientiert und weniger kreativ ein.
  2. Heteros bringen mehr nach Hause. Laut einer Studie der Universität von New Hampshire Whittemore School of Business and Economics verdienen schwule Männer im Schnitt 23 Prozent weniger als verheiratete heterosexuelle Männer und neun Prozent weniger als unverheiratete Heterosexuelle, die aber mit einer Frau zusammen leben.
  3. Körpergröße Je größer der Mann, desto mehr verdient er, hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung nachgewiesen. Bei zwei gleich qualifizierten Männern bewirke ein Höhenvorteil von zehn Zentimetern ein Plus von rund 2000 Euro beim Jahresgehalt. Forscher der Londoner Guildhall Universität kommen zu einem ähnlichen Ergebnis: Männer, die größer sind als 1,82 Meter, bringen später knapp sechs Prozent mehr Gehalt nach Hause als ihre durchschnittlich hoch geratenen Kollegen. Auch Bildungsniveau und Körpergröße hängen empirisch zusammen: Deutsche Studenten sind im Schnitt drei Zentimeter größer als ihre Altersgenossen, die eine Ausbildung absolvieren.
  4. Alkohol Menschen, die moderat, aber regelmäßig mit Kollegen trinken, verdienen im Schnitt 17 Prozent mehr als Abstinenzler. Das haben Wissenschaftler der schottischen Universität Stirling beim Vergleich von 17 000 Arbeitnehmer-Karrieren ermittelt. Begründung: Das gemeinsame Bierchen fördere Vertrauen und Kameradschaft – und das nutze später bei der Beförderung.
  5. Loyalität Zwar können Jobwechsler ihr Gehalt nicht selten um bis zu 20 Prozent steigern, die beruflichen Veränderungen lohnen sich jedoch vor allem innerhalb der ersten Berufsjahre, so eine Langfriststudie der US-Soziologin Sylvia Fuller von der Universität von British Columbia. Die Wissenschaftlerin verglich die Gehälter von 6000 Arbeitnehmern zwischen 1979 und 2002 und fand heraus, dass viele mögliche Gehaltserhöhungen verpassen, wenn sie früher als nach fünf Jahren das Unternehmen verlassen.
  6. Tyrannen sind erfolgreicher. Chefs, die ihre Untergebenen schlecht behandeln, klettern die Karriereleiter besonders schnell hinauf. Das ergab eine Internet-Umfrage für eine Management-Konferenz in den USA. Eine Studie der Universität Chicago bestätigt das: Danach zahlen sich Dominanz und Durchsetzungskraft im Job mehr aus als Teamwork und Flexibilität. Von den 313 untersuchten Kandidaten für einen Vorstandsposten wurden 225 eingestellt, die eine entsprechende Härte im Jobinterview und Lebenslauf erkennen ließen.
  7. Ehepartner 59 Prozent der verheirateten Männer in Top-Positionen verdienen mehr, wenn ihre Frauen nicht arbeiten. Ebenso wurden 38 Prozent der Männer häufiger befördert, wenn ihre Frauen nicht berufstätig waren, aber nur 28 Prozent, wenn die Frauen ebenfalls eine eigene Karriere verfolgten, so eine Untersuchung der Universität New Jersey.
  8. Die perfekte Karrierefrau

  9. Haarfarbe Bei Frauen rangiert – entgegen dem Klischee – weltweit Braun mit 34 Prozent vor Blond mit 32 Prozent als attraktivste Haarfarbe, während Schwarz und Rot gleichermaßen mittelmäßig bewertet werden, so eine weltweite Studie der Universität des Saarlandes unter 5500 Personen.
  10. Frisur Unabhängig vom Geschlecht haben Bewerber mit Attributen, die als typisch männlich gelten, bessere Chancen auf Führungsposten, zeigte die Mannheimer Soziologin Anke von Rennenkampff in ihrer Promotion über Bewerbungsfotos. Zurück gekämmte oder hochgesteckte Haare signalisierten bei Frauen mehr Führungskompetenz als die offene Wallemähne. Frauen mit kurzen Haaren, so wiederum eine Studie der Yale-Universität, werden mehrheitlich als intelligent und selbstbewusst empfunden. Dunkle, lange Locken dagegen schneiden schlechter ab: Ihre Trägerinnen hält die Mehrheit für unsicher und naiv.
  11. Stimme Um Autorität zu zeigen, nutzen Männer oft nur zwei bis drei Töne wenn sie sprechen. Dadurch klingen ihre Worte zwar monoton, zugleich aber löst das Stereotype, wie „objektiv“ und „informativ“ aus. Frauen dagegen verwenden in der Regel bis zu fünf Töne, wenn sie sprechen. So klingen sie melodiöser, vermitteln aber weniger Kompetenz und müssen damit rechnen, als emotional und trivial abgekanzelt zu werden.
  12. Kleidung Auch für die Kleidung gilt: Eine Portion Männlichkeit nützt mehr als weibliche Reize. Ein dunkler Hosenanzug mit schlichter heller Bluse kommt im Job besser als ein weit ausgeschnittenes Dekolleté und auffälliger Schmuck.
  13. Persönlichkeit Führungsmotivation ist offenbar die wichtigste Eigenschaft für den Erfolg bei Frauen, so eine Studie der Wirtschaftsuniversität Wien. Nur wenn Frauen den eisernen Willen zur Personalverantwortung mitbringen, sind sie so erfolgreich wie ihre männlichen Kollegen.
  14. Absätze Große Menschen bekommen mehr Gehalt. Ein zusätzlicher Zentimeter Körpergröße bringt im Schnitt knapp 0,6 Prozent mehr Brutto-Monatsgehalt. Dem lässt sich durchaus auf die Sprünge helfen: Etwa zwei Prozent der Frauen in den USA tragen im Büro regelmäßig High Heels, also Absätze von mehr als sechs Zentimetern.
  15. Meetings Frauen, die sich in Konferenzen zu Wort melden, sind erfolgreicher, denn das sichert ihren Status, sagt die Soziolinguistin Deborah Tannen. Männer haben den Dreh oft besser raus: In Meetings redeten sie nicht nur häufiger. Mit bis zu 17,07 Sekunden waren ihre Beiträge auch länger als die der Kolleginnen (bis 10 Sekunden).