Ein Interview mit der Feel Good Managerin Stefanie Häußler
“Was ist denn das für ein Job?” “So was bräuchten wir auch!” “Wie geil ist das denn!” Das sind Fragen und Reaktionen, die Stefanie Häußler häufig zu hören bekommt, denn sie ist von Beruf: Feel Good Managerin bei dem Leipziger Online-Händler Spreadshirt. Seit dem 1. Oktober kümmert sich die gelernte Event-Managerin um das Wohlbefinden der Mitarbeiter. Zuvor studierte sie in Leipzig, arbeitete ein halbes Jahr in Spanien und absolvierte Praktikum bei der “Leipzig-Tourismus und Marketing GmbH”. Feel Good Manager gibt es bisher nur wenige in Deutschland. Grund genug, mit einer der quirligsten zu sprechen…
Was bitteschön macht eine Feel Good Managerin?
Natürlich sich um das Wohlbefinden der Mitarbeiter kümmern. Zum Glück gibt es immer mehr Unternehmen, die verstanden haben, wie wichtig Mitarbeiter für den Erfolg eines Unternehmens sind. Mit ihnen steht und fällt alles. Da man heutzutage einen Großteil seiner Zeit im Beruf mit seinen Kollegen verbringt, ist es wichtig, dass man sich wohlfühlt, gern zur Arbeit geht. Und genau darum kümmere ich mich. Das fängt bei der passenden Mittagpausen-Verpflegung an und geht bis hin zu netten Abendveranstaltungen oder Serviceangeboten bei Problemen im Alltag wie Wohnungssuche oder Kinderbetreuung.
Und wie wird man denn Feel Good Managerin? Das ist ja kein Ausbildungsberuf und die Stelle war doch bestimmt nicht so ausgeschrieben…
Doch, die Stelle war so ausgeschrieben, und ich war sofort total begeistert, weil ich eben davon überzeugt bin, dass der Mitarbeiter selbst das wichtigste Gut im Unternehmen darstellt. Ich habe mich beworben, und es hat geklappt. Ich denke, sowohl meine Begeisterung für diese Aufgabe als auch meine Leipzig-Kenntnisse waren ein Pluspunkt. Warum genau ich jetzt diesen tollen Posten habe, müssen Sie aber meine Chefin fragen.
Lassen Sie uns ruhig erst mal weiterreden. Wie sieht denn ein typischer Arbeitstag von Ihnen aus?
Aufstehen, ins Büro fahren, E-Mails checken und jeden Tag neue spannende Dinge organisieren und lernen. Manche Ideen für, nennen wir sie „Feel-Good-Angebote“ habe ich selbst, andere kommen direkt von den Mitarbeitern. Das ist wirklich toll und hat mich zeitlich bisher immer ausgefüllt. Und es gibt noch so viele spannende Sachen zu organisieren, dass die Zeit manchmal gar nicht ausreicht. Ich hole mir auch viele Ideen aus meiner Freizeit, von der Straße. Ich lasse mich inspirieren und schaue mich immer nach neuen Ideen um – Plakate, Angebote, …
Als ich über Sie das erste Mal getwittert habe, waren die Reaktionen: “Toller Job, den hätte ich auch gern”. Ist das wirklich so ein Traumjob oder hat der auch seine Schattenseiten?
Es macht sehr viel Spaß und ist eine tolle Aufgabe. Es passt eben zu Spreadshirt, und auch ich fühle mich sehr wohl mit meinen Kollegen und meiner Aufgabe. Aber man muss eben auch wissen, dass man es nicht immer jedem recht machen kann, in keinem Job. Das zunehmende positive Feedback aber macht die Position des Feel Good Managers auf jeden Fall zu einem Traumjob.
Welche Fähigkeiten, glauben Sie, sind für Ihren Job unentbehrlich?
Man muss offen, kreativ und ein bisschen abenteuerlustig sein. Sonst hätte ich mich für eine solche Stelle wahrscheinlich nicht beworben. Man muss ein offenes Ohr haben und eine gewisse Präsenz, das ist bei über 300 Mitarbeitern auf zwei Kontinenten nicht immer so einfach. Man muss darüber hinaus geduldig sein, da vieles in diesem Bereich noch am Entstehen ist. Und man sollte den Mut haben, Dinge auszuprobieren…
Hilft dabei vielleicht auch, dass Sie eine attraktive Frau sind?
Danke, so was liegt ja immer im Auge des Betrachters. Ich kann deswegen aber nicht sagen, ob es mir Vor- oder Nachteile bringt.
Wie lässt sich denn der Erfolg Ihrer Arbeit messen? Und woran messen Sie sich selbst?
Das ist wirklich schwierig. Vor allem das Feedback der Kollegen ist wirklich wichtig für meine Arbeit, um zu wissen was ankommt und was nicht. Die Vorschläge und die Fragen mit denen die Kollegen auf mich zukommen, zeigen mir, dass Interesse da ist. Oft bekomme ich auch direktes Feedback und das gibt auch mir ein gutes Gefühl.

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