Die Kombination aus fremden Ländern, den zugehörigen Reisen und Arbeiten, um sich den Aufenthalt leisten zu können, fasziniert viele Menschen. Gerade Abiturienten und Studenten suchen oftmals nach einer Möglichkeit, um kostengünstig etwas von der Welt zu sehen und gleichzeitig natürlich Erfahrungen zu sammeln, die fürs Leben prägen. Das sogenannte WWOOFing ist eine der Alternativen, die besonders für naturverbundene Weltenbummler einige Vorteile bietet. Sie können in vielen verschiedenen Ländern am WWOOFing teilnehmen, Land und Leute kennenlernen und brauchen dabei keine großen finanziellen Rücklagen, um Ihren Aufenthalt im Gastland bezahlen zu können. Allerdings ist WWOOFing kein Urlaub, sondern durchaus harte und auch körperliche Arbeit. Wir erklären, was WWOOFing eigentlich genau ist und wie die Kombination aus Reisen und Arbeiten funktioniert...

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WWOOFing: Was bedeutet das eigentlich?

Für eine gewisse Zeit ins Ausland gehen - in ein Land nach eigenen Wünschen, am liebsten natürlich dahin, wo es entweder besonders schön oder besonders aufregend ist - und sich dabei durch die Arbeit vor Ort versorgen und den Trip ermöglichen. Die Idee ist nicht neu, es gibt jedoch die unterschiedlichsten Formen und Varianten. Eine davon ist WWOOF, eine Abkürzung für World-Wide Opportunities on Organic Farms. Häufig wird die Kurzform auch für die Bezeichnung Willing Workers on Organic Farms genutzt.

WWOOF bezeichnet ein inzwischen fast weltweit agierendes Netzwerk von ökologischen Farmen und Bauernhöfen, die es Interessenten ermöglichen, eine Zeit lang auf dem Hof zu leben, am Alltag teilzunehmen und dort zu arbeiten. Geld gibt es für die Mitarbeit nicht, die Entlohnung sind Kost und Logis - und natürlich die Erfahrungen, die jeder WWOOFer in der Zeit macht und mit nach Hause nehmen darf.

Unterschätzen sollten Sie die Arbeit dennoch nicht. Zwar brauchen Sie in der Regel keine Angst haben, von Sonnenaufgang bis spät in die Nacht schuften zu müssen, doch sind die Aufgaben, die in der Landwirtschaft anfallen, durchaus körperlich anstrengend und erfordern ein gewisses Maß an Fitness und Belastbarkeit.

Welche Aufgaben genau zu Ihrem WWOOFing Aufenthalt gehören, hängt immer davon ab, in welchem Betrieb Sie arbeiten, welche Saison gerade ist und wo die meiste Hilfe benötigt wird. Klassischerweise werden Sie bei der Versorgung von Tieren helfen, bei der Ernte zur Hand gehen oder auch Reparaturen und andere Arbeiten erledigen, die ein wenig handwerkliches Geschick benötigen.

Woher kommt das WWOOFing?

Die Gründung der WWOOFing Bewegung geht zurück auf Sue Coppard und das Jahr 1971. Coppard arbeitete zu dieser Zeit als Sekretärin in London und lebte in der Stadt. Um auch Zeit in der Natur verbringen zu können, organisierte sie ein Wochenende an einer nahe gelegenen Schule für Landbau, an dem auch andere Teilnehmer mitmachen konnten, die Lust und Laune an ein wenig mehr grüner Umgebung hatten.

Mit so großem Erfolg, dass das Projekt auf ökologischen Bauernhöfen und Landwirtschaftsbetrieben weitergeführt wurde - unter dem Namen Working Weekends on Orcanic Farms. Hier entstand auch die Idee, den WWOOFern Kost und Logis anzubieten.

Das ganze verselbstständigte sich zusehends. Die Organisation der verschiedenen Zusammenarbeiten zwischen Freiwilligen und ökologischen Höfen lief nicht mehr über die Gründerin, sondern es entwickelte sich ein regelrechtes Netzwerk, dass sich über viele Länder ausbreitete.

So können Sie am WWOOFing teilnehmen

WWOOFing Organisation Teilnahme Anmeldung DeutschlandSollten Sie Interesse haben, WWOOFing selbst auszuprobieren, können Sie es natürlich auf eigene Faust versuchen. Dafür suchen Sie sich einen passenden Hof aus, der Sie interessiert und der grundsätzlich daran interessiert ist, WWOOFer aufzunehmen (darüber sollten Sie sich im Vorfeld informieren) und suchen dann den Kontakt. Das kann funktionieren, bedeutet für Sie jedoch mehr Aufwand. Besser ist es, wenn Sie direkt über eine WWOOF-Organisation gehen, die alle teilnehmenden Höfe listet, Informationen bereitstellt und WWOOFern bei Fragen zur Seite steht.

Diese gibt es in zahlreichen Ländern, natürlich auch in Deutschland in Deutschland. Nachdem Sie sich angemeldet haben und Mitglied geworden sind, können Sie sich einen teilnehmenden Hof aussuchen, der Ihren Vorstellungen entspricht. Über die WWOOF-Organisation erhalten Sie dann auch die Kontaktdaten, über die Sie sich an den Hofbesitzer wenden können.

Beim WWOOFing werden zwar einige Verhaltensstandards erwartet, etwa das Anfragen frühzeitig gestellt werden, Engagement vorhanden ist oder Absagen so schnell wie möglich mitgeteilt werden, damit die Planung auf dem Hof angepasst werden kann, ansonsten geht es beim WWOOFing aber eher locker zu. Es handelt sich um ein freiwilliges Arrangement, bei dem es auch darauf ankommt, gut miteinander auszukommen und arbeiten zu können.

Sollten Sie nicht nur an der Arbeit auf einem Hof, sondern vor allem auch am Reisen und anderen Kulturen interessiert sein, sind Sie beim WWOOfing nicht auf Deutschland beschränkt. Sehr beliebte Länder sind beispielsweise auch Spanien, Neuseeland, Australien oder Kanada.

WWOOFing lohnt sich gerade für Stadtmenschen

Die freien Wochenenden oder den wohlverdienten Jahresurlaub nutzen, um körperlich anstrengende Arbeit zu erledigen, anstatt gemütlich zu entspannen oder ein paar Tage in sonnigeren Gefilden zu verbringen? Für manche ist das auf den ersten Blick nicht gerade die Traumvorstellung von Freizeit.

Verwerfen sollten Sie den Gedanken dennoch nicht gleich wieder. Es ist vielleicht nicht der klassische Erholungsurlaub, doch hat WWOOFing einige Vorteile, von denen gerade Stadtmenschen profitieren können, die ansonsten wenig bis gar keinen Zugang zum Leben auf dem Land oder einem Bauernhof haben. Sie erhalten Einblicke in die ökologische Landwirtschaft und lernen die andere Seite der Medaille kennen.

Wie ist das Leben auf einem Hof? Wie sind die Menschen? Was sind die Bedingungen vor Ort? WWOOFing ist eine Erfahrung, die ein Kontrastprogramm sein kann. Zum einen entkommen Sie dem täglichen Stress Ihres normalen Arbeitslebens, zum anderen erweitern Sie Ihren Horizont. WWOOF-Organisationen haben sich groß auf die Fahnen geschrieben, eine Verbindung zwischen ökologischen Produzenten auf der einen und den alltäglichen Konsumenten auf der anderen Seite zu sein.

Viele WWOOFer überdenken im Nachhinein ihren Umgang mit einigen Produkten - das muss kein drastischer Lebenswandel sein, bringt aber oftmals eine größere Wertschätzung und einen bewussteren Konsum mit.

Darüberhinaus kann internationales WWOOFing Ihre interkulturellen Kompetenzen verbessern und eine gute Möglichkeit sein, nicht einfach nur als Tourist zu reisen, sondern die Menschen vor Ort und deren Lebensweise besser kennenzulernen, weil Sie diese bei der täglichen Arbeit unterstützen.#

Und selbst wenn Ihr WWOOFing Aufenthalt nur kurz ist, beispielsweise ein Wochenendtrip, so haben Sie doch den Vorteil, endlich einmal aus der Stadt rauszukommen, Zeit in der Natur zu verbringen und die ewig grauen Häuserfassaden ein wenig hinter sich zu lassen.

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