Jobwechsel im Lebenslauf: Wie viele davon sind okay?

Jobwechsel im Lebenslauf sind normal. Arbeitnehmer wechseln im Laufe ihres Berufslebens durchschnittlich 5-7 mal den Job. Manche sogar öfter. Aber wie viele Jobwechsel im Lebenslauf sind noch okay ohne zum Jobhopper zu werden? Tipps und Beispiele, wie Sie mehrere Jobwechsel im Lebenslauf optimal darstellen und worauf Sie in den Bewerbungsunterlagen achten müssen…

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Jobwechsel im Lebenslauf: Ab wann sind es zu viele?

Jobwechsel gehören zu jeder Karriere und Laufbahn. Praktisch jeder Arbeitnehmer durchläuft in einem Arbeitsverhältnis eine Art typischen Jobzyklus, sodass es irgendwann Zeit wird, weiterzuziehen und den Job zu wechseln.

Statistisch werden Jobs in Deutschland alle 3-7 Jahre gewechselt. Gerade hochqualifizierte Fachkräfte suchen sich immer wieder neue Jobs, um damit schnell voranzukommen oder eine satte Gehaltserhöhung von bis zu 20 oder 30 Prozent zu realisieren.

Das Problem daran: Zu viele Wechsel in kurzer Zeit gelten im Lebenslauf als Indiz für fehlende Teamfähigkeit, Fokussierung und Loyalität. Irgendwann gilt man als „Jobhopper“ – und das hat dann Nachteile in der Bewerbung.

Ab wann gilt man als Jobhopper?

Als Faustregel können Sie sich merken: Als Jobhopping gilt, wenn im Lebenslauf 2-3 Jobs innerhalb eines Jahres oder mehrere Stationen mit sehr kurzer Verweildauer (unter 6 Monate) zu erkennen sind. Berufseinsteigern gestehen Personalverantwortliche jedoch immer eine erste Orientierungsphase mit mehreren Jobwechseln zu. Wer innerhalb der ersten 2-3 Jahre den Job bis zu dreimal wechselt gilt noch nicht als Jobhopper! Statistiken zeigen: 15- bis 24-jährige Arbeitnehmer wechseln alle 2 Jahre die Stelle, über 50-Jährige dagegen nur alle 6 Jahre.

In welchen Abständen sollte man den Job wechseln?

Karrierephase (Erfahrung) Verweildauer
Berufseinsteiger
(1-3 Jahre)
1-2 Jahre pro Job, Orientierung wird zugestanden
Mid-Career
(3-5 Jahre)
3-5 Jahre pro Job, Entwicklung muss aber erkennbar sein
Senior-Level
(5-10 Jahre)
5-10 Jahre pro Job, Projekt- & Führungserfahrung wird erwartet

Wechseln Bewerber jedoch häufiger und in kürzerer Zeit den Job, fragen sich Personaler automatisch:

  • Ist der Kandidat sprunghaft?
  • Flüchtet er/sie bei ersten Widerständen?
  • Konnte sich die Bewerberin nicht durchsetzen?
  • Hat der Bewerber Probleme damit, sich in Teams einzufügen?
  • Gibt es ein Renitenz-Problem oder mangelnde Lernfähigkeit?
  • Ist die Bewerberin nicht belastbar und orientierungslos?

Das alles muss überhaupt nicht zutreffen. Es sind aber genau diese Mutmaßungen und Zweifel, die häufige Jobwechsel im Lebenslauf zum Handicap in der Bewerbung machen.

Was ist die 3-5-7 Regel?

Laut 3-5-7 Regel kann es in bestimmten Karrierephasen sinnvoll sein, den Job nach 3, 5 oder 7 Jahren zu wechseln. Erst nach 3 Jahren, weil man solange braucht, um sich einzuarbeiten und erste Erfolge zu erzielen; nach 5 Jahren, wenn die aktuelle Positionen keine Herausforderungen und Entwicklung mehr bietet; nach 7 Jahren, weil dann meist die Karriere stagniert (siehe: Jobzyklus).

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Wichtige Faktoren bei vielen Jobwechseln

Ob ein Personaler beim Blick in Ihre Bewerbungsunterlagen denkt „Das sind aber zu viele Jobwechsel!“ hängt von mehreren Faktoren ab. Diese spielen im tabellarischen Lebenslauf eine Rolle:

  • Zeitpunkt in der Karriere

    In den ersten Jahren nach dem Berufseinstieg sind mehrere Jobwechsel kein Thema. Vielleicht waren die ersten Stellen sogar nur befristet. Idealerweise sollten Sie aber mindestens die Probezeit überstanden haben. Dann schmälern auch drei Jobwechsel im Lebenslauf in 3 Jahren nicht Ihre Bewerbungschancen.

  • Häufigkeit kurzer Arbeitsverhältnisse

    Es kann vorkommen, dass Sie noch in der Probezeit kündigen, weil Sie feststellen, dass der Job nicht zu Ihnen passt. Auch nicht schlimm, solange es bei maximal zwei solch kurzer Beschäftigungsverhältnisse bleibt. Diese sollten auch nicht aufeinander folgen. Sonst haben Sie bei der dritten Bewerbung ein Begründungsproblem. Erst wenn der Eindruck entsteht, die Mehrheit Ihrer Arbeitsverhältnisse dauert höchstens ein Jahr, werden Personaler skeptisch.

  • Gründe für die Jobwechsel

    Entscheidend für die Wirkung vieler Jobwechsel sind nicht zuletzt die Gründe, die dazu geführt haben. Handelt es sich beispielsweise um eine berufliche Neuorientierung und Eigenkündigung wirkt das positiver, als wenn Sie jedes Mal gefeuert wurden und deshalb wechseln mussten. Grundsätzlich gilt: Eine gute Begründungen ist stets ein planvoller und nachvollziehbarer Jobwechsel aus strategischen Gründen. Nichts Sprunghaftes aus dem Affekt oder Fluchtreflex heraus (siehe Video).

Jobwechsel im Lebenslauf: Keine Rechtfertigungen!

Vermutlich lesen Sie diesen Artikel gerade, weil Sie Ihre Jobwechsel im Lebenslauf selbst als problematisch wahrnehmen und unsicher sind. Das kann aber auch ein typischer Tunnelblick sein. Personaler bewerten die Wechsel vielleicht ganz anders. Daher ist es wichtig, weder in der Bewerbung noch im Vorstellungsgespräch in eine Art Rechtfertigungshaltung zu verfallen.

Legen Sie den Fokus bitte niemals auf die Jobwechsel, sondern auf Ihre Stärken und Ihre sogenannte Hin-zu-Motivation. Also, warum Sie bei diesem Arbeitgeber arbeiten wollen. Arbeiten Sie immer den Nutzen heraus, den Sie auf dieser Position stiften. Dann fallen etwaige Makel auch weniger ins Gewicht. Mit einer vorweggenommenen Entschuldigung, Motto: „Ich weiß, dass die vielen Jobwechsel im Lebenslauf nicht den besten Eindruck machen…“ wecken Sie nur schlafende Hunde.

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Vorteile: Häufige Jobwechsel richtig verkaufen

Falls Sie immer noch glauben, dass Ihre häufigen Jobwechsel im Lebenslauf ein Problem bei der Bewerbung sein könnten, finden Sie im Folgenden bewährte Tipps und Tricks wie Sie diese positiv „verkaufen“ können. So lässt sich der Verlauf manch brüchiger Karriere durchaus überzeugend interpretieren, wenn der Blickwinkel stimmt und die richtigen Vorteile formuliert werden. Nutzen Sie dazu zum Beispiel diese Argumente in der Bewerbung:

  • Sie gestalten Ihre Karriere aktiv

    Viele Jobwechsel können zeigen, dass Sie einen Karriereplan haben und diesen auch strategisch verfolgen. Sie entwickeln sich nicht nach den jeweiligen Umstände und Rahmenbedingungen, sondern nach Ihren eigenen Vorstellungen. Heißt: Sehen Sie im aktuellen Job keine Wachstumsperspektiven mehr, wechseln Sie. Das ist immer ein gutes Argument in der Bewerbung und hilft, die Wechselmotivation zu erklären.

  • Sie zeigen größere Flexibilität

    Das Berufsleben ist heute geprägt von schnellen Veränderungen. Entsprechend werden oft Mitarbeiter gesucht, die große Flexibilität mitbringen. Häufige Jobwechsel können diese Anpassungsfähigkeit belegen: Sie haben sich schon in viele Teams eingefunden, unterschiedliche Abläufe und Prozesse adaptiert und sich an neue Bedingungen angepasst. Das kann ein Vorteil sein, den Sie beim neuen Arbeitgeber mitbringen.

  • Sie haben viele Erfahrungen gesammelt

    Ein weiterer Vorteil, der durch mehrere Jobwechsel im Lebenslauf bestätigt wird: Sie haben in kurzer Zeit schon viele unterschiedliche Erfahrungen gesammelt. Das spricht dafür, dass Sie ein umfangreiches Verständnis für Ihren Themenbereich entwickelt haben. Wenn Sie jetzt noch zeigen, wie Sie das Know-how aus verschiedenen Stationen im Lebenslauf im neuen Arbeitsverhältnis gewinnbringend einsetzen, machen Sie aus einem Nachteil einen echten Vorteil.

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Wie kann ich viele Jobwechsel im Lebenslauf erklären?

Natürlich muss der Lebenslauf weiterhin vollständig und lückenlos bleiben. Zwischen zwei Jobs gelten Such- und Orientierungsphasen von 2-3 Monaten aber noch nicht als Lücke im Lebenslauf. Eventuell können Sie dadurch schon eine sehr kurze Station einfach weglassen. Ansonsten empfehlen wir für die Vita:

  • Fokus auf Erfolge

    Bei der Lebenslauf-Gestaltung sollten Sie vor allem relevante Erfolge innerhalb der einzelnen Stationen hervorheben, etwa durch Fettschrift. Das zeigt, dass Sie durchaus in der kurzen Zeit etwas bewirken konnten.

  • Zusammenfassen

    Fassen Sie ähnliche Jobs und Projekte als Liste in einem größeren Zeitraum zusammen. Dadurch steht in der linken Spalte des Lebenslaufs nur ein Zeitraum. Rechts haben Sie jetzt die Option, die verschiedenen Projekte mit Stichpunkten zu erklären. Schon optisch schaffen Sie so im Lebenslauf-Layout mehr Kontinuität.

  • Zusammenhänge bilden

    Auch im tabellarischen Lebenslauf können Sie einen roten Faden zwischen den verschiedenen Stationen sichtbar machen, indem Sie in den Tätigkeitsbeschreibungen immer wieder wichtige Schlagworte (sog. Keywords) für die neue Position einbauen. Auch das zeigt, dass es in Ihrem Lebenslauf durchaus eine Konstante gibt.

Was wir nicht empfehlen, ist, die Monatsangaben (Format: MM/JJJJ – MM/JJJJ) bei den verschiedenen Stationen wegzulassen und so deren Dauer zu verschleiern. Der angebliche Trick ist so bekannt wie Zitronenwasser als unsichtbare Tinte.

Generell gilt: Keine Vorwärtsverteidigung! Beantworten Sie in Anschreiben und Lebenslauf keine Fragen, die niemand stellt. Fokussieren Sie sich zu 95 Prozent auf die Bewerbung für den neuen Job, nicht auf die Vergangenheit oder ein schlechtes Gewissen.

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