Sommerzeit 2021: Tipps für die Zeitumstellung

Es ist wieder soweit: Sommerzeit. In der Nacht von Samstag auf Sonntag werden die Uhren von 2 auf 3 Uhr um eine Stunde vorgestellt. Das damit verbundene Mini-Jetlag schlägt allerdings vielen aufs Gemüt – und das nicht nur wegen der einen Stunde weniger Schlaf. Forscher der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg konnten wissenschaftlich nachweisen: Die Zeitumstellung nagt tatsächlich an der Lebenszufriedenheit und bringt auch sonst scheinbar eher Nachteile als Nutzen…

Sommerzeit 2021: Tipps für die Zeitumstellung

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Sommerzeit: Wie werden die Uhren umgestellt – vor oder zurück?

Zur Umstellung auf die Sommerzeit werden die Uhren am Samstag, in der Nacht vom 27. März auf den 28. März um 2 Uhr (nachts) auf 3 Uhr um eine Stunde VORgestellt.

Zugegeben, das ist jedes Jahr die gleiche Frage: „Werden die Uhren vor oder zurück gestellt?“ Zweimal im Jahr führt die Zeitumstellung regelmäßig zu Verwirrung in der Bevölkerung. Und das, obwohl die meisten Smartphones, Smartwatches und Funkwecker den Job in der Nacht selbstständig erledigen. Aber keine Bange: Es gibt ein paar Tipps und Eselsbrücken, wie Sie sich ganz einfach merken können was bei der Zeitumstellung passiert – und ob bei der Sommerzeit die Uhren nun vor oder zurück gestellt werden.

Eselsbrücken zur Zeitumstellung

Vor oder zurück? – So können Sie sich die Zeitumstellung besser merken:

  • „Im Frühling werden die Gartenmöbel VOR die Tür gestellt, im Herbst stellt man sie wieder ZURÜCK.“ Genau diesem Rhythmus folgt auch die Uhr bei der Zeitumstellung: Im Sommer eine Stunde VOR, im Winter eine Stunde ZURÜCK.
  • „Sie Uhrzeit wird immer in Richtung Sommer gestellt.“ Im Frühling nach vorne, im Herbst nach hinten.
  • „Zeitumstellung funktioniert wie das Thermometer: Im Frühjahr Plus, im Winter Minus.“
  • Sollten Ihnen Zahlen besonders liegen, können Sie sich auch die Kombination 2-3-2 merken. Im Frühling wird die Uhr von 2 auf 3 gestellt, im Herbst geht es dann von 3 Uhr wieder auf 2 Uhr.
  • Eine englische Variante lautet: „Spring forward, fall back.“ Hierbei handelt es sich um ein Wortspiel, weil spring und fall sowohl „springen und fallen“ als auch „Frühling“ und „Herbst“ bedeuten können.

Sie brauchen sich nicht alle Eselsbrücken merken. Es reicht vollkommen aus, wenn Sie sich eine aussuchen, die für Sie besonders einprägsam ist. Einmal fest im Kopf verankert, können Sie die Frage nach dem „vor oder zurück?“ endgültig klären und laufen auch nicht mehr Gefahr, zu spät bei einem Termin am nächsten Tag aufzutauchen.

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Woher kommt die Zeitumstellung überhaupt?

Erfunden hat die Zeitumstellung der Brite William Willett. Er hatte die Idee, so das Tageslicht besser auszunutzen. Umgesetzt wurde die Idee erstmals am 30. April 1916 – und zwar im Deutschen Reich sowie in Österreich-Ungarn und in Großbritannien. Winston Churchill lobte die Sommerzeit sogar als „großartige Reform“, die für Millionen Menschen „die Chancen für ein gesundes und glückliches Leben“ erhöhe.

Flächendeckend wurde die Umstellung von Winter- auf Sommerzeit im Jahr 1977 eingeführt. Dann stellten die meisten Länder in Europa am letzten März-Sonntag die Uhrzeit eine Stunde vor. Deutschland zog allerdings erst im Jahr 1980 nach. Damals war der Auslöser für die Zeitumstellung die Ölkrise von 1973. So sollte das Tageslicht besser genutzt und Energie gespart werden. Ob das wirklich funktioniert hat, ist bis heute umstritten. Manche glauben, die Einsparungen durch die Zeitumstellung am Abend wird durch den erhöhten Heizverbrauch in den kühlen Morgenstunden kompensiert.

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Sommerzeit macht unglücklicher als Winterzeit

Was viele ahnen: Die Zeitumstellung hat ihren Preis. Als das Forscher-Duo Daniel Kühnle und Christoph Wunder die Daten der deutschen Längsschnitt-Befragung des Sozioökonomischen Panels (SOEP) sowie der Britischen Langzeitstudie „Understanding Society“ auswertete, konnten die Wissenschaftler regelmäßig eine negative Veränderung der Lebenszufriedenheit bei Tausenden von Teilnehmern ausmachen. Und zwar immer von Winterzeit auf Sommerzeit. Wurden die Uhren im Herbst wieder zurück gestellt, hatte das keine Auswirkungen.

Der Gute-Laune-Knick hält im Durchschnitt eine Woche lang an. In der zweiten Woche nach der Zeitumstellung klettert die Lebenszufriedenheit wieder auf ihr altes Niveau zurück. Besonders stark sinkt die Zufriedenheit übrigens bei Eltern mit kleinen Kindern.

Den Zeitumstellungs-Effekt erklären die Wissenschaftler nicht allein durch die körperliche Anpassung an einen neuen Tagesrhythmus. Wie Studien-Autor Daniel Kühnle erklärt: „Menschen erleben es als Belastung, wenn ihre frei verfügbare Zeit beschränkt wird. Das gilt besonders für Mütter und Väter, die ohnehin wenig Zeit für sich haben.“

Frauen stärker betroffen als Männer

Auch andere Studien kommen zu dem Ergebnis, dass sich vor allem Ältere, Kinder und Menschen mit Schlafstörungen mit der Umstellung schwer tun. Bei einer GfK-Umfrage klagten deutlich mehr Frauen (49,3 Prozent) als Männer (35,2 Prozent) über Beschwerden nach der Zeitumstellung. Die betroffenen Frauen hatten vor allem mit Schlafstörungen (29,5 Prozent) und Konzentrationsproblemen (28,3 Prozent) zu kämpfen. Bei den Männern war davon nur knapp jeden Fünfte betroffen.

Seit Jahre regt sich hierzulande immer mehr Unmut gegen die Zeitumstellung. Die exakten Zahlen variieren zwar, aber in etwa drei Viertel der Bevölkerung halten den Wechsel von Winter- auf Sommerzeit für „überholt“, „unnötig“ und „überflüssig“.

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Sommerzeit abschaffen: Ein realistisches Szenario?

Die Kritik an der Sommerzeit hält sich seit geraumer Zeit. Nachdenklich macht dabei, dass nicht nur die Zufriedenheit sinkt nachdem die Uhr um eine Stunde vorgestellt wurde. Auch die körperliche Gesundheit leidet durch die Zeitumstellung auf Sommerzeit. Eine Umfrage der DAK kam zu dem Ergebnis, dass 27 Prozent der Deutschen unter gesundheitlichen Problemen durch die Sommerzeit leiden. Darunter zählen neben Schlafproblemen auch depressive Verstimmungen, mangelnde Konzentrationsfähigkeit und anhaltende Erschöpfung. Besonders beunruhigend: Hochrechnungen zufolge greifen rund 3 Millionen Deutsche zu Schlafmitteln, um die Nebenwirkungen der Sommerzeit besser zu verkraften.

Auch das Herz scheint die Zeitumstellung auf Sommerzeit nicht ohne Probleme zu verkraften. Gerade in den ersten Tagen der Sommerzeit kommt es Untersuchungen zufolge zu besonders vielen Herzinfarkten. Lebensbedrohlich können auch die Folgen der Sommerzeit für den Straßenverkehr sein. Nach der Zeitumstellung ereignen sich auf deutschen Straßen mehr Unfälle als sonst. Häufig mit Personenschaden. Experten sehen durch die körperliche Belastung nach der Zeitumstellung ein größeres Risiko für Sekundenschlaf sowie Konzentrationsprobleme und langsamere Reaktionen.

Tipps gegen die Müdigkeit nach der Zeitumstellung

Wegen der Sommerzeit und Zeitumstellung eine Stunde früher ins Bett zu gehen, bringt nichts. Ihr Schlaf-Wach-Rhythmus ist darauf nicht eingestellt. Das Mini-Jetlag kommt also so oder so. Wenn überhaupt müssten Sie Ihren Rhythmus mehrere Tage zuvor umstellen. Das birgt aber die Gefahr, dass Sie die Folgen der Sommerzeit einfach nur um ein paar Tage vorverlegen. Was eher hilft, ist:

  • Ab 17 Uhr keinen Kaffee (oder Schwarzen Tee) mehr trinken.
  • Keinen Mittagsschlaf machen.
  • Ein zu helles und zu warmes Schlafzimmer vermeiden.
  • Keinen Alkohol am Abend trinken. Der macht zwar zuerst müde, sorgt aber für unruhigen Schlaf und stört den Hormonhaushalt, sodass Sie morgens nicht richtig hochfahren.

Nachdem der Wecker geschellt hat, sollten Sie überdies zügig aufstehen. Auch wenn es schwerfällt. Die Snooze-Taste also bitte nur einmal drücken, fünf Minuten Dösen nach dem Aufwachen müssen reichen. Sonst kommt der Kreislauf nicht in die Puschen und Sie werden wieder müde. Machen Sie möglichst schon Licht an und ziehen Sie alsbald die Jalousien hoch. Licht unterdrückt die Bildung des Müdigkeitshormons Melatonin und macht munter.

Sommerzeit Ende: Wann wird die Uhr zurückgestellt?

Die Zeitumstellungen für Sommer und Winterzeit sind in Deutschland gesetzlich geregelt. In der „Verordnung über die Einführung der mitteleuropäischen Sommerzeit“ wurde festgehalten, wann jeweils die Uhr umgestellt wird. Hier heißt es in Paragraph 2:

Die mitteleuropäische Sommerzeit beginnt jeweils am letzten Sonntag im März um 2 Uhr mitteleuropäischer Zeit […]

Ebenso heißt es für die Winterzeit:

Die mitteleuropäische Sommerzeit endet jeweils am letzten Sonntag im Oktober um 3 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit […]

Durch die Bundesregierung werden die jeweiligen Termine immer fünf Jahre im voraus bekanntgemacht. Im Kalenderjahr 2021 endet die Sommerzeit am Sonntag, den 31. Oktober um 3 Uhr Mitteleuropäische Sommerzeit (MEZ). Dann wird die Uhr wieder um eine Stunde zurückgestellt – auf Winterzeit.

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