Winterzeit: Zeitumstellung zurück auf Normal

Es ist mal wieder soweit: Zeitumstellung auf Winterzeit. In der Nacht vom Samstag auf Sonntag werden die Uhren von 3 auf 2 Uhr um eine Stunde zurückgestellt. Ergebnis: Eine Stunde länger schlafen. Mehr noch, Forscher der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg konnten schon vor einiger Zeit nachweisen: Die bisherige Zeitumstellung nagt an der Lebenszufriedenheit. Damit ist jetzt wieder Schluss…

Winterzeit: Zeitumstellung zurück auf Normal

Woher kommt die Zeitumstellung überhaupt?

Woher kommt die Zeitumstellung überhaupt?Erfunden hat die Zeitumstellung der Brite William Willett. Er hatte die Idee, so das Tageslicht besser auszunutzen. Umgesetzt wurde die Idee dann erstmals am 30. April 1916 – und zwar im Deutschen Reich sowie in Österreich-Ungarn und in Großbritannien. Winston Churchill lobte die Sommerzeit sogar als „großartige Reform“, die für Millionen Menschen „die Chancen für ein gesundes und glückliches Leben“ erhöhe.

So richtig flächendeckend wurde die Umstellung von Winter- auf Sommerzeit im Jahr 1977. Dann stellten die meisten Länder Europa am letzten März-Sonntag die Uhrzeit eine Stunde vor. Deutschland zog allerdings erst im Jahr 1980 nach.

Damals war der eigentliche Auslöser für die Zeitumstellung die Ölkrise von 1973. So sollte das Tageslicht besser ausgenutzt und Energie gespart werden. Ob das wirklich funktioniert, ist allerdings umstritten. Manche glauben, die Einsparungen durch die Zeitumstellung am Abend wird durch den erhöhten Heizverbrauch in den kühlen Morgenstunden kompensiert.

Wer sich übrigens nicht merken kann, ob die Uhren nun vor oder zurück gestellt werden, kann sich vielleicht folgende Eselsbrücken merken:

  • Zeitumstellung funktioniert wie das Thermometer – Im Frühjahr Plus, im Winter Minus.
  • Im Winter hinter, im Sommer vor. – Im Winter wird die Zeit also zurück gestellt.
  • Im Winter gibt es Winterschlaf. – Entsprechend gibt es mit der Winterzeit eine Stunde mehr Schlaf.
  • Im Frühjahr muss man früher aufstehen. – Zweimal „früh“: eine Merkhilfe dafür, dass die Uhren eine Stunde vorgedreht werden.

Sommerzeit macht unglücklicher als Winterzeit

Winter-Gehirn-besserAls das Forscher-Duo Daniel Kühnle und Christoph Wunder die Daten der deutschen Längsschnitt-Befragung des Sozioökonomischen Panels (SOEP) sowie der Britischen Langzeitstudie „Understanding Society“ auswertete (PDF), konnten die Wissenschaftler eine regelmäßige Veränderung der Lebenszufriedenheit bei Tausenden von Teilnehmern ausmachen – und zwar immer von Winterzeit auf Sommerzeit.

Wurden die Uhren dagegen im Herbst wieder zurück auf Winterzeit gestellt, hatte das keine negativen Auswirkungen. Wir kommen dabei in die Normalzeit zurück. Und Langschläfer bekommen eben noch eine Stunde geschenkt.

Es kommt sogar noch besser: Regen, Schnee, Matsch, das ganze Grau in Grau mag zwar für trübe Aussichten sorgen. Für unsere grauen Zellen aber ist er besser als gedacht, wie jetzt eine Studie zeigt: Unser Gehirn arbeitet im Winter besser als vergleichsweise im Herbst.

Mehr als 34.294 US-Amerikaner wurden für die Studie von Steven LoBello von der Auburn Universität in Montgomery über einen längeren Zeitraum befragt und beobachtet – mit Fokus auf den Zusammenhang zwischen Jahreszeit, Stimmung und Leistung. Dabei zeigte sich:

Unsere kognitiven Fähigkeiten nehmen im Winter eher noch zu. Bei den dazugehörigen Tests schnitten die Probanden im Vergleich der Jahreszeiten mindestens gleich gut ab – im Winter und Frühjahr sogar etwas besser. Am schlechtesten waren die Ergebnisse im Herbst (siehe auch diese Studie).

Der hauptsächliche Unterschied zwischen den Extremen Sommer und Winter ist unsere jeweilige Attitüde. Es fühlt sich nur so an, als würde alles im Winter ein bisschen langsamer laufen. Unserem Gehirn aber ist das aber schnuppe.

Zeitumstellung macht Frauen mehr zu schaffen

Dennoch verursacht auch die Umstellung auf Winterzeit eine Art Mini-Jetlag. Und das stört den immerhin eine halbes Jahr lang trainierten Schlafrhythmus aufs Neue. Zumindest kurzfristig.

Laut einer repräsentativen Forsa-Umfrage aus dem Jahr 2013 leiden rund 40 Prozent der Deutschen auch unter der Zeitumstellung im Herbst – Frauen (46 Prozent) allerdings wesentlich mehr als Männer (36 Prozent). Die Betroffenen benötigen dann ein paar Tage, um in den neuen Chronorhythmus zu finden.

Wann wird die Zeit 2018 wieder auf Sommerzeit gestellt?

Wann wird die Zeit 2018 wieder auf Sommerzeit gestelltAuch diese Zeitumstellung ist in einer Verordnung der Bundesregierung genau festgeschrieben. Dort heißt es:

Im Kalenderjahr 2018 beginnt die Sommerzeit am 25. März 2018 um 2:00 Uhr Mitteleuropäische Zeit (MEZ) und endet am 28. Oktober 2018 um 3:00 Uhr Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ).

Dann wird die Uhr erneut um eine Stunde zurückgestellt.

[Bildnachweis: phoelixDE, Iryna Prokofieva by Shutterstock.com]
28. Oktober 2017 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.

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