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Einleitungssätze für die Bewerbung: Besser formulieren

Einleitungssatz formulieren - Tipps
Aller Anfang ist schwer. Das gilt umso mehr für das Bewerbungsanschreiben. Dem ersten Satz haftet ein ungeheures Fanal an: Er kann viel entscheiden, richtig zünden, neugierig machen, begeistern – oder total abtörnen. So wie die Formulierung: „Hiermit bewerbe ich mich…“ Ein fürchterlicher Einleitungssatz: Banal, bürokratisch, blutleer. Eine typische Floskel, die nur eines ausdrückt: Dem Bewerber ist kein eigener erster Satz eingefallen. Auch Einstiegsformulierungen vom Typ „mit großem Interesse habe ich ihre Stellenanzeige vom … gelesen“ sind für die Einleitung ungeeignet. Ganz ehrlich: Sie suchen einen Job. Klar, dass Sie da passende Stellenanzeigen mit großem Interesse lesen. Das Gegenteil wäre die Nachricht.

Also bitte Finger weg von sämtlichen Floskeln und Phrasen wie „ich interessiere mich sehr…“, „mit großer Freude…“, mit viel Neugier…“ – die sind allesamt verbrannt und bei Personalern eher ein Synonym und Indiz für einen allenfalls mittelmäßigen Bewerber. Schließlich gibt es bessere Alternativen…


Der Einleitungssatz ist die Visitenkarte der Bewerbung

Wer sein Anschreiben formuliert, sollte sich immer im Klaren darüber sein, dass Personaler seit Jahr und Tag zig Bewerbungsmappen sichten und die typischen Standardformulierungen schon mehrfach gelesen haben. Wer so einsteigt, provoziert als Kandidat also maximal Déjà-vu-Erlebnisse und Gähnreflexe.

Auffallen wird ein Bewerber damit erst recht nicht. Die Kunst ist, innerhalb des ersten Satzes ein Maximum an Aufmerksamkeit und möglichst viele positive Emotionen zu erzeugen – oder eben gleich drei Dinge auf einmal:

  • Überraschung
  • Neugier
  • Interesse

Selbst ein kleiner Schockeffekt ist erlaubt, wenn das Weitere seriös und fundiert ist. Sie müssen schließlich nicht die ganze Bewerbung in einen Satz packen – aber der erste sollte so gut sitzen, dass der Rest eben auch noch gelesen wird. Und zwar der ganze Rest.

Erfolgstipps-Einleitungssätze-Bewerbung

Das ist in Einleitungssätzen zur Bewerbung tabu

Unbedingt streichen sollten Sie im ersten Satz alles Selbstverständliche und Redundante, was der Personaler sowieso schon weiß. Dazu gehört:

  • Dass Sie sich hiermit bewerben.
  • Dass Sie an dem Job interessiert sind (würden Sie sich sonst bewerben?).
  • Wo Sie die Stellenanzeige gelesen haben.
  • Wann Sie die Stellenanzeige gelesen haben.
  • Um welche Stelle es sich handelt – denn das steht schon im Betreff des Anschreibens!

Indem Sie auf Überflüssiges verzichten, verstoßen Sie übrigens überhaupt nicht gegen irgendwelche Konventionen oder Formen. Im Gegenteil: Sie beweisen, dass Sie nachgedacht haben und in der Lage sind, Wesentliches auf den Punkt zu bringen.

Beispiele für gute Einleitungssätze in der Bewerbung

Falls Sie schon vorher mit dem Personalentscheider ein telefonisches Gespräch hatten, können Sie natürlich darauf Bezug nehmen. Das unterstreicht eine erste Gemeinsamkeit. Falls nicht, können Sie aber auch direkt den Bezug zur ausgeschriebenen Stelle herstellen. Zum Beispiel so:


Sehr geehrter Herr XX,

schon seit einiger Zeit beschäftige ich mich mit _____________. Als ich dann Ihre Stellenanzeige vom _____________ las, wusste ich sofort: Das passt! Die Herausforderungen sowie die Perspektiven, die diese Position bieten, haben mich sofort begeistert…

Ein weiteres Erfolgsrezept lautet: Frechheit siegt. Oder besser gesagt: eine gute Prise Selbstbewusstsein, gewürzt mit etwas Humor, schließlich bitten Sie nicht um ein berufliches Almosen, sondern bieten Kompetenz, Engagement und Leistungswillen! Entsprechend könnten Bewerber so einsteigen:


Sehr geehrte Frau XY,

Sie suchen einen entscheidungsfreudigen und versierten Entwicklungsingenieur für _____________, für den soziale Kompetenz, Organisationstalent und Durchsetzungskraft nicht bloß Worthülsen, sondern gelebte Praxis sind? Dann hören Sie auf zu suchen: Hier bin ich! …

Wer es noch etwas kühner mag, kann aber eine mit Storytelling beziehungsweise einer ebenso originellen wie überraschenden Geschichte einsteigen. Das weckt auf jeden Fall die Neugier und regt zum Weiterlesen an:


Sehr geehrter Herr XX,

von meiner Haustür bis zur Firmenzentrale sind es mit dem Fahrrad genau 20 Minuten. Das heißt: Während die anderen Mitarbeiter noch im Stau stehen, könnte ich morgens schon der erste Kollege im Büro sein…“

Insbesondere Männer dürfen hier ruhig ein bisschen robuster auftreten. So hat Laurie Rudman von der Rutgers Universität in New Jersey schon vor einiger Zeit herausgefunden: Personalentscheider mögen an männlichen Bewerbern nicht, wenn diese zu bescheiden auftreten. Es lässt sie weniger ambitioniert, schwächer und unsicherer erscheinen.

Eine der wohl originellsten und im Netz vielfach gelobten Bewerbungen geht indes so los:


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich an Ihrer Stelle wäre echt voll genervt, wenn ich täglich unzählige Bewerbungen lesen müsste, die alle mit „Hiermit bewerbe ich mich…“ anfangen. Ich frage mich sowieso, wer sich bei der heutigen Lage auf dem Ausbildungsmarkt noch eine ernsthafte Bewerbung erlauben kann, denn 50 Bewerbungen und 50 Absagen sind nicht wirklich das Gelbe vom Ei. Meine Mama sagt immer: „Kind, geh schaffe und bring Kohle bei..!“ Aber Sie wissen ja bestimmt, wie Mamas so sind, Sie haben sicher auch eine. Na ja, man muss sie verstehen, Mama will schließlich nur das Beste für mich. …

Aber auch mit der Motivation für den Job und die Stelle lässt sich ein guter Einleitungssatz formulieren:

Sehr geehrte Frau XY,

ich würde Ihr hervorragendes Team nur allzu gerne verstärken und noch ein bisschen hervorragender machen. Dazu biete ich Ihnen einen ebenso zuverlässigen wie kooperativen, belastbaren und aufgeschlossenen neuen Kollegen an: mich. Stressige, lange Arbeitstage scheue ich nicht, Projekte manage ich mit großer Ausdauer und Akribie…

Eine andere Variante ist, direkt auf die monetären Interessen des Unternehmens einzugehen und damit letztlich unternehmerisches Denken und eine gewisse Umsatzorientierung zu dokumentieren, was sich vor allem für Vertriebler und Key Account Manager eignet:

Sehr geehrter Herr XY,

den Medien war zu entnehmen, dass Sie in nächster Zeit in China expandieren und dort steigende Umsatzzahlen erwirtschaften wollen. Mit meinen fließenden Chinesisch- und Markt-Kenntnissen würde ich Sie dabei gerne unterstützen und so zum künftigen Unternehmenserfolg beitragen…

Falls Sie noch weitere Anregungen suchen – die haben wir: Auf den nächsten Zeilen finden Sie zahlreiche weiter Beispiele und Formulierungstipps für Einleitungssätze zu klassischen Bewerbungssituationen…

Einleitungssatz-Beispiele: Bewerbung für einen Ausbildungsplatz

Sehr geehrte Frau XXX,

schon immer habe ich mich für _____________ begeistert, nun möchte ich diesen Beruf ergreifen und in Ihrem Unternehmen die Ausbildung dazu absolvieren. Warum bei Ihnen? Sie genießen in der Branche einen ausgezeichneten Ruf, das Unternehmen ist international gut aufgestellt, innovativ – und natürlich möchte ich von den Besten lernen…

Sehr geehrter Herr XXX,

Sie sind eines der erfolgreichsten Unternehmen Deutschlands und bilden kontinuierlich Mitarbeiter aus. Das möchte ich auch – und bald Teil Ihres Teams sein! Deshalb bewerbe ich mich bei Ihnen für den ausgeschriebenen Ausbildungsplatz als _____________.

Sehr geehrte Frau XXX,

mit Praktika und Nebenjobs in den Ferien sowie guten Noten habe ich zielstrebig darauf hingearbeitet, eine Ausbildung als _____________ zu absolvieren. Nun ist es soweit, und ich möchte dies in Ihrem Unternehmen tun, das nicht nur führend in dem Bereich ist, sondern auch für seine vorbildliche Unternehmenskultur bekannt ist.

Einleitungssatz-Beispiele: Bewerbung nach einem Praktikum

Sehr geehrter Herr XXX,

derzeit absolviere ich in Ihrem Unternehmen ein Praktikum im Bereich _____________. Mein Betreuer ist Herr XXX, der mich als zuverlässig und engagiert kennengelernt und mir empfohlen hat, mich nun für eine Festanstellung als _____________ zu bewerben. Das tue ich hiermit, denn auch ich habe Ihr Unternehmen kennen und schätzen gelernt und sehe hier meine berufliche Zukunft…

Sehr geehrte Frau XXX,

die vergangenen Wochen meines Praktikums im Bereich _____________ haben mich darin bestätigt, dass _____________ mein Traumberuf ist. Da ich im kommenden Semester mein Studium als _____________ abschließen werde, möchte ich mich hiermit bei Ihnen für eine Position als _____________ bewerben…

Sehr geehrter Herr XXX,

in vier Wochen endet mein Praktikum im Bereich _____________. Leider. Denn ich würde mich gerne auch weiterhin in Ihrem Unternehmen engagieren, dessen Kultur und Kollegen mir ans Herz gewachsen sind. Wie ich gehört habe, suchen Sie derzeit Nachwuchskräfte für den Bereich _____________. Genau das wäre auch mein Wunscharbeitsplatz, und tatsächlich bringe ich auch die hierfür erforderlichen Qualifikationen mit. Sogar noch etwas mehr…

Einleitungssatz-Beispiele: Bewerbung nach einem Telefonat

Sehr geehrter Herr XXX,

vielen Dank für das aufschlussreiche Telefonat am xx.xx.xx. Unser angenehmes Gespräch hat mich noch einmal darin bekräftigt, dass ich für Ihr Unternehmen arbeiten und mein ganzes Können und Herzblut bei Ihnen einbringen möchte. Deshalb erhalten Sie hiermit meine Bewerbungsunterlagen…

Sehr geehrte Frau XXX,

haben herzlichen Dank, dass sich am xx.xx.xx kurz Zeit für mich und unser Telefonat genommen haben. Wie besprochen übersende ich Ihnen hiermit meine Bewerbungsunterlagen.

Sehr geehrte Frau XXX,

unser offenes und freundliches Telefonat hat mich nachhaltig beeindruckt und mein Interesse bestärkt, für Ihr Unternehmen zu arbeiten. Ich hoffe, ich konnte Ihr Interesse an mir ebenfalls wecken. Das möchte ich nun verstärken, indem ich Ihnen hiermit meine Bewerbungsunterlagen zuschicke…

Einleitungssatz-Beispiele: Bewerbung auf eine Stellenanzeige

Sehr geehrter Herr XXX,

Ihre Stellenanzeige vom xx.xx.xx hat mich sofort angesprochen. Nachdem ich schon Erfahrungen im Bereich _____________ sammeln konnte, wäre diese Position nun der nächste richtige Schritt. Ich bin überzeugt, dass Ihnen vor allem meine Fähigkeiten und mein Praxis-Know-how im Bereich _____________ von großem Nutzen sein werden. Denn…

Sehr geehrte Frau XXX,

Ihrer Stellenanzeige in _____________ ist zu entnehmen, dass Sie hohe Ansprüche an die Kundenorientierung und die Qualität Ihrer Produkte stellen. Genau das ist auch mein Anspruch an meine Arbeit. Zudem verfüge ich genau über die Erfahrungen, die Sie aktuell suchen…

Sehr geehrte Frau XXX,

Sie suchen möglichst bald eine _____________ im Bereich _____________, die selbstständig und zuverlässig auch unter hoher Belastung arbeiten kann? Das kann ich! Und ich möchte damit in Ihrem Team einbringen. Zudem bringe ich dazu mit…

Formulierungsbeispiele als Gratis-PDF

PDF-Beispiele-Einleitungssätze-ScreenshotDie oben aufgeführten Einleitungssatz-Beispiele können Sie hier auch gleich als kostenloses PDF herunterladen und anschließend ausdrucken. So haben Sie die Tipps immer als kleine Gedächtnisstütze und Inspirationsquelle zur Hand.
Bitte beachten Sie: Das alles sind nur Beispiele, Formulierungstipps und Anregungen. Auf keinen Fall sollten Sie diese wörtlich übernehmen. Schon aus dem Grund, dass es einige andere Leser vielleicht doch tun – und dann weiß der Personaler lediglich, dass auch Sie die Karrierebibel lesen. Entscheidend ist, dass Sie Ihren eigenen Duktus finden, Ihren ganz individuellen Einleitungssatz, der auch zum Rest des Anschreibens und der Bewerbung passt. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Und falls Sie gerade einen Traumjob suchen, besuchen Sie doch unsere Jobbörse mit vielen Bewerbungstipps und Mustervorlagen zum Download!

[Bildnachweis: Monkey Business Images by Shutterstock]



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  • Kirsten

    Sehr schöne Beispiele für Einleitungssätze. Ich habe in meinen Bewerbungen auch viel damit experimentiert. Das ist nämlich gar nicht so einfach einen guten ersten Satz zu schreiben. Teilweise sitzt man da über eine Stunde dran und überlegt und formuliert um.

    Ich stimme euch voll zu, dass so eine Phrase, wie „hiermit bewerbe ich mich“ eigentlich auf die schwarze Liste gehört. Wer liest so etwas noch? Deshalb Danke für die inspirierenden Beispiele.

    Antworten

    • Bernd S.

      In der Tat: An solchen Sätzen feilt man lange. Das ist wie bei einer Schreibblockade, man überlegt und überlegt, bis einem ein guter Einleitungssatz für die Bewerbung einfällt.
      Die Beispiele hier finde ich auch ganz gelungen. Jedenfalls bringen sie einen auf Ideen und zeigen, dass es auch anders geht. Und noch wichtiger: dass es auch funktioniert!!!

  • Nico Schuster

    Eigentlich schon interessant…

    Wo objektiv nur Fakten und Leistungen zählen sollten, wird auf einmal ein subjektives Element eingefordert. Ist das nicht irgendwie gegen die Idee von modernem Recruiting? Schliesslich wird von Fotos ja auch mehr und mehr Abstand genommen…

    Bei genauer Betrachtung ist ein Anschreiben doch eher Augenwischerei.
    Man möchte jemandem Glauben machen, dass er (oder sie bzw. die entsprechende Firma) der einzige ist, für den man arbeiten möchte. Alles ist dann so ideal und toll und perfekt – quasi die 20 Minuten mit dem Rad zur Firma…
    Wirklich? Ich würde wetten, dass der Herr für ein höheres Gehalt (mehr Urlaub.. etc.) auch einen längeren Weg in Kauf nehmen würde – zu einer anderen Firma.
    Wer auf Jobsuche ist wird sich kaum nur auf DIE EINE versteifen. Es ist ja nicht so als ob man die Liebe seines Lebens sucht – und mal ehrlich: hier sind die Chancen auf ein lebenslanges Glück wahrscheinlich höher als bei einer börsennotierten AG.

    Man sollte doch meinen bei dem so oft zitierten Fachkräftemangel würde es eher andersherum sein: Die Firmen sollten ein Anschreiben an die besten Matches aus Ihrem Bewerber-Pool schicken…

    Ich für meinen Teil lese lieber einen überzeugenden Lebenslauf als ein verlogenes Anschreiben – dann doch lieber gar kein Anschreiben.

    Antworten

  • Tom

    Ich stimme in dem Punkt überein, dass man auf alles Überflüssige verzichten sollte. Die gegebenen Beispiele allerdings beachten diesen weisen Rat leider nicht.
    „Die Herausforderungen sowie die Perspektiven, die diese Position bieten, haben mich sofort begeistert“…blablabla. Damit hat man schon zwei Zeilen des wertvollen Raums im Anschreiben verschenkt, denn in diesem Satz steckt genau 0 Information für den Personaler.
    Lieber konkret werden und den Bezug zur Stelle herstellen: welche Herausforderung? Welche Perspektiven? Warum habe ich genau diese Stelle gewählt, um mich darauf zu bewerben?

    Antworten

    • Karolina Warkentin

      Und was wäre Ihrer Meinung nach ein guter Einleitungssatz? Haben Sie ein konkretes Beispiel?

  • Zsolt

    „Wo Sie die Stellenanzeige gelesen haben.“

    Das ist aber eine wichtige Rückmeldung an den Stellenausschreiber, damit er weiß, wo es sich eine Anzeige aufzugeben lohnt.

    Antworten

    • Jochen Mai Autor

      Das lohnt sich doch nur, wenn der Bewerber auch etwas taugt. Eine Anzeige, die ihm 500 falsche Bewerber bringt, will er auch nicht mehr schalten. Also lohnt die Frage vor allem bei den Kandidaten, die zum Gespräch eingeladen werden – und da kann der Personaler sie immer noch stellen.

  • Chris

    Wozu ein Anschreiben, wenn man aus dem CV alle notwendigen Punkte herausziehen kann. Hier schaut der Personaler sowieso als erstes drauf und entscheidet dann. Das Anschreiben kostet den Bewerben die meiste Zeit und die Risiken Fehler zu machen sind höher als die Entscheidung des Personalers zu erleichtern. Das ganze Bewerbungsverfahren ist überhaupt eine unglaubliche Ressourcenverschwendung. Der beste Weg ist durch das eigene Netzwerk und Empfehlung, aber das hilft bekanntlich auch nicht immer. Man sollte sich somit nicht an Themen wie dem Einstiegssatz aufhängen, wenn Abschluss und Expertise dem Personaler nicht passt, bringt ein (übertrieben) kreativer Einleitungssatz auch nichts.

    Grundsätzliche Frage: an wen richtet sich Karrierebibel eigentlich? Hauptsächlich Azubis oder Berufseinsteiger nach dem Studium?

    Antworten

    • Karolina Warkentin

      Hallo,

      wir richten uns sowohl an Berufsanfänger als auch an Berufserfahrene.

      Einfach nur einen Lebenslauf zu schicken reicht in Deutschland ganz und gar nicht aus. In den USA mag das vielleicht gehen, hier allerdings sind die Unterlagen dann unvollständig. Natürlich müssen Abschluss und Qualifikationen stimmen, doch mit einem guten Anschreiben legen Sie im besten Fall überzeugend dar, warum Sie der/die Richtige für die ausgeschriebene Stelle sind. Wieso sollte Sie der Personaler einstellen, wenn Sie sich noch nicht einmal die Mühe machen ein Anschreiben zu verfassen? Es zeigt nur, dass Ihnen nicht viel an dem Job liegt.

    • Jochen Mai Autor

      Hallo Chris,
      wir richten uns an alle, die beruflich Erfolg haben wollen. Das beginnt mit dem Abschluss der Schule und endet mit der Rente. In dem Bereich bewegt sich auch das Spektrum der Artikel und Empfehlungen, die du hier findest. Es sind mehr als 5000 Artikel.

      Allerdings – nur am Rande – dürfte es schwer werden, mit der Einstellung, das ganze Bewerbungsverfahren sei eine unglaubliche Ressourcenverschwendung, einen überzeugenden Einstieg zu finden. Unsere Frage wäre: Was ist denn dein Alternativ-Tipp mit dem Du (und idealerweise nicht nur du allein) bisher alle Jobs bekommen hast, auf die du dich beworben hast?

    • Chris

      Hallo ihr beiden,

      danke für eure schnellen Rückmeldungen. Die Aussage zur Verschwendung galt dem sehr ineffizienten Prozess von Jobsuche bis Vertragsunterzeichnung. Würden die Unternehmen offener mit ihren tatsächlichen Anforderungen sein und schwammige Formulierungen in den Stellenausschreibungen konkret halten, würden sich viele erst gar nicht darauf bewerben, die sowieso zu 100% eine Absage bekommen würden.

      Grundsätzlich fehlt hier viel mehr Transparenz. Das gleiche gilt auch in der Begründung der Absagen, warum wurde ein Kandidat ganz konkret nicht genommen. Zu wenig Berufserfahrung, kein Auslandsaufenthalt usw. im Vergleich zu den anderen Bewerbern (insb. nach einem Vorstellungsgespräch!). Auch dass Bewerber bis zu 6 Monate auf eine Antwort warten ist kein Zustand der akzeptabel ist. Viele Stellenauschreibungen sind gar nicht zu besetzen, da sie eine Marketingaktion sind oder sowieso nur intern besetzt werden, diese Stellen sind für den Bewerber so ziemlich die maximale Verschwendung.

      Ich will hier keine Diskussion anfangen, die Standardantworten zu meinen Punkten kenne ich bereits. Meine Partnerin arbeitet seit vielen Jahren im Personalbereich.

      Wie bin ich zu meinen Positionen seither gekommen:
      – die erste Stelle nach meinem Studium über meinen Prof., er hat den direkten Kontakt hergestellt. Unterlagen zusenden und Vorstellungsgespräch gab es trotzdem
      – auf die zweite Stelle hatte ich mich während meiner Anstellung normal beworben, daraus kann ich die oben genannten Punkte persönlich bestätigen
      – die dritte und aktuelle Anstellung aus dem persönlichen Netzwerk

      50% der Stellen werden durch das eigene Netzerwerk oder durch Empfehlungen besetzt.

      Es ging nicht gegen eure Inhalte, dafür können wir alle dankbar sein. Mein Anliegen galt dem kompletten Prozess wie er heute Standard ist. Es geht um harte Faktoren (zumindest wenn man sich als Mann bewirbt), dann sollte es auch ein entsprechendes System geben. Die Schüler sollten so früh wie möglich darauf ausgerichtet werden, damit ihnen später nichts Entscheidendes fehlt.

  • Thomas

    Chris bringt es auf den Punkt. Egal wie kreativ das Anschreiben samt Einstiegssatz auch sein mag. Man kann sich mit dem Anschreiben eigentlich nur ins aus schießen. Denn passt der CV nicht zur Stelle, dann kann man machen was man will. Aber: Je weniger Vorwissen und Kompetenzen benötigt werden, desto höher wiegt wohl das Anschreiben. Ressourcenverschwendung ist das richtige Wort. Bewerber nehmen sich einen Tag Zeit für ein gutes Anschreiben, um dann die Stanardabsageantwort zu erhalten. Außer bei Bewerbungsprozessen wäre doch kaum ein Mensch bereit, für nichts einen Finger krumm zu machen. Und wenn es dann noch mal weiter geht, dann steigen die Aufwendungen erst recht. Aber so ist es nun ein mal unser tolles System. Wenn ich Fachkräftemangel lese muss ich immer lachen. Wenn Fachkräftemangel, dann in Nischenpositionen, die entweder sehr anspruchsvoll sind oder die so öde sind, dass sie kein vernünftiger Mensch machen möchte. Nichtsdestotrotz ist der Artikel super geschrieben und das Anschreiben gehört nun mal leider (!) dazu. Vielen Dank.

    Antworten

    • Jochen Mai Autor

      Dabei gehst du aber (fälschlicherweise) durchweg davon aus, dass der CV nicht zur Stelle passt. Das aber ist doch schon die grundlegende Hausaufgabe, die jeder Bewerber schon von sich aus leisten muss: Passen mein Lebenslauf, meine Qualifikationen zu den MUSS-Anforderungen der ausgeschriebenen Stelle. Falls nicht, hat die Bewerbung von vornherein wenig Sinn und Chancen. Darum geht es hierbei aber nicht.

      Davon ausgehend, dass die Bewerbung sehr wohl Sinn hat, weil der Lebenslauf passt, hat das Anschreiben durchaus entscheidenden Einfluss, weil es eben unterscheidbar macht – erst recht, wenn sich die (rein sachlichen) Lebensläufe gleichen. Und das Abheben von der Masse geht eben schon beim Einleitungssatz los… Er zeigt schon ein bisschen was von der Persönlichkeit, vom Temperament und der Motivation – wie der Rest des Schreibens auch. Also: Man schießt sich mit einem guten Anschreiben ÜBERHAUPT NICHT ins Aus – im Gegenteil.

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