Montagsblues
Montagmorgen. Der Wecker klingelt viel zu früh. Die Augenlider sind noch schwer und das warme Bett will einen einfach nicht loslassen. Trotzdem läuft die Tretmühle Arbeit an... Aus dem Bett quälen, verschlafen am Kaffee nippen und dann in überfüllten Zügen oder auf vollgestopften Autobahnen zur Arbeit pendeln. Kein Wunder, dass der Montag bei vielen Arbeitnehmern nicht allzu beliebt ist. Vielen fällt der Wochenstart schwer. Die meisten Menschen reagieren auf den Montagsfrust mit Muffeln, Müdigkeit und mieser Laune. "Montagsblues" nennen Wissenschaftler das Phänomen. Doch dagegen lässt sich einiges unternehmen: Die besten Tipps und Tricks für miese Montage...

Warum kommen wir montags nur schwer in die Gänge?

newcorner/ShutterstockSchuld sind der Freitag und das Wochenende. Bei vielen Menschen stürzt dann das Immunsystem ab. Wenn jemand unter großem Druck steht, schüttet der Körper zahlreiche Hormone aus, die ihn tapfer durchhalten lassen, bis der Schreibtisch leer gearbeitet, die Präsentation fertig oder die Prüfung geschrieben ist.

Warum der Organismus das so lange Zeit schafft, lässt sich medizinisch nicht erklären. Sicher ist nur, dass dieser Hormoncocktail zugleich das Immunsystem schwächt, so dass jede längere Anspannung den Körper auslaugt und danach kollabieren lässt – bei den einen passiert das pünktlich mit dem ersten freien Tag, bei anderen zieht es sich noch etwas, was zugleich die häufigen Montagsfehltage erklärt.

Ein weiterer Grund ist aber auch die typische Montags-Müdigkeit. Wer am Wochenende ordentlich auf den Putz haut, bringt seinen Schlaf-Wach-Rhythmus aus dem Takt. Die Folge: Wir finden Sonntagnacht keine Ruhe – und der Erholungseffekt des Wochenendes ist am Montagmorgen dahin.

Studie enthüllt den trübsten Tag der Woche

Sie denken wahrscheinlich, der Montag sei der bescheidenste Tag der Woche... Falsch. Alpaslan Akay und Peter Martinsson von der schwedischen Universität von Göteborg dachten das zunächst auch, begannen dann aber die Sache genauer zu untersuchen – in Form einer wissenschaftlichen Studie (PDF). Und Überraschung: Unsere Stimmung steigt zwar bis zum Ende der Woche deutlich an und erreicht am Samstag einen Höhepunkt. Dann aber kommt der Knick: Der Sonntag ist in Deutschland der betrüblichste Tag. Good-bye Montagsblues, hallo Sonntagsneurose!

Sie trifft vor allem Verheiratete und Akademiker. Zu dem Schluss kommt wiederum eine Studie der Universität Hamburg für die rund 20.000 Menschen in Deutschland befragt wurden. Autor Wolfgang Maennig will den Effekt insbesondere bei berufstätigen Männern ausgemacht haben. Der Grund: Es ist weniger die Zwangsentspannung, die die Betroffenen am Wochenende unglücklich macht, sondern die Angst und der Stress vor der kommenden Woche. Insbesondere bei Führungskräften habe die Arbeitsbelastung in den vergangenen Jahren enorm zugenommen. Ständige Erreichbarkeit und 60 bis 80 Wochenstunden werden bei ihnen stillschweigend erwartet. Das vor Augen könnten viele Betroffene am Wochenende kaum noch entspannen.
Der andere Grund: die Familie. Nicht wenige Manager empfinden, Zeit mit der Familie zu verbringen, als Belastung – wohl auch, weil sie sich angesichts langer Arbeitszeiten längst von zuhause entfremdet haben.

Wir wollen Ihnen allerdings nicht verheimlichen, dass es dazu auch andere Untersuchungen mit anderen Ergebnissen gibt: Eine Studie der Mathematiker Christopher Danforth und Peter Dodds von der Universität von Vermont zufolge kommt zum Ergebnis, nicht der Montag ist der lustloseste Tag der Woche, sondern der Mittwoch. Das Mathematiker-Duo wertete dazu vier Jahre lang insgesamt 2,4 Millionen Blog-Einträge aus, Resultat: Am Mittwoch werden die negativsten Beiträge geschrieben, am Sonntag die positivsten.


Wie der Montag dennoch zu einem produktiven Arbeitstag wird

Auch wenn es widersprüchlich zu allen Klischees klingt: Montage können außerordentlich produktiv sein. Zum Beispiel so...

  • Nutzen Sie die allgemeine Betriebsamkeit. In den meisten Unternehmen herrscht spätestens ab neun Uhr rege Betriebsamkeit. Mitarbeiter sind damit beschäftigt, ihre Aufgaben und Vorgänge der letzten Wochen wieder anzugehen, neue Anfragen zu beantworten. Lassen Sie sich davon anstecken und ziehen Sie daraus Energie für Ihre eigene Arbeit.
  • Profitieren Sie von der Erreichbarkeit. Montags werden Sie Ihre Kollegen und Kunden in der Regel gut erreichen und können auf diese Weise bereits zu Beginn der Woche alle nötigen Informationen anfordern.
  • Nutzen Sie die Gelegenheit, sich im Team abzustimmen. Da montags in vielen Unternehmen ohnehin Besprechungen anstehen, können Sie die Projekte der Woche mit Ihren Kollegen abstimmen und planen.
  • Bringen Sie Ordnung ins E-Mail-Chaos. Warum gerade montagmorgens besonders viele E-Mails im Postfach landen, kann wohl niemand so recht erklären. Die zahlreichen E-Mails stellen für viele eine Belastung dar und nicht wenigen Arbeitnehmern graut es vor dem Blick in den Posteingang. Zwar sollten Sie Ihren Arbeitstag nicht damit beginnen Ihre E-Mails zu checken, jedoch eignet sich der Montag dazu, Ordnung im Posteingang zu schaffen. Zum einen können Sie die Aufgaben, die sich aus einigen der E-Mails ergeben, auf Ihre To-Do-Liste übertragen und zum anderen bleibt Ihnen ausreichend Zeit, sich um Anfragen zu kümmern. Weitere Tipps zum E-Mail-Management finden Sie hier.
  • Strukturieren Sie Ihre Arbeitswoche. Im besten Fall haben Sie einen groben Wochenplan bereits am Freitag aufgestellt. Nun können Sie diesen mit den Informationen aus dem Teammeeting und hinzugekommenen Terminen ergänzen. Eine aktive Wochenplanung erleichtert Ihren Arbeitsalltag und schützt Sie vor zeitlichen Engpässen. Natürlich ist dieser Plan nicht in Stein gemeißelt, doch Sie schaffen sich eine Grundlage, um produktiv die Woche über arbeiten zu können.

PS: Der Montag ist - laut Studien - sogar der beste Tag für eine Bewerbung.

Welcher Tag ist der produktivste der Woche?

Apropos Montag: Es ist schon etwas her, dass ein US-Forschungsinstitut ermittelte, welcher Werktag wohl der produktivste in der Woche sei. Damals antworteten 57 Prozent: Dienstag. Dahinter folgte allerdings schon der Montag – und das, obwohl die meisten da noch müde und übellaunig sind. Das Schlusslicht des Rankings wiederum bildete – wenig überraschend – der Freitag: Spätestens ab Nachmittag denken da sowieso alle nur noch an den Feierabend. Und wie ist das bei Ihnen?


5 Gründe, Ihren Job zu lieben - gerade am Montag

Der beste Weg am Montag motiviert in den Arbeitstag zu starten, ist, sich in Erinnerung zu rufen, warum Sie Ihren Job ausüben. Hier ein wenig Inspiration:

  • Jeder Tag hält neue, überraschende und herausfordernde Aufgaben und Ereignisse für Sie bereit.
  • Sie können Ihre fachlichen Kompetenzen aktiv nutzen und ihre Stärken zur Geltung bringen.
  • Auf dem täglichen Arbeitsweg erleben Sie zahlreiche unterhaltsame und überraschende Situationen.
  • Sie entdecken immer wieder neue Facetten der zwischenmenschlichen Kommunikation – Ihre Kollegen demonstrieren Sie Ihnen gerne.
  • Neue Aufgaben und Themen bieten Ihnen Anlass und Möglichkeit, um sich weiterzubilden und Ihre Fähigkeiten auszubauen.

Montag-Motivation

PDF-DownloadSollten die Punkte noch nicht reichen und Sie immer noch einen kleinen Kick brauchen, haben wir eine Liste mit 33 Gründen, Ihren Job zu lieben. Die Liste können Sie HIER als PDF kostenlos herunterladen.

Wie Sie montags schlechte Laune vermeiden

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  • Starten Sie gemütlich in den Tag. Steigen Sie sanft in die Woche ein. Deswegen sollten Sie vor allem Montags auf die Schlummertaste verzichten, denn die Zeit, die Sie länger liegen bleiben, fehlt Ihnen und bringt Hektik in Ihren Morgen. Raffen Sie sich stattdessen auf und stehen bereits beim ersten Klingeln auf, bleibt noch genügend Zeit für eine belebende Tasse Kaffee und ein Frühstück, um Energie zu tanken.
  • Kurbeln Sie Ihren Kreislauf an. Fühlen Sie sich noch müde und schwerfällig, bringen Sie Ihren Kreislauf in Schwung. Starten Sie beispielsweise mit einer kalten Dusche. Wem das zu extrem ist, der kann alternativ auch einige Minuten an der frischen Luft verbringen. Entweder durch einen kleinen Spaziergang vor der Arbeit oder, wenn Sie dafür keine Zeit haben, können Sie auch das letzte Stück bis zum Büro zu Fuß zurücklegen.
  • Schaffen Sie Vorfreude. Planen Sie kleine private und berufliche Höhepunkte für den Tag ein. Das können privat beispielsweise ein Treffen mit Freunden nach Feierabend oder beruflich die Arbeit an einem Projekt, an dem Sie Spaß haben, sein. Damit haben Sie etwas, auf das Sie sich freuen können und der Start in den Tag fällt Ihnen leichter.
  • Unterteilen Sie Ihren Arbeitstag. Besonders montags haben viele das Gefühl, dass der Arbeitstag sich ewig hinzieht und einfach kein Ende nehmen will. Diesen Eindruck können Sie vermeiden, indem Sie den Tag in kleinere Zeiträume unterteilen. Konzentrieren Sie sich dann ganz auf den festgelegten Zeitraum.
  • Legen Sie ausreichend Pausen ein. Der Mensch ist keine Maschine. Die meisten Menschen verkrampfen, wenn sie für längere Zeit vor dem Computer hocken. Oder sie sacken in sich zusammen. Beides führt dazu, dass Sie sich müde und erschöpft fühlen. Achten Sie deswegen darauf, während des Arbeitstages mehrere kurze Pausen zu machen. Bereits fünf Minuten, in denen Sie aufstehen, die Beine ausschütteln, die Arme in die Luft strecken und sich recken und dehnen, reichen schon aus.
  • Lachen Sie öfter mal. Wer lacht, kann im gleichen Moment nicht bedrückt sein. Lachen entspannt, bringt den Kreislauf in Schwung und löst innere Blockaden. Ein weiterer positiver Effekt ist, dass es ansteckt. Fängt eine Person an herzhaft zu lachen, stimmen alle anderen Anwesenden automatisch ein. Auch ein gewöhnlicher Arbeitstag ist voller lustiger Momente.
  • Sorgen Sie für genügend Licht. Dunkelheit kann sich negativ auf Ihre Stimmung auswirken. Schuld daran ist ein Mangel an Vitamin D. Der Körper braucht für die Herstellung dieses Vitamins Sonnenlicht. Aus diesem Grund der Appell: Sorgen Sie für genügend Lichteinfall in Ihrem Büro. Auch eine Mittagspause an der frischen Luft kann den Vitamin-D-Tank wieder auffüllen.
  • Bereiten Sie Ihre Woche vor. Damit Ihnen der Start in die neue Woche leichter fällt, sollten Sie bereits am Freitag beginnen den Montag vorzubereiten. Verschaffen Sie sich einen Überblick über die anfallenden Arbeiten und Termine. Planen Sie diese und besprechen Sie sich mit Ihrem Team. Räumen Sie kurz vor Feierabend Ihren Schreibtisch auf und machen alles startklar. Dann können Sie am Wochenende getrost abschalten.
  • Entspannen Sie sich am Sonntag. Wer sonntags in hektischen Freizeitstress verfällt, ist am Montag geschlaucht. Ihnen fehlt die Erholung. Statt von einer Freizeitaktivität zur nächsten zu hetzen, lassen Sie das Wochenende entspannt ausklingen.

Twitter-Umfrage: Und so versüßen sich die Karrierebibel-Leser den Montagmorgen...

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