Montagsblues
Montagmorgen. Der Wecker klingelt. Aber viel zu früh. Hilft ja nichts, die Tretmühle Arbeit läuft trotzdem an... Also aus dem Bett quälen, verschlafen am Kaffee nippen und dann in überfüllten Zügen oder auf vollgestopften Autobahnen zur Arbeit pendeln. Kein Wunder, dass der Montag bei vielen Arbeitnehmern nicht allzu beliebt ist. Die meisten Menschen reagieren darauf mit dem klassischen Montagsblues (auch Montagsfrust genannt) - einer Mischung aus Muffeln, Müdigkeit und mieser Laune. Doch dagegen lässt sich Einiges unternehmen: Die besten Tipps und Tricks für miese Montage - auch von unseren Lesern selbst...

Montag - ein besonderer Tag in der Woche

MontagsfrustEr hat nicht nur mehr Namen ("Manic Monday", "Monday Morning", "Blue Monday") - der Montag ist auch sonst ein besonderer Tag in der Woche. Irgendwie geht es montags anders zu als sonst: Manches läuft besser, anderes schlechter. Die Zahl der Krankmeldungen ist an Montagen einsame Spitze, sogar E-Mails sollen mehr Schreibfehler enthalten. Kaum ein anderer Tag ist besser erforscht als dieser. Und manche Studien kommen echt zu überraschenden Ergebnissen, über die wir zwar schon geschrieben haben, Ihnen aber nicht vorenthalten wollen:

Aber die beste Nachricht kommt noch...

Studie enthüllt den trübsten Tag der Woche

Sie denken jetzt vielleicht, der Montag sei der bescheidenste Tag der Woche... Falsch! Alpaslan Akay und Peter Martinsson von der schwedischen Universität von Göteborg dachten das zunächst auch, begannen dann aber die Sache genauer zu untersuchen – in Form einer Studie (PDF). Und Überraschung: Unsere Stimmung steigt zwar bis zum Ende der Woche deutlich an und erreicht am Samstag einen Höhepunkt. Dann aber kommt der Knick: Der Sonntag ist in Deutschland der betrüblichste Tag. Good-bye Montagsblues, hallo Sonntagsneurose!

Sie trifft vor allem Verheiratete und Akademiker. Zu dem Schluss kommt wiederum eine Studie der Universität Hamburg für die rund 20.000 Menschen in Deutschland befragt wurden.

Autor Wolfgang Maennig will den Effekt insbesondere bei berufstätigen Männern ausgemacht haben. Der Grund: Es ist weniger die Zwangsentspannung, die die Betroffenen am Wochenende unglücklich macht, sondern die Angst und der Stress vor der kommenden Woche. Insbesondere bei Führungskräften habe die Arbeitsbelastung in den vergangenen Jahren enorm zugenommen. Ständige Erreichbarkeit und 60 bis 80 Wochenstunden werden bei ihnen stillschweigend erwartet. Das vor Augen könnten viele Betroffene am Wochenende kaum noch entspannen.

Der andere Grund: die Familie. Nicht wenige Manager empfinden, Zeit mit der Familie zu verbringen, als Belastung – wohl auch, weil sie sich angesichts langer Arbeitszeiten längst von zuhause entfremdet haben.

Wir wollen Ihnen allerdings nicht verheimlichen, dass es dazu auch andere Untersuchungen mit anderen Ergebnissen gibt: Einer Studie der Mathematiker Christopher Danforth und Peter Dodds von der Universität von Vermont zufolge ist nicht der Montag ist der lustloseste Tag der Woche, sondern der Mittwoch. Das Mathematiker-Duo wertete dazu vier Jahre lang insgesamt 2,4 Millionen Blog-Einträge aus, Resultat: Am Mittwoch werden die negativsten Beiträge geschrieben, am Sonntag die positivsten. Apropos...


Montagsblues? Warum kommen wir montags nur schwer in die Gänge?

Montagsblues-Montagsfrust-Montagssprueche

Die kurze Antwort: Schuld sind der Freitag und das Wochenende. Bei vielen Menschen stürzt dann das Immunsystem ab.

Wenn jemand unter großem Druck steht, schüttet der Körper zahlreiche Hormone aus, allen voran Kortisol, die ihn tapfer durchhalten lassen - bis der Schreibtisch leer gearbeitet, die Präsentation fertig oder die Prüfung geschrieben ist.

Warum der Organismus das so lange Zeit schafft, lässt sich medizinisch nicht erklären. Sicher ist nur, dass dieser Hormoncocktail zugleich das Immunsystem schwächt, so dass jede längere Anspannung den Körper auslaugt und danach kollabieren lässt – bei den einen passiert das pünktlich mit dem ersten freien Tag, bei anderen zieht es sich noch etwas, was zugleich die häufigen Montagsfehltage erklärt.

Ein weiterer Grund ist aber auch die typische Montags-Müdigkeit. Wer am Wochenende ordentlich auf den Putz haut, bringt seinen Schlaf-Wach-Rhythmus aus dem Takt. Die Folge: Wir finden Sonntagnacht keine Ruhe (oder erst zu spät) – und der Erholungseffekt des Wochenendes ist am Montagmorgen dahin.

Welcher Tag ist der produktivste der Woche?

Apropos Montag: Es ist schon etwas her, dass ein US-Forschungsinstitut ermittelte, welcher Werktag wohl der produktivste in der Woche sei. Damals antworteten 57 Prozent: Dienstag. Dahinter folgte allerdings schon der Montag – und das, obwohl die meisten da noch müde und übellaunig sind. Das Schlusslicht des Rankings wiederum bildete – wenig überraschend – der Freitag: Spätestens ab Nachmittag denken da sowieso alle nur noch an den Feierabend.

Inzwischen haben schon mehr als 1000 Leser bei dieser Umfrage mitgemacht. Interessant: Auch hier findet die Mehrheit der Dienstag sei der produktivste Tag der Woche - allerdings gefolgt vom Donnerstag. Und wie ist das bei Ihnen? Machen Sie doch bitte auch noch bei der Umfrage mit...


Tipps gegen den Montagsblues und Montagsfrust

Egal, wie sehr die Mundwinkel am Montag auch nach unten zeigen: Schicksal ist das nicht. Sie können jederzeit etwas gegen den Montagsblues unternehmen und dem Tag sogar einige positive Seiten abgewinnen (denken Sie nur an die obigen Studien).

Die meisten verfahren dabei nach dem Motto: Augen zu und durch. Kann man so machen, strengt aber an. Andere pushen sich laut Umfragen am verhassten Montagmorgen mit ihrer Lieblingsmusik (31 Prozent). Und jeder Vierte (24 Prozent) vertreibt die trübe Reststimmung am Arbeitsplatz mit einem Schwatz unter Kollegen.

Um nach einem Wochenende wieder gutgelaunt in den Arbeitsrhythmus reinzukommen, gibt es aber auch andere bewährte Wege. Hier ein paar Anregungen zum Aufmuntern:

  • Starten Sie gemütlich in den Tag.

    Steigen Sie sanft in die Woche ein. Deswegen sollten Sie vor allem montags auf die Schlummertaste verzichten. Die Zeit, die Sie länger liegen bleiben, fehlt Ihnen später nur und bringt Hektik in Ihren Morgen. Raffen Sie sich stattdessen auf und stehen bereits beim ersten Klingeln auf. So bleibt noch genügend Zeit für eine zweite Tasse Kaffee und ein gesundes Frühstück, um Energie zu tanken.

  • Kurbeln Sie Ihren Kreislauf an.

    Fühlen Sie sich noch müde und schwerfällig, bringen Sie Ihren Kreislauf in Schwung. Starten Sie beispielsweise mit einer kalten Dusche. Wem das zu extrem ist, der kann alternativ auch einige Minuten an der frischen Luft verbringen. Entweder durch einen kleinen Spaziergang vor der Arbeit oder, wenn Sie dafür keine Zeit haben, können Sie auch das letzte Stück bis zum Büro zu Fuß zurücklegen.

  • Schaffen Sie Vorfreude.

    Planen Sie kleine private und berufliche Höhepunkte für den Montag ein. Das können beispielsweise ein Treffen mit Freunden nach Feierabend oder die Arbeit an einem Projekt sein, an dem Sie besonders viel Spaß haben. Damit haben Sie etwas, auf das Sie sich freuen können und Sie starten sofort motivierter in den Tag.

  • Unterteilen Sie Ihren Arbeitstag.

    Besonders montags haben viele das Gefühl, dass der Arbeitstag sich ewig hinzieht und einfach kein Ende nehmen will. Diesen Eindruck können Sie vermeiden, indem Sie den Tag in kleinere Abschnitte und Projekte unterteilen. Konzentrieren Sie sich dann ganz auf den jeweiligen Zeitraum - und schon vergeht die Zeit wie im Flug.

  • Legen Sie ausreichend Pausen ein.

    Der Mensch ist keine Maschine. Die meisten Menschen verkrampfen, wenn sie für längere Zeit vor dem Computer hocken. Oder sie sacken in sich zusammen. Beides führt dazu, dass Sie sich müde und erschöpft fühlen. Achten Sie deswegen darauf, während des Arbeitstages mehrere kurze Pausen zu machen. Bereits fünf Minuten, in denen Sie aufstehen, die Beine ausschütteln, die Arme in die Luft strecken und sich recken und dehnen, reichen schon aus, um sich frischer zu fühlen.

  • Lachen Sie öfter mal.

    Wer lacht, kann im gleichen Moment nicht bedrückt sein. Lachen entspannt, bringt den Kreislauf in Schwung und löst innere Blockaden. Ein weiterer positiver Effekt ist, dass Lachen ansteckt: Fängt eine Person an herzhaft zu lachen, stimmen alle anderen Anwesenden automatisch ein. Das hebt die Stimmung im Büro - und der Montag wird für alle besser.

  • Sorgen Sie für genügend Licht.

    Dunkelheit kann sich negativ auf Ihre Stimmung auswirken. Schuld daran ist ein Mangel an Vitamin D. Der Körper braucht für die Herstellung dieses Vitamins Sonnenlicht. Aus diesem Grund der Appell: Sorgen Sie für genügend Lichteinfall in Ihrem Büro. Auch eine Mittagspause an der frischen Luft kann den Vitamin-D-Tank wieder auffüllen.

  • Bereiten Sie Ihre Woche vor.

    Damit Ihnen der Start in die neue Woche leichter fällt, sollten Sie bereits am Freitag beginnen den Montag vorzubereiten. Verschaffen Sie sich einen Überblick über die anfallenden Arbeiten und Termine. Planen Sie diese und besprechen Sie sich mit Ihrem Team. Räumen Sie kurz vor Feierabend Ihren Schreibtisch auf und machen alles startklar. Dann können Sie am Wochenende getrost abschalten.

  • Entspannen Sie sich am Sonntag.

    Wer sonntags in hektischen Freizeitstress verfällt, ist am Montag geschlaucht. Ihnen fehlt die Erholung. Statt von einer Freizeitaktivität zur nächsten zu hetzen, lassen Sie das Wochenende entspannt ausklingen.

Montag-Motivation

PDF-DokumentSollten die Punkte noch nicht reichen und Sie immer noch einen kleinen Kick brauchen, haben wir eine Liste mit 33 Gründen, Ihren Job zu lieben. Die Liste können Sie HIER als PDF kostenlos herunterladen.

Twitter-Umfrage: Wie versüßen sich Karrierebibel-Leser den Montag?

Falls Ihnen unsere Tipps noch nicht reichen: Wir haben vor einiger Zeit schon unsere Leser auf Twitter gefragt, wie die sich so den Montag versüßen beziehungsweise dem Montagsblues entgegen wirken. Auch hier sind ebenso amüsante wie anregende Antworten dabei...

[Bildnachweis: Akos Nagy, newcorner by Shutterstock.com]