Es gibt veschiedene Wege die Atmosphäre im Büro zu verbessern: gegenseitiges Lob, mehr Hilfsbereitschaft, öfter Lächeln. Sie können aber auch einfach die Heizung aufdrehen. Kein Witz. Unser Wärmeempfinden hat ganz offenbar starken Einfluss auf unser Verhalten.
Schon vor einiger Zeit hat der US-Forscher Alan Hedge von der Cornell Universität herausgefunden, dass Mitarbeiter in einem warmen Büro deutlich mehr schaffen als in einem kalten. Dazu ließ er die Angestellten einer Versicherung in Florida bei 20 Grad arbeiten. Die Assekuranzler malochten 54 Prozent ihrer Zeit und hatten eine Fehlerquote von 25 Prozent. Dann drehte Hedge die Heizung auf 25 Grad. Prompt schufteten die Leute nahezu 100 Prozent und machten auch nur noch 10 Prozent Fehler. Allerdings muss man einräumen: In Florida ist es auch sonst wärmer als hierzulande. Für deutsche Büros schreibt die Arbeitsstättenverordnung mindestens 20 Grad vor.
Eine Untersuchung der amerikanischen Forscher Lawrence Williams und John Bargh wiederum kam zu dem Schluss: Wer nicht friert, ist sprichwörtlich warmherziger. Zuvor hatte das Wissenschaftler-Duo 41 Probandinnen eine Tasse Kaffee in die Hand gedrückt – mal warmen, mal kalten (brrr). Anschließend sollten sie Bewerbungsunterlagen beurteilen oder Geschenke verteilen. In beiden Fällen waren die Versuchsteilnehmerinnen mit den warmen Händen selbstloser und gutmütiger (Vielleicht ein Grund, der zickigen Kollegin gegenüber eben einen warmen Kaffee zu kredenzen).
Hans Ijzerman und Gün Semin von der Universität Utrecht haben nun ein ähnliches Experiment (pdf) gemacht – und 52 Studenten einen Zeichentrickfilm gezeigt. Der Trick war: Die eine Hälfte der Gruppe saß in einem wohltemperierten Raum von 22 bis 24 Grad, die andere im Kühlen mit 15 bis 18 Grad. Resultat: Als die Probanden den Film hernach beschreiben sollten, schmückten die Kandidaten, die es zuvor kuschelig warm hatten, ihre Erzählungen detailliert aus – für Soziologen ist eine solche Sprach ein starkes Indiz für soziale Nähe.
Falls der Kaffee gerade aus und das Heizöl alle ist, können Sie aber auch ein wenig Fensterreiniger, Typ “zitrusfrisch” versprühen. Auch der macht Menschen freundlicher und sorgt für besseres Benehmen. Das fand wiederum Katie Liljenquist von der Brigham Young Universität in Utah heraus. Ihr Versuch dazu sah so aus: Arglose Bürokräfte bekamen zwölf Dollar geschenkt, angeblich von einem Kollegen. Nun sollten sie etwas davon einem weiteren Kollegen abgeben. Der Witz: Wurden die Probanden in einem Raum beschenkt, der zuvor mit Zitrusduftreiniger eingenebelt wurde, gaben sie im Schnitt 5,33 Dollar ab. In einem muffigen Büro dagegen nur 2,81 Dollar. Dufte Sache, oder?
1. Kommentar
TelefoNina
23.03.10 um 11:25 Uhr
Für diese Erkenntnis hätte ich keine Studie gebraucht. Wenn mir kalt ist (und als Frau friere ich ja schon aus Prinzip), bekomme ich schlechte Laune. Darum liebe ich einfach meine Heizung und (abends daheim) meine Kuscheldecke für’s Lesen auf dem Sofa. Dann noch etwas Schokolade, und alles ist gut ;)
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