Selbstvorstellung im Bewerbungsgespräch
Die Tür geht auf, man bittet Sie zum Bewerbungsgespräch herein - und spätestens jetzt sollten Sie sich gekonnt vorstellen. Eine gelungene Selbstvorstellung hilft natürlich nicht nur beim Vorstellungsgespräch, sondern auch bei Tagungen und Empfängen und dabei, mit einer bisher fremden Person in Beziehung zu treten und das Eis zu brechen. Nicht gerade wenige tun sich damit allerdings schwer - aus Schüchternheit oder Unsicherheit, wie es richtig geht - und warten erst einmal ab. Fatal! Denn so vergeben Sie bereits einige Sympathiepunkte des ersten Eindrucks. Hier erfahren Sie, wie Sie mit der perfekten Selbstvorstellung sofort punkten können...

Selbstvorstellung im Bewerbungsgespräch: So geht's richtig

Klar sind Sie pünktlich, das Smartphone ist ausgeschaltet, die Bewerbungsmappe ist als Kopie in der Tasche und dass Sie viel Lächeln sollten, weil das sympathisch macht, wissen Sie auch schon. Aber sorgen Sie bitte dann auch für den frischen Atem dazu.

Die beste Vorstellung verpufft, wenn Sie noch Schnittlauch zwischen den Zähnen haben und aus dem Mund riechen wie ein Chemieunfall. Was dagegen hilft:

  • Kaugummi. Das aber nehmen Sie vor dem Gespräch, besser noch bevor Sie das Gebäude betreten, unbedingt wieder herraus.
  • Frischebonbons. Auch die sollten Sie bei der Begrüßung nicht mehr im Mund haben. In der Not: runterschlucken.

Gefühlsunterdrücker bekommen keine Jobs

Wer beim Vorstellungsgespräch eine zu coole Fassade aufsetzt, bekommt keinen Job. Das ist das Ergebnis einer Studie von Jane Richards von der Universität von Texas. Das Vorurteil dahinter: So genannten Gefühlsunterdrückern mangelt es an Empathie. Entsprechend könnten sie in einer belastenden Situation schlechter auf ihre Gesprächspartner eingehen oder reagieren verzögert.

Auch sonst tun sich Bewerber keinen Gefallen, wenn sie ihre Gefühle verstecken. Denn Selbstbeherrschung – auch das wies die Wissenschaftlerin nach – kostet so viel Kraft, dass das Erinnerungsvermögen darunter leidet: Gefühlsunterdrücker können sich deutlich schlechter an Details aus stattgefundenen Gesprächen erinnern.

Richards' Erklärung: Wer cool sein will, ist so stark damit beschäftigt, über sein eigenes Verhalten, dessen Wirkung und Kontrolle im Gespräch nachzudenken, dass seine weiteren Hirnkapazitäten eingeschränkt sind. Allerdings heißt das nun nicht, dass man seinen Gefühlen stets freien Lauf lassen sollte. Dosierte Emotionsregulierung hat durchaus Vorteile: Wer sich zum Beispiel vor einem Vorstellungsgespräch klar macht, dass er dort letztlich nichts zu verlieren hat, wertet den Termin positiv und schöpft so sein volles Leistungspotenzial aus.

Apropos Begrüßung: So stellen Sie sich richtig vor:

  1. Reihenfolge

    Achten Sie bei der Begrüßung bitte auf die richtige Reihenfolge. Zuerst wird immer die ranghöchste Person begrüßt, auch wenn eine Dame anwesend ist. Danach gilt: Ältere Personen werden vor jüngeren und Damen vor Herren gegrüßt.

  2. Handschlag

    Stellen Sie sich aufrecht hin, sorgen Sie für Körperspannung, sehen Sie Ihrem Gegenüber in die Augen und geben Sie ihm oder ihr die Hand (nicht schütteln!). Ein perfekter Handschlag dauert in der Regel drei bis vier Sekunden. Nicht länger. Das Wichtigste daran aber ist: Er muss fest sein, besonders der von Frauen. Dann erzielen sie laut Untersuchungen des Management-Professors Greg Stewart von der Universität von Iowa Sympathiehöchstwerte - und bekommen nach dem Vorstellungsgespräch eher den Job.

  3. Vorstellen

    Stellen Sie sich während des Händedrucks mit Vor- und Zunamen vor ("Guten Tag, mein Name ist...") und bedanken Sie sich noch einmal für die Einladung. Stellt sich Ihr Gegenüber ebenfalls mit Namen vor (wovon auszugehen ist), ist es wirkungsvoll, den Namen seines Gegenübers zu wiederholen - insbesondere, wenn Sie sich unsicher sind, ob Sie ihn richtig verstanden haben. Etwa: "Hallo Herr Müller, schön Sie nun persönlich zu treffen..." Konzentrieren Sie sich bei der Begrüßung ganz auf Ihr Gegenüber. Nichts ist unhöflicher, als jetzt schon in Gedanken ganz woanders zu sein.

  4. Hinsetzen

    Nach dieser kleinen Zeremonie setzen Sie sich bitte noch nicht hin. Nie! Das dürfen Sie erst, wenn man Ihnen den Platz zuweist und Sie bittet, Platz zu nehmen.

  5. Smalltalk

    Falls Sie den Eindruck haben, dass das Eis irgendwie noch nicht gebrochen ist, erzählen Sie eine amüsante (aber kurze) Anekdote. Smalltalk hilft, die Situation aufzulockern. Zur Not etwas über die Anreise - aber immer nur positiv!

Zusatztipp für Fortgeschrittene: Versuchen Sie sich vor dem Eintreten in den Raum zu entspannen. Suchen Sie dazu die Erfrischungsräume auf, machen ein paar Lockerungsübungen, kämmen sich und rücken Bluse, Hemd und Krawatte gerade. So lassen Sie den Anreisestress hinter sich und wirken gleich viel souveräner.

Richtig die Visitenkarte überreichen

Üblicherweise werden bei Geschäftstreffen Visitenkarten ausgetauscht, manchmal auch bei Bewerbungsgesprächen (jedoch eher auf Führungsebene). Dabei wäre es grob unhöflich, wenn Sie die Visitenkarte Ihres Gegenübers erhalten, diese ungesehen in die Tasche zu stecken. Nehmen Sie sich einige Minuten Zeit diese zu studieren und legen Sie diese zunächst sichtbar vor sich auf den Tisch. Später verstauen Sie das Kärtchen sorgfältig in Ihren Unterlagen.

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