Während die Umsätze der klassischen PR-Agenturen zu stagnieren scheinen, wachsen die Umsätze im Bereich des Web 2.0. Agenturen mit Fokus auf Social Media profitieren zunehmend von dem Zwang der Unternehmen über eine starke Online-Präsenz zu verfügen. Selbst wenn es nur die eigene, ansprechende Webseite ist. Im Vergleich zum Vorjahr werden Umsatzsteigerungen von über 50 Prozent und mehr gemeldet. Social Media Manager haben Konjunktur.
Was zeichnet einen Social Media Experten (wie sich auch bezeichnet werden, aber dies ungern hören) aus? Beginnen wir mit den schwarzen Schafen der Branche. Das sind vor allem Theoretiker und reine Technik-Nerds. Viel heiße Luft und wenig Taten, Phrasen wie – Ich weiß wo es lang geht, so machen wir das – zeichnen sie aus. Noch schlimmer: Sie leben nicht, was sie von der Kanzel predigen, dennoch möchten sie ihren Königsweg dem Unternehmen aufzwingen. Sie leben zwar mit und im Web 2.0, aber von was sie da eigentlich reden, haben sie keine Ahnung.
Welche Fähigkeiten sollte ein fähiger Social Media Manager mitbringen? Dieser Frage sind wir auf den Grund gegangen und haben Experten befragt. Den PR Blogger Klaus Eck, den Geschäftsführer von Webguerillas David Eicher und Roland Panter, Inhaber von Wirtschaftsfaktor Sprache – entstanden ist eine Rangliste der must-have Fähigkeiten und Fertigkeiten der Zunft:
- Starke Online-Affinität – Es kommt nicht darauf an stundenlang im Netz zu hängen, sondern wirklich aktiv am Geschehen teilzunehmen. Ein kompetenter Manager ist seit Jahren im Social Media Bereich aktiv, führt ein eigenes Blog, ist auf Twitter oder anderen Plattformen vertreten und engagiert.
- Reichlich Projekterfahrung – Nur weil jemand bloggt, kann er einem Unternehmen nicht erklären wie Social Media funktioniert. Am besten hat er oder sie bereits in einer PR- oder Marketing-Agentur gearbeitet, auch freiberufliche Tätigkeiten sind erlaubt. Entscheidend ist die gewonnen Unternehmens- und Prozesskenntnis. Nur so können die Regeln des Web 2.0, die er dank Punkt 1 versteht, sinnvoll auf das Unternehmen angewendet werden. Gleiches Prinzip wie bei jungen Consultants: Wer noch nie ein Unternehmen von innen gesehen hat, kann es nicht beraten.
- Weitreichende Kontakte – Nicht zu irgendwelchen Personen, sondern den wichtigen Multiplikatoren der Szene, die interessante Nachrichten schnell und möglichst weit verbreiten können. Wichtig ist diese Kontakte auch im echten Leben zu pflegen, auf Veranstaltungen wie beispielsweise der anstehenden re:publica.
- Konzeptionelle Fähigkeiten – Kreativität spielt eine große Rolle. Mit 0815-Aktionen lassen sich keine Nutzer locken. In diesem Zusammenhang ist es entscheidend dem Unternehmen nicht ein vorgefertigtes Konzept auferlegen zu wollen, sondern das Unternehmen zu durchdringen und wichtig Aspekte herauszuarbeiten. Tödlich für die Reputation sind Fake-Profile und Images aus dem Reagenzglas. Authentizität ist das A und O.
- Technische Versiertheit – Es werden keine tiefgehenden Kenntnisse der gängigen Programmiersprachen erwartet, dafür sind tatsächlich Informatiker da, aber der sichere Umgang mit HTML oder FTP-Anwendungen wird vorausgesetzt. Zudem sollte der Manager in der Lage sein, ein Pflichtenheft für den ITler erstellen zu können und sei es nur für die Erstellung einer App.
- Gute Umgangsformen – Was für Social Media allgemein gilt, ist für deren Manager erst recht gültig. Negativen Äußerungen und Kommentaren muss sachlich und konstruktiv begegnet werden. Beleidigungen oder das Löschen von Kritik vergrault selbst den geduldigsten Nutzer.
- Verstehen von Monitoring – Auch dieses Spezialgebiet beherrscht ein guter Social Media Manager. Neben der Analyse und Auswertung der gängigen Monitoring-Tools, sollten auch die relevanten Kriterien bekannt sein, die je nach Unternehmen unterschiedlich ins Gewicht fallen. Wichtig ist es auch, diese Erfahrungen für das Unternehmen in verständliche Worte übersetzen und die Zusammenhänge aufzeigen zu können.
- Portion Neugier – Die beschriebene Berufsgruppe war natürlich unter den ersten bei Twitter, unter den ersten bei Foursquare und Google Buzz und wird auch weiterhin zu den Pionieren im Social Media Bereich gehören. Die Neugier zwingt sie, dazu gehört auch der Blick über den Tellerrand. Im RSS-Reader befinden sich also auch internationale Adressen wie amerikanische oder etwa japanische Blogs.
- Abgeschlossenes Studium – Der Social Media Manager muss nicht zwingend irgendetwas mit Medien studiert haben, die Fähigkeit zur Analyse wird in jeder Fachrichtung gelehrt. Ein Studium der Sozialwissenschaften ist durch den Bezug zu Menschen und dem gesellschaftlichen Zusammenleben besonders geeignet, denn Social Media zielt auf eben jene und nicht auf nackte Zahlen ab.
- Starke Teamfähigkeiten – Der Social Media Manager wird einen (oder mehrere) Ansprechpartner im Unternehmen haben, mit denen er nicht nur auskommen muss, sondern eine symbiotische Verbindung eingehen sollte. Schließlich ist diese Kontaktperson der Schlüssel zum Unternehmen. Ein mürrischer Einzelgänger wird Ihrem Unternehmen nicht viel bringen. Achten Sie darauf, dass der Ansprechpartner über genügend Kontakte im Unternehmen und Berufserfahrung verfügt (Stichwort Prozesskenntnis).
Welche Fähigkeiten würden Sie auf Platz 1 setzen? Was wäre Ihnen besonders wichtig?
Fragend zum passenden Berater
- Können Sie den Erfolg Ihrer Arbeit garantieren? – Ich kann Ihnen versprechen mein Bestes zu geben, aber da wir in einem People-Business agieren, kann man nicht voraussagen was passieren wird. Natürlich wünsche ich uns den Erfolg!
- Wie haben Sie sich Ihre Kenntnisse angeeignet? – Ich spreche viel mit Kollegen und Bekannten aus meinem Bereich. Gerade der Meinungsaustausch auf Messen und Treffen ist mir wichtig. Natürlich lerne auch ich immer wieder dazu und probiere viele Sachen aus.
- Wie erzeugen Sie mediale Aufmerksamkeit? – Ich folge interessanten Personen bei Twitter und picke mir weitere, für mein Themengebiet relevante, Multiplikatoren heraus. Außerdem mische ich in Blogs mit und versuche mich am Dialog zu beteiligen.
- Wie sieht eine Social Media Kampagne aus? – Zuerst muss eine aussagekräftige Message entwickelt werden, die dann an die Nutzer kommuniziert wird. Zur schnellen Verbreitung bieten wir dann noch ein cooles Gimmick gratis an.
- Wie würden Sie den Return On Investment messen? – Oh bitte, ich kann es nicht mehr hören. Wollen wir wirklich darüber sprechen? Na gut, …
Wenn der Social Media Manager Ihrer Wahl ähnliche Antworten liefern kann, sollte Sie ihn engagieren!
Ein Blick in die Quelle dieses Frage-Antwort-Spiels lohnt sich übrigens, die englische Version garantiert einige Lacher.








Pingback: Tweets die „Social Media Manager – Was zeichnet sie aus?“ auf karrierebibel.de – Jeden Tag mehr Erfolg! erwähnt -- Topsy.com
Andreas Habicher
Abgeschlossenes Studium wichtiger als Teamfähigkeit? Ernsthaft?
Thomas Hahn
Eine interessante Liste. Danke dafür.
Punkt 9 stelle ich allerdings in Frage. Ich selbst kenne eine Vielzahl von Personen, die sehr erfolgreich in ihrem Beruf arbeiten, ohne jemals eine Universität besucht zu haben. Manche davon haben einen mittleren Schulabschluss, andere nur teilweise eine Fähigkeit laut Ausbildung. Dennoch arbeiten sie heute für große Kunden wie die Telekom oder die Lufthansa. Diese Personen haben sich selbst in ihrem Bereich so viel Wissen angeeignet, dass sie heute bestens befähigt sind, ohne die klassischen Bildungswege beschritten zu haben. Inzwischen sind das erfahrene und erfolgreiche Kollegen, ob im Bereich Programmierung oder Moderation. Insofern sehe ich nicht, dass es ein abgeschlossenes Studium braucht, um Social Media Manager werden oder sein zu können.
Zur Portion Neugier würde ich persönlich noch das realistische Einschätzungsvermögen über das Potenzial der verschiedenen Dienste hinzunehmen. Foursquare und Google Buzz blind zu empfehlen, schlicht aufgrund ihres Neuheitsfaktors, ist es eher nicht. Selbst Twitter und Facebook würde ich außen vor lassen, wenn man sich nicht weitreichende Gedanken gemacht hat, was damit eigentlich geschehen soll. Es geht wie so oft im Leben weniger darum, der Erste zu sein, als vielmehr der Beste, Kreativste, Interessanteste.
Warum ist eigentlich das Xing Profil von Herrn Panter nicht öffentlich einsehbar?
Hat er etwas zu verbergen? :) Nur ein kleiner Spaß am Rande…
Eine schöne Liste. Vielen Dank.
Lars Hahn
Spannende Liste. Danke!
Noch zwei weitere Aspekte:
- Eine gute Nase für Trends und Entwicklungen
- Intuition – Einfühlungsvermögen. Der beste Social Media Manager nützt einem Unternehmen wenig, wenn er dessen Bedürfnisse nicht intuitiv erfassen und umsetzen kann.
Mit intuitivem Gruß
Lars Hahn
P.S.: Übrigens erhalte ich meine diesbezügliche Inspiration auch bei Kerstin Hoffmann alias “PR-Doktor. Das Kommunikationsblog”
http://www.kerstin-hoffmann.de/pr-doktor/
Rudolf Ernenputsch
Guter Ansatz, aber leider nicht konsequent genug. Wer die o.g. ROI Antwort gibt steht schon mit einem Bein auf der Strasse. Wenn er trotz gespielter Coolness Zahlen und quantitative Zielwerte von sich gibt funktioniert das schon eher.
Und zum Thema “Message an die Nutzer kommunizieren”, S-R ist stark veraltet. Mit den Nutzern muss kommuniziert werden, ein Dialog aufgebaut werden. Das ist das einzige, was Social Media auszeichnet, bidirektionale Kommunikation. Aber n bissel Marketing im Web, so auf Facebook, ist natürlich viel einfacher.
Gute Beispiele für erfolgreiche Social Media Konzepte: Tchibo Ideas, Dell Ideastorm / Dells Twitter Account, BMW’s Facebook Engagement. Alle beruhen darauf, miteinander zu reden und keine Message irgendwo reinzudrücken.
Joerg Meyer
Nummer neun ergibt in der Tat weder Sinn noch ist die Erklärung ausreichend. Ein Universitätsbesuch hat nichts, rein gar nichts, mit der Fähig als Social Media Manager zu tun.
Warum gibt es diesen Punkt?
Falk Ebert
Auf die Frage nach dem ROI sollte man antworten, dass zwar ein quantitativer ROI nicht berechnet werden kann, dass aber bestimmte Kommunikationsziele durchaus an messbaren Zahlen festgemacht werden können und sollten.
Das mit dem Studium finde ich gar nicht so weit hergeholt. Ein Studium bietet, egal was man studiert, ein methodologisches Grundgerüst, das man sonst schwer bekommt. Klar gibt es auch Leute ohne Studium, die wahnsinnig viel auf dem Kasten haben, aber mit dem Argument könnte man auch Blogging, Netzwerk oder Umgangsformen von der Liste streichen.
Und was mir bei der Liste noch fehlt (und was in der Branche meiner Meinung nach unterschätzt wird) ist Community-Erfahrung. Die Dynamik von YouTube Kommentaren oder bei Facebook-Fanpages ähnelt, meiner Wahrnehmung nach, der Dynamik in Communities. Wer also mal eine Zeit lang ein Forum (egal ob Autoschrauber oder Twilight-Fans) moderiert hat, kann deutliche Vorteile beim Lenken der Online-Meute haben.
Holger Lischke
Gegen Ende der Liste wurde es zunehmend schwieriger Plätze zu vergeben. Punkt 9 und 10 sind etwa gleichrangig. Den Punkt 9 gibt es, aufgrund Aussagen der Befragten und ich halte ihn tatsächlich für wichtig. Falk hat das bereits kommentiert.
Der Blick in Stellenanzeigen oder Profile bei Xing bestätigt dies, ein Studium wird verlangt oder ist bereits absolviert wurden. Ihre Kritik würde ich verstehen, wenn das abgeschlossene Studium in den oberen Rängen logieren würde, doch ganz oben steht die Projekterfahrung.
Florian
Ich muss mal kurz dazwischen gretschen: Die Umsätze der PR-Agenturen stagnieren nicht. Haben Sie zu keiner Zeit. Das sag ich nicht, weil es meine Wahrnehmung ist, sondern weil ich im engen Kontakt zur GPRA stehe. Bitte sauber recherchiere ;-) Und keine Thesen aufstellen, nur weil sie in die Argumentationskette passen wie ein verlorenes Puzzleteil. Mit dem Rest des Artikels ge ich d’accord.
Gruß, F
Jochen Mai
@Florian: Offenbar besitzt du bessere Informationen als der Autor. Bevor du diesem allerdings unsaubere Recherche vorwirfst, möchte ich dich bitten, deine Gegenthese durch die bessere Quelle zu belegen (Link?). Behaupten kann das ja sonst jeder…
Pingback: Karrierebibel: Rückblick # 7 « Blogging by holg!
Jörn Hendrik Ast
Yet another Consultant, ehhh?
;)
Schöne Punkte habt ihr da gesammelt. Gilt mit ein paar Anpassungen meiner Meinung auch für IT Consultants (z.B. ERP oder ITIL), Politikwissenschaftler/ Soziologen und Journalisten, Personaldienstleister, Unternehmensberater, Wirtschaftsprüfer oder oder oder.
Es geht doch grundsätzlich um den eigenen Anspruch an der Arbeit der zu Sorgfalt und gewissenhaftem Handeln anspornen sollte. Meiner Meinung sollte sich die Welt der “Bürostuhlarbeiter” ein Beispiel an so manchem Handwerker nehmen. (für die gerade Geschriebenes natürlich auch zählt) Wer hier nicht sauber arbeitet, der hat ganz einfach keine Kunden mehr und so im schlimmsten Fall keine Geschäftsgrundlage. Der Berater hingegen hat mehr Möglichkeiten des defensiven Rückzugs.
Ja die neuen Beratungsmöglichkeiten und der Beratungsbedarf im Netz-Zeitalter fördert schwarze Schafe, aber mir gefällt der leicht abfällige Unterton des Artikels nicht. Umsätze einer Branche in Frage zu stellen ist dünnes Eis, wer darf denn über so etwas urteilen – sollte man das überhaupt?
Wie wäre es denn damit sich auszuprobieren und schnellstmöglich Standards in der Social Media Beratung zu finden? Wie wäre es damit an einem plausiblen return on invest Modell zu arbeiten? Gemeinsam!
Oder ist Anklagen und Warnen besser als gemeinsamer Fortschritt?
Lennard Timm
Natürlich kann man sich auch Fachwissen aneignen ohne studiert zu haben. Im Studium hat man mir das Wissen allerdings meiner Meinung nach fundierter beigebracht. Ich bin ein großer Fürsprecher des Internet, aber wir alle wissen, dass dort auch viel Scheiß drinsteht. Bei einem Dozenten sehe ich das Risiko geringer, dass er keine Ahnung hat.
Ich bin sehr froh, dass ich komplexe Sachverhalte und Themenbereiche im Studium komplett lernen musste und nicht nur gerade soviel, dass es irgendwie ausreicht, um in Projekten so über die Runden zu kommen. Das sehe ich als die Gefahr einer stark ausgeprägten Autodidaktik. Aber da lasse ich auch gerne andere Meinungen zu.
Außerdem: In der Beratung ist es wichtig, mit dem Kunden auf Augenhöhe sprechen zu können, wenn es um die Analyse geht. Dieser Punkt trifft auf Social-Media-Marketing vermutlich nur zum Teil zu, aber manchmal braucht es einen fachlich (und in allen anderen Bereichen auch) besonders gut ausgebildeten Berater.
Holger Lischke
Den leicht abfälligen Unterton haben SIe reininterpretiert – bin ein großer Fan guter SM Manager.
Pingback: „Charakterverstärker – Social Media sind das Kokain der Moderne“ auf karrierebibel.de – Jeden Tag mehr Erfolg!
Jörn Hendrik Ast
Herr Lischke das ist fein, aber der Eindruck des ersten Absatzes ist und bleibt für mich gerade in Verbindung mit dem zweiten Punkt destruktiv. Allerdings ist das Original, von einem SM Berater (Ian Lurie) geschrieben auch nicht so viel besser. Allerdings ist der Ton ein anderer, wo hingegen er es schafft seine eigene Branche selbstkritisch auf die Schippe zu nehmen, klingt dieser Artikel hier nach meinem Geschmack einfach zu belehrend.
Aber keine Kritik ohne konstruktiven Vorschlag, wie wäre es mit einem offenen Artikel in Wikiform de rüber Karrierebibel ausgeschrieben ein paar Grundsätze der Social Media Beratung klärt?
Also selber geschrieben von den Teilnehmern die Lust dazu haben. Ach ja in Creative Commons natürlich und nen Abdruck in der Wiwo wäre auch ganz nett.
Holger Lischke
Klasse Vorschlag. Warum nicht die Bekanntheit des Blogs für eine solche Idee nutzen!
Jochen Mai
@Jörn: Es gibt derzeit aber jede Menge Pseudoberater da draußen, die auch jenen Unternehmen Facebook-Fanpages andrehen, die damit gar nichts anzufangen wissen. Ich finde, den obigen Absatz absolut verpflichtend in einem solchen Artikel, weil der sonst schlichtweg zu einseitig und unkritisch würde.
Die Wiki-Idee dagegen finde ich sehr hübsch – zumal sie sich leicht umsetzen lässt: auf der bereits vorandenen Facebook-Fanpage im “Diskussionen”-Bereich. Wer fängt an?
Jörn Hendrik Ast
@Holger @Jochen: Vamos!
http://www.facebook.com/topic.php?topic=13&uid=106107182757291#!/topic.php?uid=106107182757291&topic=13
Freue mich über eine rege Diskussion!
Peter Löwenstein
Es gibt einen Unterschied zwischen SM-Manager und Berater:
Wie arbeiten Sie mit ihrem Kunden?:
Berater: “Hmm, ich lasse mich für zwei Tage buchen, twittere auf dem Hinweg zum Kunden, beim jedem Kaffee dass ich beim Kunden bin und beim Rückweg dass ich auf dem Rückweg vom Kunden hin zur nächsten Konferenz bin. Beim Kunden halte mein maximal 2,5 -tägiges Seminar, werfe die Social Media Botschaften aus großer Höhe ab, diskutiere etwas über den Wettbewerb und setzte mich danach wieder ab.”
Manager: “Hmm. Ich lasse mich für ein Projekt verpflichten. Dabei stehe ich auch für Zielerreichung und die Umsetzung der von mir übernommenen Aufgaben gerade. Meine dabei eingesetzten Werkzeuge unterscheiden sich nicht groß von denen eines traditionellen IT-Projektmanagers. Allerdings brauchen die von mir verantworteten Inhalte und Ziele ein sorgfältiges Monitoring und mehr Kommunikationsaufwand, um ihre Umsetzung zu gewährleisten.”
Klaus A. Müller
Super Beitrag zumal mich Social Media als Quereinsteiger sehr interessiert (ich meine auch, dass mit aktivem networking und Moderation div. Foren viel Erfahrung gewonnen werden kann – wie bei mir – und man dadurch auch lernt, wie user / Kunden auch ticken)
Versuche gerade, social media Belange mit meiner Eventmanager-Erfahrung zusammen zu bringen und bin mächtig gespannt auf o.a. avisierte Diskussion.
Gruß vom Bodensee
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Klaus
Bin ganz bei @Peter Löwenstein
Die vielbeschworene und unabdingbare Authentizität bei Engagements in Social Media setzt einen nachhaltigen, langfristigen Ansatz voraus. Mit einem Berater wird man da nicht weit kommen. Deshalb gefällt mir auch der Ansatz des Artikels mit der Fokussierung auf Praxiserfahrung. Deutlich höher ranken würde ich das Thema Monitoring & Analyse. Gerade bei langfristigen Engagements entsteht im Unternehmen zum einen ein Rechtfertigungsdruck für die eingesetzten Ressourcen, den man am besten mit aussagekräftigen Metriken kontert, zum anderen müssen Learnings generiert und für weitere Iterationen des Projekts bzw. zur Prozessoptimierung genutzt werden. Gerade für die Arbeit in größeren Unternehmen würde ich diesen Punkt wichtiger einschätzen als z.B. die Kontakte.
Roland Duck
Ich frage mich, was eine marktübliche Vergütung in dieser Branche ist.
Pingback: saysaysay – DER Digital Media Blog » Social Media Manager – der neue Chef-Analyst des Unternehmens?
Lena S.
Die Frage nach Gehalt eines Social Media Managers interessiert mich auch. Was bekommt man denn in Jahr durchschnittlich bzw. je nach Branche und Region?
Jochen Mai
Ich glaube, das lässt sich pauschal überhaupt nicht beantworten. Da der Job auch noch neu ist, gibt es kaum referenzen. Aber ich vermute, die Bandbreite reicht von 50.000 bis 100.000 Euro (und ggf. höher) – eben je nach Branchen, Betriebsgröße und Hierarchiebene.
Lena S.
Danke für die Antwort. Trotzdem hätte ich dazu noch Frage. Stellen wir folgende Situation vor: Ein Bewerber um die Position SM-Manager sitzt bei einem Vorstellungsgespräch bei einer großen Agentur und er wird nach dem Wunschgehalt gefragt. Was soll der Bewerber antworten? Wie trifft man da die richtige Höhe?
Jochen Mai
Das hängt von den Aufgaben ab, der Größe des Teams, dem Budget und der Verantwortung dafür. Wie gesagt: Es gibt kaum Referenzen – das ist einzelfallabhängig. EIne pauschale Antwort (“Sag einfach 50.000 EUR”) wäre unseriös.
Lena S.
Da muss ich völlig zustimmen, einfach 50.000 sagen, wäre unseriös. Man muss es natürlich begründen. Nehmen wir an, der Bewerber ist gerade frisch aus der Uni und hat auch Social Media Marketing zu seinem Schwerpunkt gewählt. Zu seinen Aufgaben gehört alles rund um Social Media Management: Analyse, Entwicklung und Umsetzung der Strategien, Kundenbetreuung, etc. Wie könnte man dann richtig formulieren, warum 50.000€ angemessen wären. Z.B. so: “Ich habe mich informiert, dass dies der Standardgehalt in dieser Branche ist? Oder “Wissen Sie z.B. München ist die teuerste Stadt Deutschlands und ich glaube 50.000 wäre angemessen”? Was ist dann die richtige Formulierung bei der Präsentation eines Wunschgehaltes, damit man nicht unseriös und unwissend wirkt?
Jochen Mai
Also, das Studium qualifiziert dich natürlich zunächst einmal “nur” für den Job. Das Argument, dass das ein Standardgehalt ist, kannst du gerne bringen. Verkehrt ist das nicht. Aber es könnte die Rückfrage kommen: Bei wem haben Sie sich informiert? Denn in der Tat existieren ja erst sehr wenige Jobs dieser Art. Und dann sollte die Referenzquelle vergleichbar sein. Heißt: Wenn das Unternehmen, das 50.000 Euro zahlt größer ist, der Job umfänglicher und der Mensch, der ihn bekleidet, erfahrener (und nicht frisch aus der Uni), schießt du dir ins eigene Knie. Denn dann lieferst du gute Argumente, warum du “weniger wert” bist.
Denn eines gilt bei jeder Gehaltsverhandlung: Du verkaufst deine Leistung, dein Wissen und deinen Marktwert (der zum Teil auch in Erfahrungen und Kontakten begründet ist). Deshalb niemals (!) mit der Stadt argumentieren, Motto: München ist so teuer. Unternehmen sind nicht die Wohlfahrt. Sie bezahlen dich nicht dafür, dass du dir ein schönes Leben leisten kannst. Sie bezahlen dir 40-, 50-, 60.000 Euro, weil sie glauben, dass du umgekehrt dafür einen Mehrwert leistest, der das Gehalt locker wieder einspielt. Und genau das muss dein Argument sein: Was kannst du für das Unternehmen in dem Bereich bewirken, was nur du kannst (gut, der Punkt ist schwer, wenn man gerade von der Uni kommt) und was dem Unternehmen großen Nutzen stiftet.
Ich nenne mal ein Beispiel (ist aber nur ein Beispiel – so genau wird man das schwer sagen können!): Wenn du etwa vorrechnen kannst, dass du mit deinem SM-Management binnen eines Jahres allein auf Facebook 50.000 Fans generieren kannst, die wiederum die Markenbekanntheit um x % steigern und sich damit auch der Umsatz um x % erhöhen könnte, dann hast du ein handfestes Argument, dass deinen Wert und damit dein Gehalt begründet.
Nochmal: Bitte nicht mit teuren Mieten argumentieren. Das ist dein Problem – nicht das des Unternehmens. Überzeugend und seriös ist allein, wenn du versuchst, deinen Mehrwert zu beziffern. Ob diese Rechnung am Ende aufgeht, weiß freilich kein Mensch. Aber das ist auch nebensächlich. Das Unternehmen sieht zunächst einmal dein Potenzial (und das gilt ja immer bei Einstellungen, das sind zunächst immer Versprechungen, die sich erst im Verlauf des Arbeitslebens bestätigen oder eben auch nicht) und kann sich ausrechnen, ob sich deine Einstellung zu dem Gehalt lohnt.
Lena S.
Vielen Dank für die ausführliche Antwort!
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Ben
Klasse Beitrag! Ich fand die Fragen und Antworten zum Schluss überflüssig ;-) Hätte man sich sicher sparen können…
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rivoid
Wie immer wir ein Studium viel zu hoch bewertet! Ein abgeschlossenes Studium sagt noch lange nichts über das wirkliche Können eines Bewerbers. Aber in D zählen halt nur Zettel.
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