Es gibt viele Wege, seinem Gesprächspartner in Erinnerung zu bleiben kann. Einige davon sind peinlich, ein anderer ist eine schöne und kreative Visitenkarte. Kürzlich fand ich eine Sammlung faszinierender Visitenkarten von Prominenten. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg war ebenso darunter wie Google-CEO Larry Page, die Businesskarte von US-Präsident Barack Obama oder Microsoft-Gründer Bill Gates. Was an allen Visitenkarten jedoch ins Auge sticht: Sie sind tendenziell schlicht. Klar, jede hat irgendetwas Besonderes, das sie einzigartig macht. Aber das war’s, mehr Firlefanz gibt es nicht. Und das ist gut so…

Denn auch bei Visitenkarten gilt: Weniger ist mehr. Form follows function lautet nicht umsonst einer der wichtigsten Gestaltungsgrundsätze. Und der gilt – bei aller Design-Liebhaberei – auch oder erst recht für Visitenkarten-Ideen und Vorlagen. Am Ende erfüllen Sie alle nur eine Funktion: Name, Adresse, Kontaktdaten – das ist das Wesentliche. Auch sogenannter Weißraum, also leere Flächen (die natürlich auch farbig sein können), sind ein wichtiges Gestaltungselement von Businesskarten und fallen wohltuend auf.

Vorlagen für Visitenkarten

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Daher an der Stelle und aus meiner Sicht, wichtige Gestaltungs- und Design-Grundregeln für Visitenkarten. Wobei für alle gilt: Machen Sie nicht alles auf einmal davon, sondern picken Sie sich ein paar Punkte raus, die zu Ihnen passen. Sonst bleibt es nicht schlicht.

Tipps fürs Visitenkarten-Design

  • Beweisen Sie Format. Sie können Ihre Karten im Hoch- oder Querformat gestalten, quadratisch oder faltbar – aber überschreiten Sie dabei möglichst nie die Standardmaße von 85 mal 54 Millimetern. Das entspricht der Größe einer Scheckkarte. Und die passt überall hinein: In Geldbörsen, Jackentaschen, Visitenkarten-Sammelmappen, Rolodex, etc.
  • Überfrachten Sie die Karte nicht. Die wichtigsten Informationen Ihrer Karte sind (heute) Ihr Name, Ihre Handynummer und Ihre E-Mail-Adresse. Die sollte der Betrachter nie suchen müssen, sondern auf einen Blick erkennen. Alles Weitere können Sie der Gestaltung unterordnen. Sie müssen ja nicht gleich Ihre gesamte Lebensgeschichte auf eine Karte setzen. Im Zweifel reicht auch ein Weblink zu einer Seite, wo der Empfänger mehr über Sie erfährt. Bedenken Sie: Viel weißer Raum wirkt großzügiger und edler als eine überfrachtete Farbpalette.
  • Erwähnen Sie Ihre Webseite. Apropos Links: Eine Online-Präsenz wird heute von jedem stillschweigend erwartet. Der Hinweis auf die eigene URL wird vielleicht nicht bemerkt, sehr wohl aber sein Fehlen. Das wirkt enorm gestrig. Die URL ist ein Muss.
  • Schrift, Farben, Formen sollten sich Ihrer Kernbotschaft oder Ihrem Corporate Design unterordnen. Die obigen Beispiele zeigen, dass gerade die Auflösung der Form größte Effekte erzielt. Ein Koch, der eine Karte überreicht, aus der ein Stück “abgebissen” wurde, macht sofort klar, um was es bei ihm geht. Genauso der Frisör, dessen Karte an einen Kamm erinnert. Natürlich gelingt das nicht bei jedem Beruf. Aber zumindest das Nachdenken darüber lohnt sich. Für Schriften hingegen gilt in der Regel: Nie mehr als maximal zwei Typen verwenden. Die Letter wirken sonst zu unruhig und werden kaum noch lesbar.
  • Vorsicht mit kryptischen Berufsbezeichnungen. Womöglich weiß kein Mensch, was der “Manager of First Impression” (Empfang) wirklich macht. Wenn Sie also einen Beruf ausüben, unter dem sich andere nichts vorstellen können, dann integrieren Sie zumindest (etwa auf der Kartenrückseite) eine Erklärzeile, einen Slogan oder irgendetwas, das Ihre Tätigkeit (und damit den Nutzen für den Empfänger) erklärt.
  • Erstellen Sie eine zweisprachige Karte, wenn Sie international arbeiten. Es hat sich global durchgesetzt, dass die zweite Sprache dann Englisch ist. Aber natürlich wirkt es viel wertschätzender, wenn Sie für das jeweilige Land eine Karte in der entsprechenden Landessprache überreichen.
  • Halten Sie die Karteninformationen stets aktuell. Der Hinweis mag selbstverständlich klingen. Ist es aber offenbar nicht. Deshalb: Eine Karte, auf der Sie handschriftlich Ihre Handynummer oder E-Mail-Adresse korrigieren müssen, ist ein No-Go! Damit diskreditieren Sie sich als Nicht-up-to-date oder gar Schlamperich.

So fällt Ihre Karte positiv auf:

  • Integrieren Sie Bilder. Wie viele Businesscards kennen Sie, die ein Foto des Überreichers oder andere Bilder integriert haben? Eben. Bauen Sie ein solches Foto ein. Damit bleibt Ihre Karte nicht nur besser in Erinnerung, es hilft dem Empfänger auch Tage später noch, Ihr Gesicht mit der Karte in Verbindung zu bringen.
  • Spielen Sie mit Materialien. Die sollten natürlich zu Ihrem jeweiligen Geschäft passen. Immerhin gibt es inzwischen Visitenkarten aus Schokolade, Holz, Leder, Stoff, Plexiglas, Metall, Gummi; Karten, die aussehen wie Spielkarten, Theaterkarten, Coupons, Aufkleber oder Sammelkarten, die Lust machen, alle Versionen zu bekommen.
  • Werden Sie dreidimensional. Prägungen, erhöhte Schriften oder Wasserzeichen machen aus jeder zweidimensionalen Fläche eine kleine 3D-Skulptur und einen Handschmeichler. Abraten würde ich allerdings von Designs, die die Karte tatsächlich zu einer Skulptur werden lassen. Wie oben schon erwähnt, ist das zwar ein Überraschungseffekt. Die Karte ist aber unpraktisch, will der Empfänger sie später abheften. Oder wollen Sie wirklich mit Ihrem Logo oder Konterfei zum Staubfänger in einem Regal werden?!
  • Nutzen Sie Sonderfarben. Metallische Farben oder Flächen stechen auf Papier enorm hervor. Steigern lässt sich der Effekt, wenn Sie bewusst dazu nostalgisches Papier oder Büttenpapier kontrastieren.
  • Sparen Sie nicht am falschen Ende. Denken Sie immer daran: Die Visitenkarte ist Ihr Aushängeschild, eine Art Lackmustest für Ihren Selbstwert. Sparen Sie also weder an der Papierqualität noch am Design. Wer eine billige Karte aus dem Automaten überreicht, liefert womöglich auch sonst keinen Mehrwert.

Infografik: Leitfaden für die perfekte Visitenkarte