Veränderungen machen Angst und das gleich aus mehreren Gründen: Niemand weiß genau, worauf er sich dabei einlässt, die Sicherheit des Status Quo muss hinter sich gelassen werden und sowohl sich selbst, als auch dem Umfeld gegenüber will der neue Wandel begründet und erklärt werden. Viele wünschen sich deshalb, dass einfach alles so bleibt, wie es ist. Veränderung? Nein, danke! Das Problem: So funktioniert die Welt leider nicht. Veränderungen gehören nicht nur einfach dazu, sie sind auch absolut notwendig. Für die persönliche Entwicklung, die Erreichung von Zielen und damit auch für Ihren Erfolg. Darum gilt: Veränderungen sollten nicht gefürchtet und vermieden, sondern aktiv geplant und angegangen werden, anstatt nur das Resultat der Umstände sein. Leider passieren genau bei diesem Punkt die meisten Fehler...

Veraenderung Neues Leben jetzt Prokrastination Aufschieben

Warum haben wir Angst vor Veränderungen?

Es sollte für niemanden überraschend sein, dass im Laufe der Jahre die unterschiedlichsten Veränderungen anstehen. Nach der Schule kommt die Uni oder Ausbildung, sehr häufig in einer anderen Stadt, neue Wohnung, neues Umfeld, neue Freunde. Später im Job geht es mit den Veränderungen weiter und auch im Privatleben gibt es immer wieder Kreuzungen, an denen Veränderungen unumgänglich sind.

Trotz dieses Wissens scheinen Veränderungen immer ungelegen oder vollkommen unerwartet aufzutreten. Erschwerend hinzu kommt, dass viele sogar große Angst vor Veränderungen haben. Sie wehren sich mit Händen und Füßen. Aber warum eigentlich? Eine mögliche Ursachen sind schlechte Erfahrungen in der Vergangenheit. Wer schon einmal eine Veränderung mitgemacht hat, die sich im Anschluss als Debakel herausgestellt hat, möchte ähnliches nicht noch einmal erleben.

Dies gilt aber nicht für alle. Häufiger ist die Angst vor Veränderung ein Ausdruck der eigenen Unsicherheit und dem fehlenden Selbstbewusstsein, mit der Veränderung umgehen zu können. Es ist nicht die Veränderung selbst, die wir fürchten, sondern das, was diese mit sich bringen könnte.

Ein Umzug in eine andere Stadt bedeutet, aus seinem gewohnten sozialen Umfeld herausgerissen zu werden und vor Ort erst einmal niemanden zu kennen. Selbstsichere Menschen sind davon überzeugt, sich schnell anzupassen und neue Kontakte zu knüpfen. Wer weniger eigenständig ist, flüchtet sich in die Angst und findet Gründe, die Veränderung abzusagen oder zumindest aufzuschieben.

Je größer das Selbstbewusstsein, desto geringer die Angst vor Veränderungen. Das gute an diesem Zusammenhang ist, dass Sie daran arbeiten können, um Ihre Angst zu überwinden und Veränderungen positiver zu sehen. Entwickeln Sie den Glauben daran, dass Sie mit jeder Konsequenz und möglichen Entwicklung umgehen können und Sie werden Veränderungen als Chance begreifen, anstatt sie zu fürchten.

Der Ablauf von Veränderungen

Veränderungen lassen sich in zwei grundsätzliche Arten gliedern: Freiwillige und unfreiwillige Veränderungen. Die erste Kategorie ist dabei die angenehmere. Die Veränderungen sind selbst veranlasst, es wird aus eigenem Antrieb heraus und mit entsprechend großer Motivation gehandelt. Kurz gesagt: Wir wollen die Veränderung und geben dafür unser Bestes.

Freiwillige Veränderungen stehen etwa an, wenn der Job keinen Spaß mehr macht, Sie die Kündigung einreichen und sich neu orientieren oder wenn Sie freiwillig Ihr Studium vorzeitig beenden, um eine Ausbildung zu machen.

Unfreiwillige Veränderungen verlaufen klassischerweise in fünf Phasen, die nacheinander auftreten.

Veränderung Kurve Phasen Entwicklung Neuerung

Zunächst wird sich der Veränderung komplett verweigert und deren Notwendigkeit wird ignoriert, anschließend wird sogar Widerstand geleistet, um die Veränderung aufzuhalten. Einmal in der Krise angekommen, bei der alles angezweifelt wird, geht es dann aber aufwärts, Möglichkeiten werden erkundet und in Betracht gezogen und am Ende stellen wir fest, dass es doch gar nicht so schlimm war und freunden uns mit der Veränderung an.

Ein häufiger Fehler bei Veränderungen

Die eigene Komfortzone hat ihren Namen nicht ohne Grund bekommen. Es ist der Bereich, in dem man sich auskennt, in dem Probleme und Zweifel sich in Grenzen halten, den man kontrollieren kann und den man genau deshalb nur so furchtbar ungern verlässt. Auch wenn in der Komfortzone und der aktuellen Situation nicht immer alles perfekt ist und es durchaus Dinge gibt, über die man sich ärgert oder die man loswerden möchte. Doch wie heißt es so schön: Lieber das bekannte Unglück als das unbekannte Glück.

Das Ergebnis: Alles bleibt beim Alten. Man redet sich die eigene Situation irgendwie schön, findet sich damit ab und ignoriert, dass eigentlich etwas im Argen liegt.

Veränderungen? Fehlanzeige! Zu groß ist die Angst vor der Ungewissheit. Das ist zum Teil sicherlich verständlich, manche Veränderungen können schließlich große Einschnitte im Leben bedeuten, doch ist dies gleichzeitig der wahrscheinlich häufigste Fehler, wenn es um die Neugestaltung geht: Sie wird viel zu lange aufgeschoben.

Gerade dann wird sie zu einem Risiko, da Sie nicht mehr planen und abwägen können, sondern in die Veränderung hinein gezwungen werden. Wer wartet, bis die Veränderung unausweichlich wird, vergibt mögliche Chancen und gibt die Kontrolle über die weitere Entwicklung aus der Hand.

Hinzu kommt, dass Sie sich selbst schaden, wenn Sie aus Angst vor Veränderungen in einem Situation verharren, die Sie unglücklich macht.

Frühe Veränderungen machen erfolgreicher

Frühe Veränderungen machen erfolgreicher

Der Schlüssel zum Erfolg bei frühzeitigen Veränderungen: Es muss gar nicht immer der ganz große Schritt sein, der alles auf einmal verändert und das bisherige Leben auf den Kopf stellt. Auch hier gilt: Dieser wird meist erst dann notwendig, wenn der richtige Zeitpunkt bereits lange überschritten wurde und man nun irgendwie versuchen muss, die Situation noch zu retten - das erfordert dann meist weitreichende Maßnahmen.

Handeln Sie hingegen frühzeitig, haben kleine Anpassungen und Richtungsänderungen langfristig einen ebenso großen Einfluss und bringen Sie mit weniger Druck, geringerer psychischer Belastung und größeren Erfolgschancen an Ihr Ziel.

3 gute Gründe, warum Sie frühe Veränderungen anstreben sollten

  1. Sie lösen Probleme, bevor diese schlimmer werden

    Sicher, am Anfang ist abwarten der leichtere Weg. Sie hoffen, dass die Dinge sich von alleine Regeln und Probleme sich möglichst schnell wieder in Luft auflösen. In einigen Fällen mag das auch funktionieren, aber sich immer auf solch ein Glück zu verlassen, ist keine vielversprechende Strategie. In der Regel müssen Sie die Dinge selbst anpacken, damit sich wirklich etwas verbessert.

    Wer dann früh gehandelt hat, ist im Vorteil. Trotz gegensätzlicher Hoffnungen haben Probleme die unschöne Angewohnheit, mit der Zeit tendenziell eher größer zu werden. Heißt im Klartext: Je später Sie mit der nötigen Veränderung beginnen, desto schwieriger wird es, den bereits entstandenen Schaden wieder in Ordnung zu bringen.

  2. Sie halten sich alle Optionen offen

    Nicht jedes Fenster, das sich einmal geöffnet hat, bleibt auch offen. Der Großteil Ihrer Optionen beschränkt sich auf einen bestimmten zeitlichen Rahmen - und haben Sie diesen überschritten, gibt es auch keinen Weg mehr zurück. Machen Sie sich diese Endgültigkeit bewusst, wenn Sie das nächste Mal vor der Wahl stehen, ob Sie alles beim Status Quo belassen.

    Außerdem geben Sie sich auf diesem Weg selbst die benötigte Zeit, um eine kluge und durchdachte Entscheidung bezüglich der Veränderung zu treffen. Sie sind (noch) nicht im Zwang, sofort zu handeln und können die Alternativen genau durchleuchten und sich für den Weg entscheiden, der den größten Erfolg verspricht.

  3. Sie verbessern sich kontinuierlich

    Eine wichtige, aber leider oft unterschätzte Erkenntnis lautet: Verbesserung ist kein einmaliges Ereignis, sondern ein stetiger und andauernder Prozess. Es geht eben nicht darum, Veränderungen erst vorzunehmen, wenn die bisherigen Methoden nicht mehr funktionieren. Erfolg hat derjenige, der proaktiv handelt und sich bereits mit möglichen Veränderungen auch dann in Betracht zieht, wenn scheinbar noch kein Bedarf besteht.

    Dies lässt sich besonders im Unternehmenskontext immer wieder beobachten. Erfolgreiche Unternehmen warten nicht darauf, dass Sie mit Ihrem Geschäftsmodell in eine Sackgasse geraten, die Absatzzahlen nachlassen oder die Kunden zur Konkurrenz wechseln. Stattdessen befinden sie sich in einem anhaltenden Prozess der Veränderung und Verbesserung.

Zum Schluss aber noch die Bitte: Verstehen Sie die oben genannten Punkte nicht falsch. Es geht nicht darum, um jeden Preis Veränderungen zu erzwingen. Viel wichtiger ist es zu erkennen, wann Veränderungen angebracht und notwendig sind - und genau in diesen Situationen zu handeln und sich nicht von seiner Angst abhalten zu lassen.

[Bildnachweis: Karrierebibel.de]

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