Bei Firmenfesten und Großveranstaltungen wird es immer besonders deutlich: Es gibt Kollegen, die einfach jeden zu kennen scheinen und überall ihre Kontakte haben. Sie werden ständig gegrüßt, unterhalten sich mit den verschiedensten Mitarbeitern aus ganz unterschiedlichen Abteilungen und können gefühlt keine drei Meter gehen, ohne von jemandem angesprochen zu werden. Diese Kollegen sind eindeutig gute Netzwerker und können nicht nur Kontakte knüpfen, sondern pflegen diese auch. Doch gute Netzwerk-Arbeit hat nur teilweise mit Anlagen oder Begabung zu tun. Mit den richtigen Strategien kann jeder sein Netzwerk ausbauen und festigen.

Persönlichkeit und Charakter spielen zwar grundsätzlich eine Rolle, doch viel hängt von Ihrem Verhalten und Ihren Vorgehensweisen ab. Es wird immer Menschen geben, die Ihnen auf Anhieb unsympathisch sind, ohne dass Sie einen konkreten Grund benennen könnten. Doch selbst mit diesen Personen können Sie einen guten Kontakt pflegen – alles eine Frage der richtigen Strategie.

  1. Offen für alles – Die wichtigste Eigenschaft eines guten Netzwerkers: Immer offen für neue Kontakte zu sein und spontan auf die jeweilige Situation reagieren zu können. Oft stellen sich im Nachhinein die Kontakte als besonders wertvoll heraus, von denen Sie es zu Beginn nie erwartet hätten. Die Grundhaltung sollte sein: Sie können von jedem etwas lernen, Sie wissen nur noch nicht, was.
  2. Erst mal zuhören – Wenn Sie neue Menschen kennenlernen, sollten Sie diesen zuhören. Denn einerseits kann es unhöflich und egozentrisch wirken, wenn Sie sofort von sich erzählen. Andererseits können Sie durch zuhören viel über Ihr noch unbekanntes Gegenüber lernen und bekommen ein Gefühl dafür, welche Themen hier interessant sind.
  3. Angemessen vorstellen – Ihre Vorstellung sollten Sie immer an die Situation anpassen. Bei einer Veranstaltung steht beispielsweise Ihr Job im Vordergrund, bei einem anderen Event legen Sie den Schwerpunkt auf Ihre freiberufliche Tätigkeit . Überlegen Sie sich hier genau, welches Bild Sie vermitteln und auf welche Rolle Sie den Fokus legen wollen.
  4. Sich selbst zurücknehmen – Vor allem im ersten Gespräch sollten Sie sich selbst etwas zurücknehmen und Ihrem Gesprächspartner viel Zeit einräumen. Dabei gilt: Sie sollten sich wirklich für ihn interessieren, gezielte Nachfragen stellen und auf seine Antworten eingehen. Geheucheltes Interesse wird in den meisten Fällen schnell durchschaut.
  5. Andere unterhalten – Manchmal müssen Sie auch den Entertainer spielen, um das Eis zu brechen und das Interesse Ihrer neuen Kontakte zu wecken. Geben Sie die eine oder andere – thematisch passende – Anekdote zum Besten und lassen Sie dabei immer wieder Ihre Erfahrung und Kompetenz durchscheinen. Wenn Sie beispielsweise beiläufig erfolgreiche Projekte erwähnen, erwacht das Interesse Ihrer Gesprächspartner ganz automatisch.
  6. Profil erstellen – Ist der erste Kontakt geknüpft, müssen Sie diesen natürlich auch pflegen. Damit das funktionieren kann, sollten Sie sich von Ihren Kontakten Profile anlegen. Es reicht völlig, wenn Sie sich dazu Notizen in der Outlook-Karteikarte oder einem anderen Programm machen. Wichtig ist nur, dass Sie sich in Stichpunkten die Themen des letzten Gespräches, Gemeinsamkeiten, künftige Anknüpfungspunkte und Interessen Ihres Kontakts notieren. Lesen Sie diese vor der nächsten Begegnung kurz nach, sind Sie optimal auf das Gespräch vorbereitet.
  7. Verknüpfungen herstellen – Diese Profile haben noch einen weiteren Vorteil: Sie können so Verknüpfungen zwischen Kontakten herstellen. Arbeitet Ihr neuer Ansprechpartner vielleicht in einer Abteilung, in der Sie bereits jemand anderen kennen? Gibt es große thematische Überschneidungen zwischen zwei Kontakten? Kennen sich zwei Kontakte bereits?
  8. Kontakt halten – Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft – so heißt es immer. Bei der Netzwerk-Arbeit könnte es heißen: Kleine Aufmerksamkeiten festigen den Kontakt. Nehmen Sie daher alle paar Wochen oder Tage – die Frequenz hängt davon ab, wie wichtig Ihnen die Person ist und wie gut Sie diese bereits kennen – Kontakt auf und melden Sie sich kurz. Das kann ein reines “Guten Tag, wie geht es Ihnen heute?” sein. Besser ist es jedoch, wenn Sie gleichzeitig hilfreiche Informationen – sei es ein Artikel oder eine Veranstaltungsankündigung, die für Ihren Kontaktpartner interessant ist – mitschicken.
  9. Mehrwert bieten – Einen wirklich nachhaltigen und stabilen Kontakt werden Sie in den meisten Fällen nur dann aufbauen können, wenn Sie zu Beginn in die Beziehung investieren. Bieten Sie Ihrem neu gewonnen Gesprächspartner daher Mehrwert in Form von Informationen oder Ratschlägen. Bei letzteren sollten Sie jedoch vorsichtig sein und Ihren Rat nicht ungefragt aufdrängen. Lassen Sie stattdessen durchblicken, dass Sie sich in einem bestimmten Themengebiet gut auskennen und gerne als Ratgeber bereit stehen.
  10. Rat suchen – Andersherum sollten Sie – wenn Ihr Kontaktpartner dazu bereit ist – allerdings durchaus den Rat des Anderen suchen. Dadurch lernen Sie ihn erstens besser kennen und machen zweitens deutlich, dass Sie seine Kompetenz zu anerkennen und zu schätzen wissen.
  11. Kontakte vermitteln – Sie haben zwei Kontakte, die sich gegenseitig unterstützen könnten oder thematisch viele Gemeinsamkeiten aufweisen? Dann sollten Sie sich überlegen, ob Sie die beiden zusammenbringen. Das kann auf einer Veranstaltung, einen einfachen Hinweis oder eine beiläufige Bemerkung geschehen. Warum Sie das tun sollten? Wenn beide Seiten von dem neuen Kontakt profitieren, haben Sie beiden einen Vorteil verschafft und Ihre Beziehung dadurch gefestigt.
  12. Themen erweitern – Nach und nach sollten Sie die thematische Bandbreite Ihrer Kontakte erweitern. Das kann bedeuten, neue Kontakte in anderen Bereichen zu knüpfen. Sie können jedoch auch Ihre bestehenden Kontakte auf neue Themen ansprechen und entdecken so vielleicht ganz neue Seiten und Potenziale.