Ausbildung Gehalt: Hier verdienen Azubis am meisten
Für ihren dekadenten Lebensstil sind Azubis gemeinhin nicht bekannt. Ihr schmaler Lehrlingsverdienst erlaubt es kaum, am Wochenende in Eselsmilch zu baden oder exklusive Boutiquen leer zu shoppen. Aber: Die Gehälter der Nachwuchs-Fachkräfte steigen seit Jahren stark an. Die Ursachen sind vielfältig - und auf absehbare Zeit kaum umkehrbar. Für Unentschlossene gilt: Vergleichen Sie ruhig die Vergütung, bevor Sie sich für einen Ausbildungsberuf entscheiden.

Ausbildung: Mehr Geld für Azubis

Für Azubis brechen bessere Zeiten an. Nein, sie sind längst angebrochen. Im vergangenen Jahr stiegen die Ausbildungsvergütungen abermals deutlich an - zum dritten Mal in Folge. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat die Azubi-Gehälter in einer aktuellen Auswertung genau aufgeschlüsselt.

In den westlichen Bundesländern gehen Auszubildende demnach mit durchschnittlich 802 Euro nach Hause - das sind satte 4,6 Prozent mehr als im Vorjahr. In den östlichen Bundesländern steckten durchschnittlich 737 Euro in der Lohntüte - 4,1 Prozent mehr. Damit öffnete sich die Azubi-Lohnschere zwischen West und Ost wieder ein wenig, nachdem sie sich zuvor Jahr für Jahr ein Stückchen geschlossen hatte.

Drei Gründe für den Lohnzuwachs

  1. Die wirtschaftliche Lage: Die Betriebe in Deutschland stehen sehr solide da, insbesondere im europäischen Vergleich, und können die Gehaltssprünge verkraften.
  2. Die demographische Entwicklung: Sinkende Schülerzahlen verringern das Azubi-Angebot schon seit Jahren und treiben die Löhne nach oben.
  3. Die akademische Konkurrenz: 2013 gab es in Deutschland zum ersten Mal mehr Studienanfänger als Azubis. Der Trend zum Studium ist ungebrochen und macht aus den Auszubildenden eine begehrte und knappe Spezies.

Stellensuche: Das sollten Azubis wissen

  • Berufe:

    Unter normalen Umständen steigen die Löhne gerade in den Ausbildungsberufen stark an, in denen der Bewerbermangel besonders heftig um sich greift. Das war im vergangenen Jahr nur vereinzelt der Fall. Aber: Köche im Westen etwa verdienen jetzt 4,9 Prozent als im Vorjahr.

  • Branchen:

    Auch zwischen den Ausbildungsbereichen gibt es deutliche Unterschiede. So verdienen Azubis in Industrie und Handel 871 Euro im Monat (Westen), während es im Handwerk (Westen) nur durchschnittlich 669 Euro sind.

  • Bundesländer:

    In einzelnen Berufen ist die Lohn-Diskrepanz zwischen Ost und West größer, in anderen geringer. So bekommen etwa Versicherungskaufleute, Verwaltungsfachangestellte und Bäcker während ihrer Ausbildung das gleiche Geld, während das Gehaltsgefälle bei Maurern (fast 200 Euro) beträchtlich ist. In der West-Rangliste liegen die Maurer auf Platz eins, im Osten nur auf Position 7. Das heißt: Als Thüringer sollten Sie über einen Umzug gen Westen nachdenken, wenn Sie Maurer werden wollen. Umgekehrt haben hessische Bäcker-Azubis nebenan in Thüringen womöglich eine größere Auswahl an Azubi-Plätzen - zu denselben Konditionen wie daheim.

  • Regionen:

    In Ballungsgebieten ist die Palette an Ausbildungsbetrieben zwar größer und bunter, dafür auch die Konkurrenz. Wer seine Fühler in ländlichen Regionen ausstreckt, hat womöglich bessere Chancen auf seine Traumstelle.

  • Angebot:

    Sehen Sie sich auch nach Alternativen abseits des Azubi-Mainstreams um. Es gibt nicht nur Friseur, Koch und Bäcker da draußen. Das BIBB hat in seine Berechnungen übrigens 179 Berufe im Westen und 156 im Osten einbezogen, in denen insgesamt 88 Prozent aller Auszubildenden vertreten waren. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt: Beim nachfolgenden Ranking handelt es sich nicht um eine Rangliste aller, sondern ausgewählter Ausbildungsberufe.

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Das verdienen Azubis in Westdeutschland

(Durchschnittlicher Bruttoverdient in Euro pro Monat)

Rang Unternehmen Bruttolohn
1. Maurer 1030
2. Mechatroniker 964
3. Kaufleute für Versicherungen und Finanzen 961
4. Industriemechaniker 959
5. Medientechnologen Druck 933
6. Industriekaufleute 931
7. Verwaltungsfachangestellte 873
8. Kaufleute im Einzelhandel 807
9. Dachdecker 783
10. Gebäudereiniger 747
11. Gärtner 716
12. Medizinische Fachangestellte 713
13. Kraftfahrzeugmechatroniker 712
14. Köche 705
15. Kaufleute für Büromanagement 695
16. Metallbauer 686
17. Maler und Lackierer 583
18. Floristen 572
19. Bäcker 570
20. Friseure 474

Das verdienen Azubis in Ostdeutschland

(Durchschnittlicher Bruttoverdient in Euro pro Monat)

Rang Unternehmen Bruttolohn
1. Kaufleute für Versicherungen und Finanzen 961
2. Mechatroniker 943
3. Medientechnologen Druck 933
4. Industriemechaniker 916
5. Verwaltungsfachangestellte 873
6. Industriekaufleute 865
7. Maurer 834
8. Dachdecker 783
9. Kaufleute im Einzelhandel 723
10. Medizinische Fachangestellte 713
11. Gebäudereiniger 657
12. Kaufleute für Büromanagement 636
13. Kraftfahrzeugmechatroniker 583
14. Maler und Lackierer 583
15. Köche 581
16. Bäcker 570
17. Gärtner 554
18. Metallbauer 519
19. Floristen 312
20. Friseure 269
[Quelle: Bundesinstitut für Berufsbildung, Berechnungsbasis: Tarifliche Ausbildungsvergütungen; Bildnachweis: Air Images by Shutterstock.com]