Mal ehrlich: Wir alle lügen, auch wenn wir es selten zugeben. Oft sind es nur kleine Unwahrheiten im Alltag, versteckte Notlügen, die keinem wirklich schaden, aber trotzdem dieses ungute Gefühl in den meisten Menschen auslösen. Kaum jemand ist so eiskalt, dass ihm eine Lüge über die Lippen kommt, ohne dass sich der Pulsschlag verschnellert oder die Hände ein wenig verschwitzt sind. Je größer und schwerwiegender eine Lüge ist, desto größer der Stein, der einem vom Herzen fällt, wenn diese unentdeckt bleibt. Leider wächst auch der Stolz, mit seinem Märchen durchgekommen zu sein und die Hemmschwelle für weitere Lügengeschichten sinkt. Doch wie heißt es so schön: Ehrlich währt am längsten und werden Sie beim Lügen erwischt, ist die Erklärungsnot groß. So können Sie sich aus dieser prekären Lage wieder herausmanövrieren...

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Lügen haben kurze Beine: Wie werden Lügen erkannt?

Selbst die geschicktesten Lügner müssen Angst haben, enttarnt zu werden - und die meisten Menschen gehören eher nicht zur Kategorie des gewieften Lügners, den kaum etwas aus der Fassung bringen kann und der sein Umfeld manipuliert.

Nur ein verschwindend geringer Anteil aller Lügen ist böswilliger Natur und zielt darauf ab, bewusst einem anderen zu schaden. Viel häufiger fühlt man sich die eine Lüge hineingezwungen, weiß sich nicht mehr anders zu helfen oder möchte sogar die Gefühle des Gegenübers schützen.

Trotzdem - und gerade weil glücklicherweise kaum jemand ein guter Lügner ist - kommen zahlreiche Lügen irgendwann doch ans Licht. Da kann man sich noch so sicher fühlen und eine scheinbar wasserdichte Geschichte vorbereitet haben, urplötzlich und ohne Vorwarnung wird man mit der Wahrheit konfrontiert: Der andere weiß Bescheid. Aber woher?

  • Sie haben sich selbst verraten. Eine Lüge zu verbergen ist ein Kinderspiel? Ganz und gar nicht! Körpersprache, Mimik oder Blick entlarven Sie möglicherweise bereits in Sekunden. Fängt das Pokerface einmal an zu bröckeln, reimen sich die anderen den Rest meist selbst zusammen.
  • Jemand anders hat Sie enttarnt. Vielleicht geschieht es nicht mal mit Absicht, weil der andere nichts von Ihrer Geschichte weiß, doch die Lüge kann auch durch jemand anderen aufgedeckt werden. Vielleicht fragt Sie ein Kollege nach dem Konzert, auf dem Sie waren, obwohl Sie dem Chef gesagt haben, Sie würden sich um Ihr erkranktes Kind kümmern.
  • Ihre Geschichte bröckelt. Wie heißt es so schön in jeder Polizeiserie: Der Verdächtige hat sich in Widersprüche verstrickt. Sie können es durchaus als eine Art Kompliment sehen, dass Ihre Lügen nicht perfekt sind, doch erhöht sich so natürlich auch die Wahrscheinlichkeit, dass Sie auffliegen und Ihr schönes Lügengebilde über Ihnen zusammenbricht.

Was tun, wenn Sie jemandem bei einer Lüge erwischen?

Beim Lügen erwischt Unwahrheit mit einer Lüge umgehenNicht nur Sie können beim Lügen erwischt werden, oft genug ist es genau anders herum und Sie stellen fest, dass es jemand Ihnen gegenüber mit der Ehrlichkeit nicht so genau genommen hat. Das ist zunächst vor allem ärgerlich und lässt Sie daran zweifeln, bei welchen anderen Gelegenheiten und Anlässen Ihr Gegenüber Sie noch angeflunkert hat. Nach dem ersten Frust steht dann die Frage im Raum: Wie wollen Sie mit der Lüge umgehen und darauf reagieren?

Der verständliche Impuls ist, sofort auf Konfrontationskurs zu gehen und es dem anderen um die Ohren zu hauen. Das ist jedoch in erster Linie Rache und nicht wirklich die beste Vorgehensweise. Besser ist, die Situation zunächst einmal zu reflektieren. Wobei wurde gelogen? Was sind mögliche Gründe? War es eine kleine Notlüge oder ein ernsthafter Vertrauensbruch?

So geben Sie sich selbst die Zeit, ein wenig runterzukommen und das hochgekochte Gemüt zu beruhigen. Gleichzeitig können Sie sich nun wirklich darum bemühen, die Situation zu klären - was auf unterschiedliche Weisen funktionieren kann.

Dabei gilt: Haben Sie jemanden bei einer Lüge erwischt, sollten Sie ein Gespräch unter vier Augen suchen. Es mag reizvoll klingen, das Geschehen an die große Glocke zu hängen und den Lügner bloßzustellen, doch auch das trägt nicht zu einer Klärung bei. Verzichten Sie auch auf wildes Geschrei und lautstarke Anschuldigungen. Im Normalfall wird ein Lügner sich bereits schlecht genug fühlen, wenn Sie in ertappt haben.

Bieten Sie einen wirklichen Austausch an, indem Ihr Gegenüber seine Beweggründe erklären darf - soweit dieser daran interessiert ist. Das macht die Sache nicht unbedingt besser, kann Ihnen aber helfen, es besser zu verstehen.

Zu guter Letzt liegt es an Ihnen, alle Eindrücke zu sammeln, die Situation zu bewerten und daraus die Konsequenzen zu ziehen. Das Ergebnis kann dabei irgendwo zwischen einem Bitte lüg' mich in Zukunft nicht mehr an... und dem kompletten Verlust des Vertrauens liegen.

Beim Lügen erwischt: Tipps, für den richtigen Umgang mit der Situation

Es ist die Situation, die jeder vermeiden will. Schon bevor ein Wort gesagt wurde, erkennt man an der Körperhaltung und der Mimik des Gegenübers, dass die eigene Lüge aufgeflogen ist. Meist folgt dann der Satz: Hattest du nicht gesagt, dass... und sofort entsteht ein enormer Druck. Wie reagiert man, wenn man bei einer Lüge erwischt wurde und direkt damit konfrontiert wird? Am liebsten würde man sich aus dem Staub machen, doch der Gegenüber erwartet eine Antwort. Diese fünf Tipps können helfen:

  1. Verstricken Sie sich nicht in ein Lügennetz

    Es ist ein Instinkt, den Sie unbedingt unterdrücken sollten: Wird man beim Lügen erwischt, flüchten sich die meisten einfach in weitere Lügen, um die erste Flunkerei zu vertuschen. Dies bringt Sie jedoch kein bisschen weiter, erhöht nur den Druck und macht es irgendwann unmöglich, den Überblick über die eigene Lügengeschichte zu behalten.

    Bricht das erfundene Kartenhaus schließlich irgendwann in sich zusammen - und das ist früher oder später unausweichlich - sind die Probleme noch viel größer und Sie werden gar nicht mehr wissen, wie Sie all die Lügen rechtfertigen sollen, die aufeinander aufbauen.


  2. Stehen Sie zu Ihrer Lüge

    Ihnen bleibt wohl oder übel nichts anderes übrig, als zu Ihrer Lüge zu stehen und das beste aus der Situation zu machen. Wer sich die Suppe einbrockt... Der erste Schritt sollte in jedem Fall eine Entschuldigung sein, eine ernst gemeinte die von Herzen kommt.

    Egal ob Ihr Chef auf der Arbeit, ein Freund oder ein Familienmitglied Sie beim Lügen erwischt hat: Lügen sind immer ein Zeichen fehlenden Respekts und auch mangelnden Vertrauens. Um Verzeihung zu bitten fällt in einem solchen Fall nicht jedem leicht, weil man sich für das eigene Verhalten schämt, doch es ist für die weitere Beziehung, ob privat oder beruflich, ein unverzichtbarer Grundstein.


  3. Erklären Sie Ihr Verhalten

    Nein, Sie sollen sich nicht möglichst wortgewandt aus der Affäre ziehen und hoffen, dass schnell Gras über die Angelegenheit wächst. Gemeint ist eine wirkliche Erklärung. Was haben Sie sich bei der Lüge gedacht? Wieso sind Sie nicht gleich mit der Wahrheit rausgerückt? Machen Sie dabei am besten klar, dass Ihre Lüge nicht mit böswilligen Absichten verbunden war, sondern Sie eigentlich etwas Gutes bezwecken wollen, was leider nicht geklappt hat.

    Zwar ist diese Erklärung noch längst keine Rechtfertigung, Mitmenschen mit der Unwahrheit zu konfrontieren, doch es ist ein wichtiger Anfang, da Sie endlich mit der Wahrheit rausrücken. Vielleicht kann der ein oder andere Belogene Ihren Standpunkt anschließend ein wenig besser nachvollziehen.


  4. Machen Sie es falls möglich wieder gut

    Ist durch Ihre Lüge ein Problem oder gar ein Schaden entstanden, sollten Sie sich schnellstmöglich daran machen, die Dinge wieder gerade zu rücken. Auch hier gilt: Übernehmen Sie die Verantwortung und zeigen Sie Aufrichtigkeit.

    Fragen Sie die Person, die Sie belogen haben, wie Sie es wieder gut machen können. Damit können Sie die Enttäuschung und den Frust über Ihre Lügen zwar nur ein wenig schmälern, doch zeigen Sie immerhin den guten Willen, indem Sie Buße tun.


  5. Arbeiten Sie an Ihrem Ruf

    Einmal beim Lügen ertappt und schon ist die Glaubwürdigkeit dahin. Leider ist die andere Richtung der schwierige Weg, denn einmal verlorenes Vertrauen lässt sich nur schwer wieder herstellen und braucht vor allen Dingen Zeit und Ihre Bemühungen, den eigenen Ruf wieder ins richtige Licht zu rücken. Oberstes Gebot: Lügen Sie nicht noch einmal!

    Man verfällt schnell wieder in den Gedanken, dass die kleinen Lügen ohnehin nicht bemerkt werden, doch sollten Sie dieses Risiko erst gar nicht eingehen. Ihre Mitmenschen werden Ihnen gegenüber besonders aufmerksam sein. Eine Lüge kann als einmaliger Ausrutscher verziehen werden, wiederholt sich das Verhalten, hat es sich langfristig mit dem Image erledigt.

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