baranq Fehler passieren, Fehler sind menschlich: Ihr Bewerbungsgespräch aber sollten Sie möglichst fehlerfrei absolvieren, damit Ihnen währenddessen nicht der Arbeitsvertrag durch die Hände gleitet. Es gibt die üblichen Malheure, mit denen Sie ins Hintertreffen geraten - und einige Unsitten, von denen Sie vielleicht noch gar nicht wussten, dass sie Personalern sauer aufstoßen können. Wir zeigen Ihnen, welche Fehler Sie im Bewerbungsgespräch vermeiden sollten.

Bewerbungsgespräch: Bitte keine Fehler

Ein Bewerbungsgespräch verläuft ja so ähnlich wie ein Formel-1-Rennen. Erst müssen Sie sich in eine gute Ausgangsposition bringen, dann auf der langen Gerade Vollgas geben und Ihren Werdegang ausbreiten, die Schikane und fiese Fangfragen überstehen, um am Ende als Erster über die Ziellinie zu brettern und den Pokal (Arbeitsvertrag) in Händen halten zu können.

Unterwegs werden unzählige rote, gelbe oder weiße Flaggen geschwenkt. Natürlich verhält sich jeder Personaler anders, jeder hat andere Vorstellungen von einem perfekten Bewerber. Aber: Es gibt durchaus einige Manöver, auf die sehr viele mit hochgezogenen Augenbrauen reagieren. Wir haben uns umgehört und fünf Unsitten herausgefiltert, die Personalern im Bewerbungsgespräch sauer aufstoßen.

Bewerbungsgespräch: Diese 5 Unsitten bitte vermeiden

Fehler 1: Sie erscheinen überpünktlich

Christopher Edwin Nuzzaco

















Jeder weiß, dass es inakzeptabel ist, zu spät zum Bewerbungsgespräch zu kommen. Aber schlagen Sie ebensowenig 20 Minuten vor Ihrer Zeit am Empfang auf. Damit setzen Sie die Personaler - zumindest indirekt - unter Druck, alles stehen und liegen zu lassen und sich schnellstmöglich Ihrer anzunehmen. Kein Rekruter beginnt das Jobinterview gerne mit Schuldgefühlen im Hinterkopf.

Außerdem: Wer viel zu früh vor Ort ist, signalisiert dadurch, dass er ansonsten den lieben langen Tag Leerlauf hat. Und obwohl Sie gerade offensichtlich auf Jobsuche sind, ist das nicht der Eindruck, den Sie vermitteln wollen. Das Café um die Ecke ist ein besserer Ort, um noch schnell zehn Minuten totzuschlagen.

Fehler 2: Sie haben Ihren Text so perfekt einstudiert, dass Sie wie ein Roboter wirken

josefkubes

















Auch hier der Hinweis: Jedem ist klar, dass man sich gefälligst gut aufs Bewerbungsgespräch vorzubereiten hat. Infos einholen, Rückfragen zurechtlegen, Hemd oder Bluse bügeln und rauslegen, die ganze Palette halt. Machen Sie aus Ihren Vorbereitungen aber keinen Ultra-Marathon. Wenn Sie sich auf jede denkbare Frage einige Sätze aus dem Baukasten zurechtlegen und das Ganze vor dem Spiegel bis zur Perfektion treiben, schlägt der Effekt schnell ins Gegenteil um.

Zu viel Perfektionismus schadet Ihrer Glaubwürdigkeit - und bringt überdies auch keine Sympathie-Punkte.

Noch mal: Vorbereitung ist gut und sinnvoll. Ein gewissen Spielraum für Improvisation und Spontaneität sollten Sie aber freilassen.

Fehler 3: Sie sind ZU gesprächig

Ollyy
















Oh, Sie waren also übers Wochenende noch auf Gran Canaria? Und haben dort einen unfassbar köstlichen Red Snapper verspeist? Nur der Hotelpool war ein bisschen schmuddelig? Nein, wirklich?

Vielleicht gehören Sie zu der Sorte Mensch, die gerne, ausgiebig und gekonnt smalltalkt. Das ist nicht nur prima so, sondern kann zu Beginn des Vorstellungsgesprächs hartgefrorenes Eis brechen. Eine Prise Small Talk zum Einstieg hilft. Nur: Machen Sie sich bewusst, dass es sich hier immer noch um ein Jobinterview handelt und nicht um ein Kaffeekränzchen.

Natürlich stehen Personaler nicht auf Bewerber, denen man jede Antwort mühsam aus der Nase ziehen muss. Aber erzählen Sie nicht den erstbesten Schwank aus Ihrem Leben, um das Gespräch anzukurbeln, machen Sie aus Ihrem Jobinterview keine zwanglose Plauderstunde. Es soll Rekruter geben, die so etwas aufdringlich, unangenehm und unpassend finden.

Heute geht es um den Job und um fachliche Inhalte. Über Ihr Privatleben können Sie anschließend immer noch ausgiebig plaudern - sobald Sie den Job haben.

Fehler 4: Sie sind zu ichbezogen

Paolo Schorli




















Versetzen Sie sich einmal in die Lage des Rekruters: Was wohl gerade in seinem Kopf vorgeht? Vielleicht das hier: "Wie mache ich diesen reizenden Bewerber zu einem glücklichen und zufriedenen Menschen?" "Wie wird er sich wohl fühlen, wenn er in seinem nagelneuen Dienstwagen beim Kunden vorfährt?" "Warum überschütte ich ihn nicht einfach mit Geld?" Hmm. Nein.

Das hier geht in seinem Schädel vor: "Wie hilft mir dieser verdammte Typ am anderen Tischende, mehr Geld zu verdienen?" "Wie bringt er das Unternehmen voran?" "Welche Vorteile haben wir von ihm?" Zugegeben, das klingt recht brachial, aber der Nutzen für das Unternehmen hat zunächst einmal Priorität. Was im Übrigen gar nicht ausschließt, auch ein angenehmes Arbeitsumfeld bieten und alle Mitarbeiter astrein behandeln und bezahlen zu wollen. Dieses Bedürfnis steht aber, so hart das klingt, nicht an allererster Stelle.

Deshalb wäre es aus Ihrer Sicht unklug, Ihre Person zu sehr in den Vordergrund zu rücken. Ihre Qualitäten sind es, die ins Rampenlicht gehören. Vermitteln Sie nicht den Eindruck, dass Sie zuallererst an Ihren neuen Dienstwagen oder Ihr Diensthandy denken, an Provisionen und Boni, an materielle und nicht-materielle Annehmlichkeiten. Betonen Sie nicht die Vokabeln „ich“, „mich“ und „mir“.

Überlegen Sie sich, wie Sie der Firma helfen können - und bringen Sie genau das im Vorstellungsgespräch rüber.

Fehler 5: Sie bedanken sich nicht

Goodluz

















Nachdem Sie nun also lang und breit von sich und Ihren Begabungen erzählt haben, naht die Zeit des Abschieds. Jetzt kann eigentlich nichts mehr schiefgehen. Es sei denn ...

Es sei denn, Sie hinterlassen einen nachhaltig schlechten letzten Eindruck. Vergessen Sie also nicht, zur Verabschiedung noch einen Satz der Dankbarkeit an Ihren Gesprächspartner zu richten. Etwa so: "Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für mich genommen haben."

Das mag für Sie selbstverständlich klingen. Wenn Sie aber den Abgang vermasseln, könnte das empfindliche Abzüge in der B-Note geben - und im schlimmsten Fall den Job kosten. So vermitteln Sie gute Manieren und drücken Ihre Wertschätzung aus. Der letzte Eindruck zählt.

Wichtig also: Bedanken Sie sich nach dem Gespräch ausdrücklich bei Ihrem Gegenüber für seine Zeit. Dieser wird es zu schätzen wissen. Letztlich wollen Personaler vernünftige Mitarbeiter - und keine Vollidioten.

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