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Jobinterview: Mit Psychotricks punkten

Psychotricks im Jobinterview? Das klingt nach gefährlich fieser Manipulation. Als sollten Bewerber den Personaler in eine Psychofalle locken… Darum geht es aber nicht. Vielmehr gibt es in jedem Jobinterview und Gespräch ein paar psychologische Phänomene, die so oder so wirken. Ob wir wollen oder nicht. Der Trick ist, sich diese Psychoeffekte bewusster zu machen und für sich zu nutzen. Wir zeigen Ihnen hier, wie Sie im Jobinterview mit diesen Psychotricks punkten können…


Jobinterview: Mit Psychotricks punkten

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Jobinterview: Die Einladung ist die halbe Miete

Vor allem Berufsanfänger haben beim ersten Jobinterview enormes Lampenfieber. Das sorgt entweder für einen Blackout – oder dafür, dass sie sich um Kopf und Karriere reden. Beides nicht gut.

Der erste und wichtigste Trick für das Jobinterview: Machen Sie sich bewusst, dass Sie schon ein halber Gewinner sind. Mit der Einladung zum Jobinterview sagt der Arbeitgeber indirekt, dass Ihre Bewerbung schon überzeugt hat. Die Qualifikationen passen. Dem Traumjob sind Sie ein gutes Stück näher. Jetzt kommt es vor allem auf die Persönlichkeit, die Soft Skills an – und wie gut Sie ins Team passen. Ein bisschen Nervosität und Lampenfieber sind sogar gut. Das Adrenalin steigert Aufmerksamkeit und Konzentration im Jobinterview.

Indem Sie sich das während der Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch bewusst machen, bauen Sie schon eine Menge Stress und Druck ab. Eigentlich können Sie jetzt gar nichts mehr falsch machen, solange Sie authentisch bleiben. Wenn es nicht passt, ist das nur gut für Sie. Besser Sie finden das schon im Jobinterview heraus, als später im Job oder in der Probezeit.

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Verschiedene Phasen im Jobinterview

Generell reduziert eine gründliche Vorbereitung die Angst im Vorstellungsgespräch. Sie können sich merken: Jobinterviews verlaufen fast immer in fünf typischen Phasen (siehe Grafik). In der Regel dauern sie nicht länger als 45 Minuten. Es sei denn, Sie werden zu einem Auswahltag eingeladen.

Jobinterview Ablauf Phasen

  1. Smalltalk

    Die erste Phase dient dem Aufwärmen. Beim Smalltalk fragt der Personaler meist danach, ob die Anreise gut war oder ob Sie was trinken möchten. Wichtig ist jetzt, dass Sie mit guten Manieren, einem kräftigen Händedruck und angemessener Kleidung für einen professionellen ersten Eindruck sorgen.

  2. Kennenlernen

    In der zweiten Phase stellt sich in der Regel zuerst der Arbeitgeber vor. Es geht um den Aufbau der Organisation, die Produkte oder Dienstleistungen und wo und wie Ihre Stelle im Unternehmen aufgehängt ist. Kurz: Sie erhalten wichtige Informationen über den künftigen Job und sollten sich deshalb hierzu einige Notizen machen.

  3. Selbstpräsentation

    Nun sind Sie an der Reihe. Es folgt die sogenannte Selbstpräsentation des Bewerbers. Oft eingeleitet mit dem Appell: „Erzählen Sie mal was über sich!“ Innerhalb von 2 bis 5 Minuten sollten Sie nun ein knackiges Plädoyer über sich halten. Wer sind Sie? Was können Sie? Wie gedenken Sie Ihre Kompetenzen und Erfahrungen auf dieser Stelle zu nutzen? Je besser besser es Ihnen gelingt, einen Bezug zwischen Ihrem Werdegang und der Stelle herzustellen, desto größer Ihre Bewerbungschancen.

  4. Rückfragen

    Gegen Ende des Jobinterviews gibt man Ihnen in der Regel Zeit für eigene Fragen – sogenannte Rückfragen. Haben Sie bitte IMMER Rückfragen. Alles andere sieht wie Desinteresse aus. Manche Fragen ergeben sich aus Ihren Notizen. Andere können sein: „Wie messen und bewerten Sie Erfolg auf dieser Position?“ „Welche Herausforderungen erwarten mich in den ersten 100 Tagen?“ „Was müsste passieren, dass Sie die Probezeit verkürzen?“

  5. Abschluss

    Kurz vor Ende passieren gerne mal Fehler. Jetzt bloß nicht in der Konzentration nachlassen oder die Haltung und Körperspannung verlieren. Das dürfen Sie erst, wenn Sie außer Sichtweite sind. Bis dahin gilt: Bedanken Sie sich für das angenehme und aufschlussreiche Gespräch. Verabschieden Sie sich von allen Anwesenden – mit Namen! Und fragen Sie nach, wie der Bewerbungsprozess weitergeht beziehungsweise, wann Sie mit einer Antwort und Entscheidung rechnen dürfen.

Eine Zusammenfassung der 5 Jobinterview-Phasen samt Tipps dazu finden Sie in diesem Video:

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Jobinterview Psychotricks: So punkten Sie

Rund um das Jobinterview und dessen fünf Phasen wirken zahlreiche Psychoeffekte. Wer sich erfolgreich bewerben will, sollte sich diese mindestens bewusst machen. Besser noch: Sie machen sich manche der Psychotricks im Jobinterview zunutze. Aber der Reihe nach…

N-Effekt

Wer schon einmal in einem Wartezimmer mit mehreren Bewerbern für einen Job saß, kennt das Phänomen: Je mehr Mitbewerber es gibt, desto unmotivierter werden die Wartenden im Angesicht der wachsenden Konkurrenz. Man sieht förmlich seine Chancen sinken. Das ist der eine Effekt. Es gibt allerdings noch einen zweiten, viel gefährlicheren Psychoeffekt: den N-Effekt. Entdeckt haben ihn Stephen M. Garcia von der Universität von Michigan und Avishalom Tor von der Universität in Haifa. Dessen Wirkung: Sobald Sie mit mehr Mitbewerbern rechnen (selbst wenn Sie diese nicht sehen), desto weniger strengen Sie sich an. Überlisten Sie sich also selbst, und gehen Sie davon aus, nur maximal ein oder zwei Konkurrenten auf die Stelle zu haben.

Horn-Effekt

Der sogenannte Horn-Effekt ist das Gegenstück zum bekannten Halo-Effekt. Beide sind Wahrnehmungsfehler – und enorm gefährlich, weil Sie unbewusst auf die Beurteilung von Bewerbern wirken. Beim Horn-Effekt reicht schon eine einzige (negative) Eigenschaft, ein einziges falsches Wort, ein simpler Patzer am Anfang des Jobinterviews – schon neigen Personaler dazu, ihrem Gegenüber noch weitere Defizite zu unterstellen. Jede Aussage wird dann auf die Goldwaage gelegt und anders aufgenommen als sie vielleicht gemeint ist. Die Konsequenz daraus: Sorgen Sie unbedingt für einen perfekten ersten Eindruck in der Smalltalk-Phase. Seien Sie freundlich, selbstbewusst – und lächeln Sie viel!

Rezenz-Effekt

Nicht nur der erste Eindruck zählt. Auch der letzte! Denn er hallt nach und sorgt für den sprichwörtlichen bleibenden Eindruck. Dahinter steckt der sogenannte Rezenz-Effekt (auch: „Recency-Effekt“). Für das Jobinterview bedeutet das: Ihre cleveren (!) Rückfragen und der formvollendete Abschied bleiben haften. Setzen Sie daher hier nochmal einen kleinen, positiven Höhepunkt. Eine Prise Humor, ein Kompliment oder den sichtbare Begeisterung für das Umfeld und den Arbeitgeber.

Chamäleon-Effekt

Menschen, die sich mögen und sympathisch sind, synchronisieren irgendwann unweigerlich ihre Körpersprache, Gesten, Sprechtempo oder sogar spezielle Vokabeln. Besonders gut beobachten lässt sich das bei frisch Verliebten in Restaurants. In der Fachsprache heißt das Phänomen auch Chamäleon-Effekt. Im Jobinterview können Sie daran beispielsweise ablesen, wie gut Sie bei Ihrem Gegenüber ankommen. Oder Sie setzen diesen Psychotrick bewusst ein. Dann heißt das „Spiegeltechnik“. Dabei passen Sie dezent und unbedingt subtil Ihre Gestik an die des Personalers an. Nicht nachäffen! Nur zeitversetzt synchronisieren. Sie signalisieren damit unbewusst, dass die Chemie stimmt und betonen breite Gemeinsamkeiten.

Nicht „nicht“ sagen

Sie wollen ein flammendes Plädoyer für sich starten, doch irgendwie ist Ihnen das peinlich. Selbstmarketing klingt so schrecklich unbescheiden. Also beginnen Sie mit: „Ich will ja nicht prahlen, aber…“ Riesenfehler! Forscher der Eastern Universität in Washington fanden heraus: Derlei Einschränkungen bewirken das genaue Gegenteil. Der Bewerber klingt so erst recht wie ein eitles Großmaul. Bewerber, die solche Formulierungen häufiger verwendeten, galten gar als weniger intelligent. Wer dagegen selbstbewusst und ohne Anmoderationen seine Vorzüge darstellte, wurde signifikant positiver aufgenommen. Formulieren Sie also bloß keine negativen Sätze mit „nicht“ oder doppelte Verneinungen.

Reden lassen

Auch wenn man Ihnen im Bewerbungsgespräch viele Fragen stellen wird: Versuchen Sie nicht das Gespräch zu dominieren. Über Ihren Erfolg entscheidet nicht der eigene Redeanteil, sondern dessen Qualität. Mehr noch: Menschen erinnern Gespräche besonders dann als positiv, wenn ihre eigene „Airtime“ hoch war. Warum also nicht geschickt einen echten Dialog initiieren und Ihr Gegenüber subtil das Wort ergreifen lassen? Bitten Sie den Personaler zum Beispiel über das Unternehmen zu erzählen, die Kultur und Zusammenarbeit zu beschreiben oder wie er seine Arbeit persönlich erlebt. Darauf geben Sie dann positive bis bewundernde Rückmeldungen, Motto: „Wow! Das habe ich so noch nicht gehört!“ Kurz: Reden Sie weniger und über Sie sich in der Kunst des aktiven Zuhörens.

Optimismus ausstrahlen

Hinter diesem Psychotrick im Jobinterview steckt nicht einfach nur positives Denken. Unsere Gedanken haben enorme Macht und dringen über kurz oder lang nach außen. Wer Angst hat, den Job nicht zu bekommen, wirkt bald schon klein oder wie ein Bittsteller. Effekt: Die Chancen sinken tatsächlich. Wer kauft schon von Rudi’s Resterampe?! Indem Sie Ihre Perspektive wechseln, das Glas halb voll sehen und mit realistischem Optimismus in das Jobinterview gehen, strahlen Sie die Zuversicht auch aus. Effekt: Sie wirken sofort souveräner, selbstsicherer… Die Chancen steigen.

[Bildnachweis: iDraw by Shutterstock.com]

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