Erfolgreich bewerben: Mit 10 Psychotricks punkten

Endlich einen neuen Job, um entweder aus der Arbeitslosigkeit herauszukommen oder eine unliebsame Stelle verlassen zu können und stattdessen den eigenen Traumjob anzutreten. Wünsche, die viele Jobsuchende teilen. Bis es soweit ist, vergeht aber leider in der Regel eine Menge Zeit – ganz zu schweigen von den Nerven, die es kosten kann. Erfolgreich bewerben ist eine Kunst für sich. Damit es mit der Zusage klappt und Sie sich bald über einen unterschriebenen Arbeitsvertrag freuen können, haben wir zahlreiche Tipps und Tricks für Sie, mit denen Sie sich erfolgreich bewerben und Ihre Chancen auf den Job steigern können…

Erfolgreich bewerben: Mit 10 Psychotricks punkten

Erfolgreich bewerben: Bewerbungsunterlagen als A und O

Ob Sie sich erfolgreich bewerben, steht und fällt mit Ihren Bewerbungsunterlagen. Hier präsentieren Sie sich dem Personaler, stellen alle notwendigen Informationen über sich persönlich, Ihren Werdegang und Ihre Qualifikationen zur Verfügung und versuchen so den bestmöglichen Eindruck zu hinterlassen, der Entscheider davon überzeugt, dass Sie die beste Wahl für eine offene Position sind.

Damit Ihre Bewerbung Erfolg hat, stehen somit zwei Dokumente im Vordergrund: Das Bewerbungsanschreiben und der Lebenslauf.

Beim Anschreiben geht es vor allem darum, die eigene Motivation, Stärken, Qualifikationen und bisherige Erfolge zu veranschaulichen und dabei deutlich zu machen, welchen Mehrwert Sie dem Unternehmen bieten. Dabei gibt es beim Inhalt auch einige Aspekte, die Pflicht sind, wenn Sie sich erfolgreich bewerben wollen.

Checkliste: Was ins Anschreiben muss (von oben nach unten):

  • Absenderadresse (Name, Adresse, Telefonnummer (auch mobil), E-Mail-Adresse)
  • Datum (steht rechts; Tag der Fertigstellung)
  • Empfängeradresse (Firma, Vor- und Zuname des Adressaten, Adresse)
  • Kein Bewerbungsfoto (gehört in den Lebenslauf!)
  • Betreff (Bei Blindbewerbungen reicht „Bewerbung“, ansonsten ist hier der konkrete Bezug zur Stellenanzeige Pflicht: „Bewerbung als …, Ihre Stellenanzeige vom 24. Juli 2015 in der Lokalzeitung XY“)
  • Anrede (Immer persönlich, nie: „Sehr geehrte Damen und Herren“ – Ansprechpartner recherchieren!)
  • Einstieg & Einleitungssatz
  • Kurzdarstellung des Profils (Stärken und Soft Skills – mit Beispiel)
  • Bezug zum Unternehmen
  • Eventuell Hinweis auf sonstige Kenntnisse (etwa Fremdsprachen)
  • Eventuell Hinweis auf Referenzen (Ansprechpartner von früheren Jobs)
  • Eventuell Hinweis auf Kündigungsfristen und möglichen Eintrittstermin
  • Falls verlangt: Gehaltsvorstellungen (Spanne ist besser als exakter Betrag)
  • Abschlusssatz & Grußformel
  • Unterschrift (folgt direkt nach der Grußformel am Ende des Schreibens)
  • Anlagen (Lebenslauf, Zeugnisse, Zertifikate)

Unerlässlich für eine erfolgreiche Bewerbung ist auch, dass diese immer individuell auf den jeweiligen Arbeitgeber zugeschnitten ist. Wenn Sie nur ein Anschreiben verfassen und dies an verschiedene Unternehmen schicken, wird jeder Personaler sofort erkennen, dass Sie sich nicht einmal die Mühe gemacht haben, eine Bewerbung für genau diese Position zu erstellen – und dass Sie sich so erfolgreich bewerben, ist ausgeschlossen.

Doch brauchen Sie dabei nicht jedes Mal das Rad neu erfinden und natürlich wird es in den einzelnen Schreiben Ähnlichkeiten und Übereinstimmungen geben. Am Ende kommt es auf die Details und den Bezug zum jeweiligen Arbeitgeber an, um erfolgreiche Bewerbungen zu schreiben. Die folgende Grafik zeigt, wie das Anschreiben aussieht.

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Für den Lebenslauf gilt hingegen ein anderes Motto: Er soll klar strukturiert und übersichtlich alle Informationen des Bewerbers darstellen. Personaler wollen sich hier in kürzester Zeit und auf einen Blick ein erstes, aber dennoch umfangreiches Bild vom Kandidaten machen – und zwar ohne groß zu suchen oder viel Text lesen zu müssen.

Dabei hat sich der amerikanische Lebenslauf durchgesetzt, bei dem die letzte und aktuellste Position ganz oben genannt wird und die Auflistung dann weiter in die Vergangenheit geht. Vorsichtig sollten Sie bei Lücken im Lebenslauf sein. Diese können den Eindruck erwecken, Sie würden gerne etwas verbergen oder sich hätten vergessen. Beides keine Pluspunkte, wenn Sie sich erfolgreich bewerben wollen.

Wie ein typischer Lebenslauf aussehen kann, zeigt die folgende Grafik, an der Sie sich orientieren können – zudem finden Sie viele kostenlose Muster und Vorlagen in unserem großen Dossier zum Thema Lebenslauf.

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Erfolgreich bewerben FAQ BewerbungsanschreibenWenn Sie sich erfolgreich bewerben wollen, haben Sie vermutlich noch viele weitere Fragen – bei denen wir Ihnen gerne helfen, damit Sie mit den bestmöglichen Chancen in den Bewerbungsprozess starten. Die Antworten finden Sie ausführlich in dem jeweiligen Artikel zum Thema (eine große Liste aller Bewerbungsratgeber finden Sie am Ende des Artikels) oder in unserem FAQ zum Bewerbungsschreiben.

Dieses können Sie sich kostenlos als PDF herunterladen, um sich die Bewerbungstipps abzuspeichern. Klicken Sie dazu einfach auf den Link oder gleich auf das Bild. Sollten Sie weitere Fragen haben, können Sie diese auch in unserer Ratgeber-Community karrierefragen.de stellen, wo sowohl Experten als auch andere Nutzer antworten können.

Erfolgreich bewerben mit den richtigen Tipps

Die eigenen Unterlagen zu optimieren, sollte immer der erste Weg sein, wenn Sie sich erfolgreich bewerben wollen. Hier bleibt bei zahlreichen Bewerbern eine Menge Potenzial ungenutzt, weshalb die Energie und die Zeit, die Sie in Lebenslauf und Bewerbungsanschreiben stecken, sich in jedem Fall lohnen und bezahlt machen.

Allerdings gibt es neben den klassischen Optimierungsmöglichkeiten noch viele weitere Tipps, die Ihnen dabei helfen können, sich erfolgreich zu bewerben. Wir haben die besten und wichtigsten dieser Tipps zusammengestellt, um Ihnen eine Auswahl und Inspiration zu geben, an welchen Stellschrauben Sie noch drehen können, um bei der Jobsuche so schnell es geht Erfolg zu haben.

  • Gehen Sie mit der Zeit

    Ein Fehler, der leider immer wieder gemacht wird, ist es, sich zu sehr auf bisherige Erfahrungen zu verlassen. Soll heißen: Wer sich schon einmal erfolgreich beworben hat, geht wieder nach derselben Strategie vor. Hat schließlich schon einmal geklappt. Doch Bewerbungen sind nicht statisch, sondern entwickeln sich weiter – und dass Sie was vor zehn oder auch fünf Jahren normal war, ist inzwischen vielleicht längst kein Standard mehr.

    So ist beispielsweise die klassische Bewerbung in Papierform fast komplett durch E-Mail Bewerbungen verdrängt worden, der amerikanische Lebenslauf hat sich durchgesetzt und wird meist erwartet, einige Informationen fallen aus den Unterlagen heraus, andere sind freiwillig. Nur wenn Sie mit der Zeit gehen und sich diesen Trends, Entwicklungen, Voraussetzungen und Erwartungen bewusst sind, können Sie sich erfolgreich bewerben.


  • Versuchen Sie aus der Masse herauszustechen

    Gerade bei beliebten Arbeitgebern oder vereinheitlichten Bewerbungen durch Formulare ist die Gefahr groß, einfach in der Masse unterzugehen und nur einer von vielen Bewerbern zu sein, die am Ende eine Absage erhalten. Damit das nicht passiert, helfen natürlich die richtige Berufserfahrung und Qualifikationen, doch auch die Formulierungen und Gestaltung ihrer Bewerbung spielt eine große Rolle.

    Verzichten Sie auf langweiligen Einheitsbrei im Stile von Hiermit bewerbe ich mich… Das bekommen Personaler in zu vielen Bewerbungen zu lesen. Trauen Sie sich ruhig, direkter, offener und selbstbewusster zu schreiben. Wenn es zur Branche, zum Unternehmen und auch zu Ihnen selbst passt, können Sie auch ein wenig kreativ werden, um sich von anderen abzuheben und so eine erfolgreiche Bewerbung zu entwerfen.


  • Beginnen Sie frühzeitig mit der Jobsuche

    Der alte Arbeitsvertrag endet, weil die Kündigungsfrist abläuft oder der Vertrag nicht verlängert wurde und fangen im Anschluss an, nach neuen Möglichkeiten Ausschau zu halten. So gehen viele vor und machen dabei einen häufigen Fehler: Wenn Sie sich erfolgreich bewerben wollen, sollten Sie damit so früh wie möglich beginnen – also im besten Fall bereits lange bevor Sie tatsächlich arbeitslos werden.

    Das hat nicht nur finanzielle Auswirkungen, weil Ihnen über einen längeren Zeitraum das Gehalt fehlt. Größere Pausen im Lebenslauf machen keinen guten Eindruck und können ein Grund sein, warum Personaler sich vielleicht für jemand anderen entscheiden. Je länger die Arbeitslosigkeit andauert, desto schwieriger wird es, wieder zurück in den Job zu finden und sich erfolgreich zu bewerben.


  • Stehen Sie nicht still

    Momentan bin ich auf Jobsuche… So können viele Bewerber die aktuelle Situation beschreiben. Doch was machen Sie darüber hinaus, wenn Sie gerade keinen Job haben? Um die eigenen Chancen zu erhöhen, sollten Sie die Zeit nicht nur zur Suche nach neuen Stellen nutzen, sondern sich aktiv weiterbilden. Besuchen Sie Kurse, Fortbildungen, Seminare oder andere Veranstaltungen, die Ihre Qualifikationen verbessern können.

    Auf diese Weise können Sie Personalern zeigen, wie engagiert Sie sind und wie Sie sich vielleicht sogar gezielt auf einen Job vorbereitet haben. Zusätzlich können Sie so Lücken im Lebenslauf vermeiden, die ansonsten unangenehm auffallen könnten.


  • Nutzen Sie alle Möglichkeiten

    Wer sich erfolgreich bewerben will, kommt nicht mehr damit aus, nur auf einem Weg nach freien Positionen zu suchen. Online-Jobbörsen bieten zwar zahlreiche Jobs an – doch sind die Möglichkeiten damit längst nicht ausgeschöpft. Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie passende Stellenangebote finden und einen Job bekommen, ist dann am höchsten, wenn Sie die verschiedenen Wege kombinieren.

    Neben der Suche auf Jobbörsen sollten Sie sich auch direkt auf den Social Media Plattformen umschauen. Hier sind sehr viele Arbeitgeber zu finden und informieren auch darüber, wenn Stellen ausgeschrieben werden. Nutzen Sie darüberhinaus auch die Möglichkeit, ein Online-Profil inklusive Lebenslauf zu erstellen, um von Unternehmen gefunden zu werden.


  • Suchen Sie nicht zu spezifisch

    Es ist nachvollziehbar, dass Sie sich darauf stürzen, wenn Sie einen Wunscharbeitgeber haben, der genau den Job anbietet, den Sie schon immer haben wollten. Natürlich werden Sie alles tun, um hier eine Zusage zu erhalten. Erfolgreich bewerben bedeutet aber nicht, alles auf eine Karte zu setzen – auch wenn es sich dabei um den Traumjob handelt.

    Erweitern Sie Ihren Suchradius, schauen Sie bei möglichst vielen Unternehmen, Branchen und (falls Ihre Situation es erlaubt) auch in anderen Teilen Deutschlands oder gar im Ausland. Wo Sie bisher vielleicht nur zehn interessante Stellen gefunden haben, kommen Sie so vielleicht plötzlich auf 50 oder mehr.

Erfolgreich bewerben – die richtige Uhrzeit

Erfolgreich bewerben Tipps Ausbildung Bewerbungsanschreiben Buch Erfolg Bewerbungen UhrzeitMan kann das jetzt glauben oder auch nicht. Aber bei einer Talentworks-Studie unter mehr als 1600 Bewerbungen zeigte sich: Die Uhrzeit, wann eine Bewerbung beim Personaler im Mail-Eingang landet, hat erheblichen Einfluss eine erfolgreiche Bewerbung. Danach ist die beste Zeit für das Absenden der Bewerbungsunterlagen zwischen 6 und 10 Uhr morgens. Die Wahrscheinlichkeit für eine Einladung zum Vorstellungsgespräch liege dann bei 13 Prozent – der Höchstwert. In der Zeit um 12:30 Uhr liegt sie nur noch bei 11 Prozent, nach 16 Uhr bei nur noch 5 Prozent. Und ganz schlecht sei es nach 19 Uhr: 3 Prozent Erfolgschancen.

Die Begründung für diesen Erfolgs-Effekt ist laut Talentworks recht trivial: Wenn die Bewerbung per Mail morgens eintrifft, steht sie ganz oben im Maileingang des Personalers – also maximale Sichtbarkeit. Wird sie dagegen abends versendet und trudeln danach noch mehr Mails ein, geht die Bewerbung zunehmend unter.

Natürlich muss man direkt einschränkend dazu sagen: Das Ganze funktioniert wohl nur bei einer Initiativbewerbung per E-Mail. Bei einer klassischen Bewerbung auf dem Postweg haben Sie keinerlei Einfluss darauf, wann die Unterlagen zugestellt werden oder wann die interne Poststelle diese an die Mitarbeiter ausliefert.

Und Sie müssen dazu natürlich auch die direkte und persönliche E-Mail-Adresse des Personalers kennen. Bei einer Adresse vom Typ [email protected]… oder [email protected] wissen Sie freilich auch nicht, wann und wo die Unterlagen letztlich landen.

Ist beides aber gegeben, könnten sich mit dem richtigen Timing die Bewerbungschancen steigern lassen. Wie gesagt: Das kann man glauben oder nicht. Zudem handelt es sich dabei nur um Wahrscheinlichkeiten auf Basis von 1600 Bewerbungen. Der Kerngedanke ist allerdings richtig:

Wer sich bewirbt, sollte immer an den Empfänger denken, dessen Alltag, Abläufe und Aufwände antizipieren. Oder wie es früher mal ein Chefredakteur ausdrückte: Fakten, Fakten, Fakten – und immer an den Leser denken!

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Erfolgreich bewerben: Psychotricks für erfolgreiche Bewerbungsgespräche

Zugegeben, Psychotricks klingen immer nach mentaler Manipulation und Mindmagic. Tatsächlich geht es eher darum, sich die zahlreichen psychologischen Effekte bewusst zu machen, die auf Vorstellungsgespräche einwirken, ohne dass wir dies bemerken (und uns dann wundern, warum wir den Job nicht bekommen haben). Wem sie klar sind, der kann negative Folgen verhindern oder derlei Psychoeffekte gezielt zu seinen Gunsten für eine erfolgreiche Bewerbung nutzen – ohne deswegen gleich mit dem Geist seines Gegenübers Tango zu tanzen.

Statt manipulativem Gedankenhack also zehn ebenso originelle wie wirksame Psychotricks für Bewerbungsgespräche:

  1. Vereinbaren Sie einen Termin am Donnerstag.

    Donnerstag Bewerbungstermin
    Wenn man Sie zum Bewerbungsgespräch einlädt, wird man Ihnen mindestens einen Termin (und ein bis zwei Alternativen) vorschlagen. Nutzen Sie die Gelegenheit, den Vorstellungstermin zu Ihren Gunsten zu verschieben (wie das geht, erfahren Sie HIER).

    Ungünstig sind Montage und Freitage: Montags klingt vielleicht noch ein lausiges Wochenende nach oder der Personaler hat den Montagsblues; freitags sind viele ab 12 Uhr gedanklich schon wieder im Wochenende. Beides keine guten Voraussetzungen für eine Einstellung.

    Zudem hat die Psychologin Wändi Bruine de Bruin von der Carnegie Mellon Universität herausgefunden, dass beispielsweise Juroren bessere Noten vergeben, je weiter der Wettbewerb voranschreitet. Der Effekt wirkt sogar unabhängig davon, ob die Noten während des Wettbewerbs oder erst am Schluss vergeben werden. Das ist auf das Bewerbungsgespräch übertragbar: Beim ersten Kandidaten hat der Interviewer noch keine Vergleichsmöglichkeiten, beim zweiten ist er aufmerksam und kritisch, wird aber milder (und müder), je näher er dem Auswahlende kommt.

    Versuchen Sie also möglichst einen Termin am Mittwoch oder Donnerstag zu vereinbaren. Ideal: der Donnerstagvormittag so gegen 10 Uhr. Die Woche ist dann fast vorbei, um 10 sind aber alle (auch Sie) noch frisch und der Mittagshunger drückt auch nicht auf die Stimmung.

  2. Ignorieren Sie Mitbewerber.

    Das heißt nicht, dass Sie grob unhöflich werden sollen und mögliche Konkurrenten nicht mindestens nett begrüßen sollen. Gemeint ist vielmehr, diese gedanklich als Konkurrenten um den Job zu ignorieren. Denn je mehr Mitbewerber es gibt, desto weniger strengen sich Bewerber im Jobinterview an.

    Forscher der Universitäten von Michigan und Haifa haben das Phänomen entdeckt und N-Effekt getauft. Dazu ließen sie 74 Studenten ein Quiz absolvieren. Den einen erzählten sie, sie würden gegen neun Mitbewerber antreten, den andern sagten sie, sie hätten 99 Konkurrenten.

    Resultat: Wer sich einer kleineren Wettbewerberzahl gegenüber sah, schaffte den Test in 29 Sekunden; wer hypothetisch gegen 99 Kommilitonen antrat, brauchte 33 Sekunden länger.

  3. Setzen Sie optische Gemeinsamkeiten ein.

    Beispielsweise durch die Farben von Accessoires (Krawatte, Tuch, Tasche) oder Ihrer mitgebrachten Bewerbungsmappe, die Sie vor sich auf den Tisch legen und die der Unternehmensfarbe entsprechen. Kurz: Suggerieren Sie unterschwellig Zugehörigkeit.

    Je ähnlicher uns ein Mensch ist – in Aussehen, Kleidung, Körpersprache, Wortwahl – desto sympathischer finden wir ihn. Derselbe Effekt funktioniert allerdings auch anders herum – und führt dann zu spontaner Antipathie. Manchmal reicht schon eine einzige Eigenschaft, ein einziges Wort, ein simpler Eindruck, der dem Personaler übel aufstößt – und schon kippt die ganze Bewerbung. Das Phänomen ist auch bekannt als Horn-Effekt.

    Das Gegenteil dazu ist übrigens der Halo-Effekt: Eine herausragende Leistung oder Eigenschaft (Attraktivität, Redegewandtheit) überstrahlt alles andere und führt zu einem positiven Urteil.

  4. Halten Sie stets Blickkontakt.

    In dieselbe Kerbe wie der obige Tipp schlägt auch dieser. Nicht wenige Kandidaten scheitern im Bewerbungsgespräch nicht an ihrer fachlichen Qualifikation, sondern an nonverbalen Signalen und ihrer Körpersprache.

    Eine Umfrage hat einmal ermittelt, welche Gesten Personaler im Vorstellungsgespräch überhaupt nicht mögen und Bewerber tendenziell durchfallen lassen (Mehrfachnennungen möglich):

    • Fehlender Blickkontakt (67 Prozent)
    • Fehlendes Lächeln (38 Prozent)
    • Herumzappeln (33 Prozent)
    • Schlaffe Körperhaltung (33 Prozent)
    • Schlaffer Händedruck (26 Prozent)
    • Arme verschränken (21 Prozent)
    • Mit den Haaren spielen oder im Gesicht fummeln (21 Prozent)

    Die Körpersprache im Vorstellungsgespräch hat enormes Gewicht – vor allem in den ersten Gesprächsphasen. Wer sagt schon in den ersten Minuten soviel Überzeugendes, dass der Rest total egal wird?

  5. Machen Sie Komplimente.

    Das klingt nach Schleimen – und ist es zum Teil auch. Das wirkt aber erst anbiedernd, wenn die Lobhudelei übertrieben wird und unbegründet bleibt. Dazwischen gibt es durchaus angenehme Abstufungen.

    Wer die Kunst des Lobens beherrscht, schlägt jeden Selbstdarsteller im Vorstellungsgespräch. Das haben US-Forscher herausgefunden. Seine Stärken aufzuzeigen, ist zwar nicht schlecht. Erfolgreicher aber waren Bewerber, die Komplimente machten, Gemeinsamkeiten fanden und diese subtil ins Gespräch einbauten.

    Recherchieren und erwähnen Sie also ruhig so etwas wie, dass Sie dieselbe Uni wie der Personaler besucht haben oder das gleiche Hobby pflegen. Google, Linkedin und Xing liefern oft gute Informationen dazu. Es lohnt sich.

  6. Verbalisieren Sie Ihre Nervosität.

    Ja, richtig gelesen: Trauen Sie sich zu dieser vermeintlichen Schwäche zu stehen – sie ist keine. Es ist normal, dass man in einer solchen Situation nervös und aufgeregt ist, das zeigt doch nur, dass man die Stelle wirklich will. Wenn Sie also eine Blockade haben oder ins Stottern geraten, wechseln Sie kurz in die Metaebene: „Entschuldigung, ich bin tatsächlich ein bisschen aufgeregt…“

    Erstens setzt jetzt bei jedem anständigen Menschen eine Beißhemmung ein; zweitens bekommen Sie Pluspunkte für Ehrlichkeit und Authentizität.

    Überdies hat Jane Richards von der Universität von Texas schon vor Jahren zeigen können: Wer beim Vorstellungsgespräch eine zu coole Fassade aufsetzt, bekommt den Job nicht. Das Vorurteil dahinter: Sogenannten Gefühlsunterdrückern mangelt es an Empathie. Entsprechend konnten sie in einer belastenden Situation schlechter auf ihre Gesprächspartner eingehen oder reagieren verzögert.

    Dosierte Emotionsregulierung ist die bessere Entscheidung: Wer sich zum Beispiel klar macht, dass er im Jobinterview nichts zu verlieren hat, wertet den Termin positiv und schöpft so sein volles Leistungspotenzial aus.

  7. Lernen Sie zu schweigen.

    Es ist ein Trick aus der Verhandlungsführung: die Kunstpause. Nicht wenige plappern sich um Kopf und Karriere, weil sie meinen die Stille totreden zu müssen. Fatal!

    Zeigen Sie Ihrem Gegenüber lieber zunächst durch ein zustimmendes „Hmmm“, dass Sie ihm aufmerksam zugehört haben und seine Frage gründlich überdenken. Anschließend sollten Sie versuchen, mit Ihrer Antwort positive Assoziationen zu wecken.

    Wenn also beispielsweise die Frage kommt: Was interessiert Sie an diesem Job, das sich vom bisherigen unterscheidet? könnten Sie den Personaler direkt ansprechen und an seine – positiven – Erinnerungen appellieren: „Sie kennen doch sicher auch diesen Flow-Moment, wenn Ihnen etwas gelingt und Sie trotzdem von der Aufgabe herausgefordert werden?

    So ist es auch hier: Die Position fordert mich heraus und gibt mir die Chance, mich weiterzuentwickeln…“
    Indem Sie das Kopfkino Ihres Gesprächspartners aktivieren, gewinnen Sie seine Sympathie und bleiben in Erinnerung.

  8. Sagen Sie nicht „nicht“.

    Sie wollen ein flammendes Plädoyer für sich starten, doch irgendwie ist Ihnen das peinlich. Selbstmarketing klingt so schrecklich unbescheiden.

    Also beginnen Sie mit: „Ich will ja nicht prahlen, aber…“ Riesenfehler! Forscher der Eastern Universität in Washington fanden heraus: Derlei Einschränkungen bewirken das genaue Gegenteil, der Bewerber klingt so erst recht wie ein eitles Großmaul.

    Bewerber, die solche Formulierungen häufiger verwendeten, galten gar als weniger intelligent. Wer dagegen selbstbewusst und ohne Anmoderationen seine Vorzüge darstellte, wurde signifikant positiver aufgenommen. Stehen Sie in Ihrer Selbstpräsentation also zu dem, was Sie zu bieten haben – sonst hätte man Sie schließlich nicht eingeladen. Außerdem heißt es ja auch BeWERBUNG

  9. Lassen Sie den anderen reden.

    Auch wenn man Ihnen im Bewerbungsgespräch natürlich viele Fragen stellen wird und Sie besser kennenlernen will: Versuchen Sie nicht das Gespräch zu dominieren.

    Über Ihren Erfolg entscheidet nicht der eigene Redeanteil, sondern eher dessen Qualität. Mehr noch: Menschen erinnern Gespräche besonders dann als postiv, wenn ihre Airtime besonders hoch war. Warum also nicht geschickt einen echten Dialog initiieren und Ihr Gegenüber subtil das Wort ergreifen lassen? Bitten Sie Ihren Ansprechpartner zum Beispiel über das Unternehmen zu erzählen, die Kultur und Zusammenarbeit oder wie er seine Arbeit persönlich erlebt. Darauf geben Sie dann positive bis bewundernde Rückmeldungen, Motto: „Wow! Das habe ich so noch nicht gehört oder erlebt“ (siehe Punkt „Machen Sie Komplimente“).

    Der Trick, Menschen dazu zu bringen, das zu tun, was man selber möchte (in dem Fall: Sie einstellen), ist, ihnen das Gefühl zu geben, klug und wichtig zu sein.

  10. Vergessen Sie nie, Rückfragen zu stellen.

    Im Ablauf jedes Vorstellungsgesprächs kommt sie irgendwann – die Rückfragen-Phase. Nutzen Sie die Chance, Rückfragen zu stellen (die besten finden Sie HIER).

    Dies ist zugleich ein Test, der Ihr wahres Interesse an dem Job abklopft, aber auch ob und wie intensiv Sie sich auf das Bewerbungsgespräch und das Unternehmen vorbereitet haben. An der Tiefgründigkeit und Cleverness Ihrer Rückfragen kann selbst ein ungeübter Personaler schnell erkennen, ob Sie nur die Stellenanzeige oder auch die Webseiten (Plural!) des Unternehmens sowie einschlägige Fachartikel dazu studiert haben. Weitere Gründe sind…

    Rückfragen-stellen-Gründe-Grafik

    Gute Rückfragen finden Sie auch in diesem Gratis-PDF. Natürlich haben Sie nicht die Zeit, alle davon zu stellen – es hängt ja auch davon ab, was Sie wirklich interessiert. Aber zwei bis drei Gegenfragen sollten Sie immer haben.

[Bildnachweis: Dean Drobot by Shutterstock.com]

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6. Februar 2018 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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