codemonkey
Engagierter Verkäufer gesucht. Projektmanager mit Budgetverantwortung. Fachinformatiker mit Praxiserfahrung. Da weiß jeder, wer und was gemeint ist. Aber würden Sie sich auch auf eine Stelle für einen Code Monkey bewerben - oder als Waterproof Web Wizard? Derartige Bezeichnungen tauchen angeblich - laut einer Agentur-Auswertung - immer häufiger in Stellenanzeigen auf. Das sind die 5 bizarrsten Jobtitel in Deutschland...

Von Beruf: Code Monkey

Die Niederländer sind ein putzig-liebenswertes Volk. Sie tragen klobige Holzschuhe, können (bzw. konnten mal) irre gut Fußball spielen und ihre frittierten Köstlichkeiten aus dem Automaten sind ekel ... , äh, unerreicht. Wenn sie nur nicht so auf Tiernamen stehen würden!

Denn: Niederländische Unternehmen verwenden in ihren Stellenanzeigen unheimlich gerne tierische Jobbezeichnungen. Das besagt zumindest eine Auswertung der Agentur Textkernel. Textkernel wertet im Rahmen von Marktanalysen regelmäßig Jobanzeigen aus und hat dabei mehrere außergewöhnliche Spezies aus dem Pool gefischt.

Niederländer: Tierlieb

Demnach sucht eine niederländische Firma zum Beispiel so: "Creatieve duizendpoot gezocht in Tilburg". Bedeutet übersetzt: Kreativer Tausendfüßler in Tilburg gesucht.

Der Tausendfüßler scheint in Holland extrem populär zu sein. In 70 Prozent aller Stellenanzeigen, die ein Tier im Titel beinhalteten, handelte es sich um das vielbeinige Insekt. Was damit gemeint ist, dürfte recht klar sein: Ein Tausendfüßler ist vielseitig einsetzbar, variabel, ein Multitalent und Alleskönner. Er ist damit quasi das holländische Äquivalent zur eierlegenden Wollmilchsau.

Ebenfalls begehrt: der "Verkaufstiger". Damit sind - klar - bissig-aggressive Vertriebler gemeint. Auf Platz drei folgt die "Spinne im Netz", die synonym für einen Problemlöser stehen soll.

Hier sind die beliebtesten Tiere der Niederländer in Stellenanzeigen mit ihrer deutschen Übersetzung. Hinweis: Linguistische Feinheiten können bei der Übersetzung - ähnlich wie bei Filmsynchronisationen - durchaus verloren gehen.

Niederlande: Diese Tiere werden gesucht

  • Tausendfüßler: Vereint viele Fähigkeiten.
  • Verkaufstiger: Verkäufer, der unnachgiebig einen Abschluss verfolgt.
  • Spinne im Netz: Hat alles im Blick und im Griff, ist gut organisiert.
  • Früher Vogel: Frühaufsteher und Morgenmensch.
  • Catering-Tiger: Begeisterungsfähige Catering-Kraft.
  • Cooler Frosch: Bewahrt auch in stressigen Situationen die Ruhe.
  • Schaf mit fünf Beinen: Alleskönner, vielseitig.
  • Junger Hund: Grünschnabel, aber hochmotiviert.
  • Wasserratte: Liebt es, im Wasser zu sein.
  • Fisch im Wasser: Kann sich an unterschiedlichste Gegebenheiten anpassen.
  • Nachttier: Mag Nachtschichten, wäre im Deutschen die Nachteule.
  • Fleißige Biene: Nimmermüde, nimmt mehrere Aufgaben gleichzeitig wahr.
  • Karrieretiger: Will die Karriereleiter hinaufklettern.

In Deutschland sind tierische Titulierungen weniger beliebt. Doch hat Textkernel auch hier einige bizarre Bezeichnungen entdeckt, nach denen Unternehmen in ihren Annoncen gesucht haben. Nämlich diese fünf ...

Deutschland: Diese bizarren Jobtitel sind am häufigsten

  1. Animal


    Ein Animal gibt vollen Einsatz, ist richtiggehend geil auf seinen Job.

  2. Boss


    Ein Chef mit Aura und Autorität.

  3. Captain


    Führungspersönlichkeit mit Weitblick, die den Dampfer auch durch unsichere Gewässer navigiert.

  4. Champion


    Ein Könner, ein Meister seines Fachs und einer, der brauchbare Ergebnisse liefert.

  5. Code Monkey


    Synonym für Programmierer. Klingt nicht unbedingt schmeichelhaft, ist aber als Attribut zu verstehen: ein Code Monkey ist so gierig nach Code wie ein Affe nach Zucker.

Animal ist laut Textkernel die bizarre Bezeichnung, die von allen am häufigsten vorkommt. Und sie ist universell. Auch Stellenanzeigen in Großbritannien, Frankreich und Österreich verwenden diesen Titel.

Bizarre Jobtitel: Welche noch?

Auch in Österreich ist das Animal am beliebtesten, dazu gesellt sich der Guru, außerdem das Mädchen für alles. Die Franzosen stehen vor allem auf Robot, Star und Ninja. Die Briten mögen Star, Animal und Boss.

Noch eine Spur kreativer sind zusammengesetzte Eigenkreationen. Hier sind einige aktuelle Beispiele aus Stellenanzeigen:

  • Waterproof Web Wizard
  • Digital/Pixel Wizard (für einen Online-Grafiker)
  • Performance Advertising Evangelist
  • Mobile Rockstar
  • Kundendienst-Rockstar
  • Senior Devops Evangelist

Bewertung

Kreativität ist genau das, was vielen Stellenanzeigen abgeht - und daher grundsätzlich zu begrüßen. Auch gibt es Branchen, denen humorige Gesuche gut zu Gesicht stehen, Marketing zum Beispiel. Aber eine Bank, die einen Finance Rockstar sucht? Eher nicht.

Aus SEO-Perspektive hingegen sind tierische, bizarre, kreative Titel nicht unbedingt clever. Welcher Bewerber sucht in einer Jobbörse nach Stellen für einen Code Monkey?

Die bessere Strategie wäre aus Unternehmenssicht wohl, herkömmliche Namen zu wählen, die in der Suchmaske auch tatsächlich gesucht und gefunden werden.

Dafür dürfen die Jobprofile insgesamt ruhig genauer definiert, Leistungen benannt, Worthülsen vermieden werden. Hier bei Karrieresprung können Sie das ja gleich mal ausprobieren ...

[Bildnachweis: Luis Molinero by Shutterstock.com, Giphy.com]