Darf man auf einem Netzwerktreffen nach einem Job fragen?

Gute Frage. Die simple Anwort: Nein.

Wenn Sie netzwerken, fragen Sie maximal nach einer Referenz, nicht nach einem Job. Das rät auch Marc Cenedella. Und er hat Recht.

Erstens verursachen Sie bei Ihrem Gegenüber nur schlechte Gefühle. Der- oder diejenige wollte vielleicht heute nur Kontakte pflegen – und Sie bringen ihn nun in Bedrängnis und Verlegenheit.

Was soll Ihr Gegenüber auch sagen? Ein “Nein, ich kann Ihnen nicht helfen”, wäre ein Affront. Und ein “Ja, ich werde versuchen, was ich kann”, wäre irgendwie verpflichtend.

Zweitens dokumentieren Sie damit nur, dass Sie kein Feingefühl für das Netzwerken besitzen. Solche Treffen sind dazu da, Kontakte entweder anzubahnen oder zu vertiefen. Es geht darum, Vertrauen aufzubauen. Und seinen Wert innerhalb des Netzwerks zu begründen, indem man erst einmal versucht, anderen zu helfen oder Kontakte zu vermitteln. Erst Geben, dann Nehmen! So lautet das oberste Gebot erfolgreicher Netzwerker.

Das zweite: Bitten Sie nie direkt um einen Gefallen, sondern allenfalls indirekt. Überlassen Sie Ihrem Gegenüber ob, wann und wie er Ihnen hilft.

Wesentlich eleganter wäre es daher zu erwähnen, dass Sie sich beruflich neu orientieren. Erzählen Sie ruhig, warum Sie den Job wechseln wollen und welche Herausforderungen Sie heute suchen. Anschließend können Sie immer noch erwähnen, dass Sie natürlich für sachdienliche Hinweise diesbezüglich dankbar wären. Eine Empfehlung – nur falls sich jemand nach Ihnen erkundigt – würde aber auch schon helfen.

Merken Sie etwas?

Ihr Gegenüber hat nun alle Informationen, die er oder sie braucht, um Sie bei der Jobsuche unterstützen zu können. Aber es bleibt seine oder Ihre Entscheidung, das auch zu tun. Noch dazu machen Sie diese Entscheidung für alle Beteiligten leicht und bequem.