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Sommerzeit ist Urlaubszeit. Endlich lange ausschlafen, den Tag verbummeln, am Strand liegen oder lesen im Park. Für viele ist das der Traum von einem Urlaub. Auszeit und Ausgleich für Körper und Seele - viel Erholung bitte inklusive. Aber wie viel Urlaub braucht es tatsächlich, um sich maximal zu erholen und zu entspannen? Studien zeigen: Am Anfang des Urlaubs ist der Erholungseffekt am größten, danach nimmt er kontinuierlich ab. Warum also nicht lieber einen Kurzurlaub machen - vielleicht sogar mehrere im Jahr?

3 Tage entspannen vom Job mit Kurzreisen

Kzenon/Shutterstock.comMal eben kurzentschlossen übers verlängerte Wochenende verreisen, ans Meer fahren oder in eine aufregende Stadt fliegen - zunehmend mehr Menschen entscheiden sich für einen (spontanen) Kurzurlaub - und sei es nur auf Balkonien. Und das ist gar nicht mal so verkehrt.

Kleine Auszeiten, mehrfach übers Jahr verteilt können ähnlich entstressend und entspannend wirken wie ein langer ausgedehnter Urlaub. Mehr noch: Der Erholungseffekt eines langen Urlaubs hält nicht einmal besonders lange an. Zwei bis drei Wochen nach dem Urlaub hat uns der Alltagsstress bereits wieder fest im Griff.

Es gibt da zwar diese Faustregel, dass man in drei Wochen Urlaub am besten entspannt:

  • Die erste Woche braucht man zum Ankommen.
  • Die zweite Woche hilft beim Abschalten.
  • Die dritte Woche aber führt erst zur Tiefenentspannung.

Wissenschaftler um Jeroen Nawijn von der Erasmus Universität konnten jedoch zeigen, dass die Urlaubswirkung schon nach zwei Monaten komplett verpufft ist. Spätestens nach diesen acht Wochen waren die Rückkehrer genauso urlaubsreif wie vorher. Ein klares Argument für mehr Kurzurlaube...

Wie Sie den Kurzurlaub besser genießen

MJTH/Shutterstock.comLaut Marktanalysen bevorzugen die Deutschen immer häufiger kurze Auszeiten im Jahr. Aktuell verreisen die Bundesbürger im Schnitt lediglich für 12,1 Tage, im Jahr 2000 waren es immerhin noch 14,8 Tage vor Ort und 1990 sogar 16,3 Tage. Mal eben übers verlängerte Wochenende verreisen, ans Meer fahren, in eine aufregende Stadt fliegen oder ein Wellness-Wochenende buchen - das ist inzwischen durchaus erschwinglich.

Einen Haken hat die Sache aber: Vom Vollgas im Job auf entspannte Schleichfahrt runterzuschalten, klappt in der Regel nicht. Wer sich für einen Kurzurlaub entscheidet, hat es je nach Vorgeschichte und laufender Projekte schwer binnen weniger Tage wirklich abzuschalten, gedanklichen Abstand zur Arbeit zu bekommen und runterzukommen. Allzu kurz sollte die Auszeit deshalb nicht sein. Drei bis vier Tage am Stück gelten dazu als Minimum.

Im Grunde gilt in diesen drei Tagen dasselbe Prinzip wie beim dreiwöchigen Jahresurlaub: ankommen, abschalten, ausspannen...

  • Abschalten. Und zwar buchstäblich: Tablet oder Laptop lassen Sie gleich daheim, das Smartphone dient allenfalls zur Orientierung oder für Schnappschüsse.
  • Lustwandeln. Versuchen Sie einfach mal in den Tag zu leben, spontan zu zu bleiben und eben den Kurztrip nicht komplett durchzuplanen. Psychologen fanden heraus: Der Erholungseffekt ist dann am größten, wenn wir das Gefühl haben, unsere Freizeit völlig frei und selbstbestimmt gestalten zu können.
  • Vergessen. Verbieten Sie sich ganz bewusst alle Gedanken an die Arbeit. Sie haben frei und genießen die Zeit ganz im Hier und Jetzt. Wer dagegen zu Beginn des Kurztrips schon wieder an dessen Ende denkt oder die Rückkehr ins Büro imaginiert, wird sich nicht groß entspannen.

Tipp: Wie Sie Ihre Ferienfreude maximieren

Genießen Sie die Zeit der Vorfreude – sie ist die schönste. Das fanden unter anderem Leigh Thompson von der Kellogg School of Management und Terence Mitchell von der Foster School of Business 1997 heraus. Die von ihnen Befragten waren vor dem Urlaub am glücklichsten, genossen hinterher etwas Erholung und hatten in den Ferien miese Laune.

[Bildnachweis: Donald Bowers Photography, Kzenon, MJTH by Shutterstock.com]