Wenn im Arbeitsleben von Routine die Rede ist, haben viele gleich negative Assoziationen: Routine stellt sich schließlich ein, wenn man die gleichen Arbeitsabläufe immer und immer wieder tätigt. Das klingt nach Langeweile und Spießertum, nach wenig anspruchsvoller Arbeit und Dienst nach Vorschrift. Kurz: wenig reizvoll, wo doch alles auf Kreativität ausgerichtet ist. Das ist aber nur eine Seite von Routine. Was sie noch mit sich bringt und welche Vorteile sie haben kann...

Routine Definition Synonym anderes Wort

Routine Definition: Erfahren in Abläufen

Das Wort Routine stammt aus dem Französischen, routine, und bedeutet "Wegerfahrung". Damit bezeichnen wir Fähigkeiten, die dadurch erworben werden, dass sie über einen gewissen Zeitraum immer wiederholt wurden. Das führt dazu, dass diese Handlung sehr sicher und schnell ausgeführt werden können.

Routine lässt sich allerdings auch negativ interpretieren als etwas, das uns zur (blinden) Gewohnheit geworden ist. Der Enthusiasmus und die Motivation leiden bei der Ausübung dieser wenngleich technisch perfekten Tätigkeit.

Synonym für Routine werden Begriffe verwendet wie:

  • Alltagstrott
  • Automatismus
  • Erfahrung
  • Fertigkeit
  • Geübtheit
  • Gewandtheit
  • Joch
  • Know-how
  • Praxis
  • Technik
  • Tretmühle
  • Übung
  • Vertrautheit

Gut oder schlecht: Wie entstehen Routinen?

Routinen sind kein Spezifikum des Berufslebens - sie prägen genauso unsere Freizeit. Wer am Sonntagnachmittag immer an den gleichen Schaufenstern entlang flaniert, hat auch eine Routine entwickelt und findet sie vermutlich angenehm.

Kritisch wird es allerdings, wenn sich Routinen zur Gewohnheit entwickeln und uns behindern - etwa die Schokolade abends vor dem Fernseher oder das Feierabendbier: Wird beides zur Regel, ist es eine schlechte Angewohnheit, die sie sich zumeist negativ auf das Gewicht und/oder die Gesundheit auswirkt.

Wenn Sie sich fragen, was gute und was schlechte Routinen sind, haben wir hier einige Beispiele:

Schlechte Routinen:

  • Nach dem Essen eine Zigarette rauchen.
  • Nach der Arbeit auf das Sofa legen.
  • Bei jeder akustischen Benachrichtigung sofort aufs Handy schauen.
  • Beim fernsehen Süßigkeiten essen.

Gute Routinen:

  • Nach dem Aufstehen frühstücken.
  • Nach der Arbeit Sport einbauen.
  • Am Sonntag den Wochenplan erstellen.
  • Mit To-do-Listen arbeiten.

Dazu kommt, dass sich solche Gewohnheiten schwerer ändern lassen. Umgekehrt bedeutet es allerdings auch, dass Sie sich Routine aneignen können, um positive Gewohnheiten weiter auszubauen. Doch wie entstehen Routinen genau? Routinen bilden sich heraus, indem Sie in einer bestimmten Situation immer gleich verhalten.

Sie kommen morgens zur Arbeit, betätigen als Erstes das Zeiterfassungssystem, fahren den Rechner hoch und checken Ihre E-Mails. Danach gehen Sie in die Küche und gießen sich einen Kaffee ein. Nichts von alledem kostet Sie besondere Anstrengung oder Zeit, da Sie es bereits unzählige Male so gemacht haben.

Damit die Routine beginnen kann, gibt es einen Auslöser (Trigger). Das kann zum Beispiel das Klingeln des Weckers sein, der dazu führt, dass Sie aufstehen oder die Push-Benachrichtigung auf dem Smartphone, welche Sie dazu bringt nachzuschauen.

Diese durch den Auslöser hervorgerufene Handlung wird Aktion (Action) genannt und mündet in einer Belohnung (Reward). Am Ende dieses Kreislaufs steht die Routine.

Routine Definition Synonym gute Gewohnheiten Beispiele

Vor- und Nachteile von Routinen

Routine Definition Synonym VorteileVorteile von Routinen:

  • Routinen geben Ihnen eine Tagesstruktur und sind organisierter.
  • Sie sparen Zeit und Energie, da Sie nicht ständig neue Entscheidungen treffen müssen.
  • Routinen garantieren Qualität.
  • Sie geben Ihnen Sicherheit.

Gerade die beiden letzten Punkte sollten Sie sich vor Augen führen. Routine in Arbeitsabläufen gibt Ihnen beispielsweise die Gewissheit, Produkte in einer bestimmten Qualität vorzufinden, wenn sie ein und dasselbe Geschäft betreten.

Routinen retten Leben - wer würde sich von einem unroutinierten Arzt behandeln lassen wollen? Oder bei Rettungssanitätern und Feuerwehrleuten: Da muss jeder Handgriff sitzen. Routinierte Arbeitsabläufe sind nicht nur notwendig, um Chaos zu vermeiden, sie schaffen Vertrauen.

Nicht zuletzt führen sie auch dazu, dass Sie sicher Ihren Tätigkeiten nachgehen können - gerade für Berufsanfänger ein Gewinn, der die anfängliche Nervosität mindert. Das Gegenteil von Routine würde für denjenigen Herausforderung bedeuten. Permanente Herausforderung mündet allerdings in Überforderung. Insofern sorgen Routinen also auch für geringeren Stress.

Routine Definition Synonym NachteileNachteile von Routinen:

  • Sie können ermüdend wirken. Damit können durch Unachtsamkeit Fehler entstehen.
  • Abläufe werden vorhersehbar.
  • Gerade bei körperlicher Arbeit kann es zu einseitiger Belastung und damit Schäden kommen.
  • Mangelnde Flexibilität bei unvorhergesehenen Änderungen.

Nutzen die Vorzüge: Begeisterte Routinen-Anhänger

Dass positive Gewohnheiten ihre Vorzüge haben, erkannten bereits viele erfolgreiche Menschen - unter ihnen so namhafte Persönlichkeiten wie Mozart oder Freud, aber auch in der Gegenwart. So soll Barack Obama mal gesagt haben, dass er nur schwarze oder blaue Anzüge trägt, um sich die Entscheidung zu erleichtern.

Ähnliches ist von Mark Zuckerberg bekannt. Der Facebook-Gründer trägt nur graue T-Shirts: Minimalismus gegen Zeitverschwendung, weil man zu häufig in der Situation war, keine Entscheidung treffen zu können oder wollen.

Daher haben diese Menschen zu einem bestimmten Zeitpunkt die bewusste Entscheidung getroffen, sich freiwillig in der Wahl einzuschränken. Dies führte in der Konsequenz zur Routine: Gewohnheitsmäßig greifen sie immer zum grauen T-Shirt, bei festlichen Anlässen abends zum schwarzen Anzug, ansonsten zum blauen Anzug - Problem gelöst.

Dies erleichtert das Leben, denn die Energie und Zeit, die für vergleichsweise unwichtige Dinge im Leben aufgewandt werden, fehlt natürlich an anderer Stelle. Blöderweise fehlt sie oft in Bereichen, die eigentlich wichtiger wären.

Von Gewinnern lernen

Letztlich ist diese Form der Planlosigkeit eine Art Prokrastination beziehungsweise Vermeidungsstrategie: Sie vermeiden an den Dingen zu arbeiten, die Sie eigentlich weiterbringen könnten, weil Sie sich nicht mit unangenehmen Fragen auseinandersetzen wollen.

Stattdessen könnten Sie entscheiden, dass Sie jeden Samstag für 90 Minuten an Ihren Fremdsprachenkenntnissen arbeiten. Oder Zeit für eine Fortbildung einplanen. Wenn Sie also mit einigen Punkten in Ihrem Leben nicht zufrieden sind, beispielsweise, wenn Sie sich eigentlich mit Ihrer beruflichen Situation auseinandersetzen müssten, dann sollten Sie überlegen, ob Ihre Prioritäten richtig gesetzt sind.

Haben Sie die Zeit, die Sie brauchen, um den wichtigen Fragen in Ihrem Leben nachzugehen? Leben Sie das Leben, das Sie leben wollen? Für solche Fragen bedarf es der Selbstreflektion und Achtsamkeit.

Ebenso natürlich die Konsequenz, Ihr Leben zu ändern, wenn Sie zu dem Ergebnis kommen, dass einige Dinge nicht so laufen wie erwünscht. Das gilt für die berufliche Neuorientierung genauso wie für den umgestellten Ernährungsplan oder mehr Sport.

25 Anregungen für Routinen, die Sie erfolgreicher machen:

Rituale taegliche Gewohnheiten 25 Tipps

Regeln sollten zu Bedürfnissen passen

Dabei gilt es den eigenen Schweinehund immer wieder zu besiegen, denn die meisten Menschen halten sich nicht gerne an Regeln, auch nicht, wenn sie sie selbst aufgestellt haben. Sie können sich jedoch mit selbstgewählten Routinen ein strukturiertes Vorgehen schaffen, das Ihnen vor allem in stressigen Situationen von Nutzen sein wird.

Das führt dazu, dass Sie langfristige Ziele wesentlich wahrscheinlicher erreichen, als wenn Sie planlos vorgehen. Selbst wenn Sie feststellen sollten, dass die gewählte Routine so gar nicht zu Ihren Bedürfnissen passt, ist es besser es versucht zu haben und gegebenenfalls anzupassen.

So ist es wenig sinnvoll, sich selbst beispielsweise ein Frühstück um halb sieben Uhr morgens zu verordnen, wenn Sie sich kaum überwinden können, einen Brocken herunterzuschlucken - manchen genügt ein Kaffee. Gucken Sie stattdessen, welche anderen Routinen für Sie hilfreich sein könnten.

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