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Hand aufs Herz: Schreiben Sie Ihre Ziele regelmäßig auf - oder haben Sie diese nur im Kopf und hoffen, sich wenigstens ab und an daran zu erinnern? Wie eine Studie zeigt, macht das einen GROSSEN Unterschied - insbesondere im Hinblick darauf, ob Sie Ihre eigenen Ziele auch erreichen...

Zielerreichung: Ziele aufschreiben hilft

Man kann sich viel vornehmen und doch nichts davon erreichen. Die Gründe dafür können unterschiedlich sein. Viel wichtiger aber ist, dass man überhaupt Ziele hat und diese verfolgt. "Ich weiß, was ich will!" Allein dieser Satz, also Zielstrebigkeit, verlängert laut einer kanadischen Studie um den Psychologen Patrick Hill von der Carleton Universität das Leben um einige Jahre – und zwar unabhängig davon, welche Ziele eine(r) hat und wie diszipliniert er oder sie diese verfolgt.

Bleibt aber noch die Frage: Wie erreiche ich meine Ziele auch?

Und genau diese hat sich die Psychologin Gail Matthews an der Dominican Universität in San Rafael, Kalifornien gestellt (PDF). Für ihre Studie rekrutierte sie zunächst 267 Probanden aus unterschiedlichen Sozialschichten und Kulturkreisen im Alter von 23 bis 72 Jahren.

Dann bat sie diese, sich ein paar Ziele zu überlegen, die sie in den nächsten Wochen erreichen wollten: die eigene Leistung steigern, das Gehalt verbessern, ein Projekt beenden, ein Blog beginnen, so was.

Schließlich unterteilte sie diese in fünf Gruppen:

  • Die ersten sollten ihre Ziele mündlich formulieren und priorisieren.
  • Die zweite Gruppe sollte ihre Ziele schriftlich fixieren und priorisieren.
  • Die dritte Gruppe wurde gebeten, nur Maßnahmen zur Zielerreichung aufzuschreiben.
  • Die vierte Gruppe sollte die Ziele und die konkreten Maßnahmen aufschreiben sowie einem Freund davon erzählen.
  • Die fünfte Gruppe schließlich sollte handeln wir Gruppe 4 und zusätzlich den Fortschritt schriftlich festhalten.

Vier Wochen später sah sich Gail Matthews die Ergebnisse beziehungsweise den Erfolgsgrad an. Und Sie ahnen richtig:

  • Wer seine Ziele nur mündlich formulierte, erreichte diese nur zu 43 Prozent, nicht mal die Hälfte. Ein bisschen mehr schafften die Teilnehmer aus Gruppe 3 (nur Maßnahmen aufschreiben), aber nicht viel.
  • Von denen, die ihre Ziele dagegen aufschrieben (Gruppe 2), erreichten diese schon 60 Prozent. Bei Gruppe 4 waren es sogar 64 Prozent - nahezu zwei Drittel.
  • Und jene, die zusätzlich Protokoll führten (Gruppe 5), kamen auf ganze 76 Prozent Zielerreichung.

Die Erklärung der Psychologin für diesen deutlichen Effekt: Wer nur an seine Ziele denkt, nutzt allein seine Vorstellungskraft - seine rechte Gehirnhälfte, sozusagen die Imaginations-Hemisphäre des Gehirns.

Linkshirner-Rechtshirner-Grafik

Wer hingegen seine Ziele (priorisiert) aufschreibt, nutzt beide Gehirnhälften, indem er diesen noch eine logisch-analytische Realität (Papier, Datei) hinzufügt. Die Verschriftlichung der Idee sorgt für eine Art inneres Commitment: "Ich will das und ich meine es ernst damit!" Motto: Was Geschrieben steht, ist ein Fakt.

Beides zusammen sendet unablässig Signale an unser Unterbewusstsein, an diesem Ziel zu arbeiten. Und natürlich erst recht wieder, wenn wir den Zettel mit unseren Zielen erneut lesen (weshalb der am besten gut sichtbar aufgehängt werden sollte - zum Beispiel an der Kühlschranktür).

Darum sollten Sie jeden Tag Erfolge notieren

Dass das zusätzliche Notieren und Protokollieren von Erfolgen und Fortschritten einen zusätzlichen Effekt hat, bestätigen zudem Studien der renommierten Harvard-Psychologin Teresa Amabile und ihres Kollegen Steven Kramer. Die beiden werteten dazu mehr als 12.000 Tagebucheinträge von 238 Beschäftigten aus. Eine echte Fleißarbeit. Doch die lohnte sich.

Dabei stellten sie bald fest: Wer nicht das Negative, sondern vor allem die kleinen Erfolge jeden Tag notierte, war glücklicher, motivierter und auch langfristig erfolgreicher. Egal, wie klein die Errungenschaften auch waren - sie wirkten.

Der Grund: Jeder Erfolg, selbst Mini-Erfolge, aktivieren das Belohnungszentrum im Gehirn. Sich diese bewusst zu machen, steigert das Selbstbewusstsein, gibt uns Kraft und führt uns vor Augen, was wir geschafft haben und künftig schaffen können.

Ziele erreichen: Nutzen Sie die SMART-Methode

Nicht zuletzt können Sie zum Formulieren und Erreichen Ihrer Ziele auch die sogenannte SMART-Methode anwenden, wobei hier im Vordergrund steht, die eigenen Ziele zunächst möglichst realistisch einzuschätzen und sich danach sinnvolle Fristen zu setzen.

Die SMART-Methode ist allerdings alles andere als neu, sie wurde schon im Jahr 1956 entwickelt und ist ein Akronym. Es steht für:

SMART-Methode-Ziele-erreichen-Zielstrebigkeit

  • Spezifisch: Ziele sollen so spezifisch wie möglich beschrieben werden.
  • Messbar: Orientieren Sie sich dabei an messbaren Fakten.
  • Attraktiv: Planen Sie so, dass Sie auch Lust haben, das umzusetzen.
  • Realistisch: Was Sie sich vornehmen muss natürlich auch machbar sein.
  • Termingerecht: Das bedeutet, die Aufgaben zeitlich bindend zu planen. Also etwa: Bis Ende des Jahres will ich zehn Prozent mehr verdienen.

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