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Uhrzeigersinn: Wie uns dessen Richtung beeinflusst

Wer hat an der Uhr gedreht? Überall auf der Welt dreht sich der Uhrzeigersinn rechts herum. Gegen den Uhrzeigersinn geht es links – und damit meist rückwärts. So spiegelt sich im Uhrzeigersinn nicht nur die Zeit, sondern auch der Fortschritt: Rechts herum geht es vorwärts und man selbst mit der Zeit. Auch der Motor startet, wenn wir den Schlüssel rechtsherum drehen; die Musik wird lauter, wenn wir den Regler nach rechts aufdrehen. Im Uhrzeigersinn steckt die Zukunft – schon gefühlt. Glaubt man Hirnforschern, hat die Drehrichtung bereits erheblichen Einfluss auf unser Denken und Verhalten…



Uhrzeigersinn: Wie uns dessen Richtung beeinflusst

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Warum dreht sich der Uhrzeiger rechts herum?

Der Uhrzeigersinn (auch: Uhrzeigerrichtung) beschreibt die Drehbewegung einer klassischen Uhr mit zwei Zeigern. Dieser „positive Drehsinn“ ist der Laufrichtung der Sonne auf einer Sonnenuhr in der nördlichen Hemisphäre geschuldet.

Auf der nördlichen Halbkugel bewegt sich die Sonne im Tagesverlauf rechts herum: Von Osten über den Süden nach Westen. Entsprechend bewegt sich der Schatten auf der Sonnenuhr. Später wurden analoge Uhren so gebaut, dass der Stundenzeiger sich in die gleiche Richtung dreht: rechts herum.

Fun Fact: Warum drehen sich Wendeltreppen in Burgen im Uhrzeigersinn?

Mit fortschrittlichem Denken im Mittelalter hat das weniger zu tun. Eher mit Pragmatismus: Der sogenannte Bergfried, also der höchste Turm einer Ritterburg war der letzte Rückzugsraum und die letzte Verteidigungslinie für den Burgherren. Stürmten dort die meist rechtshändigen Eindringlinge empor, hatten die ein veritables Problem mit dem Schwert: Es blieb tendenziell an der Treppenspindel hängen, wenn sich die Treppe im Uhrzeigersinn drehte. Der Burgherr dagegen hatte die erhöhte Position und mehr Bewegungsfreiheit und damit alle Vorteile auf seiner Seite. Es sei denn, er traf auf einen Linkshänder…


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Psychologie: Uhrzeigersinn macht weltoffener

Tatsächlich verbinden wir Menschen heute mit dem Uhrzeigersinn viele positive Assoziationen wie mehr Fortschritt, Weiterkommen oder Wachstum. Sich gegen den Uhrzeigersinn zu bewegen, bedeutet dagegen oft Rückschritt und Rückwärtsgewandheit. Wenn aber Menschen eine Drehbewegung im oder gegen den Uhrzeigersinn mit einer zeitlichen Vorstellung wie Zukunft beziehungsweise Vergangenheit verbinden: Wie verändert das ihre Einstellungen und Entscheidungen?

Dazu gibt es eine spannende Studie um den Würzburger Psychologen Sascha Topolinski und Peggy Sparenberg vom Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig. Ergebnis: Wer zuvor an einem Automaten im Uhrzeigersinn drehte, war offener für Neues. Als die Probanden beispielsweise ihre persönlichen Einstellungen und Vorlieben beschreiben sollten, zeigten sie sich prompt weltoffener und toleranter. Das passierte sogar dann, wenn die Probanden die Bewegung nicht selber ausübten, sondern nur sich drehende Vierecke beobachteten.

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Einfluss des Uhrzeigersinns im Marketing

Was auf den ersten Blick wie eine Spielerei zweier unterbeschäftigter Forscher aussieht, hat einen ernsten Hintergrund: Psychologen erforschen auf diese Weise, wie kulturelle und technische Konventionen unbewusst unser Erleben und Empfinden beeinflussen. Durch unseren tagtäglichen Umgang mit Uhren, Schaltern und Hebeln erhält die Drehrichtung tagtäglich eine unbewusste Bedeutung:

  • Beispiel Drehtüren
    Diese drehen sich in den meisten Kaufhäusern gegen den Uhrzeigersinn. Das macht die Kunden tendenziell konservativ. Eine Änderung der Gehrichtung könnte bei ihnen laut Hirnforschung aber bereits für mehr Neugierde und Kaufanreize für neue Produkte sorgen.
  • Beispiel Casino
    Im Casino drehen sich Glücks- und Roulette-Räder immer im Uhrzeigersinn – was die Spieler prompt offener und womöglich auch riskanter spielen lässt.
  • Beispiel Ladesymbol
    Auch Sie kennen sicher das Ladesymbol im Internet, wenn sich eine neue Seite aufbaut oder wenn Sie eine Software aktualisieren. Dieser sogenannte Fortschrittskreis (wenn es nicht gerade ein „Fortschrittsbalken“ ist) dreht sich immer im Uhrzeigersinn (oder nach rechts). Das wiederum macht die Betrachter unbewusst offener für das Neue, was da kommt.

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[Bildnachweis: Karrierebibel.de, Shutterstock.com]

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