Key Facts
- Definition: Ein Bumerang-Arbeitnehmer ist ein Mitarbeiter, der ein Unternehmen freiwillig verlässt, zeitweise woanders arbeitet und später wieder zu seinem ehemaligen Arbeitgeber zurückkehrt.
- Motivation: Die häufigsten Gründe für die Rückkehr sind verfehlte Erwartungen beim neuen Arbeitgeber, eine unpassende Unternehmenskultur beim Wechsel oder ein attraktives Rückkehr-Angebot mit mehr Gehalt und Verantwortung.
- Vorteile: Unternehmen profitieren von Know-how und schneller Einsatzbereitschaft, Mitarbeiter können durch zusätzliche Erfahrung und Kompetenzen eine höhere Position oder ein besseres Gehalt verhandeln.
- Risiko: Bumerang-Mitarbeiter können erkennen, dass die ursprünglichen Probleme, die zur Kündigung führten, weiterhin bestehen.
- Sinnhaftigkeit: Ein Bumerang-Wechsel ist vorwiegend dann sinnvoll, wenn sich die Rahmenbedingungen im alten Betrieb positiv verändert haben und Sie auf einer besseren Position zurückkehren.
Bumerang-Arbeitnehmer kehren oft schnell an die alte Wirkungsstätte zurück. 26 % der Rückkehrer sind bereits nach 7 Monaten wieder beim ehemaligen Arbeitgeber. Kommt es zu einem Bumerang-Effekt, liegt die durchschnittliche Abwesenheit bei etwa 13 Monaten. Nach 16 Monaten bei einem anderen Unternehmen sinkt die Wahrscheinlichkeit auf eine Rückkehr jedoch deutlich.
Was sind Bumerang-Arbeitnehmer genau?
Als Bumerang-Arbeitnehmer (auch: Bumerang-Mitarbeiter) werden Arbeitnehmer bezeichnet, die nach einem oder mehreren Jobwechseln zu ihrem Ex-Arbeitgeber zurückkehren. Die Ex-Mitarbeiter bzw. Rückkehrer bringen nicht nur Know-how und zahlreiche Vorteile mit – sie werden heute aufgrund des Fachkräftemangels und im Rahmen der Personalbeschaffung gezielt von Personalern angesprochen und angeworben.
Wer kommt als Bumerang-Mitarbeiter infrage?
Voraussetzung dafür ist allerdings eine entwickelte Trennungskultur, damit zum Beispiel bei einer Kündigung keine Brücken verbrannt werden. Sonst bleibt die Rückkehr der Bumerang-Arbeitnehmer stets belastet oder wird gar unmöglich.
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Welche Vorteile haben Bumerang-Mitarbeiter?
Die offensichtlichsten Vorteile von Ex-Angestellten sind: Sie kennen das Unternehmen sowie einige Kollegen. Das verkürzt die Einarbeitung und das Reboarding. Auch umgekehrt kaufen Arbeitgeber nicht die Katze im Sack. Läuft das Onboarding schnell und erfolgreich ab, sind die Heimkehrer meist sofort einsetzbar, können gleich loslegen und sind unmittelbar produktiv. Weitere Vorteile sind:
- Rückkehrer bringen externe Erfahrungen und Know-how ins Unternehmen.
- Ex-Mitarbeiter haben ein Netzwerk sowie Insiderwissen aus der Branche oder von Marktbegleitern.
- Bedingt durch die Jobwechsel steuern sie frische Ideen und Lösungskompetenzen zu Herausforderungen bei.
- Ihre Bekanntheit bei Kunden, Kollegen und Geschäftspartnern sorgt für zusätzliches Vertrauen und fördert die Kooperation.
Hinzu kommt häufig, dass die Recruiting-Kosten für Ex-Mitarbeiter deutlich geringer ausfallen als für vollkommen fremde Fachkräfte. In der Regel reichen eine wertschätzende Ansprache, ein faires Gehaltsangebot – und natürlich eine herausfordernde neue Aufgabe. Betrachten Sie es zum Beispiel auch aus der Perspektive: Wer Bumerang-Mitarbeiter einstellt, bekommt deren Weiterbildung praktisch zum Nulltarif und kann sich das aktuelle Wissen sofort zunutze machen.
Gründe: Warum kommen Bumerang-Mitarbeiter zurück?
Warum zieht es Mitarbeiter zurück zu dem Unternehmen, das sie vorher bewusst verlassen haben? Was auf den ersten Blick unverständlich wirkt, kann gleich mehrere gute Gründe haben:
1. Enttäuschte Erwartungen
Im Bewerbungsgespräch glänzte der neue Arbeitgeber mit Benefits, flachen Hierarchien und großen Versprechungen. Im Alltag entpuppt sich die Realität jedoch als ernüchternd: miese Führungskräfte, schlechte Work-Life-Balance oder ein chaotisches Arbeitsumfeld. Nach dem anfänglichen Schock realisieren Wechsler erst, was sie am alten Arbeitgeber eigentlich hatten.
2. Gezielter Karriere- und Gehaltssprung
Manchmal ist der Bumerang-Effekt vor allem strategischer Natur. Wer intern nicht befördert wird, weil die Stellen blockiert sind, geht für 2 Jahre zur Konkurrenz, sammelt dort Führungserfahrung und kehrt als Abteilungsleiter zum alten Betrieb zurück. Dies kann der schnellste Weg sein, um gläserne Decken zu durchbrechen.
3. Veränderte Strukturen
Mitarbeiter haben selten ein Problem mit dem gesamten Arbeitgeber, sie gehen aufgrund eines konkreten Problems – beispielsweise eines schwierigen Vorgesetzten oder einer starren Abteilungsstruktur. Erfährt der Ex-Mitarbeiter über bestehende Kontakte, dass der besagte Chef das Unternehmen verlassen hat oder die Abteilung neu strukturiert wurde, sind die Weichen für eine Rückkehr gestellt.
4. Wachsende Sehnsucht
Ein oft unterschätzter Faktor ist die psychologische Sicherheit, die ein eingespieltes Team und bekannte Abläufe bieten. Beim Jobwechsel überwiegt anfangs der Reiz des Neuen, doch mit der Zeit setzt bei einigen Bumerang-Arbeitnehmern die Sehnsucht ein. Die emotionale Bindung ist oft ein starker Treiber für die Rückkehr.
Wie kann ich Bumerang-Arbeitnehmer gewinnen?
Sie wollen die Vorteile von Bumerang-Arbeitnehmern nutzen? Dann müssen Sie in erster Linie den Kontakt zu Ex-Kollegen mit Potenzial halten. Das beginnt mit einer sauberen und professionellen Trennung. Wer einen Mitarbeiter bei der Kündigung schlecht behandelt oder regelrecht vergrault, verspielt damit auch die Chancen auf eine spätere Rückkehr. Ebenso wichtig ist es, die Beziehung nicht komplett abzubrechen. Zum Beispiel, indem Sie die Ex-Mitarbeiter weiterhin auf Betriebsfeiern einladen. Oder indem Sie diese regelmäßig mit Reports und internen (natürlich nicht sensiblen) Informationen exklusiv versorgen. Das kann sich sogar positiv auf das Employer Branding auswirken, weil auch andere mitbekommen, wie mit Ex-Mitarbeitern umgegangen wird.
Richtiger Umgang mit einer möglichen Rückkehr
Die Subbotschaft darin ist positiv und zukunftsgewandt: Gelegentliche Jobwechsel sind eine natürliche und akzeptierte Entwicklung im Berufsleben, die für alle einen Mehrwert hat. Und: „Du bist jederzeit wieder willkommen!“ Wollen sich Arbeitgeber die Möglichkeit einer Rückkehr offenhalten, müssen sie die Rahmenbedingungen dafür schaffen.
Wann ist die Rückkehr als Bumerang-Arbeitnehmer sinnvoll?
Nicht jeder Bumerang findet den Weg sicher zurück in die Hand des Werfers. Manchmal stürzt er im Gebüsch ab. Damit Ihnen das nicht passiert, sollten Sie den Schritt genau prüfen. Die Rückkehr ist keine Flucht-Option, sondern muss ein geplanter Karriereschritt sein. Absolute Grundregel: Kehren Sie nicht aus reiner Bequemlichkeit oder Angst vor dem Neuen zurück. Die Rückkehr ist nur dann der richtige Weg, wenn die Zukunft beim ehemaligen Arbeitgeber besser aussieht als die Vergangenheit. Nutzen Sie für Ihre Entscheidung diese Fragen als Checkliste:
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Haben sich die Kündigungsgründe geändert?
Wenn Sie wegen des niedrigen Gehalts oder eines Cholerikers im Chefsessel gegangen sind, hat die Rückkehr nur Sinn, wenn die Gehaltsstruktur angepasst wurde oder der Chef nicht mehr da ist.
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Machen Sie einen echten Karriereschritt?
Ein Wiedereinstieg auf exakt derselben Position zu ähnlichen Konditionen wirkt im Lebenslauf wie ein Rückschritt. Sinnvoll ist es, wenn Sie mit mehr Verantwortung (z.B. Personal- oder Budgetverantwortung) zurückkommen.
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Sind Sie im Guten gegangen?
Wer damals am letzten Tag die Meinung gegeigt und die Bürotür geknallt hat, sollte das Bumerang-Projekt direkt vergessen. Ein sauberes Exit-Gespräch und ein freundliches Abschiedswort sind Grundvoraussetzungen.
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Passt das Unternehmen noch zu Ihren Erwartungen?
Sie haben sich bei der Konkurrenz vielleicht an agiles Arbeiten, moderne Tools und maximale Homeoffice-Freiheit gewöhnt. Bietet der alte Arbeitgeber das auch, oder fallen Sie zurück in Arbeitsweisen, die gar nicht mehr zu Ihnen passen?
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Wie reagiert das Team auf Ihre Pläne?
Fühlen Sie vorab diskret bei ehemaligen Lieblingskollegen vor. Wie ist die Stimmung im Team? Freuen sich die Kollegen oder wird die Rückkehr bereits jetzt kritisch beäugt?
So gelingt das Bumerang-Comeback
Sie sind sicher, dass Ihr beruflicher Weg zum alten Arbeitgeber führt – dann achten Sie darauf, es richtig zu machen. Rechtfertigen Sie sich nicht dafür, dass Sie gegangen sind. Betonen Sie stattdessen, was Sie in der Zwischenzeit gelernt haben. Formulieren Sie es im Gespräch zum Beispiel so: „Ich habe die 2 Jahre bei Firma X intensiv genutzt, um meine Expertise im Bereich agile Transformation auszubauen. Mit diesem frischen Blick von außen und meinem Wissen über unsere internen Strukturen kann ich das neue Projekt hier sofort übernehmen und zum Erfolg führen.“
Verhandeln Sie Ihren Vertrag neu
Machen Sie bei der Rückkehr nicht den Fehler, Ihren alten Arbeitsvertrag einfach zu reaktivieren. Sie sind ein neuer Bewerber mit mehr Marktwert. Verhandeln Sie das Gehalt, die Urlaubstage und die Benefits komplett neu. Auch das Thema Probezeit kann verhandelt werden: Da das Unternehmen Sie kennt, ist eine verkürzte oder gar gestrichene Probezeit bei Bumerang-Arbeitnehmern durchaus üblich und ein berechtigtes Entgegenkommen der Firma.
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