Ein Gastbeitrag von Julia Voss

Warum bin ich überhaupt in Urlaub gefahren? Das fragen sich viele berufstätige Frauen und Männer, wenn sie aus den „schönsten Wochen des Jahres“ zurückkehren. „Zuvor musste ich doppelt Gas geben, damit ich überhaupt wegkam. Und nun stapeln sich zuhause Berge schmutziger Wäsche und im Büro Berge unerledigter Aufgaben.“ Der Erholungseffekt von zwei Wochen Ferien – so lange es gedauert hat, sich so richtig zu entspannen, so schnell ist alles wieder verflogen, wenn einen der Alltag wieder hat. So oder so ähnlich muss das aber gar nicht kommen. Vorausgesetzt, Sie beherzigen einige Tipps, wie Sie relaxt in Urlaub fahren, diesen entspannt genießen und von der Auszeit hinterher länger zehren.

  1. Verreisen Sie offiziell einen Tag früher. Sagen Sie allen Kunden und Kollegen, mit denen Sie nicht direkt zusammenarbeiten, dass Ihr Urlaub einen Tag früher beginnt. Sonst stapelt sich am letzten Tag die Arbeit auf Ihrem Schreibtisch und Ihr Telefon klingelt unablässig.
  2. Vereinbaren Sie für Ihren letzten Arbeitstag keine Reisetermine und Meetings, aber auch keine Arzt- oder Friseurbesuche. Denn diese dauern oft länger als geplant. Die Folge: Sie starten völlig außer Atem in den Urlaub.
  3. Erledigen Sie vorm Urlaub alle wichtigen und dringlichen Aufgaben, die Sie nicht delegieren können. Sonst plagt Sie im Urlaub stets das schlechte Gewissen.
  4. Urlaub ist Urlaub. Lassen Sie alle Unterlagen, die Sie an Ihre Arbeit erinnern, zu Hause. Packen Sie auch keine Fachliteratur ein, die im Zusammenhang mit Ihrer Arbeit steht. Und: Lesen Sie keine Tageszeitungen – schon gar nicht deren Wirtschafts- und Börsenteil.
  5. Vergessen Sie Ihr Handy oder Smartphone – wenn möglich. Wenn nicht, schalten Sie es im Urlaub ab und lassen Sie die Telefonate in der Mailbox auflaufen. Dann entscheiden Sie, ob und wann Sie zurückrufen.
  6. Lassen Sie Ihre Uhr zu Hause. Im Notfall können Sie auch das Hotelpersonal oder einen anderen Urlauber nach der Uhrzeit fragen.
  7. Beginnen Sie spätestens vier Tage vor Reiseantritt mit dem Packen. Dann können Sie noch rechtzeitig einen neuen Bikini oder eine neue Badehose kaufen, wenn Sie feststellen, dass Sie in Ihrem alten Outfit keine gute Figur mehr machen.
  8. Stimmen Sie sich bereits zu Hause auf den Urlaub ein. Zum Beispiel, indem Sie abends Reiseführer schmökern oder sich ein Video von Ihrem Urlaubsziel anschauen.
  9. Feiern Sie Ihren Urlaubsbeginn. Zum Beispiel, indem Sie im Flugzeug ein Glas Sekt trinken.
  10. Vergessen Sie im Urlaub alles, was Sie über das Thema Zeit- und Selbstmanagement gehört haben. Im Urlaub gibt es nur eine „wichtige“ und „dringliche“ Aufgabe: sich erholen.
  11. Übertragen Sie das Leistungsdenken, dem Sie im Alltag huldigen, nicht auf Ihren Urlaub. Sie müssen nicht jeden Berg erklimmen und jede Kirche besichtigen.
  12. Lassen Sie Fünfe gerade sein. Bei der Arbeit können Sie dem „Null-Fehler-Prinzip“ huldigen. Doch im Urlaub? Da sollten Sie eher easy going praktizieren. Sonst ärgern Sie sich über jeden lahmen Kellner und jedes zu warme Bier oder Glas Wein.
  13. Verlängern Sie Ihren Urlaub offiziell. Natürlich nicht wörtlich und eigenmächtig – das ist ein Kündigungsgrund. Sondern sagen Sie allen Personen, mit denen Sie nicht direkt zusammenarbeiten, dass Sie erst zwei Tage später zurückkehren. Sonst bimmelt Ihr Telefon nach der Rückkehr gleich wieder unablässig. Dann ist die Erholung im Handumdrehen verflogen.
  14. Behalten Sie den Urlaub in Erinnerung. Stellen Sie ein Urlaubsfoto auf Ihren Schreibtisch. Oder klemmen Sie es sich an Ihren Badezimmerspiegel. Dann können Sie ab und zu von der Südsee oder von den Bergen träumen.

Über die Autorin

Julia Voss ist Geschäftsführerin des Trainings- und Beratungsunternehmens Voss+Partner in Hamburg, das unter anderem Zeit- und Selbstmanagement-Seminare anbietet.