Dass Facebook einen laxen Umgang mit den privaten Daten seiner Nutzer pflegt, ist bekannt. Ebenso, dass die Einstellungen, die die Privatsphäre derselben schützen sollen, ein einziges Wirrwarr aus Klickmenüs darstellen, bei dem man auch schon mal verirren und ein winziges, aber wichtiges Häkchen übersehen kann – mit entsprechend weitreichenden Folgen. Wie die Skandalisierung um Facebooks angebliche neue Datenlecks aber zeigt, wissen immer noch zu wenige Nutzer, wie man seine Daten in dem Netzwerk schützt. Daher – und damit Ihnen sowas nicht passiert, lotsen wir Sie heute mit dieser Anleitung durch das Daten(leck)-Dickicht.

Keine Bange, das sieht auf den ersten Blick komplizierter aus, als es ist. Sie brauchen dafür nicht mehr als zehn Minuten und sind danach so weit geschützt, wie Sie das wollen und die Facebook-Betreiber das eben noch zulassen. Also los…

Öffnen Sie ein neues Fenster in Ihrem Browser und loggen Sie sich jetzt bitte in Ihren Facebook-Account ein. Klicken Sie nun oben rechts auf den Menüpunkt “Konto” – und dort auf die “Privatsphäre-Einstellungen”. Hier entscheidet sich alles.

Schritt 1

Zunächst einmal sollten Sie jene Informationen prüfen, die Sie der Allgemeinheit zugänglich machen wollen (Menüpunkt “Allgemeine Informationen“, dort auf “Einstellungen anzeigen” klicken). Sollen Fremde und Freunde Sie auf Facebook suchen? Sollen Sie Ihnen Freundschaftseinladungen schicken dürfen? Ebenso Nachrichten? Und welche Informationen über Sie werden Fremden (also auch Besuchern, die über Suchmaschinen kommen) angezeigt. All das können Sie hier festlegen. Siehe Screenshot:

Sollten Sie bei einem dieser Punkte Bedenken haben, können Sie für einzelne Bereiche die Zugriffsrechte beschränken. Dabei haben Sie in allen Menüs standardmäßig die Wahl zwischen folgenden Optionen:

  • Alle Heißt in diesem Falle wirklich alle. Öffentlicher geht es nicht.
  • Freunde von Freunden Dabei erweitert sich der potenzielle Mitwisserkreis teils enorm. Ihnen sollte zum Beispiel bewusst sein, dass selbst wenn Ihr Chef nicht Teil Ihres persönlichen Netzwerks ist, wohl aber mit einem Ihrer Freunde befreundet ist, er dennoch alles mitlesen kann, was auf Ihrem Facebook-Profil passiert.
  • Freunde Schränkt den Mitwisserkreis auf eine überschaubare Gruppe ein – nämliche alle, deren Freundschaftsanfrage Sie akzeptiert haben und mit denen Sie immer noch befreundet sind. Wenn Sie übrigens zusätzlich sogenannte Listen nutzen – dabei können Sie Ihre Freunde unter Rubriken wie “Enge Freunde”, “Job” oder “Bekannte” subsummieren -, können Sie später noch gezielter für diese Listen Informationen freigeben.
  • Benutzerdefiniert Leider hat Facebook diesen Punkt so genannt – denn benutzerdefiniert, sind letztlich ja alle diese Optionen. Vermutlich soll einfach nicht auffallen, dass Sie unter diesem Punkt eine weitere wichtige Einstellung finden: den “Nur ich”-Button. In diesem Fall beschränken Sie die betreffenden Informationen auf den kleinstmöglichen Nutzerkreis: Sie selbst.

Diese Optionen finden Sie übrigens auch in allen anderen Menüs. Die im Bild abgebildete Einstellungs-Variante entspricht übrigens unserer Empfehlung.

Schritt 2

Im zweiten Schritt geht es darum, zu überlegen, welche eigenen Inhalte Sie mit anderen teilen wollen. Also etwa Fotos, Statusmeldungen, Videos und neuerdings auch Orte, an denen Sie sich gerade befinden (falls Sie ein Smartphone mit einer aktiven Facebook-App verwenden). Sie finden diesen Punkt in der Mitte der Seite unter “Inhalte auf Facebook teilen“. Dort klicken Sie bitte auf den Punkt “Benutzerdefinierte Einstellungen”.

Hier legen Sie zudem fest, wer ihren Geburtstag angezeigt bekommen soll oder ob Sie Single oder verheiratet sind. Den Link zu einer externen Webseite, etwa zu Ihrem persönlichen Blog, können Sie durchaus mit allen teilen. Kniffliger wird die Frage bei Ihrer religiösen oder politischen Gesinnung. Auch bei diesem Punkt empfehlen wird folgende Einstellungen:


Schritt 3

Die wichtigsten Informationen haben Sie bereits jetzt schon geschützt. Nun folgen nur noch ein paar Feinheiten. Wer beispielsweise schon viele Facebook-Tools oder Spiele nutzt und in sein Konto integriert hat, sollte in regelmäßigen Abständen prüfen, welchen davon er auch weiterhin den Zugriff auf sein Profil erlauben will. Dies geschieht ganz unten links im Menüpunkt “Anwendungen und Webseiten“. Dort klicken Sie bitte auf “Bearbeite deine Einstellungen”.

Achtung! Was leider oft übersehen wird, ist, dass alle externen Programme und Anwendungen, denen Sie hierbei den Zugriff gestatten, automatisch alle Informationen auslesen können, die Sie zuvor in Schritt 1 und 2 in den Status “Alle”, aber eben auch “Freunde” erhoben haben. Sprich: Freundeskreis, Fotos, Statusmeldungen, Ortsangaben – alles, was Sie mit Freunden teilen, dürfen auch diese Anwendungen auslesen und verarbeiten, denn Facebook sieht diese ebenfalls wie einen “Freund” an. Wählen Sie also sorgsam aus, welchen Anwendungen Sie den Zugriff gestatten und prüfen Sie auch noch einmal kritisch, auf welche Daten all Ihre Freunde zugreifen können. Ganz sicher geht nur, wer die Plattform vollständig deaktiviert.

Vergessen Sie in diesem Bereich aber auch nicht jene Informationen einzuschränken, die durch Ihre Freunde zugänglich sind – also auch die Anwndungen (Informationen, die durch deine Freunde zugänglich sind). Mit einem Klick auf “Einstellungen bearbeiten” können Sie hier Häkchen setzen, welche Daten für dritte verfügbar sein sollen. In diesem Fall gilt: Je weniger, desto sicherer (siehe Abbildung):

Mithilfe der Blockierlisten wiederum können Sie einzelne Personen gezielt blockieren, damit sie diese nicht mit Freundschaftsanfragen, Mails oder sonstigen Informationen nerven. Überdies können Sie dort Freunde auswählen, von denen Sie keine Anwendungseinladungen (zum Beispiel für Spiele) mehr erhalten möchten.

Um Ihre Privatsphäre zu schützen, gibt es inzwischen auch ein paar Tools, die diese Einstellungen für Sie vornehmen. Das Problem dabei: Facebook wechselt seine Menüstruktur derart oft, dass die Funktionsweise der Dienstprogramme nur eine geringe Halbwertzeit besitzt. Eines dieser Tools ist Reclaimprivacy. Auch Sie arbeitet schon nicht mehr 100-prozentig zuverlässig, nimmt einem aber zumindest einige Mühen ab. Und so geht’s: Rufen Sie die Seite auf und schieben Sie den Button “Scan for Privacy” in Ihre Browserleiste. Anschließend gehen Sie in die Privatsphäre-Einstellungen Ihres Facebook-Accounts und klicken auf den neuen Button. Das Tool überprüft nun Ihre Einstellungen selbstständig und zeigt Ihnen wo noch offene Flanken bleiben. Und mit einem Klick können Sie diese bequem korrigieren.