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Auf den ersten Blick sind uns Narzissten ungeheuer sympathisch. Wir sehen sie nicht als Narzissten, sondern als Menschen mit Charme und Charisma. Sie sind in der Regel ungeheuer redegewandt, humorvoll, selbstsicher und ziehen Blicke wie Aufmerksamkeit magnetisch an. Anfangs jedenfalls. Mit der Zeit aber entlarvt sich der Egomane selbst: Seine Selbstverliebtheit und Egozentrik nerven nur noch und das, was wir einst bewunderten, avanciert zur hohlen Fassade, zum Mittel zum Zweck. Schade um die Show. Aber wäre es nicht schön, wenn sich der Narziss nicht schon viel früher offenbaren ließe? Laut einer Studie ist das kein Problem - eine einzige simple Frage reicht dazu schon aus...

Die Natur des Narzissten

Narzisstische-Persoenlichkeit-Narziss-GrafikNarzissten sind Meister des ersten Eindrucks (der auch mal länger dauern kann). Sie verstehen es, eine besonders geistreiche Aura zu erzeugen und uns genau das zu geben, was wir bewundern (wollen):

  • Attraktivität
  • Coolness
  • Charme
  • Humor
  • Wortgewandtheit

Und leichte Star-Allüren – die freilich zugleich suggerieren, ein Star zu sein. Als Resultat beklatschen oder befördern wir sie. Bis in die Chefetage.

Doch Geltungsdrang ist wie eine Droge, die ständig eine höhere Dosierung benötigt, um noch zu wirken. Entsprechend schlecht sind Narzissten darin, langfristige oder gar verlässliche Beziehungen aufzubauen. Sie benötigen ständig neue Fan-Kreise – oder wenn sie es schon recht weit gebracht haben: wechselnde Bewunderer und Bestätigungen - sei es durch wachsende Boni oder dankbare Betätigungsfelder mit viel Ruhm inside.

Wäre es da nicht schön, schon frühzeitig zu wissen, mit wem man es zu tun hat?

Forscher um Brad Bushman, Professor für Kommunikation und Psychologie an der Ohio State Universität, haben dazu eine Reihe von elf unabhängigen Studien mit insgesamt 2250 Probanden ausgewertet. Und das Ergebnis ist mehr als verblüffend: Um den Narziss zu entlarven, gibt es einen ganz einfachen Weg - fragen Sie ihn!

Kein Scherz. Psychologen nutzen in der Regel ein Inventar von mindestens 40 ausgeklügelten Fragen, um eine narzisstische Persönlichkeit auszumachen oder einzuschätzen (siehe auch unseren Selbsttest weiter unten). Laut Bradman aber reicht schon eine einzige Frage aus, sie lautet:

Auf einer Skala von 1 bis 7: Wie sehr stimmen Sie der Aussage zu "Ich bin ein Narzisst"?

Gewiss, keine unglaublich subtile und rhetorisch ausgebuffte Frage, sondern ganz platt: Bist du ein Narziss? Und doch oder gerade deswegen funktioniert sie - aufgrund der Natur des Narzissten.

Oder anders formuliert: Je narzisstischer eine Persönlichkeit ist, desto eher wird sie dieser Aussage zustimmen und sich dafür auch auf einem hohen Rang einordnen. Denn selbst darauf ist der Narziss stolz: eben dass er einer ist. So sieht er darin auch nichts, was er verleugnen müsste - im Gegenteil.

Oder wie es Oscar Wilde einmal ausdrückte:

Sich selbst zu lieben, ist der Beginn einer lebenslangen Romanze.

Und der war ein ziemlicher Narziss, aber auch ein großartiger Autor.

Allerdings haben wir in der Regel ein recht einseitiges und negatives Bild von einer egozentrischen Persönlichkeit. Wirft man einen Blick in die Forschung, so ist das Bild dort deutlich differenzierter. Doch der Reihe nach...

Mythologie: Die Geschichte von Narziss

Narzissmus-Test-Therapie-ForumIn der griechischen Mythologie heißt es, Narziss sei der schöne Sohn des Flussgottes Kephissos und der Wassernymphe Leiriope gewesen. Auf seine Mitmenschen übt er eine unglaubliche Anziehungskraft aus und diese verlieben sich reihenweise in ihn. Doch aus Stolz und Überheblichkeit weist er sie alle zurück. Seine Überheblichkeit wird mit grenzenloser Selbstliebe gestraft. Als er sich eines Tages an einer Wasserquelle niederlässt, um seinen Durst zu stillen, verliebt er sich in sein Selbstbild.

Darüber, wie seine Geschichte endet, herrscht Unklarheit. Es gibt drei unterschiedliche Versionen:

  • Er versucht sein Spiegelbild zu erreichen und merkt, dass das nicht möglich ist. Vor lauter Sehnsucht stirbt er und verwandelt sich in eine Narzisse.
  • In dem Moment, als Narziss ins Wasser sieht, fällt ein Blatt in den Fluss und verzehrt sein Spiegelbild. Schockiert darüber, dass er hässlich ist, stirbt er.
  • Ohne zu erkennen, dass es sich um sein Spiegelbild handelt, beugt Narziss sich ins Wasser, um dem Objekt seiner Liebe nah zu sein und ertrinkt.

Definition: Was Narzissten charakterisiert

Selbstverliebten Menschen mit Geltungsdrang werden die unterschiedlichsten Eigenschaften nachgesagt: Sie suchen in erster Linie Fans, keine Kollegen, sie gieren nach Anerkennung und Aufmerksamkeit; geben gerne vor, alles zu können; machen sich aber selbst nie die Hände schmutzig. Für sie zähle nur der kurzfristige Erfolg, durch den sie kurzfristig ins Rampenlicht geraten, mehr als echte Substanz. Nicht gerade schmeichelhaft.

Oder anders ausgedrückt: Narzissten zeichnen sich vor allem durch fünf zentrale Charakteristika aus:

  • Ein übersteigertes Selbstbewusstsein, welches jedoch
  • immer wieder durch Aufmerksamkeit bestätigt werden muss,
  • ein starkes Streben nach Dominanz,
  • mangelnden Willen, die Gefühlen anderer in eigene Entscheidungen zu integrieren und
  • eine gewissen Rastlosigkeit und Ungeduld.

Entsprechend genervt sind wir von solchen Menschen. Was sie so anstrengend macht ist vor allem:

  • Ihr übersteigerter Wunsch nach Anerkennung und Bewunderung: Ihr gestörtes Selbstwertgefühl braucht dauerhaft Streicheleinheiten. Sie profilieren sich gerne und stellen sich bei jeder Gelegenheit in den Vordergrund.
  • Ihre mangelnde Kritikfähigkeit: Kritik verstehen sie als Bedrohung und können nur sehr schlecht damit umgehen.
  • Ihre mangelnde Empathiefähigkeit: Narzissten fällt es schwer, auf die Bedürfnisse ihrer Mitmenschen einzugehen.

Die guten Seiten des Narzissmus

Was uns allerdings weniger bewusst ist: Es gibt auch positive Seiten des Narzissmus. Der Psychologe Delroy Paulhus etwa fand bei einem Experiment heraus, dass narzisstische Gruppenmitglieder bereits beim ersten Treffen von allen anderen als besonders offen, kompetent, gewissenhaft, kontaktfreudig oder unterhaltsam empfunden wurden.

Was uns an den Egozentrikern wiederum fasziniert:

  • Ihre Eloquenz

    Sie sind ungeheuer redegewandt, gehen offen auf andere zu, zeigen sich ebenso interessiert und aufgeschlossen wie informiert und wohlwissend.

  • Ihr Unterhaltungswert

    Sie bringen eine bewundernswerte Grandezza mit, sind Meister der (Selbst)Darstellung und können ebenso witzig wie unterhaltsam sein.

  • Ihr Selbstbewusstsein

    Sie verstecken sich nicht, treten selbstsicher auf und engagieren sich. Natürlich können sie sich auch gut durchsetzen. Das kommt bei vielen gut an.

Teams profitieren von (einigen) Narzissten

Extra-Tipp-IconAls das Forscher-Trio Jack Goncalo und Sharon Kim von der Cornell Universität sowie Francis Flynn von der Stanford Universität 2011 untersuchten, wie Narzissmus in Teams wirkt, stellten Sie überrascht fest: Narzissten waren zwar nicht wirklich besser oder kreativer als andere - dachten das aber. Sie waren davon derart überzeugt und über sich und ihre Werke so euphorisiert, dass sich diese Euphorie und der Impetus, großartig zu sein, allerdings auf die gesamte Gruppe übertrug. Effekt: Am Ende verbesserte sich das kreative Ergebnis des Teams insgesamt.

Allerdings darf man das Resultat auch überinterpretieren, Motto: je mehr Narzissten, desto besser. Falsch! In den Experimenten war das optimale Ergebnis genau bei zwei Narzissten pro Team erreicht. Wurden es mehr, waren Hyper-Wettbewerb sowie ein Hauen und Stechen um Aufmerksamkeit und den Lorbeer die Folge.

Mehr noch: Laut Studien der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) steigt mit dem Narzissmus auf der Chefetage sogar die Bereitschaft, im Unternehmen neue Technologien einzuführen – insbesondere wenn diese Innovationen von der Öffentlichkeit als "heilsbringend", aber risikoreich wahrgenommen werden.

In der internationalen Studie, an der auch Forscher des IMD in Lausanne und der Pennsylvania State Universität beteiligt waren, ging es um sogenannte diskontinuierliche Innovationen – also jene Ideen, die zu ihrem jeweiligen Zeitpunkt dem bestehenden Geschäftsverständnis grundsätzlich zu widersprechen scheinen und damit das Potenzial haben, ganze Märkte durchzuwirbeln.

Entsprechend gibt es auf Seiten etablierter Unternehmen wenig Interesse, sich darauf einzulassen. Der Mensch ist eben ein Gewohnheitstier, das seine Komfortzonen schätzt und pflegt.

Doch wie Wolf-Christian Gerstner und Andreas König (beide von der FAU) sowie Albrecht Enders (IMD) und Donald C. Hambrick (Pennsylvania State Universität) feststellten, hängt die Entscheidung für oder gegen Investitionen in eine diskontinuierliche Technologie mehr als bislang angenommen von der Persönlichkeit des Vorstandschefs und dessen Ego ab. Oder wie Andreas König es zusammenfasst:

Wir konnten feststellen, dass die Wahrscheinlichkeit, dass ein Unternehmen in diskontinuierliche Technologien investiert, umso höher ist, je narzisstischer der jeweilige CEO ist. Die Pharmaunternehmen, die von besonders selbstverliebten CEOs geleitet wurden, haben mehr als doppelt so häufig Biotech-Initiativen im Rahmen von Akquisitionen, Allianzen oder internen Forschungsprojekten durchgeführt als die Unternehmen, die von weniger narzisstischen CEO geführt wurden.

Ein Vorteil ist natürlich auch, dass Technologien, denen eine bahnbrechende Wirkung zugeschrieben wird, viel größere Aufmerksamkeit von Seiten der Öffentlichkeit erfahren. Ein CEO kann also damit rechnen, dass er mehr Aufmerksamkeit erhält, wenn er in diskontinuierliche Technologien investiert, als wenn er denselben Pfaden folgt, die das Unternehmen schon immer ging. Wolf-Christian Gerstner dazu:

Narzissmus ist eine außerordentlich interessante, weil ambivalente Persönlichkeitseigenschaft. Narzissten glauben, solche Innovationen beherrschen zu können, während andere CEOs vor dem zu großen Risiko eher zurückschrecken.

Die narzisstischen Chefs hatten augenscheinlich ein großes Gespür für Scheinwerferlicht: Wenn die Chance dafür besonders hoch war – etwa in Zeiten, in denen die Presse viel über eine Technologie berichtet –, investieren diese mit einer höherer Wahrscheinlichkeit in solche Diskontinuitäten als ohnehin schon. Das bedeute aber zugleich, dass narzisstische Führungskräfte "nicht bessere oder schlechtere CEOs" seien, betont Wolf-Christian Gerstner. Sie seien aber möglicherweise besser als ihr Ruf, weil sie dazu beitragen können, "organisationale Trägheit und Starre zu überwinden".

Ergebnisse aus der Forschung

Extra-Tipp-IconPsychologen um Stefan Röpke von der Charité Berlin haben herausgefunden, dass es für die mangelnde Empathie der Narzissten Beweise in der Hirnstruktur gibt: Die Wissenschaftler untersuchten bei 34 Probanden, von denen die Hälfte unter einer diagnostizierten narzisstischen Persönlichkeitsstörung litt, mithilfe eines Magnetresonanztomografen (MRT) die Dicke der Großhirnrinde. Dabei handelt es sich um die äußere Nervenzellschicht des Gehirns, in der die Inselrinde sitzt und für Mitgefühl verantwortlich ist. Resultat: Bei den Narzissten war diese Region deutlich dünner.

Wie geht man mit Narzissten in der Chefetage um?

Was dem Unternehmen nutzt, mag für den einzelnen Angestellten jedoch zum Problem werden. Denn ein narzisstischer Chef kann alles andere als umgänglich sein. Gespräche auf der Sachebene fruchten selten, denn sie erfüllen nicht seine Bedürfnisse. Wenn Mitarbeiter hingegen über die Beziehungsebene einsteigen, ihn loben und bewundern, fühlt er sich sicherer, entspannt und wird merklich zugänglicher.

Um Ihnen ein paar konkrete Empfehlungen im Umgang mit einem Narziss zu geben, finden Sie hier eine Typologie von vier Cheftypen mit großem Ego - und wie man mit ihnen umgeht:

Selbsttest: Sind Sie ein heimlicher Narzisst?

Sie wissen jetzt: Narzissten sind anstrengend. Selbstverliebt, eitel bis in die Haarspitzen und überzeugt von sich – das muss man erst mal ertragen können. Andererseits: Sie haben auch ihre positiven Seiten. Und nicht jeder, der von seiner Meinung oder Entscheidung überzeugt ist, ist automatisch ein Narzisst. Womöglich hat er oder sie auch einfach nur Recht. Das ist zwar auch nicht immer leicht zu ertragen, aber eine andere Geschichte.

Spannender dürfte an dieser Stelle die Frage sein: Wie viel Narzissmus steckt in Ihnen selbst und sind Sie gar ein verkappter Narziss?

Schon in den Neunzigerjahren stellten der Psychologe Jonathan Cheek und seine Kollegen fest, dass der Narzissmus zwei extreme Gesichter haben kann, die sie so nannten:

  • Großartigkeits-Exhibtionismus (Grandiosity-Exhibitonism)
  • Verletzlichkeits-Sensibität (Vulnerability-Sensitivity)

Beide Varianten äußern sich interessanterweise gleichsam in Formen von Arroganz und Egomanie. Damit enden die Gemeinsamkeiten aber auch schon. Vor allem der zweite Typ tritt so gar nicht aggressiv auf, sondern eher hypersensibel, abschätzend, beobachtend, taxierend, übervorsichtig, zurückhaltend - was ihn oft wie einen empfindlichen, intravertierten Charakter erscheinen lässt.

Das kann eine Maske sein, oft aber auch eine unbewusste. Oder reiner Selbstschutz, schließlich klingt es irgendwie sympathischer, für besonders sensibel und empathisch gehalten zu werden, statt für selbstverliebt und aufmerksamkeitsheischend.

Jonathan Cheek, Holly Hendin und Paul Wink haben deshalb einen interessanten Selbsttest entwickelt (den wir hier gefunden haben), mit dem sich solche heimlichen oder verkappten Narzissten aufspüren lassen.

Das klingt jetzt vielleicht weniger sympathisch, kann aber ein probates Mittel sein, Eigen- und Fremdwahrnehmung wieder in ein gesundes Verhältnis zu bringen. Letztlich kann ein solcher Selbsttest aber nur Indizien liefern - eine Psychoanalyse ersetzt so was freilich nie. Falls Sie trotzdem Lust haben, mehr über sich zu erfahren: Der Test dauert nicht länger als maximal 15 Minuten...

Selbsttest: So funktioniert's

PDF-DokumentBitte prüfen Sie die folgenden 23 Aussagen so ehrlich wie möglich - alles andere ist für Sie nur Zeitverschwendung. Neben den folgenden Aussagen sind fünf Felder, auf denen Sie bitte vermerken, wie sehr die Aussage auf Sie zutrifft, wobei...

  • der Wert 1 für "trifft überhaupt nicht zu" und
  • der Wert 5 für "trifft voll zu" steht.

Sie können den Selbsttest hier herunterladen und ausdrucken (PDF) - oder aber Sie notieren sich die jeweiligen Werte zu den einzelnen Aussagen und addieren diese später wie Punkte zusammen.

AUSSAGE 1 2 3 4 5
1. Ich kann leicht ins Grübeln geraten - über persönliche Angelegenheiten oder meine Beziehungen zu anderen.
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2. Ich bin leicht verletz- und reizbar durch Beleidigungen, Spott und Hohn von anderen.
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3. Wenn ich einen Raum betrete, habe ich häufig das Gefühl, dass die Augen der anderen auf mich gerichtet sind.
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4. Ich mag es nicht so gerne den Erfolg mit anderen zu teilen, vor allem wenn der mehrheitlich auf meiner Leistung beruht.
Kasten Kasten Kasten Kasten Kasten
5. Ich finde, ich habe genug mit meinen eigenen Problemen zu tun und muss mich nicht auch noch mit denen der anderen belasten.
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6. Ich finde, ich bin längst nicht so launisch wie die meisten Menschen.
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7. Ich nehme die Bemerkungen aus meinem Umfeld gerne mal persönlich.
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8. Ich kann mich in meinen eigenen Ideen und Interessen schon mal verlieren und die Existenz von anderen dabei vergessen.
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9. Ich bin nicht so gerne in Gruppen - es sei denn, ich weiß, dass ich von allen im Team geschätzt werde.
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10. Eigentlich ärgert es mich jedes Mal, wenn andere mir von ihren Problemen erzählen, meine Aufmerksamkeit oder mein Mitleid wollen...
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11. Ich gebe zu, ich bin neidisch auf attraktive Menschen.
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12. Ich tendiere dazu, mich gedemütigt zu fühlen, wenn ich kritisiert werde.
Kasten Kasten Kasten Kasten Kasten
13. Manchmal wurde ich mich schon, warum manche meine Talente und Qualitäten nicht erkennen und anerkennen.
Kasten Kasten Kasten Kasten Kasten
14. Ich neige dazu, Menschen entweder großartig oder schrecklich zu finden.
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15. Manchmal habe ich Fantasien, richtig brutal zu werden - jedoch weiß ich nicht warum.
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16. Ich bin ebenso sensibel für Erfolge wie für Fehler.
Kasten Kasten Kasten Kasten Kasten
17. Ich habe schon mal Probleme damit, dass keiner außer mir scheint zu verstehen, worum es geht.
Kasten Kasten Kasten Kasten Kasten
18. Ich versuche Ablehnungen möglichst zu vermeiden.
Kasten Kasten Kasten Kasten Kasten
19. Ich fürchte, meine geheimsten Gedanken, Gefühle und Handlungen könnten meine Freunde schockieren.
Kasten Kasten Kasten Kasten Kasten
20. Ich neige zu Beziehungen, in denen ich meinen Partner mal verehre und dann wieder verachte.
Kasten Kasten Kasten Kasten Kasten
21. Selbst in einer Gruppe von Freunden fühle ich mich öfters allein und unwohl.
Kasten Kasten Kasten Kasten Kasten
22. Ich verüble es manchem, der hat, was ich gerne hätte.
Kasten Kasten Kasten Kasten Kasten
23. Niederlagen und Fehlschläge beschämen oder ärgern mich - aber ich zeige das üblicherweise nicht.
Kasten Kasten Kasten Kasten Kasten

Auswertung des Narzissmustests

Check-Icon-TransparentIn Vergleichsstudien mit diesem Test zirkuliert der durchschnittlich erreichte Wert etwas über 60 Punkten. Befindet sich Ihre eigene Punktezahl in diesem Bereich oder gar darunter, ist ihr Narzissmus allenfalls durchschnittlich ausgeprägt - also alles im grünen Bereich.

Liegt Ihre Punktezahl jedoch über einem Wert von 82, spricht Vieles dafür, dass Sie vielleicht doch nicht so introvertiert und sensibel, sondern eher ein heimlicher Narziss sind. Ab einem Wert von 97 Punkten stellt sich die Frage, ob man noch von "heimlich" sprechen kann. Die Sensibilität bezogen auf das, was andere über Sie sagen oder wie die Sie finden, basiert dann vielleicht weniger auf einer empfindlichen Seele als vielmehr auf ausgeprägter Eitelkeit und einem aufgeblasenem Ego.

7 Anzeichen, dass Sie KEIN Narzisst sind

Falls Sie der obige Test verunsichert hat: Auch aus umgekehrten Verhaltensweisen lassen sich Rückschlüsse ziehen. So gibt es beispielsweise auch diese 7 Anzeichen dafür, dass Sie KEIN Narzisst sind:

  1. Sie freuen sich für andere

    Narzissten freuen sich nicht für eine andere Person, sondern fragen sich eher, wie sie selbst etwas von der Anerkennung erhalten können. Wenn Sie dagegen in der Lage sind, sich ehrlich für Ihre Mitmenschen zu freuen und ihnen diesen Erfolg auch gönnen, ist dies ein untrügliches Zeichen, dass Sie kein Narzisst sind. Zusätzlich kann es Sie auch glücklicher machen, sich für den Erfolg anderer zu freuen. Denn es hebt auch die eigene Laune, wenn Sie die Freude einer anderen Person teilen.

  2. Sie nehmen Hilfe an

    Jemand anderen um Hilfe zu bitten und diese auch noch anzunehmen, käme für einen Narzissten nicht in Frage. Immerhin kommt dies einem Eingeständnis gleich, dass der Narzisst etwas nicht so gut kann, wie beispielsweise ein Kollege. So wird lieber auf eigene Faust gehandelt. Wenn Sie aber kein Narzisst sind, fällt es Ihnen nicht schwer, die Hilfe Ihres Umfelds anzunehmen. Sie verstehen, dass Sie die Weisheit nicht für sich gepachtet haben und es auch für Sie nützlich sein kann, vom Wissen anderer zu profitieren.

  3. Sie hören wirklich zu

    Gelingt es Ihnen, in Gesprächen auch einfach mal nichts zu sagen, zu schweigen und Ihrem Gesprächspartner Raum zu geben, seine Gedanken zu formulieren? Dann brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen, ein heimlicher Narzisst zu sein. Wer sich regelmäßig zurücknehmen kann, wird überdies als netterer Gesprächspartner empfunden.

  4. Sie haben viele Freunde

    Sie verfügen über einen breiten Freundeskreis mit vielen guten und einigen besonders guten Freunden? Dann können Sie beruhigt sein: Sie sind kein Narzisst, denn Ihre Freunde hätten dies längst bemerkt und sich abgewandt. Für Narzissten ist es sehr schwer, langfristige Freundschaften aufzubauen. Sie sind nicht bereit, etwas in die Beziehung zu investieren, sind im Gegenzug aber immer darauf aus, einen positiven Nutzen daraus zu ziehen.

  5. Sie können Fehler eingestehen

    Das makellose Bild, das Narzissten klassischerweise von sich selbst haben, soll um jeden Preis aufrecht erhalten werden. Somit ist es auch unmöglich, sich selbst einen Fehler einzugestehen. Sind Sie bereit, Fehler zu machen und auch zu diesen zu stehen, ist dies nicht nur ein starkes Zeichen, dass Sie kein Narzisst sind. Es zeigt auch, dass Sie daran interessiert sind, sich weiterzuentwickeln und aus Rückschlägen zu lernen.

  6. Sie geben Verantwortung ab

    Ein Narzisst sieht sich selbst als Maß aller Dinge. Die von ihm gelegte Messlatte kann ohnehin von keinem Kollegen übertroffen werden, also nimmt er am besten alles gleich selbst in die Hand. Dieses Selbstbild erzeugt bei anderen nicht nur ein Gefühl der Arroganz, sondern verschlechtert auch das Gesamtergebnis. Sollten Sie ein guter Teamplayer sein, die Kompetenzen Ihrer Kollegen anerkennen und diesen auch entsprechende Verantwortung übertragen, sind Sie eindeutig kein Narzisst.

  7. Sie müssen sich nicht verstellen

    Narzissten können sich durchaus nett und verständnisvoll geben - allerdings nur, wenn Sie sich davon einen eigenen Vorteil erhoffen. Das Umfeld soll manipuliert werden, um den Narzissten in ein besseres Licht zu rücken. Sie stehen zu Ihrer ehrlichen Meinung oder verstellen sich nicht, um anderen zu gefallen? Herzlichen Glückwunsch! Bei Ihnen handelt es sich um eine ehrliche Haut und auf keinen Fall um einen Narzissten.

Narzissmus in Social Media

Narzissmus-narzisstisch-Social-Media-Selfie-FacebookInteressanterweise gibt es auch hierzu bereits erste Untersuchungen. Gerade Social Media, insbesondere Facebook, werden immer wieder nachgesagt, Horte von eitlen Selbstdarstellern zu sein. Schließlich lasse sich hier durch geschickte Selbstvermarktung viel Aufmerksamkeit erzielen.

Eine Studie bestätigt das und kommt zu dem Ergebnis, Social Media seien insgesamt ein Spiegel des wachsenden Narzissmus in der Gesellschaft.

Die Wissenschaftler um Elliot Panek, Yioryos Nardis und Sara Konrath von der Universität von Michigan in Ann Arbor bringen ihr Forschungsergebnis auf die knackige These: Facebook sei ein Spiegel - Twitter ein Megafon.

Zumindest seien die Kanäle für Narzissten unterschiedlicher Altergruppen jeweils die Plattform ihrer Wahl: Während junge Erwachsene und Studenten eher Twitter nutzen würden, ihren Geltungsdrang auszuleben, sei bei den sogenannten Middleagern Facebook der präferierte Kanal.

Begründung: Ab einem gewissen Alter habe man bereits sein soziales Selbst geformt und wolle dies lediglich abgleichen. Dazu sei Facebook besser geeignet. Oder wie Elliot Panek es ausdrückt:

It's about curating your own image, how you are seen, and also checking on how others respond to this image. Middle-aged adults usually have already formed their social selves, and they use social media to gain approval from those who are already in their social circles. Young people instead may overevaluate the importance of their own opinions. Through Twitter, they're trying to broaden their social circles and broadcast their views about a wide range of topics and issues.

[Bildnachweis: murphy81, Ollyy by Shutterstock.com]