Präsentationsfehler: Diese bitte vermeiden!
Powerpoint kann auch ein Folterinstrument sein. Nicht selten geht ein gequältes Stöhnen durch die Belegschaft, wenn für das nächste Meeting eine Powerpoint-Präsentation angekündigt wird. Mit Grauen erinnert man sich an die letzte furchtbare Präsentation: Dutzende von stümperhaft gestalteten Folien und das nicht enden wollende, unverständliche Gequatsche des Redners. Daran können sich die meisten noch sehr gut erinnern, doch vom Inhalt ist in der Regel nichts hängen geblieben. Damit hat die Präsentation komplett ihren Sinn verfehlt. Und leider ist das bei den meisten Powerpoint-Präsentationen der Fall. Damit es Ihnen bei Ihrer nächsten Präsentation nicht so ergeht, sollten Sie unbedingt folgende Fehler vermeiden...

Präsentationsfehler: Der Inhalt muss stimmen – die Verpackung aber auch

Natürlich muss die Substanz stimmen. Aber ein guter Inhalt allein, sorgt noch lange nicht dafür, dass der Funke überspringt. Das Drumherum – wie Sie auftreten und präsentieren, welche (rhetorischen) Hilfsmittel, welche Folien, Bilder und interaktiven Elemente Sie einsetzen – ist mindestens die halbe Miete. Allerdings auch keine Raketenwissenschaft. Mit Ihrer Präsentation verfolgen Sie drei Ziele:

  1. Sie wollen eine Botschaft transportieren.
  2. Sie wollen das Interesse Ihrer Zuhörer wecken und sie überzeugen.
  3. Sie wollen mit Ihrer Präsentation positiv in Erinnerung bleiben.

Doch statt diese Punkte systematisch umzusetzen, laufen die meisten Präsentationen nach Schema F ab: Folie um Folie, eine uninspirierter als die andere.

Präsentationsfehler: Klassische Fauxpas, die es zu vermeiden gilt

Woran liegt es, dass so viele Präsentationen grandios schief gehen? Schuld daran sind große und kleine Fehler, die dem Redner im Laufe seines Vortrags unterlaufen. Folgende Fehler lassen Ihre Powerpoint-Präsentation zur Qual werden:

    Formale Fehler

  1. Überschrittene Redezeit.

    Es gibt kaum etwas Schlimmeres als eine scheinbar endlose Präsentation. Die Aufmerksamkeit ist längst dahin und alle Anwesenden fragen sich nur noch, wann Sie endlich zum Schluss kommen werden. Eine gute Präsentation kommt in der Regel mit 20 Minuten aus - bei TED-Vorträgen sind es sogar nur 18 Minuten. So oder so sollten Sie 30 bis maximal 40 Minuten nicht überschreiten. Dann ist die Konzentrationsgrenze für Zuhörer überschritten.

  2. Zu schnelles Sprechtempo.

    Wer nervös ist, parliert gerne schnell. Fehler! Den meisten Menschen fällt es deutlich schwerer, sich etwas zu merken, wenn sie es nur hören. Wer viel zu sagen hat, sollte also erst recht Sprechpausen einlegen, die es dem Publikum erlauben, das Gesagte zu verarbeiten. Und langsamer sprechen. Tipp: Benutzen Sie schwarze Folien!

  3. Unverständliche Sprache.

    Waren Sie schon einmal bei einem Vortrag, bei dem der Redner zwar ein Experte auf seinem Gebiet war, doch Sie haben kaum etwas verstanden? Ein frustrierendes Erlebnis, das dazu führt, dass bereits nach wenigen Minuten die meisten aufhören zuzuhören. Zwar hat jede Branche hat Ihr eigenes Vokabular - doch wer Wichtiges zu sagen hat, benutze einfache Worte. Das Bonmot gilt auch heute noch.

  4. Füllwörter.

    Ohne es zu merken, verwenden viele Redner Laute wie "ähm" oder Füllwörter wie "halt" oder "natürlich". Den Zuhörern fällt das allerdings schnell auf, und die meisten sind davon genervt.

  5. Mikrogesten.

    Es ist nichts Ungewöhnliches vor einem wichtigen Vortrag Lampenfieber zu haben. Doch so mancher Vortragende lässt sich davon einnehmen, verliert den Blickkontakt zum Publikum und nestelt an Mikrofon, Laserpointer oder den Ringen an den Händen. Wer so präsentiert, wird sein Publikum nicht für sich gewinnen können. Üben Sie lieber eine souveräne und ruhige Körpersprache.

  6. Zu viele Folien.

    Ihr Vortrag ist kein Daumenkino und braucht deswegen keine dreistellige Anzahl an Folien. Seien Sie selbstkritisch und überprüfen Sie bei jeder Folie die Aussagekraft und fragen Sie sich, ob Sie diese wirklich brauchen oder diesen Aspekt auch mündlich vortragen können. Weniger ist oft mehr.

  7. Überfrachtete Folien.

    Das passiert, wenn Sie versuchen zahlreiche Aspekte auf eine Folie zu quetschen. In der Regel ist das Ergebnis ein wilde Zusammenstellung von Stichpunkten, Bildern und Diagrammen. Das Publikum ist verwirrt und kann den präsentierten Informationen nicht folgen. Die Faustregel: eine Botschaft pro Folie.

  8. Ablesen statt vortragen.

    Wer sich vor sein Publikum stellt und lediglich abliest, was eh schon auf den Folien steht, macht sich selbst überflüssig. Warum sind Sie gekommen, wenn die Zuhörer nur ablesen brauchen? Die Folien sollen Ihren Vortrag ergänzen, nicht ersetzen. Deswegen sollten Sie dort auf Fließtext verzichten - Stichworte reichen.

  9. Unlesbare Schriftgröße.

    Kennen Sie die 10-20-30-Regel von Guy Kawasaki? Sie besagt, dass maximal 10 Folien für höchstens 20 Minuten Vortragsdauer bei einer Schriftgröße von mindestens 30 Punkt verwendet werden sollen. Die beste Folie taugt nichts, wenn sie nicht auch von der Person in der letzten Reihe gelesen werden kann.

  10. Verschiedene Schriftarten.

    Vermeiden Sie es, unnötig oft die Schriftart zu ändern. Jede Variation sollte sparsam eingesetzt werden und einen erkennbaren Grund haben. Wer zu oft die Schriftart wechselt, lenkt vom Inhalt ab.

  11. Zu viele Farben.

    Kunterbunte Folien sind für das Auge unglaublich anstrengend. Es fehlt der Punkt, an dem es sich festhalten kann. Farben können den Inhalt strukturieren und hervorheben - doch nur, wenn diese sinnvoll eingesetzt werden.

  12. Keine Bilder.

    Ein Vortrag ohne Bilder ist langweilig. Mit Bildern lassen sich Botschaften auf eine Weise transportieren, wie Sie es nur schwer mit Worten tun können. Die Bilder sollten aber zum Inhalt passen und nicht willkürlich ausgewählt sein. Auch sollten alle Bilder Ihrer Präsentation stimmig sein und ein Gesamtkonzept ergeben.

  13. Nervende Animationen.

    Powerpoint bietet Ihnen eine Reihe an Präsentations-Schnickschnack. Viele lassen sich davon verführen und probieren alles mal irgendwie aus. Fatal! Animationen sind die Würze, kein Ersatz für Substanz.

  14. Inhaltliche Fehler

  15. Keine Struktur.

    Viel zu oft sind Vorträge wirr und der Redner springt von einem Punkt zum nächsten. Damit Ihre Zuhörer am Ende der Präsentation etwas mitnehmen, braucht Ihre Präsentation einen roten Faden. Der Inhalt sollte logisch aufeinander aufbauen und den Zuhörer Schritt für Schritt mitnehmen.

  16. Leblose Zahlen.

    Statistiken und Daten für Ihren Vortrag zu verwenden, kann Ihre Aussagen untermauern. Allerdings nur, wenn diese für den Zuhörer zugänglich sind. Kaum einer kann sich unter 100 Hektar etwas vorstellen. Sprechen Sie allerdings von 140 Fußballfeldern, entsteht ein Bild im Kopf. Vergleiche wie diese prägen sich auch ins Gedächtnis ein.

  17. Publikum nicht mit einbeziehen.

    Seine volle Wirkung entfaltet eine Präsentation erst, wenn diese nicht bloß konsumiert wird, sondern zum mitdenken und mitmachen einlädt. Als Redner ist es Ihre Aufgabe, das Publikum einzubeziehen, beispielsweise durch ein Blitzbrainstorming oder eine kleine Meinungsumfrage. Mit interaktiven Elementen sichern Sie sich die Aufmerksamkeit Ihrer Zuhörer. In diesem Artikel finden Sie weitere Tipps dazu.

  18. Schlechte Witze.

    Immer wieder hört man, dass es gut ist, seine Präsentation mit einem Witz zu beginnen. Das stimmt zwar, doch der Witz muss auch sitzen und die Zuhörer zum Lachen bringen. Ansonsten entsteht eine peinliche Atmosphäre. Wer sich unsicher ist, sollte darauf verzichten - oder lieber mit einem überraschenden Fakt, einer provokanten These oder einem passenden Filmausschnitt beginnen.

  19. Keine Fragen.

    Bestimmt haben Sie es schon erlebt, dass der Redner am Ende seiner Präsentation um Fragen bittet - und keiner fragt. Peinlich! Bereiten Sie daher auch das Ende Ihrer Präsentation vor und überlegen Sie sich Thesen und Fragen, mit denen die Diskussion ins Rollen gebracht werden kann. Oder wie Sie souverän auf die Stille reagieren.

30 Präsentationstipps, Techniken & Tools

Tipps und Tricks rund um das Thema Powerpoint finden Sie HIER in diesem Dossier.


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