Jede fünfte Bewerbung enthält heute Rechtschreib- oder Tippfehler. Für Personaler ist das nicht nur ein Ärgernis – oft sind die Schreibfehler auch ein veritables K.O.-Kriterium für die Bewerbung. Ab zwei Fehlern ist bei den meisten Personalchefs nämlich Schluss mit lustig. Und spätestens ab drei Fehlern landet die Bewerbung bei jedem zweiten Befragten im Aus, so das Ergebnis der Bewerbungsstudie 2010. Aber auch falsch geschriebene Namen, unangemessene Sprache, unpassende Fotos oder vergessene Anhänge können manche Bewerbung vorschnell auf den Absagenstapel verbannen.
Doch auch wer eine Runde weiterkommt und im Vorstellungsgespräch landet, kann dort immer noch böse patzen. So gibt etwa für 88 Prozent der Personalverantwortlichen die Persönlichkeit des Bewerbers den größten Ausschlag für späteres ein “Ja” oder ein “Nein”. Wir haben noch ein bisschen weiter geforscht, uns umgehört und umgelesen, was Personaler noch so im Bewerbungsgespräch bemängeln. Heraus gekommen ist diese Liste mit 60 Fehlern, die Sie im Jobinterview tunlichst vermeiden sollten:
- Mehr als 5 Minuten zu früh zum Termin erscheinen
- Mehr als 5 Minuten zu spät zum Termin kommen
- Freund oder gar Eltern mitbringen
- Sonnenbrille nicht abnehmen
- Bluetooth Headset im Ohr lassen
- Handy anlassen oder auf den Tisch legen – schlimmer: Gespräche annehmen
- Kaugummi kauen
- Haare vergessen zu kämmen
- Hemdkragen offen lassen
- Motivkrawatten tragen
- Keine Krawatte tragen
- Weiße Socken tragen
- Hochwasserhosen tragen
- Mit schmutzigen Schuhen erscheinen
- Zu kurzen Rock tragen
- Dunklen BH unter heller Bluse tragen
- Dekollettee zu weit einsichtig
- Zu viel Schminke benutzen
- Zu viel Schmuck tragen
- Sexy Disco-Look statt Business-Look
- An Fingernägeln kaufen oder pulen
- Nach Zigarette riechen
- Parfumwolke hinter sich herziehen
- Lascher Händedruck
- Sich setzen bevor man darum gebeten wurde
- Sich in den Stuhl lümmeln
- Sich darüber beschweren, dass man warten musste
- Augenkontakt nicht halten oder gar nicht herstellen
- An die Decke oder an die Wand starren
- Häufig auf die Uhr sehen
- Sichtbar Gähnen
- Mit den Fingern auf den Tisch trommeln
- Smalltalk zu Beginn nicht nutzen
- Schon zu Beginn über das Gehalt sprechen wollen
- Bewerbungsmappe zuhause vergessen
- Eigenen Lebenslauf nicht kennen
- Auf typische Fragen keine Antwort kennen
- Auch knifflige Fragen nicht parieren können
- Keine Rückfragen stellen
- Labern
- Stammeln
- Nuscheln
- Zu leise sprechen
- Prahlen
- Besserwisserisch auftreten
- Aggressiv werden
- In Umgangssprache/Vulgärsprache verfallen
- Namen des Gegenübers vergessen
- Gegenüber nicht aufmerksam zuhören
- Gegenüber unhöflich behandeln
- Mit dem Gegenüber flirten
- Nichts über das neue Unternehmen wissen
- Schlecht über den alten Chef sprechen
- Zu bescheiden auftreten
- Wie ein Bittsteller wirken
- Fragen, ob Sie die Toilette benutzen dürfen (vorher erledigen)
- Erhobenen Zeigefinger benutzen
- Angebotenen Tee oder Kaffee schlürfen
- Um eine Pause bitten
- Nicht wissen, warum man den Job eigentlich will
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Michael
@Holger: Vielen Dank fuer die umfangreiche und gelungene Zusammenfassung. Zum Glueck ist mir auch nur 1 Rechtschreibfehler aufgefallen (‘Besserwissersisch auftreten’)… ;-)
Michael
Neotrix
Das da oben ist anscheinend das Hartz IV Gesetz zum nicht arbeiten :p
Holger Lischke
Gerne und danke für den Hinweis. Der Fehlerteufel…
Eddie
Weiße Socken tragen? Was soll daran bitte falsch sein? Soll das ein Witz sein?
Lars Hahn
Hallo Herr Lischke,
wieder einmal eine herzerfrischende Liste. Danke!
Allerdings haben Sie einen der schlimmsten Fehler in Bewerbungsgesprächen übersehen:
Perfekt sein wollen, keine Fehler machen wollen.
Menschen, die fehlervermeidungsorientiert in Bewerbungsgesprächen auftreten, sind oft verkrampft in einer Rolle gefesselt. Sie wirken dann künstlich, manchmal gar unnatürlich. Solche Gespräche sind anstrengend, machen keinen Spaß. Ich suche dann immer ganz misstrauisch nach dem Haken an der Sache.
Also meine Empfehlung: Lassen Sie die dicksten Fehler weg, das kann man gerade noch trainieren. Ansonsten: Seien Sie entspannt!
Kleine Fehler sind menschlich, werden in der Regel verziehen und machen das Gegenüber vielleicht sogar noch interessant.
In diesem Sinne:
Fast fehlerfrei grüßt
Lars Hahn
Holger Lischke
@ Eddie: Kein Witz. Bewerber steht im Anzug und ordentlichen Schuhen vor dem Personaler. Alles top. Er setzt sich und die weißen Turnsocken blitzen hervor. Schon ist er die Lachnummer. Mehr zum Thema Business Kleidung bei http://www.knigge-rat.de/themen_kleidung.html . Natürlich gilt der Knigge nicht für alle Branchen ;)
@ Herr Hahn: Gute Ergänzung
Detambel
Hervorragende Aufstellung von wichtigen Punkten bei einem Vorstellungsgespräch!
Dem Aspekt von Herrn Hahn kann ich nur beipflichten und möchte zusätzlich noch ergänzen, dass man sich grundsätzlich nicht verstellen oder verbiegen sollte. Man sollte locker sein und sich so geben, wie man auch wirklich ist. Ansonsten kommt früher oder später das “wahre” Gesicht im Berufsalltag sowieso ans Tageslicht.
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Bernd Slaghuis
Interessante Zusammenstellung – ich habe Schmunzeln müssen, auf was man doch hinweisen muss. Ich finde in Bewerbungs-Situationen Authentizität extrem wichtig. Wenn jemand gerne labert oder prahlt, dann wird er hierauf im Job später nur ungern verzichten wollen – vielelicht gibt es ja auch den passenden Job, wo das nützlich ist?! Also – grundsätzlich ist so eine Liste sicher hilfreich, wo ich mich als Bewerber aber verbiege, um dieser Liste zu genügen, sollte ich vorher mal nachdenken, ob ich das im Job später auch möchte.