Selbstpräsentation im Vorstellungsgespräch: Beispiel + Tipps

Die Selbstpräsentation ist ein zentraler Teil in jedem Vorstellungsgespräch – oft eingeleitet mit dem Satz: „Erzählen Sie etwas über sich!“ Die kurze Selbstvorstellung ist zugleich eine Chance, sich von anderen Bewerbern abzuheben. Unser Leitfaden mit Beispielen zeigt, wie Sie eine Selbstpräsentation überzeugend aufbauen und selbstsicher präsentieren…

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Definition: Was ist eine Selbstpräsentation?

Eine Selbstpräsentation im Vorstellungsgespräch ist eine authentische, zielgerichtete und strukturierte Darstellung der eigenen Person zu Beginn oder im Verlauf eines Bewerbungsgesprächs. Dabei stellen Bewerber den beruflichen Werdegang mitsamt relevanten Erfahrungen, Stärken und Ihrer Motivation für die angestrebte Stelle prägnant und nachvollziehbar vor, ohne den Lebenslauf im Detail zu wiederholen.

Eine überzeugende Selbstpräsentation dauert in der Regel zwischen 2-5 Minuten, fokussiert auf 2-3 relevante Argumente und betont vor allem die eigene Motivation sowie den Nutzen für das Unternehmen. Die Selbstvorstellung ist grundsätzlich eine freie Rede (ablesen ist tabu!) und wird deshalb möglichst gut vorbereitet und geübt. Hilfsmittel wie Powerpoint oder Flipchart sind jedoch erlaubt.

Warum ist die Selbstpräsentation wichtig?

Die Selbstpräsentation hat in Deutschland einen hohen Stellenwert in der Bewerbung. Sie liefert nicht nur erste Hinweise auf die Präsentations- und Kommunikationsfähigkeit von Kandidaten, sondern verrät Personalverantwortlichen gleichzeitig, wie selbstreflektiert, strukturiert und vorbereitet eine Bewerberin oder ein Bewerber ist.

Fehlt zum Beispiel ein konkreter Bezug zu Unternehmen oder angestrebter Position, wirkt das sofort weniger individuell und interessiert. Wir empfehlen zum Beispiel aus dem Grund, Ihre Gesprächspartner auch während der Selbstbeschreibung immer wieder persönlich mit Namen anzusprechen. Das steigert unmittelbar Ihre Präsenz und Sympathien.

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Was gehört in eine gute Selbstpräsentation?

Eine überzeugende Selbstpräsentation ist immer einprägsam und so kurz und prägnant wie möglich. Da 2-5 Minuten nur wenig Zeit für lange Erzählungen lassen, sollten Sie sich auf die wichtigsten Inhalte konzentrieren. Dazu gehören immer diese fünf Elemente und Bausteine:

1. Persönliche Daten

Kurz nach der Aufforderung sich noch einmal persönlich vorzustellen, nennen Sie zunächst immer Ihren Vor- und Nachnamen. Je nach Position können zusätzliche Informationen zum Alter, zum aktuellen Wohnort oder im Ausland zur Heimat für Ihr Gegenüber nützlich sein.

2. Beruflicher Hintergrund

Bei der Bewerbung ist die zweitwichtigste Information, welchen Beruf Sie aktuell ausüben oder gelernt haben. Hinzu kommen 1-2 wesentliche Karrierestationen und Hintergründe. Achten Sie jedoch darauf, diesen Teil knapp zu formulieren, da zu sehr in die Vergangenheit blickt.

3. Individuelle Stärken

Anschließend erzählen Sie, was Sie besonders macht oder auszeichnet, worin Ihre größten Stärken liegen oder welche übertragbaren Erfolge für Ihr Gegenüber von Bedeutung sein könnten. Dies ist der längste und schwierigste Teil der Selbstpräsentation, weil Sie darin Neugier wecken und den weiteren Gesprächsverlauf prägen.

4. Authentische Worte

Damit die Selbstpräsentation authentisch wirkt, sollten Sie nur Worte verwenden, die zu Beruf und Branche und Ihnen persönlich passen. Zu viele Fachbegriffe empfinden viele als abgehoben. Je einfacher und natürlicher Sie sich vorstellen, desto mehr Selbstbewusstsein strahlen Sie aus. Halten Sie dabei unbedingt Blickkontakt zu Ihrem Gegenüber und lächeln Sie viel.

5. Ansteckende Begeisterung

Auch wenn Sie diese vorher üben und trainieren: Spulen Sie Ihre Selbstpräsentation niemals einfach nur runter. Je mehr Begeisterung und Leidenschaft Sie hineinlegen, desto mehr springt davon auf den oder die Personaler über! Recruiter suchen ganz oft nicht den perfekten Kandidaten, sondern den mit der größten Motivation für den Job.

Wann kommt die Selbstpräsentation im Vorstellungsgespräch?

In den meisten Fällen kommt die Selbstpräsentation gleich zu Beginn des Jobinterviews – nach der Begrüßung und kurzem Smalltalk. Sie ist damit die zweite Phase im typischen Vorstellungsgespräch Ablauf. Erkennen können Sie das an Sätzen wie:

  • „Erzählen Sie uns etwas über sich!“
  • „Stellen Sie sich bitte kurz vor.“
  • „Was können Sie uns über sich erzählen?“
  • „Warum sollten wir Sie einstellen?“
  • „Erklären uns: Warum möchten Sie diesen Job?“

Im Assessment Center gibt es zudem Sonderformen wie Gruppen- oder Partnerpräsentation. Das ist dann ein erster Teamwork-Test.

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Selbstpräsentation Beispiele: Wie die Vorstellung aufbauen?

Für den Aufbau einer Selbstpräsentation gibt es zwei unterschiedliche Modelle und Konzepte: die 4-stufige AIDA-Formel und eine 3-stufige Vorlage nach dem Muster „Ich bin, ich kann, ich will“. Beide stellen wir Ihnen im Folgenden vor:

1. Selbstpräsentation nach dem AIDA-Modell

Eine Selbstpräsentation mithilfe der AIDA-Formel eignet sich sowohl für Verkaufs- wie Vorstellungsgespräche. In beiden Fällen müssen Sie Ihr Gegenüber davon überzeugen, warum er oder sie von Ihrem Produkt oder Ihnen als zukünftigen Mitarbeiter profitiert.

Der Begriff „AIDA“ ist ein Akronym. Die vier Buchstaben stehen für die vier Schritte, wie Sie Ihre Kurzvorstellung überzeugend aufbauen:

Selbstpräsentation Bewerbung Beispiel AIDA-Formel

  1. Attention (Aufmerksamkeit)

    Erzeugen Sie zunächst Aufmerksamkeit – etwa durch eine bewusste rhetorische Pause, durch eine selbstbewusste Mimik und offene Körpersprache. Stehen Sie zum Beispiel langsam auf, finden Sie einen festen Stand, holen tief Luft, schauen alle intensiv an – und legen los.

  2. Interest (Interesse)

    Haben Sie das Interesse geweckt, sollten Sie sofort zum Punkt kommen: Nennen Sie kurz und knapp, was Sie zu bieten haben, etwa: „Ich möchte Ihnen gleich zu Beginn drei Gründe nennen, warum Sie von mir als neuem Mitarbeiter profitieren werden: 1. … 2. … 3. …“

  3. Desire (Verlangen)

    Im Anschluss geht es darum, das Verlangen Ihres Gesprächspartners zu steigern und ihn oder sie an den sprichwörtlichen „Haken“ zu nehmen. Betonen Sie hierzu Ihre Vorzüge und Alleinstellungsmerkmale und warum man von Ihnen mehr profitiert als von anderen Mitbewerbern.

  4. Action (Handlung)

    Beenden sollten Sie Ihre AIDA-Selbstpräsentation stets mit einer Frage oder Aufforderung – dem sogenannten Call-to-action. Beispiel: „Klingt das interessant für Sie? Was möchten Sie noch wissen?“

Fragen zur Vorbereitung

Zur Vorbereitung und zum Formulieren Ihrer Selbstpräsentation helfen oft diese Fragen. Deren Antworten fassen Sie möglichst einprägsam und prägnant zusammen:

  • Was ist mein wichtigstes Alleinstellungsmerkmal?
  • Was unterscheidet mich von anderen Bewerbern?
  • Welchen Mehrwert biete ich dem Unternehmen?
  • Was sind meine wichtigen Stärken und Soft Skills?
  • Warum sollte man mich einstellen?
  • Was macht meine Persönlichkeit besonders?
  • Wir wird das Unternehmen von der Zusammenarbeit profitieren?

2. Selbstpräsentation nach der 3-Schritte-Formel

Bei der Gliederung Ihrer Selbstpräsentation können Sie sich ebenfalls an unserer bewährten 3-Schritte-Formel „Ich bin, ich kann, ich will“ orientieren:

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  1. Ich bin

    Stellen Sie sich kurz mit Namen und Alter vor. Dazu nennen Sie kurz Ihre aktuelle berufliche und persönliche Situation. Beispiel: „Ich bin Mia Muster, 25 Jahre alt und werde in diesem Semester mein Studium an der Universität Münster mit dem Master abschließen. Das Thema meiner Thesis lautet: …“

  2. Ich kann

    Im Hauptteil Ihrer Selbstpräsentation führen Sie relevante Erfahrungen, Kenntnisse und wichtige Soft Skills auf und beschreiben diese mithilfe von Beispielen und erzielten Erfolgen. Beispiel: „Als Key Account Managerin war ich in den vergangenen 2 Jahren dafür verantwortlich neue Kunden zu gewinnen und zu betreuen. Dabei konnte ich den Umsatz um 16 % steigern sowie die Kundenbeziehungen nachhaltig verbessern, was sogar die Attraktivität des Arbeitgebers gesteigert hat.“

  3. Ich will

    Im Schlussteil erklären Sie, was Ihre Motivation für genau dieses Unternehmen und diese Stelle ist und wie Sie Ihre Stärken und Fähigkeiten nutzen und einsetzen wollen, um einen echten Mehrwert zu schaffen. Dieser Teil ist der Wichtigste der Selbstpräsentation und sollte bereits konkrete Ideen und Impulse enthalten. Beispiel: „Diese Erfahrungen möchte ich nun gerne nutzen, um Ihre Marke zu stärken und das Employer Branding zu verbessern. Dazu würde ich in den ersten 100 Tagen…“

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Selbstpräsentation Vorlage mit Mustertext

Sich kurz und prägnant vorzustellen, gelingt am besten, indem Sie freundlich, authentisch und selbstbewusst auftreten. Zur ersten Orientierung finden Sie hier eine Vorlage mit Mustertext für eine Selbstvorstellung in rund 2-3 Minuten, die Sie gerne noch anpassen und ausschmücken können:


„Danke für Ihre Einladung und die Gelegenheit, mich Ihnen persönlich vorzustellen: Mein Name ist Max Muster, ich bin 27 Jahre alt und komme aus München. Ich habe an der LMU 10 Semester BWL studiert und mit dem Master abgeschlossen.

Während des Studiums habe ich mich vor allem auf den Bereich Marketing, insbesondere Online-Marketing spezialisiert. Zusätzlich habe ich dieses Wissen in zwei Praktika bei namhaften Agenturen in Düsseldorf und Köln vertieft und dort unter anderem für Kunden die TikTok- und Linkedin-Kanäle aufgebaut und betreut. Bei einem 6-monatigen Auslandssemester konnte ich zusätzlich Einblicke in die Arbeit einiger kalifornischer Startups gewinnen. Gerade im Bereich Community Marketing sind diese uns Jahre voraus.

Diese praktischen Erfahrungen, vor allem im Bereich des lokalen und Micro-Influencer-Marketings, passen aus meiner Sicht sehr gut zu den Anforderungen dieser Stelle. Ich bin überzeugt, mein Wissen gewinnbringend für Sie einsetzen zu können, indem ich für Sie relevante Influencer identifiziere und für das Produkt ABC gewinne.“

Wie kann ich meine Selbstpräsentation üben?

Üben Sie Ihre Selbstpräsentation am besten mithilfe von Stichpunkten auf Karteikarten – idealerweise vor dem Spiegel oder einem Freund. So trainieren Sie von Anfang an, frei zu sprechen und alternative Formulierungen zu finden. Nehmen Sie mithilfe einer Stoppuhr die Zeit. Das hilft Ihnen, die freie Rede gegebenenfalls zu kürzen, falls Sie länger als 5 Minuten brauchen.

Tipps für Berufseinsteiger

Wenn Sie sich für eine Ausbildung oder als Absolvent für einen ersten Job bewerben, besitzen Sie in der Regel noch keine oder nur wenige Berufserfahrungen. In dem Fall erzählen Sie in der Selbstvorstellung mehr über Ihren bisherigen Bildungsweg und fokussieren hierbei vor allem auf bisherige Leistungsfächer oder Studienschwerpunkte sowie Nebenjobs, Praktika und Projekte, die zum Ausbildungsplatz bzw. zur Stelle passen. Auch Ihre Motivation und beruflichen Ziele können positive Signale setzen.

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Selbstpräsentation mit Powerpoint oder Flipchart halten?

Eine Selbstpräsentation ist immer eine freie Rede – möglichst ohne Hilfsmittel. Sie können aber bei der Einladung zum Vorstellungsgespräch nachfragen, ob Bildschirm, Beamer oder Flipchart im Raum vorhanden sind und Sie diese für Ihre Präsentation nutzen dürfen. Die Nachfrage zeigt, dass Sie sich gewissenhaft vorbereiten und ein paar Powerpoint-Folien können der Präsentation einen zusätzlichen Kick geben. Unsere Empfehlungen dazu:

  • Tipps für Powerpoint

    Bereiten Sie auf einem Tablet eine Mini-Präsentation oder Keynote vor – nicht mehr als fünf Folien im Look und Design des Arbeitgebers. Das Tablet können mithilfe von mitgebrachten VGA- oder HDMI-Adaptern an den Bildschirm oder Beamer anschließen oder über WLAN verbinden. Aber Achtung: Sie spielen immer die Hauptrolle, die Folien dienen nur der visuellen Unterstützung!

  • Tipps fürs Flipchart

    Denken Sie sich zuhause ein paar einfache Grafiken, Kuchen- oder Balkendiagramme aus, die Ihre Aussagen unterstützen. Nichts kompliziertes, damit Sie nur wenig Zeit zum Zeichnen brauchen! Ihr Kompetenz- und Persönlichkeitsprofil lässt sich zum Beispiel als Kreisdiagramm darstellen.

Zur Präsentation selbst stehen Sie bitte immer auf und nutzen Ihre Hände zur Unterstützung des Gesagten. Profis nehmen dazu einen dicken Stift in die Hand, der gibt zusätzliche Sicherheit. Halten Sie bei der Selbstpräsentation immer abwechselnd Blickkontakt mit allen Anwesenden!

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Welche Fehler sollte ich in der Selbstpräsentation vermeiden?

Eine gelungene Selbstpräsentation im Vorstellungsgespräch ist Ihre Chance, von Anfang an zu überzeugen. Nicht wenige Personalverantwortliche entscheiden bereits nach wenigen Minuten, ob Sie fachlich, menschlich und kulturell zur Position und zum Unternehmen passen. Selbst die besten Qualifikationen verlieren aber an Wirkung, wenn Sie bei der Vorstellung typische Fehler machen.

Damit Ihre Selbstpräsentation professionell, authentisch und markant wirkt, sollten Sie die folgenden klassischen Fehler unbedingt vermeiden:

Fehler 1: Die Selbstpräsentation ablesen

Auch wenn Sie im Einzelfall Hilfsmittel wie Powerpoint oder ausgedruckte Charts und Folien verwenden dürfen, müssen Ihre Selbstpräsentation frei halten. Gleichzeitig dürfen Sie diese aber nicht Wort für Wort auswendig gelernt und mechanisch aufsagen. Dann verliert sie ebenfalls an Überzeugungskraft.

Besser: Bereiten Sie sich bei Ihrer Vorstellungsgespräch Vorbereitung gut vor, merken Sie sich die wichtigsten Kernpunkte statt ganzer Sätze und passen Sie die Selbstpräsentation später flexibel an Ihre Gesprächspartner an.

Fehler 2: Den Lebenslauf nacherzählen

Ihre Gesprächspartner kennen in der Regel Ihren Lebenslauf bereits. Eine reine Nacherzählung der bisherigen Stationen bietet deshalb keinen Mehrwert und verschenkt wertvolle Zeit und Chancen.

Besser: Setzen Sie gezielt Schwerpunkte. Heben Sie z.B. relevante Meilensteine, Erfolge und Erfahrungen hervor mit einem direkten Bezug zur Stelle. Erklären Sie, was Sie aktuell gelernt haben und welchen Nutzen das Unternehmen davon hat.

Fehler 3: Monotone Wiedergabe ohne Emotionen

Eine gleichförmige Tonlage ohne Höhen und Tiefen, ohne variables Sprechtempo oder Lautstärke lässt selbst spannende Inhalte langweilig erscheinen. Arbeiten Sie unbedingt mit Ihrer Stimme, Mimik und Körpersprache! Sie entscheiden maßgeblich darüber, wie motiviert und engagiert Sie wahrgenommen werden.

Besser: Zeigen Sie bereits in Ihrer Präsentation Begeisterung für die Position, das Unternehmen und dessen Produkte und arbeiten Sie mit rhetorischen Mitteln wie einer kurzen Pause oder Metaphern.

Fehler 4: Private Details nennen

Familie, Glaubensbekenntnisse, private Finanzen oder politische Überzeugungen gehen den Arbeitgeber nichts an und gehören definitiv nicht in eine Selbstpräsentation. Einzige Ausnahme: Sie bewerben sich bei einer Partei oder einem kirchlichen Arbeitgeber.

Besser: Konzentrieren Sie sich allein auf Ihren beruflichen Werdegang, wichtige Qualifikationen, Kompetenzen und Ziele. Jede Information sollte die Frage beantworten: „Warum bin ich die richtige Person für diese Position?“

Fehler 5: Über ehemalige Arbeitgeber lästern

Negative Aussagen über frühere Jobs, Chefs und Arbeitgeber sind absolut tabu – egal, an welcher Stelle im Vorstellungsgespräch! Lästereien wirken immer unprofessionell – selbst dann, wenn die Kritik berechtigt ist. Viele Personalverantwortliche schließen daraus auf Ihr Konfliktverhalten.

Besser: Bleiben Sie stets sachlich und lösungsorientiert. Betonen Sie lieber, was Sie aus schwierigen Situationen gelernt haben und welche Rahmenbedingungen Sie sich heute für Ihre berufliche Entwicklung wünschen.

Wichtige Dos & Don’ts der Selbstpräsentation

    Richtig

  • Freie Rede vorbereiten
  • Aufbau mit klarer Struktur
  • Kurz und prägnant vorstellen
  • Stärken mit Beispielen belegen
  • Präsenz und Emotionen zeigen
  • Authentisch argumentieren

    Falsch

  • Selbstpräsentation ablesen
  • Lebenslauf wiederholen
  • Monoton sprechen
  • Private Infos preisgeben
  • Über Ex-Arbeitgeber lästern
  • Länger als 5 Minuten reden

Merksatz: Nicht perfekt vortragen – sondern überzeugend auftreten.

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Wie kann ich meine Selbstpräsentation vorbereiten?

Ob Vorstellungsgespräch oder Assessment Center: Der Erfolg Ihrer Selbstvorstellung steht und fällt mit der Vorbereitung! Neben einer gründlichen Hintergrundrecherche zum Unternehmen und zur ausgeschriebenen Position, sollten Sie sich vor allem passende Beispiele aus Ihrem Werdegang überlegen, mit denen Sie Ihre einschlägigen Erfahrungen und besonderen Stärken – kurz – beschreiben und belegen.

Dabei gilt: weniger ist oft mehr. Wählen Sie maximal 2-3 Schwerpunkte aus und versuchen Sie diese mit möglichst aktuellen Beispielen oder Erfolgen und Zahlen zu belegen. Das wirkt glaubwürdiger und bleibt besser im Gedächtnis.

Anschließend überlegen Sie sich gute Argumente für Ihre Motivation: Warum bewerben Sie sich auf genau diese Stelle, bei diesem Unternehmen? Nutzen Sie hierfür auch gerne nochmal die Angaben in der Stellenanzeige oder wie sich das Unternehmen im Internet, auf der Homepage oder auf Linkedin präsentiert. Ein runder Abschluss gelingt mit einem kurzen Ausblick auf Ihre beruflichen Ziele oder welchen Mehrwert Sie schaffen möchten.

Besonders wichtig ist die persönliche Note: Personaler hören viele Selbstpräsentationen – im Gedächtnis bleiben meist nur jene, die besonders originell und authentisch wirken. Das gelingt, indem Sie emotional vortragen und mit Begeisterung erzählen, wie Sie arbeiten und was Sie antreibt. Nehmen Sie sich die Zeit für die Vorbereitung. Auch wenn es nur 2-5 Minuten im Vorstellungsgespräch sind, kann eine überzeugende Selbstpräsentation Ihnen einen entscheidenden Vorsprung verschaffen.

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FAQ – Häufige Fragen zur Selbstpräsentation

Was gehört in die Selbstpräsentation?

Eine professionelle Selbstvorstellung im Vorstellungsgespräch oder im Assessment Center sollte folgende Informationen enthalten:

  • Vor- und Nachname
  • Alter
  • Herkunft, Wohnort
  • Ausbildung, Studium, Schwerpunkte
  • Berufliche Erfahrungen (Ausland?)
  • Relevante Erfolge
  • Besondere Kenntnisse (Zertifikate?)
  • Motivation für ausgeschriebene Stelle
Wie baue ich die Selbstpräsentation auf?

Bewährt hat sich ein 3-stufiger Aufbau der Selbstpräsentation nach der überzeugenden Formel: Ich bin – ich kann – ich will:

  1. Ich bin
    Stelle Sie sich und Ihre aktuelle berufliche Situation kurz vor.
  2. Ich kann
    Nennen Sie einschlägige und relevanten Erfahrungen, Stärken und Kompetenzen für die ausgeschriebene Stelle und untermauern Sie diese durch konkrete Beispiele.
  3. Ich will
    Erwähnen Sie kurz, wie Sie Ihr Know-how gewinnbringend im neuen Job einsetzen wollen und welchen Mehrwert Sie bieten.
Wie beginne ich eine Selbstpräsentation?

Der Einstieg der Selbstpräsentation sollte möglichst originell und prägnant sein. Gute Beispiele sind:

  • „Vielen Dank für die Chance, mich Ihnen vorzustellen: Mein Name ist Mia Muster, ich bin 27 und würde gerne drei Erfahrungen ins Zentrum meiner Selbstpräsentation stellen. Diese zeigen aus meiner Sicht am deutlichsten, warum ich zur Stelle passe: …“
  • „…Das mache ich sehr gerne: Mein Name ich Frank Fertig und ich habe mir natürlich überlegt, warum Sie mich zum Vorstellungsgespräch eingeladen haben. Ich bin überzeugt, es sind vor allem folgende drei Kompetenzen aus meinem Werdegang, die für diese Stelle interessant sind: …“

Der Vorteil dieser Einstiege ist: Sie geben sich selbst eine Art Fahrplan für die weitere Präsentation.

Welche Hilfsmittel sind bei der Selbstpräsentation erlaubt?

Die Selbstpräsentation im Vorstellungsgespräch sollte möglichst immer eine freie Rede sein. Erlaubt ist, diese durch eine kurze (Powerpoint-)Präsentation oder durch Skizzen am Flipchart aufzulockern. Sie sollten den Kurzvortrag aber bitte nie ablesen – tabu!


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