Präsentation vorbereiten: Die besten Tipps
Präsentation vorbereiten: Die Folien sind bestens aufeinander abgestimmt, mit hübschen Grafiken angedickt, die Präsentation hat Hand und Fuß. Und trotzdem hat der Kloß in meinem Hals die Ausmaße eines Meteoriten - und raubt mir kurz vor dem Start den Verstand. Karrierebibel zeigt Ihnen die 8 besten Tipps, mit denen Sie sich und Ihre Präsentation gut vorbereiten ...

Präsentation vorbereiten: Hektisch, nervös, ängstlich

Der Mund ausgetrocknet, die Handflächen nässend, das Gesicht leichenblass. Dieser letzte Moment vor der Präsentation - ein einziges Grauen. Wegzaubern lässt sich die Nervosität leider nicht, kneifen gilt aber auch nicht.

Aber: Mit den richtigen Methoden gelingt es, das Herzrasen zu entschleunigen, sicher und souverän durch die Präsentation zu kommen. Wir haben die 8 besten Tipps für Nervenbündel zusammengetragen ...

Präsentation vorbereiten: Die besten 8 Tipps

  1. Anfeuerung

    Solche Rituale gibt es vor allem im Sport. Ein Hochspringer, der vor seinem Versuch auf der Tartanbahn einen martialischen Kampfschrei gen Himmel ausstößt. Fußballer, die sich mit Zicke-Zacke-Zicke-Zacke selbst anblöken oder der Tennis-Spieler, der die Becker-Faust ballt und dazu ein gepflegtes "Come on!" loslässt. Anfeuern motiviert - das funktioniert auch vor Präsentation. Am besten feuern Sie sich in der Du-Form an. Das haben Psychologen der Uni Michigan herausgefunden. Also nicht „Ich schaffe das!“ schreien (oder flüstern, wenn Sie nicht alleine sind), sondern „Du schaffst das!“. Laut Uni Michigan sieht man im Vortrag dann eher eine Herausforderung, weniger eine Bedrohung. Noch ein Tipp: Bauen Sie Ihren Namen ein, also zum Beispiel so: „Du packst das, Kalle!“ Man fühle sich dann ein wenig so wie sein eigener Kumpan, ein Helfer im Hintergrund. Das sei hilfreicher und wirkungsvoller, als sich permanent selbst vorzugaukeln, was für ein toller Hecht man doch sei.

  2. Power-Pose

    Eine kraftvolle Haltung - oder auf denglisch: eine Power-Pose - einnehmen. Das kann laut Amy Cuddy von der Harvard Business School einen Schub Selbstvertrauen verleihen. Cuddy ist Autorin des Buchs „Presence“, in dem sie dem Leser unter anderem empfiehlt, die Körpersprache bedeutender Persönlichkeiten zu imitieren. Ausladend und offen müsse die Haltung jedenfalls sein, so ihre Empfehlung. Das bedeutet konkret: Viel Raum einnehmen, sich nicht klein machen, Beine auseinander und die Hände angewinkelt auf die Hüften stützen, Kinn hoch. Und noch ein Tipp: Stehen Sie nach Möglichkeit schon fünf Minuten vor Ihrer Rede auf - auch wenn Sie noch nicht an der Reihe sind. So, als würden Sie backstage auf Ihren Auftritt warten. Bereitet mental auf den Ernstfall vor und dient als kleines Aufwärmprogramm für Ihren Körper.

  3. Atemübungen

    Professionelle Dartspieler machen es so: Tief Luft holen, dann Luft anhalten und werfen. Richtiges Atmen wirkt sich positiv auf ihre Performance aus, "falsches" Atmen dagegen mindert die Konzentrationsfähigkeit. Das gilt auch für all die, denen vor der Präsentation die Knie schlottern. Eine Möglichkeit ist die 4-6-8-Methode: Langsam und tief einatmen und bis vier zählen, die Luft anhalten und bis sechs zählen, dann wieder langsam durch den Mund ausatmen und bis acht zählen. Die Übung fünfmal wiederholen. Das Stressempfinden löst sich dadurch vielleicht nicht in Luft auf, wird aber deutlich kleiner.

  4. Geständnis

    Aufregung lässt sich schwer kontrollieren. Und auch schwerlich verstecken. Einem Redner, der innerlich Panik schiebt, sieht man seine Nervosität meist an. Schlimmer noch: Wer krampfhaft versucht, seine Hektik vor dem Auditorium zu verbergen, macht sie nur noch schlimmer. Darauf deuten Untersuchungen der Boston University hin. Und die Uni Harvard gibt diesen Ratschlag: Leugen Sie Ihre Nervosität nicht, sondern nehmen Sie sie an. Wenn Nervosität zur Aufgeregtheit uminterpretiert wird, ist sie gleich viel positiver, erträglicher und motivierender. Wenn es nach den Harvard-Forschern geht, sollten Sie also ruhig die Erkenntnis „Ich bin total aufgeregt“ (bzw. "Du bist total aufgeregt", siehe Punkt 1) zulassen. Diese sei motivierender als etwa „Bleib ruhig und mach weiter.“

  5. Kennenlernen

    Was fällt leichter: Mit Freunden und Bekannten plaudern oder vor einem Haufen Wildfremder eine große Rede schwingen? Eben. Warum also nicht den Haufen Wildfremder - zumindest ansatzweise - in Bekannte umwandeln? Mögliche Maßnahme: Sie suchen vor dem Auftritt den Kontakt zu Ihren Zuhörern, verwickeln sie am Büffet in ein Gespräch, stellen sich Ihnen persönlich vor, fragen nach ihrem Befinden und so weiter. Mit anderen Worten: Das Vorgeplänkel in ein "Meet and Greet" verwandeln. Das baut Bindung auf und Spannung ab.

  6. Raumcheck

    Fußballfans sprechen vom Heimvorteil, wenn ihre Mannschaft zuhause antritt. In der Tat holen Teams im eigenen Stadion mehr Punkte als auswärts, das lässt sich statistisch sehr leicht nachweisen. Vielleicht der lautstarken Unterstützung wegen. Vielleicht aber auch, weil die Kicker mit ihrer unmittelbaren Arbeitsumgebung vertraut sind? Logischer Tipp: Bauen Sie in Ihre Präsentation auch einen Heimvorteil ein - sogar dann, wenn sie diese gar nicht im Heim-Büro präsentieren, sondern auswärts. Das heißt: Vorher den Raum abgehen, sich einen Eindruck verschaffen, Licht, Klang, Sitzordnung inspizieren, die Technik überprüfen, ein paar Sätze zur Probe in den Raum sprechen und und und. Folge: Sie sind von der neuen Umgebung nicht überrascht oder gar eingeschüchtert.

  7. Mode

    Kleidung kann Selbstvertrauen verleihen, das dürften die meisten so sehen. Man will sich schließlich wohl fühlen, Kompetenz ausstrahlen, auch das Publikum von sich überzeugen. Kleiner Tipp, um diesen Effekt zu maximieren: Ziehen Sie etwas Dunkles an! Wer in dunkler Kleidung ans Rednerpult tritt, hät höhere Chancen, von den Zuhörern als intelligent und charismatisch beurteilt zu werden. Darauf deutet eine Auswertung der bekannten TED-Talks hin. Außerdem: Lieber overdressed zur Präsentaton als underdressed. Redner im Business-Outfit bekamen durch die Bank bessere Bewertungen als jene im Casual-Look.

  8. Handbewegungen

    Die gleiche Auswertung kam auch zu diesem Schluss: In den ersten sieben Sekunden entscheidet sich bereits, wie Sie vom Publikum wahrgenommen werden. Der erste Eindruck - extrem wichtig. Daher empfehlenswert: Vor allem den Auftakt genau einstudieren, mehrmals aufsagen, einen guten Einstieg einbauen - und auch die erste Geste, sogar den ersten Schritt auf die Bühne beachten. Das Ganze mehrmals zuhause durchexerzieren (ohne hinterher wie ein aufgezogener Roboter zu wirken). Das bringt Sicherheit - und Pluspunkte.

Warum Sie nicht mit einem Witz beginnen sollten

Kein Scherz: Starten Sie Ihre Präsentation lieber nicht mit einem Witz. Aus diesen Gründen ...

  • Die allerwenigsten Menschen sind gute Witzeerzähler.
  • Witze lenken ab und binden die Aufmerksamkeit auch dann noch, wenn Sie etwas inhaltlich Relevantes zu sagen haben. Wichtige Fakten gehen dann unter.
  • Misslingt Ihr Witz oder Sie machen den falschen, haben Sie es sich mit einem Teil Ihres Publikums schon nach wenigen Momenten verscherzt.
  • Humor ist das schwierigste Fach überhaupt. Eine (witzige) Komödie zu schreiben ist deutlich anspruchsvoller als einen Thriller. Fragen Sie einen Drehbuchautoren.

Die bessere Alternative: Mit einer Anekdote oder einer kleinen Geschichte beginnen.


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