Praktika im Lebenslauf: Tipps zum Pimpen
Der Traumjob ist Ihnen geradewegs vor die Nase gelaufen und Ihre Bewerbung wartet schon sehnsüchtig darauf, geschrieben zu werden. Problem: Die einzigen Referenzen, die Sie im Köcher haben, sind die drei Praktika aus Ihrer Studienzeit. Logisch ist: Je weniger Stationen ein Bewerber schon vorzuweisen hat, umso wichtiger wird der Faktor Praktikum. Wie aber richtig rüberbringen, dass man dort eben nicht nur Kaffeekochkünste vollbracht, sondern solide Arbeit abgeliefert hat? Wir sagen Ihnen, wie Sie das Problem lösen - und Ihren Lebenslauf in drei Schritten pimpen.

Praktika pimpen: Wer?

Dass Sie Ihre ersten Praxiserfahrungen im örtlichen Gemischtwarenladen vor 25 Jahren nicht erwähnen, wenn Sie als DAX-Vorstand groß rauskommen wollen, ist offensichtlich. Für alle anderen, deren Biografie (noch) nicht so reich gesegnet ist, gilt es aber, das Beste aus den diversen Praktika herauszupressen - um die Chancen auf eine erfolgreiche Bewerbung zu erhöhen. Das gilt nicht nur, aber insbesondere für:

  • Berufseinsteiger
  • Hochschulabsolventen
  • Praktikumsanwärter selbst

Praktika pimpen: Wie?

Ganz grundsätzlich: Warum sollten Sie auf die Möglichkeit verzichten, Ihre Bewerbung durch Praktika aufzumotzen - weil sie Ihnen womöglich zu klein, zu läppisch, zu nichtig erscheinen? Dafür gibt es keinen Grund.

Was Sie aber beachten sollten

  1. Klopfen Sie Ihre absolvierten Praktika auf Tätigkeiten ab, die für die neue Stelle relevant sind.
  2. Hübschen Sie Ihre Praktika im Lebenslauf aus, aber lügen Sie nicht.
  3. Praktika, die für den neuen Job völlig irrelevant oder sogar unvorteilhaft sind, sortieren Sie tatsächlich besser aus.

In drei Schritten zum Praktikums-Pimp

1. Ausschmücken

Worte sind mächtige Waffen. Ihre Bedeutung sollten Sie niemals unterschätzen, sondern zum eigenen Vorteil nutzen - auch und gerade in Ihrem Lebenslauf. Denn grundsätzlich reicht es nicht, ein Praktikum einfach nur plump in die Liste im Lebenslauf aufzunehmen. Sie sollten schon näher beschreiben, was Sie dort Großartiges geleistet haben - in einer oder maximal zwei Zeilen.

Es versteht sich doch beispielsweise von allein, dass Sie als Student niemals "gekellnert", sondern stets als "Servicefachkraft in der Gastronomie" wertvolle Erfahrungen gesammelt haben. Lachen Sie jetzt nicht, auf die Nuancen kommt es an. Dazu gleich ein paar Beispiele.

Verwenden Sie zunächst ausreichend Zeit, um starke Wörter zu identifizieren, die zudem zum Stellenprofil passen und dafür auch relevant sind. Aktive Tätigkeiten schlagen passive: Wenn Sie etwa das Pfadfinder-Zeltlager "organisiert" und nicht nur "beaufsichtigt" haben, verwandelt Sie das direkt vom Amateur in einen Profi. Wenn Sie das Vokabular an die jeweilige Branche und das Stellenprofil anpassen, wenn möglich auch Fachbegriffe einstreuen, wirkt Ihr Lebenslauf noch ein Stückchen maßgeschneiderter.

Beispiel 1:

  • Sie haben während Ihres Praktikums die Facebook-Seite eines Handwerksbetriebs betreut und wollen weiter in Richtung Journalismus oder PR ziehen. Dazu bewerben Sie sich für ein weiteres Praktikum in einer Redaktion.
  • Was nicht in Ihrem Lebenslauf steht:

    Pflege und Betreuung der Facebook-Seite.

  • Was stattdessen drinsteht:

    Social Media Management, Content Curation und Community Management.

Beispiel 2:

  • Sie haben im Call Center einen Schnupperkurs absolviert und möchten das nutzen, um sich für einen Job im Vertrieb zu empfehlen.
  • Was nicht in Ihrem Lebenslauf steht:

    Annahme von Telefonaten und Auskunftserteilung.

  • Was stattdessen drinsteht:

    Kundenbetreuung, Kundenmanagement, Telemarketing.

Beispiel 3:

  • Sie waren im Asta Ihrer Uni aktiv, haben Ersti-Partys, Zeltlager und Info-Veranstaltungen organisiert. Jetzt wollen Sie ins Eventmanagement.
  • Was nicht in Ihrem Lebenslauf steht:

    Organisation von Partys und Zeltlagern.

  • Was stattdessen drinsteht:

    Konzeption, Planung und Durchführung verschiedener Veranstaltungen.

Beispiel 4:

  • Sie haben während Ihres Praktikums Flyer und Plakate eigenständig am Rechner gebastelt, um sie hinterher ins Schaufenster zu hängen. Nun soll es in die Mediengestaltung gehen.
  • Was nicht in Ihrem Lebenslauf steht:

    Entwurf von Flyern und Plakaten.

  • Was stattdessen drinsteht:

    Konzeption, Gestaltung und Realisierung von Werbemitteln.

Beispiel 5:

  • Sie haben bei Ihrem Praktikum im Konzern Dokumente kopiert, Ordner sortiert, Gäste begrüßt und ihnen feinsten Arabica-Kaffee aufgesetzt.
  • Was nicht in Ihrem Lebenslauf steht:

    Hilfsarbeiten und einfache Bürotätigkeiten.

  • Was stattdessen drinsteht:

    Front Office und Empfang, Büromanagement.

Sie merken allmählich, worauf das hinausläuft? Noch mal: Es geht hier auf keinen Fall darum, in irgendeiner Weise zu schummeln oder zu gaunern. Sie sollen schon bei der Wahrheit bleiben - aber sich eben nicht unter Wert verkaufen. Und die richtigen Formulierungen helfen Ihnen dabei, dass genau das nicht passiert.

Ganz wichtig: Wählen Sie die richtigen Worte.

2. Ausstellen

Das schönste Praktikum ist nichts wert, wenn es der Personaler im Lebenslauf erst mit dem Monokel suchen muss. Praktika, mit denen Sie aktiv für sich werben, gehören in die Rubrik "Berufserfahrung“ - und nicht in die „Hobby“- oder „Sonstiges“-Spalte. Das gilt auch für ehrenamtliche Aktivitäten, die einen Bezug zum angestrebten Job haben (siehe Beispiel 3).

Bedenken Sie: Der Rekruter scannt viele Lebensläufe zunächst mal schnell von oben nach unten - und sofern bei Ihnen in der Rubrik "Berufserfahrung" gähnende Leere herrscht, steigen die Aussichten dramatisch, dass er Ihre Unterlagen flugs in Ablage P versenkt. Der erste Eindruck ist mitentscheidend.

Darum: Begraben Sie Ihr Praktikum nicht in den Untiefen des Lebenslaufs, sondern heben Sie es auf den Thron.

3. Unterfüttern

Lebenslauf pimpen, abschicken, Finger kreuzen, fertig? Nicht ganz. Ein weiterer Kniff hilft Ihnen im nächsten Level, wenn nämlich die Einladung zum Vorstellungsgespräch tatsächlich bei Ihnen eingetrudelt ist.

Auch hier wieder im Hinterkopf bewahren: Je weniger Stationen Sie im Resumé haben, desto wichtiger wird jede einzelne. Machen Sie sich deshalb Gedanken, was Sie Ihrem Gesprächspartner über Ihre jeweiligen Praktika konkret erzählen. Welche fachlichen Lehren haben Sie mitgenommen? Welche Erfahrungen gesammelt? Welches prägende Ereignis durchgemacht? Legen Sie sich eine schöne, stimmige Geschichte zurecht, die Sie im Vorstellungsgespräch zum Besten geben und garnieren das mit einer kleinen Anekdote (nicht jedermanns Sache, aber vielleicht ja Ihre). Und auch hier wieder der Hinweis: Nichts ausdenken, aber alles ausschmücken.

Bringen Sie Ihre Erfahrungen erst zu Papier und dann in den Kopf des Rekruters. Mit ein wenig Glück ist er schon bald Ihr neuer Chef.

[Bildnachweis: Andrey_Popov by Shutterstock.com]

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