Vermögenswirksame Leistungen: Was ist das?
Den Begriff Vermögenswirksame Leistungen haben Sie bestimmt schon einmal gehört. Aber wissen Sie auch, was sich dahinter verbirgt oder wichtiger noch wie Sie persönlich davon profitieren können? Sollten Sie diese Fragen mit einem Nein beantworten müssen, brauchen Sie sich nicht schämen. Damit sind Sie nicht allein. Eventuell müssen Sie sich aber ein wenig ärgern, da Sie möglicherweise bares Geld verschenken, denn vermögenswirksame Leistungen sind - wie der Name schon andeutet - geeignet, um zusätzliches Geld zu erhalten. Das Vermögen kommt dabei nicht von jetzt auf gleich, es lohnt sich aber in jedem Fall...

Vermögenswirksame Leistungen: Was versteht man darunter?

liveostockimages by Shutterstock.comIm Grunde sind Vermögenswirksame Leistungen (VL) eine Zahlung des Arbeitgebers - entweder auf freiwilliger Basis oder aufgrund einer Regelung im Tarif- oder Arbeitsvertrag. Die Leistungen sollen es Arbeitnehmern ermöglichen, Geld zur Seite zu legen und über mehrere Jahre zu sparen. Wie hoch die Extra-Zahlungen vom Chef sind, hängt von den entsprechenden Betriebs- oder Tarifverträgen ab - maximal erhält der Arbeitnehmer 480 Euro pro Jahr, also 40 Euro monatlich.

Das Beste ist: Sie selbst müssen kaum etwas dafür tun. Sie können sich beim Betriebsrat Ihres Arbeitgebers oder in der Personalabteilung informieren, ob Ihnen laut Vertrag vermögenswirksame Leistungen zustehen. Haben Sie die Bestätigung, können Sie sich bei Ihrer Bank beraten lassen und erhalten dort ein Formular, dass Sie wiederum Ihrem Chef vorlegen müssen - schließlich wird das Geld nicht direkt an Sie, sondern an die Bank überwiesen.

Allerdings gilt es zu beachten: Die Leistungen sollen helfen, ein Vermögen aufzubauen, also Geld zu sparen. Die Zahlungen stehen Ihnen daher nicht sofort zur Verfügung. Der Vertrag läuft normalerweise über eine Dauer von sieben Jahren. Die ersten sechs Jahre zahlt der Arbeitgeber monatlich den Ihnen zustehenden Betrag ein, das siebte Jahr ist ein Ruhejahr. Nach Ablauf dieser Zeit können Sie frei über das so entstandene Vermögen verfügen. Wie groß dieses dann ist, hängt natürlich von der Höhe der Zahlungen, aber auch von der Art der Anlage ab.

Zuschüsse für Geringverdiener

Von vermögenswirksamen Leistungen können auch Arbeitnehmer profitieren, deren Gehalt es sonst kaum erlaubt, am Ende des Monats noch Geld beiseite zu legen. Der Staat fördert mit der Arbeitnehmersparzulage Geringverdiener.

So schießt der Fiskus beispielsweise bei einem Bausparvertrag 9 Prozent (maximal 43 Euro) des eingezahlten Betrages hinzu. Ob und wie viel Zuschüsse Sie von staatlicher Seite bei Ihren vermögenswirksamen Leistungen erhalten, hängt sowohl von Ihrem Einkommen als auch von der Art der Anlage ab.

So werden Banksparpläne beispielsweise überhaupt nicht von einer Förderung unterstützt, Bausparverträge bis zu einem jährlich zu versteuernden Einkommen von 17.900 Euro (bei Ehepartnern 35.800 Euro) und bei Aktienfonds ist eine Arbeitnehmersparzulage bis zu einem jährlich zu versteuernden Einkommen von 20.000 Euro möglich.

Vermögenswirksame Leistungen: Welche Anlageform lohnt sich?

Vermögenswirksame Leistungen werden von Ihrem Arbeitgeber gezahlt, allerdings landen diese nicht mit Ihrem Gehalt auf dem Konto, sondern werden direkt an die Bank überwiesen, wo die Zahlungen langfristig angelegt werden. Dabei stehen Ihnen beim Abschluss des Vertrages verschiedene Optionen zur Verfügung. Für welche Sie sich letztlich entscheiden, hängt von Ihren eigenen Vorstellungen und Bedürfnissen ab. Wir stellen Ihnen die drei häufigsten Möglichkeiten vor:

  1. Banksparplan

    Vermögenswirksame Leistungen können über einen Banksparplan sehr sicher angelegt werden. Wie bereits angesprochen gibt es bei dieser Form der Anlage jedoch keine staatliche Förderung. Dafür können Sie von den Zinsen und meist einem Bonus nach Ablauf des Vertrages profitieren. Die genauen Konditionen für einen Banksparplan erfahren Sie in der Filiale Ihrer Bank. Es kann sich jedoch lohnen, auch andere Angebote einzuholen und diese zu vergleichen, um am Ende die besten Bedingungen zu erhalten.

  2. Bausparvertrag

    Sie planen bereits für die Zukunft und wollen ein Haus bauen oder kaufen? Dann kann ein Bausparvertrag die richtige Wahl für Ihre vermögenswirksamen Leistungen sein. Auch diese sind sehr sicher, allerdings kann man auch keine allzu großen Renditen erwarten. Sollten Sie bereits einen Kredit für eine Immobilie aufgenommen haben, können vermögenswirksame Leistungen auch genutzt werden, um diesen zu tilgen. In beiden Fällen kann eine Arbeitnehmersparzulage gewährt werden, wenn das jährlich zu versteuernde Einkommen unter 17.900 Euro liegt.

  3. Aktienfonds

    Wer bereit ist, ein wenig mehr Risiko einzugehen und im Gegenzug die Chance auf eine höhere Rendite zu erhalten, kann seine vermögenswirksamen Leistungen auch in Aktienfonds anlegen. Bleibt das zu versteuernde Einkommen unter 20.000 Euro, gibt es vom Staat noch einmal 20 Prozent der eingezahlten Summe (maximal 80 Euro) obendrauf.

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