Vorstellungsgespräch Fehler: Diese 20 vermeiden!

Das Vorstellungsgespräch entscheidet oft über Ihre berufliche Zukunft. Trotz guter Vorbereitung und Qualifikationen scheitern viele Bewerberinnen und Bewerber nicht an ihren Fähigkeiten, sondern an vermeidbaren Fehlern im Interview. Genau hier trennt sich die Spreu vom Weizen: Wer diese 20 häufigsten Vorstellungsgespräch-Fehler kennt, kann sie gezielt umgehen und seine Chancen auf den Traumjob steigern…

Vorstellungsgespaech Fehler Vermeiden Tipps

Die 20 größten Vorstellungsgespräch-Fehler – und wie Sie diese vermeiden

Fehler sind menschlich. Im Vorstellungsgespräch Fehler zu machen, kann Sie allerdings den Job kosten. Neben kleineren Malheuren gibt es jedoch Fallstricke und Fauxpas, die praktisch allen Personalern negativ auffallen und Ihre Bewerbungschancen reduzieren.

Wie zeigen Ihnen in diesem Artikel die 20 schlimmsten Fehler im Vorstellungsgespräch. Nutzen Sie diese Liste und Tipps als mentale Checkliste für Ihr nächstes Bewerbungsgespräch:

1. Unzureichende Vorbereitung auf das Unternehmen

Einer der größten und zugleich häufigsten Fehler ist mangelnde Vorbereitung. Wer grundlegende Fragen etwa zum Unternehmen oder den Anforderungen nicht beantworten kann, signalisiert Desinteresse. Personalverantwortliche erwarten, dass Sie Produkte, Branche und aktuelle Entwicklungen des Unternehmens kennen. Fehlende Vorbereitung wirkt immer latent unprofessionell und nährt Zweifel an Ihrer ernsthaften Motivation für die Stelle.

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2. Zu spät oder zu früh erscheinen

Unpünktlichkeit ist ein klassischer Fehler im Vorstellungsgespräch. Wer zu spät kommt, wirkt unzuverlässig und schlecht organisiert. Aber auch deutlich zu frühes Erscheinen kann problematisch sein und den Ablauf stören. Ideal ist es, etwa 5-10 Minuten vor dem Termin einzutreffen. Spazieren Sie dann lieber noch eine Runde um den Block, um Stress abzubauen.

3. Unpassende Kleidung wählen

Der erste Eindruck zählt – und der entsteht visuell! Eine zu legere oder übertrieben auffällige Kleidung im Vorstellungsgespräch kann schnell zum Stolperstein werden. Informieren Sie sich deshalb vorher über den Dresscode des Unternehmens und wählen Sie ein gepflegtes, angemessenes Outfit, das Kompetenz und Seriosität ausstrahlt.

Übersicht: Was beim Vorstellungsgespräch anziehen?

Richtig Falsch
Mann ✓ Sakko
✓ Einfarbiges Hemd
✓ Stoffhose
✓ Lederschuhe
✓ (Krawatte), Uhr, Ring
✖ Jeans
✖ T-Shirt, Pullover
✖ Kurze Hose
✖ Sneaker, Flipflops
✖ Sichtbare Piercings
Frau ✓ Blaser
✓ Bluse
✓ Kleid
✓ Ballerinas, Pumps
✓ Accessoires (max. 3)
✖ Jeans
✖ Minirock
✖ Body, Dekolleté
✖ Highheels
✖ Duftwolke

4. Keine klare Motivation für die Stelle zeigen

Warum bewerben Sie sich bei uns?“ – Diese Frage gehört zu den Standardfragen im Jobinterview und zielt auf Ihre individuelle Motivation für genau dieses Unternehmen. Wer darauf keine überzeugende Antwort hat, vergibt wertvolle Punkte. Allgemeine Aussagen wie „Ich suche eine neue Herausforderung“ reichen nicht. Ihre Motivation muss stets konkret, ehrlich und auf das Unternehmen zugeschnitten sein.

5. Schlecht über frühere Arbeitgeber sprechen

Werden Sie beispielsweise nach Ihrer Wechselmotivation gefragt, dürfen Sie nie über ehemalige Arbeitgeber, Jobs oder Vorgesetzte lästern. Ein absolutes No-Go in jedem Vorstellungsgespräch: Negative Aussagen fallen meist auf einen selbst zurück und lassen Rückschlüsse auf Ihr Konfliktverhalten zu. Selbst wenn es berechtigte Gründe gab: Bleiben Sie unbedingt positiv und drehen Sie die Frage zurück zu Ihrer Hin-zu-Motivation für diese Stelle.

6. Fehlende Selbstreflexion bei Stärken und Schwächen

Die Fragen nach Ihren Stärken oder Schwächen im Vorstellungsgespräch kommt zu 97,5 Prozent. Auf keinen Fall dürfen Sie hierbei mit Floskeln oder Ausweichmanövern antworten. Diese wirken immer unglaubwürdig. Insbesondere bei der Frage nach den Schwächen wollen Personaler hören, dass Sie Ihre Defizite kennen, souverän darüber sprechen und konstruktiv daran arbeiten. Das beweist Lernwillen.

Wie Schwächen im Vorstellungsgespräch nennen?

Werden Sie nach einer Schwäche gefragt, können Sie am besten nach diesem Muster antworten:

  1. Situation schildern:
    „Deshalb neige ich zu…“ (Schwäche)
  2. Gegenmaßnahme nennen:
    „Aus diesem Grund habe ich…“ (Aktion)
  3. Entwicklung zeigen:
    „Das hat dazu geführt, dass ich…“ (Veränderung)

7. Zu wenig über Erfolge sprechen

Bescheidenheit ist zwar eine Tugend, im Vorstellungsgespräch aber oft schädlich. Wenn Sie Ihre bisherigen Erfolge herunterspielen oder gar nicht erwähnen, bleibt Ihr Potenzial unsichtbar. Es geht dabei natürlich auch nicht um Prahlerei und Arroganz, sondern um sachliche, belegbare Beispiele Ihrer Leistungen. Diese gehören vor allem in die kurzes Selbstpräsentation am Anfang.

8. Standardantworten ohne Bezug zur Stelle

Auswendig gelernte Antworten erkennen geübte Recruiter sofort. Sie wirken austauschbar und wenig authentisch. Personalverantwortliche erwarten von Ihnen individuelle Antworten, die zeigen, dass Sie sich mit der konkreten Position auseinandergesetzt haben. Passen Sie Ihre Aussagen und Beispiele daher schon im Vorfeld an die angestrebte Stelle an.

9. Nervosität nicht im Griff haben

Nervosität im Vorstellungsgespräch ist normal und menschlich. Nimmt sie aber überhand und blockiert Sie, kann Ihre Wirkung und Überzeugungskraft massiv beeinträchtigen. Zittrige Hände, hastiges Sprechen oder Ausweichblicke senden Unsicherheitssignale. Dagegen helfen teile Atemtechniken und mentale Übungen in der Vorbereitung, um die Anspannung zu reduzieren.

Lesetipp: Vorstellungsgespräch für Schüchterne

10. Unklare oder widersprüchliche Aussagen

Wer sich im Jobinterview in Widersprüche verstrickt oder typische Vorstellungsgespräch Fragen unpräzise beantwortet, wirkt schnell unglaubwürdig. Was Sie sagen, muss mit den (Zeit-)Angaben im Lebenslauf übereinstimmen – übrigens auch mit denen in Ihren Social Media Profilen (z.B. auf Linkedin) – Personaler machen schon mal einen Gegencheck. Achten Sie deshalb darauf, dass Ihre Aussagen klar, logisch und konsistent sind.

11. Fehlende Kenntnisse zum eigenen Lebenslauf

Es klingt nur banal, kommt aber tatsächlich häufiger vor: Bewerber können ihren eigenen Werdegang nicht schlüssig erklären und erläutern. Zu Lücken im Lebenslauf, häufigen Wechseln oder kurzen Stationen kommen praktisch immer Nachfragen. Diese sollten Sie dann jederzeit nachvollziehbar erklären können – ohne sich zu rechtfertigen. Wer hierbei Unsicherheiten zeigt oder herumstottert, macht sich unglaubwürdig und wirkt wieder nicht souverän.

12. Fehlender Blickkontakt und schlechte Körpersprache

Ihre Körpersprache und nonverbale Kommunikation spricht oft lauter als Worte. Ein schlaffer Händedruck, verschränkte Arme oder fehlender Blickkontakt können Desinteresse oder Unsicherheit signalisieren. Eine offene, aufrechte Haltung sowie ein freundliches Lächeln wirken hingegen souverän und sympathisch.

13. Unterbrechungen oder Monologe

Ein Vorstellungsgespräch sollte ein Dialog sein, kein Monolog! Wer sein Gegenüber unterbricht, Sätze vollendet oder selbst zu lange redet, wirkt dominant und wenig empathisch. Achten Sie besser darauf, aktiv zuzuhören, ausreden zu lassen und Ihre Antworten auf den Punkt zu bringen.

14. Keine eigenen Fragen stellen

Am Ende des Interviews kommt zu 99 Prozent immer die Frage: „Haben Sie noch Fragen?“ Wer hier verneint, vergibt eine große Chance. Eigene, durchdachte Rückfragen beweisen Ihr hohes Interesse, gründliche Vorbereitung und Eigeninitiative. Sie signalisieren, dass Sie sich ernsthaft mit der Position befassen und keine Katze im Sack kaufen. Das wertet Sie als Bewerber automatisch auf.

15. Unrealistische Gehaltsvorstellungen

Ein weiterer häufiger Fehler im Vorstellungsgespräch sind unrealistische oder überzogene Gehaltsvorstellungen. Es gehört zu Ihren Pflichthausaufgaben, den eigenen Marktwert realistisch einzuschätzen, zu recherchieren und zu berechnen und für sich eine Gehaltsspanne zu definieren. Nutzen Sie für Ihre Recherche gerne unsere Gehaltstabellen zu Einstiegsgehältern oder Durchschnittsgehältern der jeweiligen Berufe und Branchen.

16. Übermäßiger Fokus auf Benefits und Urlaub

Apropos Gehalt: Im ersten Gespräch sollten Sie nicht unbedingt gleich nach Benefits, Urlaub oder Zusatzleistungen fragen. Wer diese Themen zu früh oder zu fordernd anspricht, weckt den Eindruck, dass es ihm oder ihr vor allem um die persönlichen Vorteile und nicht um den Job geht. Das degradiert Bewerber aber zu Söldnern und nicht zu zukünftigen Leistungsträgern. Warten Sie einen passenden Moment oder das zweite Vorstellungsgespräch ab.

17. Stress- und Kritikunfähigkeit zeigen

Stressfragen oder heikle Fragen im Interview testen, wie Sie unter Druck reagieren oder sie zielen auf Ihre Lernbereitschaft. Wer hierbei defensiv, beleidigt oder ausweichend reagiert, signalisiert mangelndes Entwicklungspotenzial. Bleiben Sie bei solchen Fragen unbedingt gelassen und bewahren Sie Ruhe. Natürlich gibt es Grenzen und unzulässige Fragen. In den meisten Fällen ist eine konstruktive Reaktion aber zielführender.

18. Schlechte Umgangsformen im Gespräch

Sofort hinsetzen, obwohl man den Platz noch nicht angeboten hat; Lümmeln auf dem Stuhl; Kaugummi kauen; ans Handy gehen, wenn es klingelt oder das Smartphone sichtbar auf den Tisch legen (siehe: Sidebarring) – all das sind nicht nur schlimme Unsitten, sondern regelrechte Bewerbungskiller und ein völliges No-Go im Vorstellungsgespräch. Mangelnde Aufmerksamkeit ist nicht nur respektlos. Bewerber, die so agieren, wecken Zweifel an Ihrer Arbeitsweise und gesunden Umgangsformen für echte Teamarbeit. Tödlich!

Lesetipp: Richtig verhalten beim Bewerbungsessen

19. Fehlende Authentizität

Sich zu verstellen oder eine Rolle zu spielen, fällt schneller auf als gedacht. Machen Sie sich bewusst: Wer sich verstellt, gewinnt am Ende vielleicht einen Job und ein Umfeld, das gar nicht zu einem passt. Bleiben Sie daher stets Sie selbst! Authentizität schafft überdies Vertrauen. Natürlich präsentieren Sie sich von Ihrer besten Seite – aber bleiben Sie dabei immer auch ehrlich und glaubwürdig. Personaler suchen Menschen, keine Fassaden.

20. Kein professioneller Abschluss des Gesprächs

Der letzte Eindruck bleibt und hallt nach. Deshalb lautet eine wichtige Grundregel: Am Schluss stets nochmal höflich für das angenehme Gespräch und die Zeit bedanken und sich förmlich korrekt von allen mit Handschlag und Blickkontakt verabschieden. Wer hastig geht, wirkt wie auf der Flucht und verschenkt das letzte Potenzial. Bleiben Sie bei der Verabschiedung deshalb immer selbstbewusst und erkundigen Sie sich nochmal nach den weiteren Schritten oder wann Sie mit einer Antwort rechnen können.

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Gute Vorbereitung schlägt Perfektion

Ein erfolgreiches Vorstellungsgespräch erfordert keine Perfektion, sondern vielmehr ein Bewusstsein für typische Fehler und eine gute Vorbereitung. Denken Sie dabei auch an Banalitäten wie frischen Mundgeruch (Atemspray nutzen!) oder eine generell motivierte Haltung – oft sind es am Ende solche Dinge und Sympathien, die den Ausschlag geben.

Allein wenn Sie die 20 Vorstellungsgespräch-Fehler vermeiden, erhöhen Sie Ihre Chancen erheblich, positiv in Erinnerung zu bleiben. Nutzen Sie zudem jedes Interview als Lernchance – und gehen Sie dadurch künftig souveräner, authentischer und professioneller ins Gespräch. Am Ende entscheidet nicht nur, was Sie können, sondern eben auch wie Sie sich präsentieren…


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