Mobilitätskarten-Trick: Radius für Jobsuche

Wer auf Jobsuche ist, legt meist mehrere Kriterien an eine neue Stelle an: Neben neuen Aufgaben und besserem Gehalt steht meist auch die Verbesserung der Arbeitswege im Fokus. Das grenzt den Suchradius oft von Beginn an ein: Die neue Stelle soll zum Beispiel auf keinen Fall weiter weg als 50 Kilometer vom Wohnort sein. Die reine Entfernung ist jedoch ein trügerischer Maßstab: Was nützt Ihnen der neue Arbeitsort, der nur zehn Kilometer entfernt liegt, Sie Mangels Auto aber keine Chance haben, diesen unter 50 Minuten zu erreichen? Zu wissen, welche Orte tatsächlich infrage kommen, kann Ihnen bei der Jobsuche daher viel Zeit sparen. Der Trick dazu sind sogenannte Mobilitätskarten (siehe Beispiel-Grafik)…

Mobilitätskarten-Trick: Radius für Jobsuche

Mobilitätskarte erstellen: Jobsuche eingrenzen

Wenn Sie den Netzplan eines Verkehrsverbundes kennen, wissen Sie im Grunde schon wie eine Mobilitätskarte aussehen kann. Beim Netzplan liegt die Stadtmitte immer im Zentrum; bei Ihrer persönlichen Mobilitätskarte aber setzen Sie Ihren Wohnort in die Mitte.

Darum ziehen Sie dann immer größer werdende Kreise, die Ihre persönlichen Mobilitätszonen darstellen: Je weiter entfernt von der Mitte ein Ort liegt, desto schwerer ist er für Sie erreichbar und desto unattraktiver ist ein Arbeitsplatz dort.

Die Anzahl der Zonen lässt sich natürlich beliebig steigern. In den meisten Fällen reichen aber zwei bis drei Zonen völlig aus.

Der Trick an der Mobilitätskarte ist nun, angrenzende Städte und potenzielle Arbeitsplätze nicht einfach nur nach deren physischen Entfernung dort einzutragen – dafür würde ein einfacher Straßenplan reichen. Vielmehr bewerten Sie etwaige Orte, bevor Sie diese in der Karte eintragen, nach unterschiedlichen Kriterien:

  • Verkehrsmittel.

    Was nutzt Ihnen ein Job im Nachbarort, wenn Sie dort nicht hinkommen? Eben. Also klären Sie erst einmal, ob Sie sich mit dem neuen Job ein Auto leisten können oder wollen (falls Sie noch keines haben) oder ob Sie auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind. Falls Sie ein Auto nutzen, müssen Sie natürlich klären, ob die Straßen, die Sie dann befahren, zu Ihren Stoßzeiten frei sind. Das heißt, die tatsächliche Entfernung entspricht in diesem Fall der echten Fahrzeit und nicht den Kilometern.

  • Verbindungen.

    Falls Sie indes öffentliche Verkehrsmittel benötigen, um zur Arbeit zu pendeln, sollten Sie klären, welche Verbindungen es gibt: Bus, Bahn, S-Bahn – und wann und wie oft diese fahren. Klar: Je öfter Sie umsteigen müssen, und je komplizierter die Anschlussverbindungen sind, desto weiter entfernt vom Wohnort liegt der Arbeitsplatz später auch auf Ihrer Mobilitätskarte.

  • Fahrkosten.

    Auch diese sollten Sie in Ihre Mobilitätskarte einbeziehen. Denn je teurer die Verbindung (Benzin, Verkehrsverbundticket?), desto unwirtschaftlicher ist sie – und desto weniger lohnt sich vielleicht auch der neue Arbeitsplatz. Auch hierbei rückt er eine Zone weiter an den Rand.

  • Fahrgemeinschaften.

    Wie sieht es aus mit Fahrgemeinschaften? Können Sie mit Freunden mitfahren? Kennen Sie vielleicht sogar ein paar Kollegen in spe, die an Ihrem Ort wohnen? So etwas kann die Fahrtkosten verbilligen, die Pendelzeit angenehmer und den Job gefühlt wieder näher ans Kartenzentrum rücken.

Extra-Kriterium: Produktive Zeit

Mobilitätskarte-Kriterium: Produktive ZeitGemeint ist damit sinnvoll nutzbare Zeit während der Fahrt. Im Auto, wenn man selbst hinter dem Steuer sitzt, geht das meistens nicht. Im Zug dagegen lassen sich auch noch Präsentationen vorbereiten, Konzepte oder Bücher lesen. In der Mobilitätskarte sehen Sie, dass zum Beispiel Hürth in der zweiten Zone liegt, obwohl es deutlich näher an Kerpen als zum Beispiel Düsseldorf liegt. Doch sein Nachteil ist die Verbindung: Mit dem Bus gibt es nur wenige Verbindungen, mit der Bahn muss man umsteigen. Nach Düsseldort gibt es alle 30 Minuten eine schnelle Bahnverbindung.

Wenn auch Sie den Mobilitätskarten-Trick bei Ihrer nächsten Jobsuche anwenden wollen, finden Sie hier eine kostenlose Vorlage als PDF zum Herunterladen. Mit der können Sie ganz leicht Ihre persönliche Mobilitätskarte erstellen.

Für die Funktion der Mobilitätskarte ist natürlich irrelevant, ob Sie diese von Hand oder auf dem Computer anlegen. Die Erfahrung aber lehrt, dass handschriftliche Versionen meist eingängiger sind und sich auch mit weniger Aufwand korrigieren lassen (Bleistift!).

[Bildnachweis: Karrierebibel.de]
25. September 2015 Autor: Christian Mueller

Christian Müller ist Coach und freier Autor. Bei der Karrierebibel schreibt er vor allem über Themen zu Social Media, Studium und Ausbildung.

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