Ollyy/shutterstock.comEs ist der Moment, auf den jeder Bewerber hinarbeitet und der die Motivation liefert, auch in der frustrierenden Bewerbungsphase weiterzumachen - das Jobangebot! Wenn Sie es nach unzähligen Bewerbungen, vielen Rückschlägen und einigen Vorstellungsgesprächen endlich geschafft haben, ist die Freude im ersten Moment riesig. Verständlicherweise, denn endlichen zahlen sich die Strapazen der letzten Wochen und Monate aus. Aber vergessen Sie sich in Ihrer guten Laune nicht, denn es gibt noch einige Fallstricke zu überwinden, die Sie tatsächlich noch den sicher geglaubten Job kosten können. So versauen Sie es sich noch, obwohl Sie bereits ein Jobangebot erhalten haben...

Jobangebot: Diese Fragen sollten Sie beantworten, bevor Sie es annehmen

Mit einem Jobangebot in der Tasche fühlt man sich schnell wie am Ziel seiner Träume. Nach einer Reihe von Absagen, die für die eigene Moral und Motivation eine große Prüfung sein können, ist der lang ersehnte Job endlich zum Greifen nah. Doch sollten Sie bei aller Euphorie dennoch realistisch bleiben.

Natürlich ist es nachvollziehbar, dass Sie es kaum erwarten können, das Jobangebot endlich zu unterschreiben und am besten so schnell wie möglich beim neuen Arbeitgeber anfangen wollen. Doch bevor Sie ein Jobangebot annehmen, sollten Sie noch einmal in sich gehen und diese drei Fragen beantworten.

  1. Was sind die Herausforderungen des Jobs?

    Egal, wie viel man Ihnen für die neue Stelle bietet: Vergessen Sie nicht, dass Sie auch Erfolge liefern müssen. Deshalb fragen Sie: In welchem Zeitraum erwartet man von Ihnen messbare Ergebnisse? Werden Sie eingearbeitet? Wie groß ist das Team, das Budget, das Problem?

  2. Bringt mich der Job weiter?

    Nicht wenige Jobsuchende wissen gar nicht genau, was sie erreichen oder wo sie einmal hinwollen. Gewiss, Karrierepläne sind viel zu starr. Aber konkrete Ziele sollten Sie schon haben - erst dann wissen Sie, was Sie wirklich suchen und ob Sie der Job auch weiterbingt. Und: Es sollten IHRE Ziele sein - nicht die Ihrer Eltern, Freunde oder Bekannten!

  3. Macht mich der Job glücklich?

    Das Internet gibt Ihnen heute die Chance, schon vorab ein Gefühl für die Unternehmenskultur, die potenziellen Kollegen zu bekommen. Nutzen Sie das - via Twitter, Xing, Karrierewebsites oder Fanpages! Fragen Sie sich auch, welche Bedürfnisse der Job erfüllen muss, damit sie zufrieden sind: Anerkennung, Freiheit, Verantwortung? Worauf würden Sie dafür verzichten?

Jobangebot: So versauen Sie es sich noch

Ollyy/shutterstock.comSind Sie zu dem Schluss gekommen, dass der Ihnen angebotene Job der richtige für Sie ist, sollten Sie zusagen. Da ein neuer Job aber immer auch eine Veränderung darstellt, ist es auch in Ordnung um eine kurze Bedenkzeit zu bitten, bevor Sie Ihre Entscheidung treffen. Diese sollte jedoch aus zwei Gründen nicht zu lang ausfallen: Erstens könnte der Eindruck entstehen, Sie würden insgeheim auf die Zusage eines anderen Unternehmens warten und zweitens bietet Ihnen eine längere Bedenkzeit auch mehr Möglichkeiten, in ein Fettnäpfchen zu treten. Denn ein Jobangebot ist erst sicher, wenn Sie den Vertrag tatsächlich unterschrieben haben. In der Zwischenzeit kann aber noch einiges passieren. Das kann Ihnen ein Jobangebot in letzter Minute noch versauen.

  1. Sie verlieren Ihre Professionalität. Während des Bewerbungsprozesses und dem darauffolgenden Vorstellungsgespräch haben Sie durch Ihre Qualifikationen und Ihr Auftreten überzeugt. Behalten Sie Ihre Professionalität, auch nachdem Sie ein Jobangebot erhalten haben. Zeigen Sie sich plötzlich von einer völlig anderen Seite, werden einige Personaler verschreckt reagieren. Oder kurz gesagt: Präsentieren Sie sich während der Bewerbung nicht als Dr. Jekyll, wenn Sie vorhaben den Job als Mr. Hyde anzutreten.
  2. Sie stellen neue Anforderungen. Verläuft Ihr Vorstellungsgespräch erfolgreich, ist es nicht unwahrscheinlich, dass der Personaler sich nach Ihren Gehaltsvorstellungen erkundigt. Liegt das Gehalt beim Jobangebot unter Ihren Vorstellungen, können Sie natürlich noch einmal verhandeln. Nur sollten Sie es dabei nicht übertreiben. Stellen Sie plötzlich eine Reihe neuer Anforderungen, wie beispielsweise einen Firmenwagen oder Sonderurlaub, riskieren Sie, dass das Jobangebot zurückgezogen wird. Vergessen Sie nicht: Ein Jobangebot ist kein Freifahrtschein.
  3. Sie vergessen die Kommunikation. Was könnte einem Personaler stärker signalisieren, dass Sie an einem Jobangebot kein Interesse haben, als eine ausbleibende Antwort? Auch wenn Sie eine Menge zu tun haben und beispielsweise einen Umzug an Ihre neue Arbeitsstelle planen und organisieren müssen, sollten Sie niemals vergessen, rechtzeitig auf ein Jobangebot zu antworten. Man wird Ihnen zwar Bedenkzeit einräumen, doch der Job wartet nicht ewig auf Sie. Das gilt übrigens auch bei einer Absage: Es ist unprofessionell und unhöflich nicht zu antworten. Bedanken Sie sich für das Angebot und entschuldigen Sie sich, dass Sie leider ablehnen müssen.
  4. Sie verbreiten es in Sozialen Netzwerken. Sie freuen sich und wollen es gleich mit all Ihren Freunden teilen. Also direkt die Neuigkeiten auf Facebook und Twitter posten? Besser nicht, denn einige Arbeitgeber sehen es nicht gerne, wenn solche Änderungen in den Sozialen Netzwerken geteilt werden, bevor Sie durch Unterzeichnung des Vertrags offiziell sind. Sie sollten auch darauf verzichten, Ihren ehemaligen Arbeitgeber mit hineinzuziehen. Kommentare wie "Nimm das Ex-Chef" sind nicht nur kindisch und unprofessionell, sie können auch Zweifel bei einem Personaler aufkommen lassen, ob Sie tatsächlich die richtige Besetzung sind.
  5. Sie haben gelogen. Nichts kann Ihnen ein Jobangebot so schnell versauen, wie eine Lüge in der Bewerbungsphase oder im Vorstellungsgespräch. Egal ob es sich dabei um die verbesserte Zeugnisnote in Ihren Bewerbungsunterlagen oder die falsche Referenz eines ehemaligen Arbeitgebers handelt. Sobald eine Lüge ans Licht kommt, wird jeder Personaler sein Jobangebot zurückziehen. Darüberhinaus verbauen Sie sich auch jede Chance, zu einem späteren Zeitpunkt einen Job in diesem Unternehmen zu erhalten.

Indizien für ein unseriöses Jobangebot

Leider gibt es nicht nur seriöse Arbeitgeber. Einige Anbieter von Stellen sind nur darauf aus, "Arbeitnehmern" das Geld aus der Tasche zu ziehen. Doch es gibt drei starke Indizien, dass Sie von einem Jobangebot besser Abstand halten sollten:

  1. Gehalt Viel Geld für ein paar Stunden Nebentätigkeit bei freier Zeiteinteilung? Wer so etwas verspricht, ist entweder unseriös oder vermittelt Sie in die Prostitution. Das schnelle Geld gibt es nun mal nicht. Und hinter "selbstständiger" Arbeit steckt in der Regel ein fieser Strukturvertrieb. Also: Finger weg!
  2. Jobbeschreibung Werden keine Qualifikationen verlangt, sollten Sie hellhörig werden. Fehlt die Tätigkeitsbeschreibung ganz, gilt höchster Alarm. Endgültig vergessen sollten Sie den Job, wenn von Ihnen vorab eine Art Investition oder Gebühr verlangt wird. Sie wollen Geld verdienen - nicht umgekehrt!
  3. Kontakt Wer bietet den Job an? Ist das ausschreibende Unternehmen weder erkennbar noch recherchierbar, ist das ein starkes Indiz für eine Abzocke. Sicher wissen Sie es, wenn Sie den vermeintlichen Arbeitgeber nur über teure Vorwahlen wie 0900, 0930, 0900 oder 0190 bis 0195 erreichen können.
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