Viele Arbeitnehmer haben es in ihrer beruflichen Laufbahn schon einmal mit einem Vorgesetzten zu tun gehabt, der den Schluss nahelegt, dass Intelligenz keine zwingende Anforderung für eine Führungsposition ist. Zurück bleibt dann nicht nur ein fader Beigeschmack, sondern die Frage, wie es so jemand in die höheren Gefilde der Unternehmenshierarchie schaffen konnte. Chefs müssen schließlich schwierige Entscheidungen treffen und für die gesamte Abteilung mitdenken - da sollte es gerade an Intelligenz nicht mangeln. Nun könnte geschlussfolgert werden, für Führungspositionen gelte die Regel: Je schlauer, desto besser. Forscher haben allerdings herausgefunden, dass dieser scheinbar offensichtliche Zusammenhang nicht gilt. Tatsächlich kann es der Führungsarbeit sogar schaden, wenn der Chef zu schlau ist. Wir zeigen, welcher Manager-IQ die besten Ergebnisse im Job verspricht...

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Manager-IQ: Zu schlaue Chefs?

Führungskräfte sollten schlau sein. Gegen diese These lässt sich wahrlich nur schwer argumentieren. Wirklich genau ist die Aussage allerdings auch nicht und so hat sich ein Forscherteam um den Psychologie-Professor Dean Keith Simonton an der Universität von Kalifornien einer scheinbar einfachen aber für den Berufsalltag dennoch wichtigen Frage zugewandt: Wie schlau muss ein Chef im besten Fall sein? - oder anders ausgedrückt: Was ist der optimale Manager-IQ?

Das erste Ergebnis ist noch recht unspektakulär und bestätigt, dass Intelligenz in der Führungsrolle wichtig ist. Wer den Eindruck macht, alles andere als schlau zu sein, wird weder ernst genommen noch für kompetent gehalten - und hat damit einen schweren Stand im Team und kann seiner Position nicht gerecht werden. Bei den Untersuchungen offenbarte sich aber zwei weitere spannende Erkenntnisse: Der optimale Manager-IQ hängt vom IQ der anderen Mitarbeiter ab, was bedeutet, dass Chefs nicht zu intelligent sein sollten!

Laut den Wissenschaftlern verspricht es die beste Führungsarbeit, wenn der IQ eines Managers etwa 1,2 Mal so hoch ist wie der Intelligenzquotient der Mitarbeiter, die in seinem Team versammelt sind. Bei einem durchschnittlichen IQ von circa 100 sollten Führungskräfte also einen IQ von rund 120 haben. Bei einem Team von überdurchschnittlich intelligenten Mitarbeitern steigt hingegen auch die Anforderung an den IQ des Chefs.

Ist der Chef hingegen deutlich schlauer als seine Mitarbeiter, wird die Führungsarbeit nicht etwa besser, wie vielleicht zu erwarten wäre, sondern lässt nach. Für diese Verbindung zwischen den Intelligenzquotienten von Team und Chef nennen die amerikanischen Forscher gleich mehrere Gründe:

  • Zu schlaue Chefs werden als Außenseiter betrachtet

    Ist der Intelligenzunterschied zu groß, werden Führungskräfte von Mitarbeitern nicht als wirklicher Teil des Teams, sondern vielmehr als Außenseiter wahrgenommen, der zwar Anweisungen gibt und Verantwortung trägt, aber nicht wirklich für die Belange der Angestellten einsteht. Die Unterschiede sind so dann so groß, dass nicht mehr gemeinsam an einem Strang gezogen wird.


  • Die Kommunikation zwischen beiden Seiten wird erschwert

    Kommunikation ist bekanntlich ein wichtiger Erfolgsfaktor in Unternehmen, um Missverständnisse zu vermeiden und Ziele zu erreichen. Große IQ-Unterschiede können allerdings zum Problem werden, da die Kommunikation auf unterschiedlichen Ebenen stattfindet und ein gegenseitiges Verständnis erschweren kann.


  • Mitarbeiter fühlen sich herablassend behandelt

    Ein weiteres Problem mit der Kommunikation: Der IQ des Chefs ist höher, die Mitarbeiter sind aber keinesfalls dumm - und wollen auch nicht so behandelt werden. Sehr schlaue Chefs greifen jedoch oftmals zu besonders simplen und einfachen Erklärungen, wodurch das Team sich herablassend behandelt und für dumm verkauft vorkommt.

Der Manager-IQ ist aber nicht alles...

Der optimale Manager-IQ sollte als Faktor durchaus beachtet werden und kann einige Vorteile für die Arbeit im Unternehmen und die Führung von Mitarbeitern im Speziellen haben. Ein Fehler wäre es allerdings, sich nur darauf zu konzentrieren und alles andere zu vernachlässigen.

Sonst könnte die Auswahl einer passenden Führungskraft ausschließlich anhand eines IQ-Tests durchgeführt werden. Erfolgreiche Führung braucht jedoch mehr als nur den passenden IQ. So hat etwa Google über mehrere Jahre eine Studie durchgeführt, um herauszufinden, was Manager und Vorgesetzte wirklich brauchen. Heraus gekommen ist eine Liste mit den acht grundlegenden Eigenschaften, die für Chefs besonders wichtig sind:

  • Manager müssen ein guter Coach sein

    Zum Coachen gehören gleich mehrere Aspekte. So müssen Chefs unbedingt Feedback geben, um Lob und Wertschätzung zu zeigen, aber auch um die Chance zur Entwicklung zu ermöglichen. Außerdem ist Empathie wichtig, um den Standpunkt der Mitarbeiter zu verstehen.


  • Gute Manager verzichten auf Mikromanagement

    Mikromanagement ist ein leider recht weit verbreiteter Führungsstil, der vielen Arbeitnehmern das Berufsleben schwer macht. Die ständige Kontrolle und Einmischung ist oft ein Zeichen von Unsicherheit, bringt aber viele Probleme mit. Mitarbeitern wird jeder Freiraum und jegliche Motivation genommen, gleichzeitig kümmert sich der Chef um Dinge, die nicht zu seinem Aufgabenbereich zählen. Sinnvolles Arbeiten sieht anders aus.


  • Führungskräfte sorgen sich um Erfolg und Wohlbefinden der Mitarbeiter

    Egoismus ist im Chefsessel nicht gern gesehen. Ein Chef, der nur den eigenen Vorteil im Sinn hat, kommt bei seinem Team nicht gut an, verliert das Vertrauen und kann andere ganz sicher nicht motivieren. Wirklich gute Chefs haben hingegen auch den Erfolg der Angestellten im Sinn und wollen, dass diese sich wohlfühlen - beruflich wie auch privat.


  • Ein guter Chef ist produktiv und arbeitet ergebnisorientiert

    Jeder Vorgesetzte hat immer auch eine Vorbildfunktion. Deshalb gilt es keine Zeit zu verschwenden, sondern produktiv zu arbeiten und dafür zu sorgen, dass die Ergebnisse stimmen. So merkt das Team außerdem, dass der Chef wirklich mit anpackt und am gemeinsamen Erfolg interessiert ist.


  • Manager besitzen ausgeprägte kommunikative Fähigkeiten

    Die bereits angesprochene Kommunikation wurde auch von Google als wichtige Managereigenschaft identifiziert. Dabei gilt es jedoch zu beachten: Kommunikation bedeutet nicht nur, selbst gut reden und Informationen weitergeben zu können. Mindestens genauso wichtig ist es, anderen zuhören zu können.


  • Manager unterstützen die Karriereentwicklung

    Die meisten Mitarbeiter haben langfristige Karriereziele und arbeiten daran, diese in den kommenden Jahren zu erreichen. Chefs sollten dabei nicht im Weg stehen, sondern unterstützen und die Karriere der Angestellten voran treiben.


  • Ein guter Chef hat eine klare Vision und Strategie

    Wie soll sich das Unternehmen oder die Abteilung entwickeln? Welche Ziele sollen erreicht werden und was muss getan werden, damit das funktioniert? Chefs sollten sich über zukünftige Entwicklungen Gedanken machen und durch eine Vision und entsprechende Strategie lenken können. Nur so werden die richtigen Entscheidungen getroffen, die wirklich dorthin führen.


  • Führungskräfte haben wichtige Fähigkeiten, um das Team zu unterstützen

    Vorgesetzte haben zwar meist andere Aufgaben, als die Mitarbeiter, dennoch ist es ein großer Vorteil, wenn auch Führungskräfte über die wichtigsten Fähigkeiten verfügen. Das bringt sie nicht nur dem Team näher, sondern ermöglicht es ihnen auch, bessere Ratschläge zu geben und die Probleme der Belegschaft nachvollziehen zu können.

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