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Was könnte man nicht alles mit der Zeit anfangen – sich seinem Hobby widmen, mit Freunden treffen, schlafen, andere Aufgaben erledigen wie die Wohnung/den Garten/den Keller auf Vordermann bringen... doch leider ruft mal wieder die Arbeit. Und die macht Ihnen so gar keinen Spaß. Wofür das Ganze - so ganz ohne Perspektiven? Wegen des Geldes? Und ist es das überhaupt wert? Immerhin verbringen wir die Hälfte unseres Lebens auf der Arbeit. Einer vom Bundesarbeitsministerium geförderten Studie zufolge sind 45 Prozent der Befragten unzufrieden mit dem Job. Offenbar gibt es ein großes Bedürfnis nach einer sinnvollen Tätigkeit. Doch wie findet man (wieder) den Sinn in einem scheinbar sinnlosen Job?

Sinnkrise: Leben, um zu arbeiten oder arbeiten, um zu leben?

Nahezu die Hälfte der Studienteilnehmer finden Ihre derzeitige Arbeitssituation nicht in Ordnung. Ob sich ein Arbeiter im 19. Jahrhundert die Frage nach der Sinnhaftigkeit seiner Arbeit gestellt hat?

So vermutlich nicht. Die Industrialisierung war noch im vollen Gange, ein Arbeiter war noch nicht so losgelöst von Produktionsprozessen wie heutzutage. Zum anderen ist gegenwärtig der Wunsch nach Individualität und Selbstverwirklichung deutlich ausgeprägter. Die Frage ist allerdings, warum viele Menschen Jobs nachgehen, die sie furchtbar finden?

Was die arbeitende Bevölkerung heute mit der vor rund 200 Jahren vereint: Es gibt ein sehr starkes Motiv für die Arbeit und das heißt Geld. Von irgendwas muss der Mensch ja leben, seine Miete zahlen, seine Versicherungen und sein Auto. Liebgewonnene Annehmlichkeiten möchten wir nur ungerne opfern. Es gibt also gewisse Sachzwänge.

Die können mit Bequemlichkeit und Status, aber auch mit Erwartungshaltung und so schnöden Aspekten wie Infrastruktur zusammenhängen: In einem 1.000-Seelen-Dorf ist der öffentliche Nahverkehr nun mal nicht der Rede wert, also ist ein Auto weniger ein Luxusgut, sondern notwendiges Verkehrsmittel, das zum Job/zur Arbeit/zum Arzt/zum Supermarkt befördert.

Neben einen gewissen Standard ist es oft die Familie, die versorgt werden muss. Oder aber die Angst, etwas Neues anzupacken.

Stattdessen verharren viele gelähmt in einer Situation, die sie eigentlich furchtbar finden, aber aus der sie keinen Ausweg finden. Das ist tragisch, denn wenn wir so viel Zeit mit Arbeiten verbringen, sollte sie uns dann nicht Spaß machen?

Sollte es nicht mehr als nur das Geld sein?

Wie kann sich eine Arbeit rechnen, bei der man sich fünf Tage die Woche quält, nur um dann an zwei Tagen geschafft! sagen zu können? Die Antwort liegt eigentlich auf der Hand: Gar nicht.

Zum einen verdienen vermutlich die wenigsten Menschen, die in so einem Hamsterrad leben genügend, als dass es sich irgendwie auszahlt. Zum anderen wird in der Regel selbst der zweite von den beiden Wochenendtagen mit innerlichem Jammern verbracht.

12 Signale, woran Sie erkennen, dass Sie Ihren Job nicht mögen:

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  • Die Bettdecke klemmt recht häufig. Sie kommen so gerade eben pünktlich.
  • Ihnen graust schon sonntagmorgens vor der neuen Woche und jeden Tag aufs Neue.
  • Sie sind häufig krank. Sie haben Kopfschmerzen, Sodbrennen, Magenbeschwerden, fühlen sich gestresst.
  • Sie mögen Ihren Chef/Ihre Kollegen nicht.
  • Sie haben keine Herausforderungen, Ihnen ist furchtbar langweilig, obwohl Sie genug zu tun hätten. Nichts erscheint Ihnen kreativ, die eigenen Ideen lassen sich nicht umsetzen.
  • Sie bekommen keine Anerkennung für Ihre Arbeit.
  • Das Gehalt sehen Sie eher als Schmerzensgeld; es ist das Einzige, was Sie funktionieren lässt.
  • Keine Zeit mehr für Familie und Freunde oder irgendetwas anderes nach der Arbeit.
  • Sie können sich nicht zu 100 Prozent identifizieren: Weder mit dem Unternehmen, dem Produkt noch dem Service.
  • Sie haben den Job gar nicht selbst gewählt, sondern wurden durch Ihre Eltern hineingedrängt.
  • Sie denken nur noch an die Kündigung, trauen sich aber nicht.
  • Sie fühlen sich überfordert: Der Chef weist Ihnen Aufgaben zu, die erledigt werden müssen. Aber sie entsprechen nicht Ihrer ursprünglichen Stellenbeschreibung und liegen Ihnen nicht.

Sinnloser Job oder sinnvoller?

Es hängt natürlich von Ihrer eigenen Leidensfähigkeit ab, ob Sie etwas verändern wollen oder nicht. Im Grunde genommen ist keins der Argumente stichhaltig genug, um einen Job auszuüben, den man nicht sinnvoll findet. Keiner hat gesagt, dass es leicht werden würde. Aber die Frage ist auch: Was wollen Sie?

Wenn Sie noch gar nicht wissen, ob Ihr aktueller Job wirklich so doof ist oder eigentlich doch ganz okay, dann halten Sie sich einmal das 10-10-10-Modell vor Augen: Jetzt geht Ihr Job noch, aber wie sieht es in zehn Monaten oder zehn Jahren aus? Gilt es vielleicht, nur eine bestimmte Zeit zu überbrücken, beispielsweise, bis der Kredit fürs Auto abbezahlt oder die Kinder aus dem Gröbsten raus sind?

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Vielleicht brauchen Sie einfach ein bisschen Motivation, um diese berufliche Durststrecke zu überwinden? Machen Sie sich immer klar, Sie haben Minimum drei Möglichkeiten: Love it, leave it or change it – also: Wenn Sie Ihre derzeitige Arbeit nicht verlassen mögen, dann überprüfen Sie konkret:

Was genau nervt mich an dieser Arbeit?

Finden Sie die entsprechenden Elemente und schauen Sie: Kann ich sie verändern? Fragen Sie Ihren Vorgesetzten, ob er Ihnen neue Aufgabenbereiche zuteilen kann. Manchmal kann ein Teamwechsel auch frischen Wind bringen.

Scheidet das auch aus, gibt es vorläufig nur eine Möglichkeit, um nicht völlig zu verzweifeln: Love it. Sie ändern etwas, indem Sie Ihre Einstellung ändern, die Gegebenheiten zunächst einmal akzeptieren. Geben Sie Ihrem Job wieder Sinn zurück. Wie genau geht das? Diese zehn Tipps können Ihnen dabei helfen:

  • Nehmen Sie die Dinge mit Humor. Klingt leichter als getan, aber wirklich: Mit Kollegen herumalbern zu können wertet die Arbeit ungemein auf.
  • Fokussieren Sie die positiven Dinge. Das, was gut läuft – seien es Freundschaften, Familie, Hobbys oder vielleicht die Tatsache, dass Sie in den Urlaub fahren können. Geben Sie auch Kleinigkeiten eine Chance, beispielsweise das Lächeln eines Kollegen oder die kurze Wartezeit in einer Schlange. Notieren Sie jeden Tag drei Dinge!
  • Fahren Sie nur noch mit halber Kraft. Powern Sie sich nicht aus, damit Sie in Ihrer Freizeit sich nur noch von der Arbeit erholen müssen. Lassen Sie stattdessen Energie übrig.
  • Gewichten Sie anders. Wenn jeder erwartet, dass Arbeit nicht nur das große Geld, sondern auch noch eine unglaubliche Selbstverwirklichung bringen soll, dann entsteht enormer Druck. Überlassen Sie die Selbstverwirklichung Ihren Hobbys.
  • Suchen Sie sich Verbündete. Geht es anderen Kollegen genauso? Vielleicht lassen sich doch ein paar Schräubchen an der einen oder anderen Stelle drehen.
  • Seien Sie dankbar. Auch wenn dieser Job total öde ist: Es gibt sicherlich Millionen von Menschen, denen es schlimmer geht. Nicht nur in den Favelas brasilianischer Großstädte – Armut gibt es auch in Deutschland.
  • Stiften Sie selber Sinn. Stellen Sie sich vor, was passieren würde, wenn Sie diesen Job nicht erledigen würden? Egal, ob als Würstchenverkäufer, Altenpfleger oder Sachbearbeiter: Machen Sie sich Zusammenhänge bewusst, wie Ihre Arbeit dazu beiträgt, Menschen zu helfen.
  • Bleiben Sie optimistisch. Dieser Job ist nur eine Übergangslösung, auch er wird irgendwann ein Ende finden. Blockieren Sie sich nicht, indem Sie sich am Tag vorher schon verrückt machen à la Der Tag kann ja nur schrecklich werden.
  • Machen Sie sich frei von der Angst vor Arbeitslosigkeit. Angst lähmt und vielleicht ist es auch diese Sichtweise, die Sie Ihren Job verdammen lässt? Abgesehen davon halten Sie kurz inne: Was bewerten Sie stärker – Freiheit oder Stabilität, Glücklichsein oder Sicherheit?
  • Bauen Sie Frust durch Bewegung ab. Das ganze positive Denken in Ehren, aber manchmal hilft nichts mehr, dann muss ein Ventil her. Sport (Bewegung allgemein) ist ein hervorragendes Ventil. Adrenalin wird abgebaut und Sie kriegen Ihren Kopf wieder frei.

Bestandsaufnahme: Funktioniert es?

Stehen Sie am Scheideweg? Haben Sie versucht, Ihre Arbeit sinnvoll zu gestalten, aber können sich beim besten Willen nicht vorstellen, noch bis zur Rente dort zu bleiben? Dann ist es Zeit, sich neu zu orientieren! Es ist nie zu spät.

Machen Sie sich klar:

Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat bereits verloren. (Rosa Luxemburg)

Aber auch:

Siegen wird der, der weiß, wann er kämpfen muss und wann nicht. (Sunzi)

Sie haben vielleicht für eine Weile diesen Job gemacht, weil es nicht anders ging. Dieser Grund ist weggefallen, das heißt, jetzt ist die Zeit zum Kämpfen gekommen. Resignation ist keine Option. Die vorweg genannten zehn Motivationstipps können ein Anfang sein, wenn Sie wollen. Lesen Sie sie erneut.

Sie sind der Anfang von Ihrem nächsten größeren Projekt: Der Jobsuche. Sie bedingen sich alle. Wer negativ an die Sache herangeht, hat bereits verloren. Wer seine ganze Energie im Job verpulvert, wird keinen klaren Gedanken fassen können, wenn es darum geht, sich anderweitig umzuschauen.

Sinnvolle Arbeit will auch erarbeitet werden

Natürlich bedarf auch das einer soliden Vorbereitung. Vor allem, wenn Sie die Jobsuche neben Ihrer derzeitigen Stelle betreiben. Sich aus geschützter Position heraus umzugucken und zu bewerben hat auch Vorteile: Es sieht im Lebenslauf besser aus als Arbeitslosigkeit und verschafft Ihnen Zeit.

Klären Sie folgende Fragen:

  1. Finanzen

    Sie sollten wenigstens für die Übergangszeit über die Runden kommen.

    • Was sind meine wöchentlichen beziehungsweise monatlichen Ausgaben?
    • Was verstehe ich unter Lebensqualität?
    • Wie viel Geld brauche ich, um diese Lebensqualität aufrechtzuerhalten?
  2. Arbeit

    Wie sollte sinnvolle Arbeit aussehen? Selbstreflexion ist angesagt.

    • Sie sollte Sie als Person widerspiegeln. Also: Was zeichnet Sie aus? Was macht Sie glücklich oder auch traurig? Was mögen Sie an sich besonders?
    • Sie sollte Ihre Interessen widerspiegeln. Also: Welche Werte und Normen haben Sie? Welche Erlebnisse haben Sie geprägt?
    • Sie sollten Ihre Erfahrungen einbringen können. Also: Was sind Ihre Stärken und Fähigkeiten? Welche davon würden Sie gerne in Ihrer Arbeit umsetzen wollen? Was würden Sie noch gerne ausbauen wollen?
    • Sie sollten Herausforderungen haben. Also: Gibt es Möglichkeiten, noch dazu zu lernen? Das Lernen durch die Arbeit hilft auch dabei zu erkennen, was einem wichtig ist.
  3. Maßnahmen

    Vieles davon können Sie unmittelbar umsetzen.

    • Halten Sie Ihren tabellarischen Lebenslauf auf dem neusten Stand. Damit erst anzufangen, wenn eine interessante Stelle ausgeschrieben ist, bereitet unnötigen Stress und raubt wertvolle Zeit.
    • Betreiben Sie Recherche. Es gibt genügend Möglichkeiten, im Internet nach Jobs zu gucken, beispielsweise auf Karrieresprung.de - unserer eigenen Jobbörse mit derzeit rund 65.000 Stellenangeboten. Oder achten Sie auf Aushänge, Tageszeitungen.
    • Bauen Sie Ihr Netzwerk aus. Gehen Sie auf Veranstaltungen wie spezielle Tagungen oder Barcamps und lassen sich inspirieren.
    • Nehmen Sie eine Auszeit. Manchmal braucht es einen Tapetenwechsel, um sich neu sortieren zu können. Neue Eindrücke im Urlaub und ein freier Kopf in entspannter Umgebung helfen dabei.
    • Bilden Sie sich weiter. Was interessiert Sie besonders? Ihre Interessen lassen sich unter Umständen mit einem neuen Job verbinden. Oder anders herum: Welche Jobs interessieren Sie, aber Ihnen fehlen noch die entsprechenden Kenntnisse?

Sie sind nicht hilflos! Es ist jetzt an Ihnen, eine Entscheidung zu treffen. Können Sie sich doch mit Ihrer derzeitigen Tätigkeit arrangieren? Umso besser - dann haben diese Punkte Ihnen offenbar dabei geholfen, Ihre Arbeit wieder wertzuschätzen und einen Sinn zu erkennen.

Falls Sie nach eingehenden Überlegungen jedoch zu dem Schluss kommen, dass Sie etwas ändern möchten, dann gilt es, Schritt für Schritt vorzugehen.

[Bildnachweis: Fulltimegipsy by Shutterstock.com]

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