Von den rund 17 Millionen Menschen, die in Deutschland in einem Büro arbeiten, bewohnen gut 33 Prozent ein Einzelbüro, 27 Prozent teilen sich die Arbeitswabe mit noch einem Kollegen, die Mehrheit von rund 40 Prozent aber sitzt in einem Mehrpersonen- oder gar Großraumbüro. Man sollte meinen, dass dies eine ökonomische, vielleicht auch architektonische Entscheidung ist und sich nicht weiter auf die Arbeitsmoral auswirkt. Doch weit gefehlt! Von allen erdenklichen Raumalternativen ist der Großraum nicht nur der verhassteste – er ist auch der ungesündeste.
Schon vor einiger Zeit stellte eine australische Studie fest: Großraumbüros machen die Menschen krank. Die Mitarbeiter leiden darin unter „Reizüberflutung, Verlust von Privatsphäre, Identitätsverlust, niedriger Produktivität und geringer Zufriedenheit“, so der Studienleiter Vinsh Oommen. Außerdem würden sich die Kollegen bei kranken Nachbarn schneller anstecken. Eine Umfrage der Marktforscher von ICM Research unter rund 2000 europäischen Bürokräften kommt zu vergleichbaren Ergebnissen: Danach empfinden 60 Prozent der Beschäftigten in einem Großraumambiente deutlich mehr Stress. In Deutschland nervte die Arbeitnehmer vor allem, dass ihr Büro schlecht klimatisiert war (57 Prozent).
Schlechte Luft, Stress, Lärm, keine Privatsphäre – das schlägt nicht nur auf die Gesundheit, es macht Mitarbeiter auch unproduktiver, wie jetzt eine Studie des Schweizer Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) und der Hochschule Luzern herausgefunden hat. Großraumarbeiter sind häufiger krank und unzufriedener als ihre Kollegen, die wenigstens ein kleines Büro bewohnen, so das Fazit.
Was die Belegschaften am meisten leiden ließ, war der Telefonlärm, trockene oder Zugluft sowie schlechte Beleuchtung. Je größer der Raum wurde, desto häufiger überwogen schlechte Luft und Lärm als Kritikpunkte. Entsprechend oft klagten die Betroffenen über gereizte oder brennende Augen, Konzentrationsprobleme sowie Kopfschmerzen und Müdigkeit. Umgekehrt: In ihren Einzelbüros machten die Mitarbeiter seltener Pausen, fühlten sich zufriedener und produktiver.







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