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Seit einiger Zeit erleben Blogs einen wahren Boom. Vor allem Freelancer und Unternehmen haben das Medium für sich entdeckt und nutzen es, um ihre Botschaft und Themen zu präsentieren. Sind die ersten Hürden wie Themenfindung, Redaktionsplan und ähnliche genommen, stehen Blogger aller Couleur vor einer Frage: Wie lässt sich die Vernetzung mit anderen Bloggern stärken? Eine Möglichkeit: Die Organisation - oder Teilnahme an - einer Blogparade.

Blogparaden - ein Weg zur Vernetzung

Das Prinzip der Blogparaden ist altbewährt und vermutlich jedem Blogger in groben Zügen bekannt. Dennoch kommt es immer wieder zu Unklarheiten und Missverständnissen. Daher sind aus unsere Sicht zunächst eine Definition und grundlegende Regeln für Blogparaden sinnvoll.

Im Grunde ist eine Blogparade eine Einladung. Ein Blogger - in unseren Fall das Team der Karrierebibel - ruft andere Blogger dazu auf, innerhalb eines klar definierten Zeitraums zu einem bestimmten Thema zu bloggen. Mitmachen kann grundsätzlich jeder Blogger. Warum Sie das tun sollten? Weil es die Sichtbarkeit Ihres Blogs erhöhen, Kontakte zu anderen Bloggern ermöglichen und Diskussionen anregen kann.

Um diese Vorteile zu verstehen, werfen wir einen Blick auf die Regeln einer Blogparade. Diese können Sie hier herunterladen (PDF).

  • Alle Teilnehmer verfassen im vorgegebenen Zeitraum einen Beitrag zum Thema der Blogparade.
  • Jeder Teilnehmer verlinkt in seinem Artikel auf den Ausgangsbeitrag und das initiierende Blog.
  • Im Artikel jedes Teilnehmers werden die Blogparade und der Initiator ausdrücklich genannt.
  • Der Initiator der Blogparade sammelt alle eingehenden Beiträge in einer öffentlichen Liste und verlinkt die teilnehmenden Blogs.
  • Am Ende einer Blogparade fasst der Initiator alle Beiträge zur Blogparade zusammen und zieht ein Fazit

Als Teilnehmer profitieren Sie daher gleich dreifach von der Blogparade:

  • Sie werden vom initiierenden Blog zweimal verlinkt.
  • Sie erzeugen neuen Content für Ihr Blog.
  • Sie werden von neuen Lesern und anderen Bloggern entdeckt und gelesen.

Wann sollten Sie teilnehmen?

Sollten Sie daher an jeder Blogparade teilnehmen? Ein klares Nein! Erstens ist die Zahl der Blogparaden in den letzten Monaten deutlich gestiegen - nur solche Beiträge nerven und vergraulen Leser früher oder später - und zweitens passt einfach nicht jedes Thema zu jedem Blog.

Der letztgenannte Punkt wird dabei erstaunlich oft ignoriert. Leider gibt es Blogs, die an Blogparaden nicht wegen des passenden Themas, sondern rein aus Gründen der Sichtbarkeit und Reichweite teilnehmen. Wer das jedoch tut, hat den Sinn von Blogparaden nicht verstanden und wird von vielen Initiatoren - wenn der Content qualitativ schlecht ist - auch nicht in Blogparaden aufgenommen.

Folgende Punkte sollten Sie für eine erfolgreiche Teilnahme daher bedenken:

  • Passt das Thema der Blogparade zu Ihrem Blog? Bietet es Ihren Lesern Mehrwert?
  • Schaffen Sie innerhalb der vorgegebenen Frist einen qualitativ guten Beitrag?
  • Ist das initiierende Blog für Sie interessant?
  • Ist die potentielle Zielgruppe der Blogparade für Sie relevant?

Denken Sie bitte daran: Die Teilnahme an einer Blogparade bringt die Aufmerksamkeit neuer Leser und andere Blogger mit sich. Ihr Beitrag sollte daher von Qualität und Aufmachung her eine Empfehlung für Ihr Blog sein. Ein Kommentar sei uns noch gestattet: Wer andere Blogger als Konkurrenten und nicht als Kontaktpartner oder Kollegen sieht, sollte sich von Blogparaden fernhalten. Er könnte seine "Konkurrenten" sonst unfreiwillig unterstützen.

Bloparade über Blogparade: Die Auswertung

Genau zu diesem Thema haben wir selbst eine Blogparade initiiert. Das hier ist die Auswertung...

Während sich die Zahl der Blogparaden privater Blogger in den letzten Jahren enorm erhöht hat, sehen zahlreiche Teilnehmer im professionellen Bereich deutlichen Nachholbedarf. Nur wenige Corporate Blogs haben bisher Blogparaden initiiert und Freelancer beginnen erst damit, diese Option für sich zu entdecken.

Als Gründe für die Zurückhaltung von Unternehmen werden mehrere Punkte angeführt:

  • Die große Zahl der Blogparaden im privaten Bereich vermittelt Unternehmen den Eindruck, alle relevanten Themen wären bereits diskutiert.
  • Die Bezeichnung Blogparade ist nicht Business kompatibel, ein neuer Name könnte die Einstiegshürde reduzieren.
  • Unternehmen fehlt es oft an Kreativität, um ansprechende Themen für Blogparaden zu finden.
  • Manche Firmen konzentrieren sich zu sehr auf Ihre Produkte und Dienstleistungen und schränken das Thema so zu stark ein.
  • Der für eine Blogparade notwendige Aufwand wird oft gescheut und steht - aus Sicht mancher Unternehmen - nicht in Relation zum Nutzen.
  • Die Netzwerkeffekte von Blogparaden werden deutlich unterschätzt.

Blogparaden - die besten Tipps

Die klare Nummer eins aller Tipps: Achten Sie - sowohl als Veranstalter als auch als Teilnehmer - auf das Thema der Blogparade. Veranstalter sollten ihr Thema zwar breit genug wählen, um zahlreiche Blogger - auch emotional - anzusprechen. Dennoch sollte die Verbindung des Themas zum Unternehmen klar erkennbar sein.

Als Teilnehmer sollte Sie darauf achten, dass das Thema zu Ihrem Blog passt und Ihren Lesern Mehrwert bietet. Auch der Veranstalter der Blogparade und die potentiellen Teilnehmer sollten zur Reputation und den Zielen Ihres Blogs passen. Von Blogparaden zwielichtiger Veranstalter sollten Sie jedoch Abstand nehmen. Im Folgenden finden Sie die besten Tipps für...

Teilnehmer einer Blogparade

  • Halten Sie sich in Ihrem Beitrag an das vorgegebene Thema.
  • Reichen Sie Ihren Artikel innerhalb der Frist ein.
  • Nehmen Sie sich Zeit für Ihren Beitrag, achten Sie auf hohe Qualität und - je nach Thema - praktischen Nutzwert.
  • Schreiben Sie für Ihre Leser und die potentielle Zielgruppe der Blogparade.
  • Beschränken Sie die Eigenwerbung in Ihrem Beitrag auf ein Minimum.
  • Machen Sie die Beiträge andere Teilnehmer nicht schlecht.
  • Kommentieren Sie auch die Beiträge anderer Teilnehmer und verfolgen Sie die Blogparade aufmerksam.
  • Teilen Sie die Blogparade mit Ihren Fans in den verschiedenen Netzwerken.
  • Reichen Sie Ihren Beitrag nicht nur über Pingback, sondern mit einem Kommentar im Blog des Veranstalters ein.
  • Zitieren Sie hervorragende Beiträge anderer Teilnehmer, wenn es in Ihren Artikel passt.
  • Scheuen Sie sich nicht, Position zu beziehen.
  • Verlinken Sie den Ursprungsbeitrag des Veranstalters und halten Sie sich an die Regeln.

Neben diesen Tipps gibt es auch zahlreiche Hinweise und Empfehlungen für...

Veranstalter von Blogparaden

  • Wählen Sie das Thema passend zu Ihrem Blog und/oder Unternehmen.
  • Achten Sie darauf, möglichst viele Blogger Ihrer Branche oder Ihres Themenbereiches zu aktivieren.
  • Bewerben Sie Ihre Blogparade auch in den sozialen Netzwerken.
  • Ausgewählte Blogger können auch persönlich kontaktiert werden - wenn im Vorfeld bereits Kontakt bestand.
  • Achten Sie bei Ihrem Ankündigungsartikel auf hohe Qualität und Fehlerfreiheit. Die Wirkung dieses Artikels kann die Blogparade ab- oder aufwerten.
  • Erinnern Sie in den sozialen Netzwerken immer wieder an Ihre Blogparade.
  • Sammeln Sie eingehende Beiträge kontinuierlich unter Ihrem Ausgansbeitrag.
  • Fokussieren Sie sich nicht zu sehr auf die Zahl, sondern viel mehr auf die Qualität der Beiträge.
  • Formulieren Sie die Teilnahmebedingungen und Regeln klar und eindeutig.
  • Scheuen Sie sich nicht, werbliche oder qualitativ schlechte Beiträge von der Teilnahme auszuschließen.
  • Legen Sie klar fest, ob Nicht-Blogger - beispielsweise mit einem Beitrag auf Google+ oder Facebook - an der Blogparade teilnehmen können.
  • Werten Sie die Blogparade am Schluss aus und fassen Sie die wichtigsten Ergebnisse und Inhalte zusammen.
  • Antworten Sie auf Fragen zur Blogparade - sowohl in den Kommentaren zum Artikel als auch in den sozialen Netzwerken.

Die Vergabe von Preisen für die Teilnahme oder den besten Beitrag einer Blogparade wird kontrovers gesehen. Einerseits stellen Preise einen zusätzlichen Anreiz zur Teilnahme dar, andererseits werden dadurch auch Spam-Beiträge und unseriöse Blogs angezogen. Sollten Sie Preise für Ihre Blogparade ausloben, sollten Sie die Regeln unbedingt aktiv durchsetzen und die Beiträge aufmerksam beobachten.

Blogparaden lohnen sich

In einem Punkt sind sich die meisten Teilnehmer einig: Blogparaden bedeuten zwar viel Arbeit, lohnen sich allerdings. Wenn Veranstalter den Schwerpunkt auf das Thema und den daraus resultierenden Mehrwert - und nicht auf Sichtbarkeit und Werbewirkung - legen, kann eine Blogparade eine Bereicherung für alle Beteiligten sein.

Angesichts der wachsenden Zahl an Blogparaden sollten sich Veranstalter die Ausrichtung einer eigenen jedoch gut überlegen und diese nur dann ins Leben rufen, wenn das Thema wirklich gut ist und sich von anderen Blogparaden abhebt.

Das waren die Beiträge zur Blogparade

[Bildnachweis: Karrierebibel.de]