Kündigung vorbereiten: Gründe, Gespräche, Fristen, Abschied

Eine Kündigung ist nichts, was Sie aus dem Bauch heraus oder im Affekt aussprechen sollten. Sie benötigt eine gute Vorbereitung. Immer. Schon im eigenen Interesse sollten Sie die Kündigung vorbereiten: Wie Sie gehen, prägt Ihre Reputation und hat Einfluss auf das Arbeitszeugnis und eventuelle Empfehlungsschreiben. Bewährte Tipps für einen professionellen Jobwechsel…

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Kündigung vorbereiten: Warum überhaupt?

Eine Kündigung ist immer Ende und Neuanfang zugleich. Studien von Anthony Klotz von der Oregon State Universität zeigen: Der Kündigungsstil hat großen Einfluss auf die weitere Karriere – positiv wie negativ. Die Eigenkündigung vorzubereiten, lohnt sich gleich mehrfach:

  • Geordnete Verhältnisse

    Wer richtig kündigt, beweist seine Professionalität, zeigt Verantwortungsbewusstsein und hinterlässt geordnete Verhältnisse.

  • Tadellose Reputation

    Erfolgt die Trennung einvernehmlich und respektvoll, profitieren Arbeitnehmer meist von einem guten Arbeitszeugnis und einer tadellosen Reputation für die Bewerbung.

  • Überzeugende Begründung

    Warum haben Sie gekündigt?“ – Die Frage ist ein Klassiker im Vorstellungsgespräch. Wer seine Kündigung vorbereitet, wird sich automatisch über Gründe und Ziele bewusst, was wiederum eine überzeugende Begründung erleichtert.

Im Folgenden erklären wir, Schritt für Schritt, wie Sie Ihre Kündigung vorbereiten und abwickeln…

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Kündigung vorbereiten: 1. Anlass reflektieren

Warum wollen Sie den Job wechseln? Machen Sie sich Ihre Gründe zunächst bewusst, um sicherzugehen, dass Sie nicht überstürzt kündigen. Zu den häufigsten Gründen für Arbeitnehmer gehören:

Häufige Kündigungsgründe

Nennung

1. Unfaires Gehalt 41 %
2. Stress, Überlastung 36 %
3. Toxische Unternehmenskultur 36 %
4. Fehlende Work-Life-Balance 33 %
5. Keine Entwicklungschancen 31 %
6. Vertrauensverlust 28 %
7. Miese Aufgaben 27 %
8. Besseres Jobangebot 25 %
9. Schlechte Kollegen 22 %
10. Berufliche Neuorientierung 17 %

Im Gegensatz zum Arbeitgeber müssen Arbeitnehmer aber keinen Kündigungsgrund nennen. Dieser ist nur erforderlich bei einer fristlosen Kündigung durch Arbeitnehmer.

Gute Gründe für einen Jobwechsel

Akuter Ärger oder Jobfrust sind jedoch kein guter Ratgeber. Nehmen Sie sich stets die Zeit, Ihre Situation zu analysieren und zu reflektieren: Wohin will ich mich entwickeln? Profis sprechen auch von einer Hin-Zu-Motivation. Schärfen Sie deshalb den Blick auf die beruflichen Ziele – sie helfen bei der Jobsuche und beruflichen Neuorientierung. Das Ergebnis ist eine planvolle, professionelle Kündigung sowie gut zu begründende Wechselmotivationen.

Gute Gründe im Vorstellungsgespräch sind etwa:

  • Berufliche Weiterentwicklung: Sie suchen neue Herausforderungen, um Potenziale besser auszuschöpfen.
  • Kompetenzen ausweiten: Als Fachkraft zählen Sie schon zu den Besten. Deshalb wird es Zeit, Ihre Kompetenzen zu erweitern – zum Beispiel als Führungskraft.
  • Familiäre Gründe: Ihr Partner hat den Job gewechselt – Sie ziehen mit. Folglich benötigen auch Sie eine neue Arbeitsstelle.
  • Berufswechsel: Der bisherige Beruf passt nicht mehr. Deshalb planen Sie einen kompletten Wechsel und Quereinstieg.
  • Internationale Arbeit: Sie möchten sich internationaler betätigen. Der aktuelle Arbeitgeber bietet diese Möglichkeit aber nicht.
  • Gesundheitliche Gründe: Körperlich können Sie den bisherigen Job nicht mehr ausüben oder müssen (zeitlich) kürzer treten.

Kündigung vorbereiten: 2. Richtig kündigen

Auch wenn Sie vielleicht schon lange innerlich gekündigt haben: Irgendwann müssen Sie den offiziellen Cut machen und sich offenbaren – mit einem formal korrekten Kündigungsschreiben und Kündigungsgespräch. Folgende Punkte sollten Sie dabei beachten:

Kündigungsschreiben

Damit die ordentliche Kündigung wirksam ist, muss sie zwingend schriftlich auf Papier sowie mit eigenhändiger Unterschrift erfolgen. Mündliche Kündigungen oder solche per E-Mail sind unwirksam. Falls Sie beim Formulieren unsicher sind, können Sie das folgende Muster verwenden und individuell anpassen. Dazu einfach auf den Kasten klicken und die Vorlage umschreiben:

Bea Beispiel
Phantasiestraße 1
12345 Beispielstadt

Fantasie GmbH
Personalabteilung z.H. Herr Muster
Hauptstraße 2
45678 Musterstadt

Datum [TT.MM.JJJJ]

Kündigung meines Arbeitsvertrages, Personalnr: 1234

Sehr geehrter Herr Muster,

hiermit kündige ich ordentlich und fristgerecht meinen Arbeitsvertrag zum nächstmöglichen Zeitpunkt. Dies ist nach meiner Berechnung und unter Einhaltung der Kündigungsfrist der TT.MM.JJJJ.

Ich bedanke mich für die bisher gute und kollegiale Zusammenarbeit. Ich konnte viel lernen und bin dankbar für die Unterstützung, die Sie mir entgegengebracht haben. Bitte bestätigen Sie mir den Erhalt des Kündigungsschreibens und das genannte Datum, an dem der Arbeitsvertrag endet.

Ferner bitte ich darum, mir ein qualifiziertes Arbeitszeugnis auszustellen. Bitte schicken Sie mir das zusammen mit meinen Arbeitspapieren an die obige Adresse.

Mit freundlichen Grüßen
[Eigenhändige Unterschrift]

Download – Arbeitnehmerkündigung Vorlagen

Das obige Musterschreiben für eine Arbeitnehmerkündigung sowie weitere kostenlose Kündigungsvorlagen können Sie sich hier in Word oder als PDF herunterladen:

Kündigungsschreiben Vorlage

Word

PDF

Kündigung Arbeitsvertrag Word PDF
Kündigung in der Probezeit Word PDF
Fristlose Kündigung Arbeitnehmer Word PDF

Tipp: Bitten Sie bei Ihrer Kündigung immer um ein qualifiziertes Arbeitszeugnis! Darauf haben Arbeitnehmer nicht nur einen gesetzlichen Anspruch – sie benötigen es auch zur Bewerbung!

Kündigungsfristen

Auch Arbeitnehmer müssen bei der Kündigung laut § 622 BGB gesetzliche Kündigungsfristen einhalten. Danach beträgt die sogenannte Grundkündigungsfrist vier Wochen zum 15. oder zum Monatsende. Im Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag können jedoch längere Fristen vereinbart sein.

Kündigungsfristen Arbeitnehmer – Tabelle

Dauer der Beschäftigung Kündigungsfrist
0-6 Monate (Probezeit) 2 Wochen, täglich
ab 7 Monaten 4 Wochen zum 15. / Ende des Monats

Davon ausgenommen ist immer eine fristlose Kündigung aus wichtigem Grund. Hierbei gilt keine Kündigungsfrist. Dafür ist sie nur unter strengen Voraussetzungen möglich. Lesen Sie dazu unsere Tipps, wie Sie schneller aus dem Arbeitsvertrag kommen.

Kündigungsgespräch

Schon aus Höflichkeit und Respekt sollten Sie die Kündigung persönlich überreichen und zuerst Ihren Vorgesetzten darüber im persönlichen Gespräch informieren. Der Ton sollte dabei sachlich bleiben: Sie müssen sich weder rechtfertigen, noch entschuldigen. Verbal abrechnen, dürfen Sie mit ihm aber auch nicht! Bewahren Sie stets Haltung und bleiben Sie bei etwaigen Anschuldigungen ruhig und souverän. Sollte der Chef Sie nach den Beweggründen fragen, können Sie ausweichend antworten. Bitte keine Vorwürfe machen oder über Kollegen lästern. Erlaubt ist etwa:

  • „Ich habe meine Entscheidung unabhängig von meinem jetzigen Arbeitsumfeld getroffen. Die neue Stelle reizt mich einfach stärker und bietet interessante Herausforderungen und Perspektiven.“
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Kündigung vorbereiten: 3. Checkliste für den Abschied

Für die verbleibenden Tage im Unternehmen gilt das Motto: „Ab jetzt arbeiten Sie nicht mehr für Ihren Arbeitgeber, sondern für Ihren guten Ruf!“ Ihre Arbeit sollte auf keinen Fall nachlassen oder chaotische Baustellen hinterlassen. Damit betreiben Sie nur Selbstsabotage. Man sieht sich immer zweimal im Leben! Wenn Sie Ihre Kündigung vorbereiten, denken Sie also auch daran, den Abschied, die Übergabe und einen eventuellen Ausstand zu planen.

Als Hilfestellung zur Vorbereitung finden Sie hier eine Checkliste für den Jobwechsel mit wichtigen Fragen, damit Sie nichts vergessen:

    Organisatorische Fragen

  • Kennen Sie bereits Ihren Nachfolger?
  • Gibt es Regeln für eine geordnete Übergabe?
  • Was sollte der Nachfolger unbedingt wissen?
  • Existiert ein Ordner mit Ansprechpartnern und Passwörtern?
  • Welche Projekte können Sie noch abschließen?
  • Haben Sie eine Liste mit offenen Aufgaben?
  • Wo lauern aktuell die größten Probleme?
  • Welche Kollegen und Kunden müssen Sie informieren?
  • Wie werden die Kunden über Ihren Abschied informiert?
  • Haben Sie schon ein Abschlusszeugnis?
  • Benötigen Sie noch Referenzen oder Empfehlungsschreiben?
  • Persönliche Fragen

  • Welchen letzten Eindruck wollen Sie hinterlassen?
  • Gibt es Konflikte, die Sie noch klären sollten?
  • Gehen Sie mit sich und den Kollegen im Reinen?
  • Geben Sie die Kündigung bekannt – oder der Chef?
  • Welche Gespräche wollen Sie noch vor dem Abschied führen?
  • Mit welchen Kollegen wollen Sie Kontakt halten?
  • Haben Sie die Kontaktdaten?
  • Wie werden Sie mit Gerüchten zu Ihrer Kündigung umgehen?
  • Wie wollen Sie sich vom Team verabschieden?
  • Wie gehen Sie mit Fragen zu Ihrem neuen Job um?
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Jobwechsel gehören zum Arbeitsleben dazu

Kündigungen und Jobwechsel sind Teil im Berufsleben. Statistisch wechseln Arbeitnehmer in Deutschland 4 bis 5 Mal den Arbeitgeber. Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit liegt bei 10-11 Jahren. Eine professionelle Kündigung vorzubereiten, ist deshalb Teil Ihrer Laufbahn und begleitet Sie ein Arbeitsleben lang.

Gleichzeitig empfehlen wir: Kündigen Sie möglichst erst, wenn Sie bereits einen neuen Job gefunden und Arbeitsvertrag unterschrieben haben. Eine mündliche Jobzusage ist zwar theoretisch bindend. Im Streitfall aber steht oft Aussage gegen Aussage. Und wer den Job vorzeitig kündigt, riskiert obendrein eine 3-monatige Sperrzeit beim Arbeitslosengeld. Wäre also blöd, wenn Sie trotz guter Vorbereitung am Ende ohne Job, Gehalt und ALG dastehen.


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