Je enger der Raum, desto schneller entwickelt sich der Streit, soll Schopenhauer einmal gesagt haben. Dabei verglich er den Menschen mit Stachelschweinen, die sich umso mehr stechen, je näher sie zusammenrücken, wenn sie sich eigentlich nur wärmen wollen.
Das Bild ist gar nicht so schlecht und lässt sich anhand der Konfliktrate unter Eskimos eindrücklich belegen: Im Sommer, wenn die Jagdreviere groß sind und die Bevölkerung weit verstreut lebt, gibt es nahezu keinen Zoff bei den Inuit. Im Winter dagegen, wenn alle in ihren Siedlungen dicht an dicht beisammen hocken, schnellt die Kriminalitätsrate in die Höhe.
Natürlich gibt es Konflikte nicht nur unter Menschen. Xerxes, persischer König um 500 vor Christus, ließ einmal das Meer am Bosporus mit Eisenketten peitschen, weil es ihm zu stürmisch war. Voltaire wiederum rügte das Erdbeben in Lissabon als „unvernünftig“. Und so hadern denn auch viele andere Menschen mit ihren Schicksalen und Krankheiten, obwohl sie eigentlich genau wissen, dass man mit der Natur nicht streiten kann. Wir sind für sie kein ebenbürtiger Gegner.
Um vernünftig streiten zu können, braucht es aber nicht nur einen ebenbürtigen Gegner (An dieser Stelle sei der Verweis auf die asiatische Weisheit erlaubt, dass man ohnehin in keinen Krieg ziehen soll, den man nicht gewinnen kann.), sondern auch die Reflektion über die eigenen und dessen Gefühle. Denn die sind meistens der Auslöser für Reiberein – und auch die einzige Chance, diese wieder zu schlichten. Blockieren Gefühle den Verstand, bleibt er auch für die edelsten Argumente verschlossen.
Umgekehrt ist es so, dass Gefühle helfen, Streit zu vermeiden. Dort wo einer spürt, dass ihm der andere nicht am Zeug flicken will oder im Kern wohlwollend begegnet, dort öffnet er sich und hört bereitwilliger zu. Aristoteles war ein Vorreiter in vielen Dingen. Und auch damit hatte er recht: “Jeder kann wütend werden, das ist einfach. Aber wütend auf den Richtigen zu sein, im richtigen Maß, zur richtigen Zeit, zum richtigen Zweck und auf die richtige Art, das ist schwer.”
Leider hilft einem das überhaupt nicht, wenn vor einem Rumpelstilzchen tanzt und tobt. Noch schlimmer, falls das der eigene Vorgesetzte ist. Wie also umgehen mit notorischen Streithähnen, mit Wüterichen und einem cholerischen Anfall? Ignorieren? Zurückschreien? Lachen? Natürlich: Nichts davon würde helfen, im Gegenteil: Es macht die Sache nur noch schlimmer. Folgende zwölf Reaktionen sind da deutlich besser:
1. Kommentar
Isabell
14.07.08 um 11:35 Uhr
Das muß ich mir merken, falls ich mal wieder eine hitzige Diskussion mit meinem Chef habe. Er ist an und für sich ein netter Mensch, aber wenn er sich einmal verrennt, dann wächst kein Gras mehr. Bin leider auch ein wenig hitzig und muß mich echt beherrschen, aber werde das Ganze mal bei meinem Verlobten proben *lach
2. Kommentar
Sabine
23.06.10 um 23:04 Uhr
sorry ein paar punkte sind ok, soll mann noch um Gnade winseln?
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