Warum fragen Personaler nach Schwächen?
Die Frage nach den Schwächen im Vorstellungsgespräch zählt zu den sogenannten Stressfragen und macht viele nervös. Dahinter steckt aber kein böser Wille: Personaler fragen danach, weil Sie wissen wollen:
- Ist der Bewerber zur Selbstreflexion fähig?
- Hat sich die Kandidatin mit ihren Schwächen auseinandergesetzt?
- Kann er oder sie damit konstruktiv umgehen?
- Ist der Kandidat bereit, an sich zu arbeiten?
- Wie geht die Kandidatin mit Herausforderungen um?
- Wie reagiert der Bewerber unter Stress?
Kein Mensch hat nur Stärken. Personaler möchten mit der Frage einen Blick hinter die Fassade werfen. Bei der Frage nach den Schwächen im Vorstellungsgespräch geht es deshalb vor allem um Ihre Ehrlichkeit, Selbstreflexion und Authentizität.
Wie tarnen Personaler die Schwächen-Frage?
Weil die Frage nach den Schwächen unbeliebt ist, versuchen Personaler diese manchmal durch getarnte Formulierungen zu verschleiern – Beispiele:
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„Wie würden Sie Freunde beschreiben?“
Eine indirekte Frage nach den Schwächen erkennen Sie im Vorstellungsgespräch daran, dass Sie sagen sollen, was Freunde, Kollegen, Kunden oder Chefs an Ihnen kritisieren könnten.
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„Welche Eigenschaft würden Sie an sich ändern?“
Raffinierter und subtiler ist das Interesse an den Selbstoptimierungswünschen. Gut für Bewerber: Sie können darauf mit Schwächen und Stärken antworten.
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„Wo sehen Sie Raum für persönliches Wachstum?“
Auch hierbei wird indirekt nach Schwächen gefragt – allerdings positiv formuliert und getarnt als Wachstumspotenzial.
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„Auf einer Skala von 1 bis 10: Wie belastbar sind Sie?“
Sogenannte Skalenfragen werden von Recruitern genutzt, um Schwächen zu identifizieren. Werte unterhalb von 7 werden als Schwäche ausgelegt, über 9 wirkt die Antwort latent überheblich.
Der richtige Umgang mit Schwächen ist für Personaler ein starkes Indiz für eine reife Persönlichkeit, hohe Intelligenz und vor allem für Lernfähigkeit und Entwicklungspotenzial.
Psychologie: Warum sollte ich Schwächen nennen?
Eigene Schwächen zuzugeben, beweist nicht nur, dass Sie ein selbstreflektierter Mensch sind, der an sich arbeitet und deshalb großes Potenzial mitbringt. Gleichzeitig wirkt im Vorstellungsgespräch der sogenannte Pratfall-Effekt: Kleine Macken und Makel machen Menschen sofort nahbarer und sympathischer als eine scheinbar fehlerfreie Fassade. Laut einer Harvard-Studie geben jedoch nur 23 Prozent der Bewerber echte Schwächen zu. Gleichzeitig stellen 80 Prozent der Personaler bevorzugt ehrliche Kandidaten ein. Forscher des University College in London fanden heraus: Wer im Bewerbungsgespräch selbstkritisch bleibt, steigert die Jobchancen um das Fünffache!
Wie richtig antworten im Vorstellungsgespräch?
Lassen Sie sich im Vorstellungsgespräch von der Frage nach den Schwächen nicht einschüchtern! Mit der richtigen Strategie können Sie darauf nicht nur souverän antworten – Sie sammeln auch noch ein paar Extrapunkte. Wir empfehlen hierfür schon seit Jahren eine 3-teilige Antwort-Formel nach folgendem Muster „Schwäche – Aktion – Veränderung“:
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Situation schildern
Nennen Sie zuerst ehrlich und authentisch eine oder maximal zwei sympathische Schwächen, etwa: „Deshalb neige ich, mich vor größeren Gruppen oder in Meetings unsicher zu fühlen.“
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Gegenmaßnahme nennen
Anschließend erwähnen Sie sofort eine Aktion, mit der Sie bereits an dieser Schwäche arbeiten, zum Beispiel: „Um selbstsicherer zu werden, habe ich vor 3 Wochen einen Rednerkurs bei einem namhaften Coach belegt.“
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Entwicklung zeigen
Im dritten Schritt sollten Sie eine erste positive Veränderung nennen, die die Schwäche zu einem Erfolg macht, etwa: „Das hat bereits dazu geführt, dass ich mich häufiger zu Wort melde.“
Wichtig ist, dass Sie hierbei keine Dinge erfinden, sondern ruhig 1-2 echte Schwächen ehrlich zugeben und zeigen, dass und wie Sie damit reflektiert und konstruktiv umgehen.
5 Tipps: Wie Sie Schwächen souverän darstellen?
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Ehrlich antworten
Antworten Sie auf die Frage nach den Schwächen immer authentisch, ohne sich zugleich abzuwerten. Zeigen Sie, dass Sie sich in allen Facetten kennen und auch aufrichtig mit den negativen Seiten umgehen.
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Floskeln vermeiden
Vermeiden Sie Standardantworten vom Typ: „Meine größte Schwäche ist Schokolade.“ Ebenso tabu sind Antworten, bei denen eine Schwäche in eine Stärke umformuliert wird. Die Masche zieht bei Personalern schon lange nicht mehr.
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Relevanz beachten
Schwächen, die Sie nennen, dürfen für die angestrebte Stelle nicht relevant sein – also nicht zu den Kernkompetenzen zählen. Einen Krankenpfleger ohne Einfühlungsvermögen oder eine kommunikationsschwache Polizisten wird niemand einstellen. Killer-Schwächen dürfen Sie für den Job nicht disqualifizieren!
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Lernwille zeigen
Nennen Sie idealerweise eine Schwäche, an der Sie bereits arbeiten und versuchen, diese auszugleichen. Also zum Beispiel einen Rhetorik-Kurs, um Ihre Präsentationssicherheit zu verbessern. So stellen Sie Schwächen positiv dar und Sie beweisen gleichzeitig Lernwillen und Lernfähigkeit – eine gute Voraussetzung für persönliches Wachstum.
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Beispiele nennen
Formulieren Ihre Antworten stets selbstbewusst und konstruktiv. Was Sie sagen, sollte nie wie eine Rechtfertigung klingen. Überzeugender wird Ihre Antwort, wenn Sie diese mit Beispielen untermauern. Das erhöht überdies Ihre Glaubwürdigkeit.
Generell gilt: Nennen Sie nie mehr als maximal zwei Schwächen. Diese dürfen Sie dafür durch einschränkende Adjektive relativieren – z.B „hin und wieder“, „gelegentlich“, „vereinzelt“, „stellenweise“ oder „manchmal“. Bleiben Sie bei Ihrer Antwort aber unbedingt ernsthaft und sachlich. Humor kann zwar Vieles entschärfen, an dieser Stelle erwarten Personaler aber eine solide Auseinandersetzung mit sich selbst.
Achtung: Diese Floskeln und Schwächen nicht nennen!
Die folgenden Antworten sollten Sie im Bewerbungsgespräch nicht nennen. Auf sie reagieren Personaler inzwischen genauso verschnupft wie Schleimhäute auf Grippeviren:
- „Ich habe keine nennenswerten Schwächen.“
Jeder Mensch hat Defizite. Eine solche Antwort wirkt daher unglaubwürdig bis arrogant. - „Ich bin ein Workaholic.“
Klingt nach Einsatzwille, zeigt aber jemanden, der bald schon ausbrennen wird. - „Ich bin zu perfektionistisch.“
Erstens abgedroschen; zweitens steckt dahinter oft ein Arbeitnehmer, der Fristen verpasst. - „Ich bin ungeduldig.“
Was nach Ehrgeiz klingen soll, verrät oft Kollegen mit hohem Konfliktpotenzial. - „Dazu fällt mir nichts ein.“
Die Antwort offenbart entweder schlechte Vorbereitung oder mangelhafte Selbstkritik.
Sympathische Schwächen – Beispiele im Vorstellungsgespräch
Sympathische Schwächen sind kleine Unzulänglichkeiten, die Sie menschlicher wirken lassen und mit denen Sie – nachvollziehbar – eine persönliche Entwicklung aufzeigen können. Für die angestrebte Position dürfen diese Defizite jedoch nie relevant sein oder Ihre beruflichen Leistungen beeinträchtigen.
Im Folgenden finden Sie einige Beispiele für gute Schwächen und Formulierungen im Bewerbungsgespräch. Besonders überzeugend wirken Sie, wenn Sie Ihre Schwächen ehrlich benennen, konkret einordnen und zeigen, wie Sie aktiv daran arbeiten. Entscheidend ist nicht die Schwäche selbst, sondern Ihr Umgang damit!
Beispiele für gute Schwächen und Antworten im Interview
- Ausführliche Antwort: „Eine meiner Schwächen ist, dass ich manchmal zu direkt bin. Kollegen schätzen zwar meine Ehrlichkeit, mir fehlt es aber zuweilen noch an der richtigen, dosierten Diplomatie. Deshalb arbeite ich bewusst daran, meine Einschätzungen und Wortwahl sensibler zu formulieren, ohne an Klarheit zu verlieren.“
- Ausführliche Antwort: „Vor größerem Publikum oder in Meetings zu sprechen, fällt mir nicht leicht. Präsentationen haben mich früher spürbar nervös gemacht. Deshalb habe ich begonnen, bewusst in kleineren Runden zu präsentieren und gezielt an meiner Redetechnik und Rhetorik zu arbeiten. Dadurch bin ich schon deutlich selbstsicherer geworden und merke, dass mir Auftritte zunehmend leichter fallen.“
- Ausführliche Antwort: „Es gibt Situationen, in denen mir die Konzentration schwerfällt – vor allem bei längeren Aufgaben ohne klare Struktur. Das hat dazu geführt, dass ich vereinzelt unter Zeitdruck geraten bin. Inzwischen arbeite ich mit festen Zeitblöcken, etwa der Pomodoro-Methode, und priorisiere Aufgaben klarer – das hilft mir, fokussierter und zuverlässiger zu arbeiten.“
- Ausführliche Antwort: „Ich neige dazu, mich intensiv mit zu vielen Details zu beschäftigen. In einem Projekt hat das mal dazu geführt, dass ich den Terminplan aus dem Blick verloren habe. Seitdem arbeite ich mit klaren Meilensteinen, Listen und regelmäßigen Zwischenchecks, um den Überblick zu behalten. Das hat sich in den letzten Projekten sehr bewährt.“
- Ausführliche Antwort: „Ich stelle hohe Ansprüche an meine eigene Arbeit. Das ist oft hilfreich, kann aber dazu führen, dass ich mich zu lange mit Verbesserungen aufhalte. Inzwischen arbeite ich stärker mit klaren Zieldefinitionen und dem Pareto-Prinzip, um den Fokus auf das Wesentliche zu legen und effizientere Ergebnisse zu erzielen.“
- Ausführliche Antwort: „Ich tendiere dazu, sehr ambitionierte Ideen zu entwickeln. Das fördert meine Kreativität, ist aber nicht immer realistisch und kann manche Kollegen schon mal überfordern. Deshalb prüfe ich meine Konzepte heute strukturierter und passe sie gemeinsam mit dem Team an. Seitdem kommen meine teils ungewöhnlichen Ideen in unseren Brainstormings deutlich besser an und bieten einen echten Mehrwert.“
- Ausführliche Antwort: „Es fällt mir mitunter schwer, meine Meinung in einer großen Runde nachhaltig zu vertreten. Obwohl ich überzeugt bin, schließe ich mich schnell der Mehrheit an. Deshalb suche ich mir heute im Vorfeld Kollegen, die ich im 4-Augen-Gespräch überzeugen kann und die mich später unterstützen. So bin ich auch sicherer, ob ich wirklich richtig liege.“
- Ausführliche Antwort: „Ich muss zugeben, dass ich noch nicht in allen relevanten Themenfeldern gleich erfahren und versiert bin. In einem speziellen Bereich muss ich mir das nötige Wissen noch erarbeiten. Dafür investiere ich aber bereits gezielt Zeit in eine Weiterbildung und suche aktiv den Austausch mit erfahrenen Kolleginnen und Kollegen, um mich fachlich weiterzuentwickeln.“
- Ausführliche Antwort: „Gerade bei vielen parallelen Aufgaben fällt es mir gelegentlich schwer, Prioritäten richtig zu setzen. Das hat mich früher unter enormen Zeitdruck gebracht. Inzwischen arbeite ich aber mit klaren To-do-Listen und festen Kriterien bei der Priorisierung, wodurch meine Arbeitsorganisation deutlich effektiver geworden ist.“
- Ausführliche Antwort: „Manchmal fehlen mir noch die englischen Fachvokabeln. Vor allem beim Business-Englisch habe ich noch ein paar Lücken. Damit meine Fremdsprachenkenntnisse jedoch besser werden, habe ich zusammen mit ein paar Freunden eine Gruppe gegründet, in der wir uns einmal pro Woche treffen, um nur Englisch zu sprechen und zu trainieren.“
- Ausführliche Antwort: „Es fällt mir nicht immer leicht, Aufgaben zu delegieren, weil mir die Qualität der Ergebnisse sehr wichtig ist. Gleichzeitig habe ich gelernt, dass es ohne Vertrauen im Team nicht geht. Bei einem letzten Projekt habe ich als Teamleiterin bewusst Aufgaben nach den Stärken der Kollegen verteilt – mit dem Effekt, dass das Resultat besser und schneller war, als wenn ich alles selbst übernommen hätte.“
- Ausführliche Antwort: „Ich helfe anderen sehr gerne und sage daher nicht immer sofort Nein. Das hat jedoch in der Vergangenheit dazu geführt, dass ich mich zeitweise übernommen habe. Heute arbeite ich daran, meine Grenzen klarer zu kommunizieren und meine Kapazitäten realistisch einzuschätzen. Das gelingt mir zunehmend besser, auch wenn es weiterhin Übung erfordert.“
- Ausführliche Antwort: „In neuen Teams bin ich anfangs eher zurückhaltend bis introvertiert. Auch in meiner vergangenen Position hat es etwas gedauert, bis ich mich wirklich sicher gefühlt habe. Inzwischen gehe ich bewusster auf Kolleginnen und Kollegen zu, nutze gemeinsame Pausen oder informelle Treffen – und merke, dass mir das hilft, schneller anzukommen.“
- Ausführliche Antwort: „Ich bin ein eher introvertierter Mensch und brauche gelegentlich Phasen der Ruhe für mich, um leistungsfähig zu bleiben. Das wurde früher auch schon mal als Zurückhaltung oder Arroganz missverstanden. Heute kommuniziere ich meine Intraversion offener und gehe damit bewusster auf Kolleginnen und Kollegen zu, während ich gleichzeitig auf einen gesunden Ausgleich achte.“
- Ausführliche Antwort: „Eine starke Geräuschkulisse wie im Großraumbüro macht mir häufig Probleme. Ich kann mich dann nur schlecht konzentrieren und bin leicht abzulenken. Deshalb habe ich mir kürzlich Gegenschall-Kopfhörer gekauft. Den Tipp gab mir eine Kollegin. Damit habe ich das Problem praktisch im Griff.“
„Ich bin bisweilen zu direkt.“
„Ich spreche ungern vor Gruppen.“
„Ich bin manchmal unkonzentriert.“
„Ich verliere mich teils in Details.“
„Ich bin mitunter zu selbstkritisch.“
„Ich denke oft zu groß.“
„Ich habe Schwierigkeiten, mich durchzusetzen.“
„Ich habe noch begrenzte Erfahrungen.“
„Ich habe manchmal Schwierigkeiten beim Priorisieren.“
„Mein Englisch ist nicht gut genug.“
„Ich kann Aufgaben nur schwer abgeben.“
„Ich kann nur schwer Nein sagen.“
„Ich brauche Zeit, um mich in neue Teams einzufinden.“
„Ich bin von sozialen Kontakten schnell erschöpft.“
„Ich habe Probleme im Großraumbüro.“
Liste mit allgemeinen, sympathischen Schwächen
Die folgende Liste zeigt weitere, meist harmlose Schwächen, die Sie im Vorstellungsgespräch nennen können. Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass diese Defizite nach unreflektierten Standardantworten klingen. Besser ist immer eine nicht jobkritische Schwäche, die Sie dafür ausführlicher beschreiben:
- Defizite in Rechtschreibung oder Grammatik
- Rudimentäre Fremdsprachenkenntnisse
- Schwächen in Mathematik oder Kopfrechnen
- Schlechter Orientierungssinn
- Lückenhaftes Namengedächtnis
- Schlechte rhetorische Fähigkeiten
- Wenige Erfahrungen mit bestimmter Software
- Eingeschränkte Kreativität
- Nur grobmotorische Fähigkeiten
- Hohe Lärmempfindlichkeit
- Manchmal zögerlich oder unentschlossen
- Gelegentlich zu skeptisch
Die wichtigsten Regeln im Umgang mit Schwächen im Interview
Die Schwächen-Frage ist zwar unbeliebt und macht so manche Bewerber nervös. Muss sie aber nicht! Schon alleine dadurch, dass Sie sich auf das Vorstellungsgespräch vorbereiten und mit der angestrebten Stelle auseinandersetzen, gibt Ihnen mehr Sicherheit. Darüber hinaus sollten Sie folgende Grundregeln im Umgang mit den eigenen Schwächen beachten:
Richtig: Souverän mit Schwächen umgehen
- Ehrlichkeit: Benennen Sie eine echte Schwäche, ohne sich selbst abzuwerten oder unnötig schlecht zu machen.
- Authentizität: Antworten Sie nur mit Defiziten, die wirklich auf Sie zutreffen – Glaubwürdigkeit ist entscheidend.
- Relevanz: Achten Sie darauf, keine Schwäche zu nennen, die eine zentrale Kernkompetenz der Position betrifft.
- Selbstreflexion: Machen Sie deutlich, dass Sie sich Ihrer Schwächen bewusst sind und aktiv daran arbeiten.
- Beispiele: Beschreiben Sie aufrichtig eine Situation, in der Sie Ihre Schwäche bereits als solche erkannt haben.
- Lösungsorientierung: Erklären Sie konkret, welche Maßnahmen Sie ergreifen (z.B. Kurse, Methoden), um sich zu verbessern.
- Selbstbewusstsein: Antworten Sie stets ruhig, klar und sachlich – auch bei unangenehmen Fragen im Vorstellungsgespräch.
Falsch: Diese Fehler vermeiden
- Floskeln: Geben Sie keine auswendig gelernten Standardantworten oder Floskeln, die Stärken als Schwächen tarnen.
- Jobkiller: Nennen Sie keine jobkritischen Schwächen, wie fehlende Empathie in sozialen Berufen oder als Führungskraft.
- Bezug: Beschreiben Sie auch keine berufsfremden Schwächen. Aussagen wie: „Ich mag kein Abspülen“ sind tabu.
- Abwertung: Machen Sie sich nicht klein. Eine Schwäche zuzugeben, bedeutet nicht, dass Sie sich dabei abwerten müssen.
- Humor: Humor ist zwar erlaubt. Vermeintlich lustige Antworten wie „Schokolade“ untergraben aber Ihre Ernsthaftigkeit.
- Verleugnung: Sagen Sie nicht, Sie hätten keine Schwächen: Das wirkt unehrlich und zeugt von fehlender Selbstreflexion.
Es ist überhaupt nicht schlimm, wenn Ihnen auf Anhieb keine guten Schwächen einfallen. Zwar sollten Sie diese typische Frage im Vorstellungsgespräch immer vorbereiten. Im Zweifel dürfen Sie aber genauso um kurze Bedenkzeit bitten und einen Moment nachdenken. Problematisch wird das erst, wenn Sie vorgeben keine Schwächen zu haben oder eine berufliche Schwäche erfinden.
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Wie kann ich mich auf die Frage nach den Schwächen vorbereiten?
Nicht jeder Bewerber findet auf Anhieb passende Schwächen, die er oder sie im Vorstellungsgespräch nennen kann. Unsere Empfehlung ist, sich hierfür im Vorfeld eine Art Stärken-Schwächen-Liste anzulegen. Fragen Sie zum Beispiel zuerst Freunde, Familie und Bekannte, welche Stärken und Schwächen diese bei Ihnen erkennen.
Zusätzlich können Sie bisherige Jobs und Projekte reflektieren und sich fragen: Welche Aufgaben fielen mir besonders schwer? Wobei komme ich regelmäßig an Grenzen? Welche Aufgaben schiebe ich gerne auf Wo sehe ich Entwicklungsfelder? Bleiben Sie dabei unbedingt ehrlich und selbstkritisch.
Vergleichen Sie schließlich Ihre Schwächen mit den Anforderungen in der Stellenausschreibung. Fähigkeiten und Kompetenzen, die zu den sogenannten Muss-Anforderungen der Stelle gehören, sollten Sie auf keinen Fall als Schwäche nennen! Wählen Sie nur irrelevante Mängel und Macken aus und überlegen Sie, wie Sie diese positiv darstellen und konstruktiv bzw. lösungsorientiert formulieren können.
Stärken und Schwächen Liste (PDF)
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Häufige Fragen zu den Vorstellungsgespräch Schwächen
Nennen Sie im Vorstellungsgespräch nur Schwächen, die für den angestrebten Job unwichtig sind. Zudem sollten die Defizite nicht unsympathisch sein. Allzu negative Eigenschaften können die Jobchancen reduzieren. Gut sind stattdessen sympathische Schwächen, an denen Sie zugleich aktiv arbeiten.
Bei der Frage nach den Schwächen im Vorstellungsgespräch wollen Personaler keine Liste hören, sondern nur dass der oder die Bewerberin offen, reflektiert und ehrlich damit umgeht. Es reicht also, wenn Sie eine, maximal zwei Schwächen kurz nennen und beschreiben, was Sie dagegen unternehmen.
Schwächen im Vorstellungsgespräch formulieren Sie am besten in drei Schritten:
1. Beschreiben Sie kurz die Schwäche mit einem Beispiel.
2. Nennen Sie eine konkrete Lösung, wie Sie an der Schwäche arbeiten.
3. Referieren Sie noch kurz eine erste positive Entwicklung durch Ihre Arbeit an der Schwäche.
Ebenso dürfen Sie die Schwächen durch Formulierungen wie „manchmal“ oder „hin und wieder“ abschwächen.
Sie dürfen zu jedem Zeitpunkt im Bewerbungsgespräch um kurze Bedenkzeit bitten. Gerade bei der Frage nach den Schwächen kann das Ihre Ernsthaftigkeit und Ehrlichkeit unterstreichen. Nur eins sollten Sie nicht tun: Nichts dazu sagen oder behaupten, keine Schwäche zu haben. Kein Mensch ist perfekt!
Sobald Reflexion und Lernwille in Ihrer Antwort erkennbar werden, klingen viele Schwächen gar nicht danach, sondern sympathisch. Entscheidend ist gar nicht mal die Schwäche selbst, sondern wie Sie diese nennen und wie selbstbewusst Sie damit umgehen.
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