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Gehört Ihr Smartphone zu Ihren ständigen Begleitern? Manch einer schafft es kaum, das Telefon noch aus der Hand zu legen und wer das Haus verlässt, prüft, ob er die drei wichtigsten Dinge dabei hat: Schlüssel, Geldbörse, Smartphone. Haben Sie sich auch schon dabei erwischt, wie Sie panisch Ihre Taschen abklopfen, weil Sie dachten, Sie hätten das Smartphone vergessen? Bei einer solch dauerhaften Benutzung sollten eigentlich auch die wichtigsten Regeln bekannt sein. Eigentlich. Denn obwohl es sich um Selbstverständlichkeiten handelt, wird die Smartphone-Etikette immer wieder ignoriert. In unserem Smartphone-Knigge haben wir für Sie noch einmal die wichtigsten Verhaltensregeln für Ihr Handy zusammengefasst...

Smartphone-Knigge: Kennen Sie Phubbing?

Haben Sie schon einmal den Begriff Phubbing gehört? Er setzt sich aus den beiden englischen Wörtern phone und snubbing zusammen, was so viel bedeutet wie jemanden mit dem Handy "vor den Kopf stoßen".

Das Besondere am Begriff des Phubbings ist allerdings: Er ist eine Hoax - eine Falschmeldung. Die Werbeagentur McCann Erickson erfand den Begriff seinerzeit für einen Kunden, um so eine virale Kampagne zu starten. Durchaus erfolgreich übrigens - es wurde viel über den neuen Negativtrend des Phubbing berichtet. Doch erfundener Begriff hin oder her: Phubbing ist durchaus Realität.

Es gehört zu jenen modernen Smartphone-Unsitten, die unsere Mitmenschen in den Wahnsinn treiben können und hat jetzt zumindest einen Namen. Besonders schlimm: Jeder ist schon einmal einem Phubber begegnet - oder hat schon einmal jemand anderen gephubbt: E-Mails beantworten, Fotos hochladen, Nachrichten schreiben oder die neuesten Facebook Updates kontrollieren - gerade dann, wenn wir eigentlich mit einem Kollegen zusammen essen oder uns mit der guten Freundin unterhalten wollen, zücken die Leute ihr Smartphone.

Phubbing kennen wohl auch die meisten Redner: In fast jedem Vortrag wird inzwischen mehr getwittert, gefacebookt oder gesimst, statt dem Redner zuzusehen. Getreu dem Motto: "Hoffentlich sagt er gleich etwas Gutes" wird nur auf den nächsten twitterbaren Satz gewartet, das Smartphone schon im Anschlag, den Hashtag voreingestellt.

Phubbing ist nicht nur unhöflich, sondern auch ein Zeichen von mangelndem Respekt. Man könnte dem Gesprächspartner auch ins Gesicht sagen: Mein Smartphone ist gerade interessanter.

Smartphone-Knigge: Etikette fürs Handy

rangizzz/shutterstock.comDurch die dauerhafte Benutzung sollten auch die wichtigsten Grundregeln bekannt sein. Doch immer wieder ertappen wir andere - oder auch uns selbst - dabei, ein Fettnäpfchen nach dem anderen zu betreten. Meistens geschieht das nicht aus böser Absicht, sondern aus Achtlosigkeit. Aus Routine wird nicht mehr nachgedacht und schon ist der Fehler passiert. Dabei sollte die Etikette fürs Handy eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Da das aber zu häufig misslingt, haben wir in unserem Smartphone-Knigge noch einmal die wichtigsten Regeln für Sie zusammengefasst.

  1. Melden Sie sich mit Ihrem Namen

    Jeder kennt die Situation: Sie wählen eine Nummer, es klingelt und dann kommt vom anderen Ende der Leitung nur ein kurzes: "Ja?" Das wirkt nicht nur unfreundlich, sondern birgt auch Gefahr für Missverständnisse. Vielleicht hat man sich verwählt und weiß nicht, dass man einen falschen Gesprächspartner am Telefon hat. Darum gilt: Melden Sie sich am besten mit Ihrem vollen Namen. Der Vorname allein wirkt im beruflichen Kontext zu vertraut, nur den Nachnamen zu verwenden, wirkt kurz angebunden und wenig einladend.

  2. Suchen Sie Ihren Klingelton mit Bedacht aus

    Bei der Auswahl Ihres Klingeltons sollten Sie immer daran denken, dass auch Ihr Umfeld in den Genuss kommen wird, diesen zu hören. Gerade im Beruf kann es von Vorteil sein, einen klassischeren Klingelton zu wählen. Ihnen mag die neueste Schlagermusik gefallen, aber was wird wohl Ihr Geschäftspartner denken, wenn er diesen Ton aus Ihrer Tasche hört? Dabei gilt: Wenn Sie das Gefühl haben, Ihren Klingelton in der Öffentlichkeit verstecken zu müssen, sollten Sie ihn lieber ändern.

  3. Legen Sie Ihr Handy nicht auf den Tisch

    Wenn Sie sich mit jemandem treffen, hat Ihr Handy auf dem Tisch nichts zu suchen. Mit dieser Geste zeigen Sie, dass Sie nur darauf warten, bis endlich der erlösende Anruf kommt und Sie sich etwas anderem widmen können. Selbst wenn Sie sich dem Gespräch zuwenden und nicht ans Telefon gehen, wenn es klingelt, lenkt es doch ab. Und es bleibt die Frage: Warum legen Sie es auf den Tisch, wenn Sie ohnehin nicht telefonieren wollen?

  4. Nutzen Sie die Stummtaste Ihres Smartphones

    Es gibt einige Situationen, in denen Ihr Smartphone nicht klingeln sollte: Ein wichtiges Meeting mit dem Kunden, ein Vorstellungsgespräch oder auch der Vortrag eines Redners auf einem Event. Auch wenn es absolut selbstverständlich sein sollte, passiert es immer wieder. Erinnern Sie sich darum regelmäßig daran, Ihr Handy auf lautlos zu stellen. Das erspart Ihrem Umfeld den Ärger und Ihnen die peinlich berührten Blicke der anderen, wenn Sie hektisch in Ihrer Tasche wühlen, um das Smartphone auszuschalten.

  5. Sagen Sie Bescheid, wenn Sie den Lautsprecher benutzen

    Bei einem Telefonat ist das Gesagte in der Regel nur für die Ohren des direkten Gesprächspartners gedacht - und so wird es auch formuliert. Verzichten Sie also darauf, ohne Vorwarnung den Lautsprecher einzuschalten. In einem solchen Fall ist das Unheil ansonsten schon programmiert. Ein unbedachtes Wort, das an die falschen Ohren gelangt und schon ist Streit im Anmarsch. Halten Sie sich vor Augen, dass Sie es auch nicht gutheißen würden, wenn Ihre Gespräche vor großem Publikum stattfinden würden.

  6. Fassen Sie sich auf dem Anrufbeantworter kurz

    Sie haben Ihren Gesprächspartner nicht erreicht, wollen aber eine Nachricht hinterlassen? Grundsätzlich eine gute Idee, wenn Sie es richtig machen. Eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter sollte den Grund Ihres Anrufs kurz zusammenfassen. Soll heißen: Wer sind Sie, warum haben Sie angerufen und unter welcher Nummer können Sie zurückgerufen werden? Denken Sie auch daran, Ihre Telefonnummer langsam durchzugeben und eventuell zu wiederholen. So kommt diese sicher fehlerfrei bei Ihrem Gegenüber an.

[Bildnachweis: Paul Vasarhelyi, rangizzz by Shutterstock.com]