Konfliktpotenzial: Konflikte erkennen und auflösen

Grund für häufige Auseinandersetzungen im Job ist das enorme Konfliktpotenzial. Es gibt viele Reibungspunkte, die sich in der Zusammenarbeit immer weiter hochschaukeln, bis früher oder später Konflikte ausbrechen. Doch wenn Sie die häufigsten Krisenherde kennen, können Sie versuchen, diese zu umgehen. Sie haben die Möglichkeit zu deeskalieren, bevor die Konflikte zu größeren Problemen im Team führen. Welche Bereiche besonders viel Zündstoff bieten und wie Sie potenziell schwierige Situationen entschärfen…

Konfliktpotenzial: Konflikte erkennen und auflösen

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Warum ist das Konfliktpotenzial im Job so hoch?

Job und Arbeitsplatz scheinen eine wahre Brutstätte für Konflikte und Auseinandersetzungen zu sein, mal kleinere, mal größere. Aber warum ausgerechnet im Job? Schuld ist das hohe Konfliktpotenzial, also die Wahrscheinlichkeit, dass es zu Streitigkeiten kommt. Gleich mehrere Faktoren spielen am Arbeitsplatz eine Rolle und führen in Kombination zu vielen Auseinandersetzungen:

Unterschiedliche Standpunkte und Ansichten

Bei der Zusammensetzung von Teams werden immer viele verschiedene Persönlichkeiten und Ansichten in einen Topf geworfen. Solche Unterschiede können ein Vorteil sein, wenn beispielsweise unterschiedliche Meinungen genutzt werden, um gemeinsam das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Sie erhöhen aber gleichzeitig das Konfliktpotenzial: Verschiedene Standpunkte führen zu Reibungen, wenn Argumente aufeinanderprallen und die Beteiligten zu keiner Einigung kommen.

Anhaltender Stress und großer Druck

Selbst wenn die Arbeit Spaß macht, ist sie häufig auch mit einem gewissen Druck und teilweise großem Stress verbunden. Einzuhaltende Deadlines, Kunden mit hohen Erwartungen und ein fordernder Chef führen zu einem angespannten Arbeitsklima und hohem Konfliktpotenzial. Dann reicht schon ein falsches Wort, das als Funke zur Explosion dient.

Konkurrenzdenken und gleiche Ziele

Am Arbeitsplatz finden sich immer Kollegen, mit denen Sie in direkter Konkurrenz stehen. Das allein birgt schon ein gewisses Konfliktpotenzial, schließlich wollen beide Seiten das Gleiche: Eine Beförderung, mehr Verantwortung, ein höheres Gehalt oder die Verantwortung für das nächste große Projekt. In der Regel kann es aber nur einer bekommen, was zu noch mehr Neid oder im schlimmsten Fall Antipathie führen kann.

Viel miteinander verbrachte Zeit

Konfliktpotenzial am Arbeitsplatz birgt auch die Enge: Wer eine Menge Zeit miteinander verbringt, gerät fast zwangsläufig irgendwann in Streit miteinander. Den ganzen Tag aufeinanderzusitzen und keine Rückzugsmöglichkeiten zu haben, bringt die Gefahr mit, dass Sie sich gegenseitig auf den Wecker gehen und in der Folge aneinandergeraten.

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Konfliktpotenzial gefährdet Teams und Unternehmen

Sich ständig mit dem Ärger im Job auseinandersetzen zu müssen und Konflikte im Hinterkopf zu haben, ist anstrengend. Darüber hinaus sorgt das Konfliktpotenzial für weitere Probleme, die Sie persönlich, das Team und letztlich auch das Unternehmen belasten können. Besonders leiden Motivation und Zufriedenheit. Dauerhafte Konflikte mit den Kollegen, Meinungsverschiedenheiten bei jeder Kleinigkeit und tägliche Auseinandersetzungen sorgen dafür, dass die Arbeit eher zur Nebensache wird – von Spaß an der eigenen Tätigkeit ganz zu schweigen.

Wer sich innerlich bereits auf einen Arbeitstag voller unerfreulicher Diskussionen vorbereitet, wird sich nicht mit Motivation seinen Aufgaben widmen, sondern nur hoffen, dass die Zeit schnell vorbei geht und er schnell wieder in den Feierabend entschwinden kann. Was für Sie bleibt, sind mindestens acht Stunden, durch die Sie sich quälen müssen.

Erschwerend kommt hinzu, dass sich ein solch vergiftetes Arbeitsklima durchs gesamte Team zieht. Es brechen immer mehr Konflikte aus, es bilden sich unterschiedliche Gruppen und am Ende arbeiten die Beteiligten mehr gegen- als miteinander. Spätestens an diesem Punkt wird das Konfliktpotenzial im Job auch für Arbeitgeber gefährlich. Denn mit abnehmender Motivation sinken die Leistungen der Mitarbeiter. Sie bemühen sich nicht mehr so sehr und durch die geringe Zufriedenheit mit der Stelle ist es ihnen zunehmend egal, ob sie die Erwartungen noch erfüllen. Dies kann sich schließlich in nachlassender Loyalität und einer erhöhten Fluktuation äußern.

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Konfliktpotenzial: Wo kracht es besonders oft?

Sie werden das Konfliktpotenzial in Ihrem Job nicht vollkommen aufheben können. Früher oder später werden Sie mit einem Kollegen – oder diese untereinander – in Streit geraten. Oder Sie sind sich darin einig, dass Sie unterschiedliche Meinungen vertreten und keinen Kompromiss finden können. Das gehört zum Berufsleben dazu und mit solch kleineren Diskussionen oder Auseinandersetzungen müssen Sie im Zweifelsfall leben. Wer andererseits die größten Konfliktpotenziale realisiert, kann entsprechend darauf reagieren. Sie können dann mit ein wenig mehr Fingerspitzengefühl vorgehen und Konflikte noch vermeiden oder zumindest abschwächen. In den folgenden Bereichen kracht es im Job besonders oft:

Verantwortungen

Wer übernimmt welche Aufgaben? Wer darf sich um die wichtigen Dinge kümmern und das erledigen, was alle gerne machen würden und für wen bleiben die eher unliebsamen Aufgaben übrig? Und natürlich auch geht es auch darum, welcher Kollege am Ende die Lorbeeren erntet, weil er mehr Verantwortung als andere getragen hat. Geht es an die Verteilung von Arbeit und Verantwortung, gibt es im Büro regelmäßig Säbelrasseln. Schließlich möchte sich auch jeder präsentieren, um die eigene Karriere zu fördern.

Ordnung

Am Arbeitsplatz zeigt sich, wie unterschiedlich das Verständnis von Ordnung doch sein kann. Was für den einen noch vollkommen akzeptabel ist, bringt den anderen bereits an den Rand der Verzweiflung. Der Grat zwischen kreativem Chaos und totaler Verwüstung ist dabei recht schmal. Großes Konfliktpotenzial gibt es hier vor allem deshalb, weil im Büro so eng zusammengearbeitet wird und sich nicht selten sogar ein großer gemeinsamer Schreibtisch geteilt wird. Treffen hier unterschiedliche Ordnungspersönlichkeiten aufeinander, ist Streit programmiert.

Pünktlichkeit

Egal, ob es um das morgendliche Erscheinen im Büro, den Zeitpunkt des Feierabends oder um die Einhaltung von Deadlines geht – Pünktlichkeit sollte im Job eine Selbstverständlichkeit sein, schon aus Respekt den anderen gegenüber. Doch zeigt sich immer wieder, dass sie es nicht ist. Manche halten eine Viertelstunde Verspätung für normal und andere legen Wert auf jede einzelne Minute. Klar, dass es kracht, wenn im Job ein pünktlicher Mensch auf einen unpünktlichen trifft und auch noch mit diesem zusammenarbeiten muss.

Meetings

Im Meeting herrscht entweder gähnende Langeweile oder es geht heiß her. Ist letzteres der Fall, gibt es dabei auch ein großes Konfliktpotenzial, da der Meetingraum gerne als regelrechtes Schlachtfeld genutzt wird. Hier wird der angestaute Frust aus anderen Bereichen des Jobs raus gelassen und all die Kritik, die man sich bisher verkniffen hat, bahnt sich einen Weg nach draußen, während der Kollege, den man noch nie leiden konnte, seine fehlerhafte Idee präsentiert.

Hilfsbereitschaft

Im besten Fall sollte es am Arbeitsplatz Hand in Hand gehen, wobei jeder gleichermaßen hilfsbereit ist und sich gegenseitig unterstützt. Leider ist dies teilweise ein frommer Wunsch, da einige Kollegen zwar gerne von der Hilfsbereitschaft profitieren, ihrerseits aber keinen Finger krumm machen, wenn andere Hilfe benötigen. Da sich niemand ausnutzen lassen möchte, kommt es an dieser Stelle nicht selten zum Streit.

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4 Tipps, wie Sie mit Konfliktpotenzial umgehen

Trotz Konfliktpotenzial muss es nicht immer zum Streit kommen. Dies gilt umso mehr, wenn Sie wissen, an welchen Reibungspunkten es zu Auseinandersetzungen kommen könnte. Mit Empathie, Rücksicht und vor allem dem Wunsch, einen möglichen Konflikt zu deeskalieren, lässt sich eine Menge Ärger vermeiden. Mit den folgenden Tipps können Sie verhindern, dass aus dem Konfliktpotenzial Streit ausbricht:

  • Suchen Sie nach Gemeinsamkeiten
    Wenn Sie sich auf Unterschiede konzentrieren, ist es nur eine Frage der Zeit, bis letztlich ein Konflikt ausbricht. Nicht ohne Grund umgeben wir uns gerne mit Menschen, die uns ähnlich sind, gleiche Sichtweisen und Einstellungen haben. Wenn ohnehin Konfliktpotenzial besteht, sollten Sie sich deshalb darauf besinnen, was Sie mit dem anderen verbindet. Schon ein paar Gemeinsamkeiten helfen, Streit zu verhindern und besser miteinander auszukommen.
  • Gehen Sie Kompromisse ein
    Konfliktpotenzial lässt sich am besten aus der Welt schaffen, wenn beide Seiten bereit sind, aufeinander zuzugehen und die gemeinsame Lösung suchen. Das bedeutet, dass Sie kompromissbereit sein müssen. Einlenken nur vom Gegenüber zu erwarten, ist nicht nur unfair, sondern auch unrealistisch. Erkennen Sie an, dass Sie nicht immer recht haben. Versuchen Sie offen für andere Meinungen und Herangehensweisen zu bleiben. Kaum etwas lässt einen sich anbahnenden Konflikt so schnell verschwinden, wie eingestandene Fehler.
  • Sprechen Sie miteinander
    Die Kommunikation ist bei jedem Konfliktpotenzial entscheidend. Nur so können Sie überhaupt etwas tun, um die Situation zu verbessern und unterschwellige Probleme zu lösen. Das mag Überwindung kosten, doch zeigen Sie Größe, wenn Sie das Gespräch suchen. Achten Sie dabei auf die richtige Atmosphäre und Ihre Wortwahl. Anschuldigungen oder Anfeindungen lassen das Konfliktpotenzial nur eskalieren.
  • Klären Sie die Erwartungen
    Häufig lässt sich Konfliktpotenzial reduzieren und ein drohender Streit verhindern, wenn die Erwartungen für alle geklärt und eindeutig sind. Das lässt keinen Raum für Missverständnisse oder böse Überraschungen. Geht es beispielsweise um Pünktlichkeit, sollten Sie betonen, wie wichtig die Einhaltung der Zeiten ist und dies begründen. Es kann hilfreich sein, Absprachen schriftlich – beispielsweise per Mail – festzuhalten. Fassen Sie noch einmal kurz zusammen, was Sie mitgenommen haben und welche Erwartungen Sie mitbringen.

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[Bildnachweis: FGC by Shutterstock.com]
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25. Februar 2021 Nils Warkentin Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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