Haben Sie auch schon davon geträumt, sich selbstständig zu machen? Dann befinden Sie sich in guter Gesellschaft: Viele Arbeitnehmer finden den Gedanken an freie Zeiteinteilung, selbstbestimmte Arbeitsweise und die freie Wahl der Aufgaben reizvoll. Zugleich ist jedem klar, dass Selbstständigkeit nicht nur aus Vorteilen besteht und gegenüber der abhängigen Beschäftigung auch viele Risiken birgt. Dabei müssen sich Selbstständigkeit und Festanstellung gar nicht ausschließen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie beides kombinieren können und so zum angestellten Unternehmer werden...

So kombinieren Sie Festanstellung und Selbstständigkeit

Eine solche Kombination ist natürlich nicht zum Nulltarif zu haben, Sie werden schon mehr Arbeit investieren müssen, als bei einer reinen Festanstellung. Gleichzeitig können Sie nicht ganz so selbstbestimmt und flexibel arbeiten, wie es bei einer klassischen Selbstständigkeit der Fall wäre.

Das Modell des angestellten Unternehmers ist daher immer ein Kompromiss. Dieser bietet Ihnen jedoch viele Vorteile:

  • Die Sicherheit, dass Ihre Grundbedürfnisse - Miete, Kranken- und Rentenversicherung und ähnliches - auf jeden Fall durch Ihr Gehalt gedeckt sind. Bei einer reinen Selbstständigkeit ist das nicht so einfach.
  • Die Flexibilität, vieles auch von zu Hause aus oder - ganz klischeehaft - im Café erledigen zu können.
  • Trotz der selbstbestimmten Arbeit haben Sie nach wie vor ein Team und regelmäßigen Kontakt mit Kollegen. So mancher Selbstständige wird Sie darum beneiden, denn ständig alleine zu arbeiten, ist nicht jedermanns Sache.
  • Abwechslungsreiche und vielfältige Aufgaben und Projekte, die Sie in einem Unternehmen oft nicht finden würden.
  • Ein Einkommen, dass zu einem guten Teil direkt von Ihrer Leistung abhängt. Mehr Engagement lohnt sich daher spür- und sichtbar für Sie.
  • Die Freiheit, Kunden und Projekte ablehnen zu können, da Sie nicht auf das Honorar angewiesen sind.

Angestellter Unternehmer: Ist das was für mich?

Vielleicht fragen Sie sich jetzt, ob die Arbeit als angestellter Unternehmer für Sie eine realistische Option darstellt. Das ist der Fall wenn...

  • ...Sie sich schnell langweilen und es normalerweise keine zwei Jahre im gleichen Job aushalten.
  • ...Sie sich eigentlich selbstständig machen wollen, Ihnen dieser Schritt jedoch noch zu groß ist.
  • ...Sie Spaß an Ihrer Arbeit haben, sich jedoch auch in anderen Bereichen versuchen wollen.
  • ...Sie neben Ihrem Job eine Leidenschaft oder ein Hobby zum Beruf machen wollen.
  • ...Sie flexibel arbeiten können und wollen, gleichzeitig jedoch einen gewissen Rahmen schätzen.

Sie haben sich mehr als einmal wiedererkannt? Dann ist die Rolle als angestellter Unternehmer vielleicht Ihre berufliche Zukunft.

Angestellter Unternehmer: Wie sieht das in der Praxis aus?

Um Festanstellung und Selbstständigkeit kombinieren zu können, brauchen Sie zunächst einen Arbeitgeber, der einer Reduktion der Arbeitszeit zustimmt. Denn wenn Sie sich ernsthaft freiberuflich engagieren wollen, brauchen Sie in der Regel mehr Zeit, als Sie neben einem Vollzeitjob zur Verfügung haben.

Ob Sie die Arbeitszeit dann fest oder flexibel einteilen können, hängt von Ihrem Arbeitgeber, Ihrer persönlichen Organisation und Ihren Aufgaben ab. Beides kann jedoch funktionieren, Sie müssen das freiberufliche Engagement eben um Ihren Job herum planen.

Denken Sie bitte daran, dass Ihre Selbstständigkeit in den meisten Fällen in einem anderen Bereich stattfinden muss, als Ihre Festanstellung. Ihr Arbeitgeber muss Ihnen die Nebentätigkeit neben der Anstellung - natürlich schriftlich - genehmigen und wird dabei darauf Wert legen, dass Sie keinesfalls zur Konkurrenz werden oder konkurrierende Unternehmen unterstützen.

Mit der Festanstellung ist jedoch nur ein Teil geregelt, Ihre selbstständige oder freiberufliche Arbeit fehlt noch. Konkret bedeutet das, dass Sie die ersten Kunden oder Aufträge bereits sicher haben sollten und genau wissen, wie und in welchem Bereich Sie Ihre Dienstleistungen anbieten werden. Entsprechend müssen Sie sich Kontakte suchen und Ihr Netzwerk aufbauen. Das kann einige Zeit in Anspruch nehmen, daher sollten Sie auch damit bereits lange vor Ihrem Wechsel von Voll- auf Teilzeit beginnen.

Wissen Sie, was Sie erwartet?

Machen Sie sich bitte klar, dass Sie als angestellter Unternehmen wahrscheinlich deutlich mehr arbeiten werden, als bei Ihrem Vollzeitjob. Ihre freiberufliche Tätigkeit wird sicher mehr Zeit in Anspruch nehmen, als durch die Reduktion auf einen Teilzeitjob frei wird. Das ist - wenn Sie so wollen - der Preis, den Sie für die neu gewonnene Freiheit und Flexibilität zahlen. Außerdem kann es natürlich Zeiten geben, in denen es finanziell nicht so rosig aussieht.

Ihre Grundbedürfnisse und -kosten werden zwar durch Ihr Gehalt gedeckt, doch ein großer Teil Ihres Einskommens hängt von freiberuflichen Aufträgen ab. Gehen diese zurück, werden Sie das finanziell sehr deutlich spüren. 

Ob das Modell des angestellten Unternehmers für Sie eine dauerhafte Arbeitsform oder nur die Vorstufe zu einer vollständigen Selbstständigkeit ist, hängt ganz von Ihnen ab. Eines ist jedoch sicher: Diese Modell wird in den kommenden Jahren - vor allem bei Wissensarbeitern - verstärkt zum Einsatz kommen.

Sascha Lobo geht im folgenden Video sogar noch einen Schritt weiter und sagt das Ende der Festanstellung - in manchen Bereichen - voraus:

[Bildnachweis: Goodluz by Shutterstock.com]

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